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                              Mutter fühlt die Stirn von weinendem Kind
                              ©
                              GettyImages

                              Mein Baby hat Fie­ber


                              Fie­ber mit ro­ten Bäck­chen und ei­ner heis­sen Stirn ist im­mer ein ein­deu­ti­ges An­zei­chen, dass Ihr Baby eine In­fek­ti­on be­kämpft. Und das ist bei Säug­lin­gen und Klein­kin­dern sehr oft der Fall. Kin­der­gar­ten­kin­der ha­ben im Durch­schnitt sie­ben­mal im Jahr ei­nen fie­ber­haf­ten In­fekt!

                              Fie­ber ist bei Ba­bys häu­fig - und ei­gent­lich kei­ne Krank­heit!


                              Fie­ber an sich ist auch kei­ne Krank­heit, son­dern Aus­druck ei­ner Ab­wehr­re­ak­ti­on des Kör­pers, in­so­fern auch ein wich­ti­ges Trai­ning für den klei­nen Or­ga­nis­mus. Er­höh­te Tem­pe­ra­tu­ren tre­ten z.B. ge­le­gent­lich auf, wenn das Baby eine Win­del­der­ma­ti­tis hat oder Zähn­chen be­kommt. Aber auch, wenn es zu­viel Son­ne ab­be­kom­men hat, es zu dick an­ge­zo­gen ist oder zu­we­nig ge­trun­ken hat (Durst­fie­ber).

                              Die meis­ten Fie­ber­schü­be ver­lau­fen harm­los und dau­ern nur ei­ni­ge Tage an. Wenn Ihr Kind im­mer noch spielt und lacht, auch kei­ne wei­te­ren Sym­pto­me wie Durch­fall und Er­bre­chen hin­zu­kom­men, brau­chen Sie sich ei­gent­lich kei­ne Sor­gen zu ma­chen. Den­noch soll­ten Sie die ge­naue Höhe der Tem­pe­ra­tur un­be­dingt mes­sen, z.B. mor­gens, mit­tags und abends.

                              Fie­ber­mes­sen - so geh­t's


                              Mes­sen Sie die Kör­per­tem­pe­ra­tur am bes­ten rek­tal, d.h. im Af­ter. Dazu um­fas­sen Sie mit der lin­ken Hand die bei­den Füss­chen an den Knö­cheln. Hal­ten Sie Ih­ren Zei­ge­fin­ger da­zwi­schen, da­mit die Knö­chel nicht auf­ein­an­der­tref­fen – das tut Ih­rem Baby sonst sehr weh! He­ben Sie das Ge­säss dann et­was hoch und ste­cken Sie das Me­tall­teil des Ther­mo­me­ters in den Af­ter. Bei Kin­dern, die stark zap­peln, geht das Fie­ber­mes­sen manch­mal bes­ser in der Sei­ten- oder Bauch­la­ge. Sie kön­nen vor­her et­was Ba­by­creme oder Va­se­li­ne auf die Ther­mo­me­ter­spit­ze ge­ben, das er­leich­tert das Ein­füh­ren.

                              War­ten Sie drei Mi­nu­ten ab, in de­nen Sie mit Ih­rem Baby schmu­sen oder ihm et­was vor­sin­gen kön­nen. No­tie­ren Sie sich die Höhe der Tem­pe­ra­tur und die Zeit. Wie­der­ho­len Sie die Mes­sung etwa 20 Mi­nu­ten spä­ter. Nach der Mes­sung reicht es, wenn Sie das Ther­mo­me­ter warm ab­spü­len und ab­trock­nen. Nur wenn Ihr Baby gleich­zei­tig Durch­fall und mög­li­cher­wei­se ei­nen Ma­gen-Darm-In­fekt hat, soll­te das Fie­ber­ther­mo­me­ter mit ei­nem Des­in­fek­ti­ons­mit­tel (oder hoch­pro­zen­ti­gem Al­ko­hol) ge­rei­nigt wer­den.

                              Neue­re Me­tho­den wie das Ohrther­mo­me­ter und das In­fra­rot-Fie­ber­ther­mo­me­ter für die Stirn sind für die schnel­le Ori­en­tie­rung ge­eig­net, aber ha­ben sich noch nicht hun­dert­pro­zen­tig be­währt.

                              Wel­che Tem­pe­ra­tur ist nor­mal?


                              Die nor­ma­le rek­ta­le Kör­per­tem­pe­ra­tur be­trägt zwi­schen 36,5 und 37,5°C. In der Ach­sel­höh­le ist sie et­was nied­ri­ger. „Fie­ber“ hat ein Baby erst, wenn sei­ne Kör­per­tem­pe­ra­tur bei 38.5°C oder dar­über liegt.

                              Was tun, wenn Ihr Baby Fie­ber hat?


                              Eine er­höh­te Kör­per­tem­pe­ra­tur ist bei Ba­bys nicht sel­ten. Ein­grei­fen müs­sen Sie als El­tern aber nur dann, wenn sie auf über 38.5°C an­steigt, wenn also Fie­ber be­steht. Dann muss eine Über­hit­zung ver­hin­dert wer­den. Zie­hen Sie Ih­rem Baby dün­ne­re Klei­dung an oder las­sen Sie es nur in der Win­del lie­gen.

                              Sor­gen Sie da­für, dass es aus­rei­chend Flüs­sig­keit (Tee) auf­nimmt, da­mit die durch Schwit­zen ver­lo­re­ne Flüs­sig­keit er­setzt wird. An sehr war­men Ta­gen kann auch eine Kli­ma­an­la­ge oder ein Ven­ti­la­tor ein­ge­setzt wer­den, da­mit sich das Zim­mer nicht zu stark auf­heizt. Das Kind darf aber nicht un­mit­tel­bar in der Zug­luft lie­gen. Sie kön­nen Ihr Baby auch et­was ab­küh­len, in­dem Sie mit ei­nem nas­sen Schwamm oder Hand­tuch sanft über sei­ne Haut strei­chen und da­bei den Teil des Kör­pers, den Sie ge­ra­de nicht be­han­deln, leicht mit ei­nem tro­cke­nen Hand­tuch oder ei­ner dün­nen De­cke zu­de­cken. Das Was­ser soll­te lau­warm sein, heis­ses oder kal­tes Was­ser ist nicht ge­eig­net. Auch Wa­den­wi­ckel sind sehr wir­kungs­voll, um Fie­ber zu sen­ken.

                              Wann sind Me­di­ka­men­te an­ge­bracht?


                              Das be­währ­tes­te fie­ber­sen­ken­de Me­di­ka­ment ist Par­acet­amol, das als Zäpf­chen oder Saft ge­ge­ben wer­den kann. Fra­gen Sie Ih­ren Arzt, Ihre Ärz­tin, ab wel­cher Fie­ber­hö­he Sie das Me­di­ka­ment ver­ab­rei­chen sol­len. Be­fol­gen Sie in je­dem Fall die An­lei­tun­gen auf der Pa­ckungs­bei­la­ge und er­hö­hen Sie die Do­sie­rung nie auf ei­ge­ne Faust. Die Wir­kung setzt etwa nach ei­ner Stun­de ein und hat die ma­xi­ma­le Stär­ke nach drei Stun­den er­reicht. Frü­hes­tens nach vier bis sechs Stun­den darf die nächs­te Do­sis ge­ge­ben wer­den. Ein ähn­lich zu­ver­läs­si­ger Wirk­stoff ist Ibu­pro­fen. Die­se Sub­stanz be­las­tet je­doch den Ma­gen et­was mehr und soll­te Ba­bys un­ter sechs Mo­na­ten nicht ge­ge­ben wer­den.

                              Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re (z.B. in As­pi­rin) soll­ten Kin­der aber auf kei­nen Fall ein­neh­men: Bei Vi­rus­er­kran­kun­gen be­steht die Ge­fahr ei­nes sog. Reye-Syn­droms mit Hirn­haut­ent­zün­dung und Le­ber­ver­sa­gen.

                              Wann muss ich den Arzt in­for­mie­ren?


                              Fol­gen Sie Ih­rem Ge­fühl. Wenn Sie mei­nen, dass et­was mit Ih­rem Kind nicht in Ord­nung ist, soll­ten Sie im Zwei­fels­fall im­mer ei­nen Arzt, eine Ärz­tin auf­su­chen. Die müt­ter­li­che In­tui­ti­on ist in sol­chen Fäl­len sehr wich­tig und soll­te nicht als Un­sinn ab­ge­tan wer­den.

                              In den ers­ten vier Le­bens­wo­chen soll­te grund­sätz­lich je­des Fie­ber über 38,5° C ärzt­lich ab­ge­klärt wer­den. Nach der Neu­ge­bo­re­nen­zeit soll­ten Sie so­fort ei­nen Arzt ver­stän­di­gen oder Ihr Kind in ein Spi­tal brin­gen,  wenn es mehr als 39°C Fie­ber hat oder die Tem­pe­ra­tur sehr rasch (um ein oder meh­re­re Grad) und hoch an­steigt.

                              Dies gilt na­tür­lich auch, wenn Sie wei­te­re Auf­fäl­lig­kei­ten be­mer­ken, wie Schüt­tel­frost, Fie­ber­krämp­fe (Krampf­an­fäl­le), hef­ti­ges Wei­nen oder Schrei­en, schwe­res und/oder schnel­le­res At­men, Blau­fär­bung der Haut und/oder Haut­ein­blu­tun­gen, Teil­nahms­lo­sig­keit, Mat­tig­keit oder Er­schöp­fungs­zu­stän­de, plötz­li­chen Aus­schlag oder Ab­son­de­run­gen aus dem Ohr. Auch wenn Ihr Baby Er­bre­chen und/oder Durch­fall hat, könn­te es sein, dass eine schwe­re­re Er­kran­kung da­hin­ter­steckt.

                              Fri­sche Luft bei Fie­ber?


                              Es ist üb­ri­gens un­ge­fähr­lich, mit ei­nem fieb­ri­gen Kind an die fri­sche Luft zu ge­hen, um den Arzt auf­zu­su­chen. Fri­sche Luft kann so­gar zur Fie­ber­sen­kung bei­tra­gen.

                              FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

                              So klappt es am bes­ten: ACH­TUNG: Im­mer in der kind­ge­rech­ten Do­sie­rung ver­wen­den, die von Ih­rem Kin­der­arzt ver­schrie­ben wur­de. Tei­len soll­ten Sie ein Zäpf­chen nur, wenn aus­drück­lich vom Arzt an­ge­ord­net. Mit ei­nem leicht an­ge­wärm­ten klei­nen Mes­ser geht das re­la­tiv leicht. Bit­te das Zäpf­chen nur der …
                              Nicht un­be­dingt. Ex­per­ten schlies­sen nicht aus, dass der Stress beim Zahn­durch­bruch die Darm­tä­tig­keit be­schleu­nigt und zu leich­tem Durch­fall füh­ren kann. Vie­le Ba­bys ha­ben auch Fie­ber, wenn die Zäh­ne kom­men – doch das ist eine zu­fäl­li­ge Über­schnei­dung. Für ei­ni­ge Weh­weh­chen, die das Kind jetzt …
                              In vie­len wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en hat man die Im­mun­ant­wort auf Imp­fun­gen bei Kin­dern ge­mes­sen. Da­bei zeig­te sich kein Zu­sam­men­hang da­mit, ob gute Impfan­ti­kör­per vor­han­den wa­ren und das Kind Fie­ber hat­te. In­so­fern ist Fie­ber zur Ent­wick­lung ei­nes gu­ten Impf­schut­zes we­der er­for­der­lich noch …
                              Grund­sätz­lich ja, aber es kommt na­tür­lich dar­auf an, wie krank Ihr Kind ist. Ist Ihr Baby nur er­käl­tet und hat es kein Fie­ber (er­höh­te Tem­pe­ra­tur, im Po ge­mes­sen bei über 38°C), kön­nen Sie es ent­spre­chend warm ge­klei­det draus­sen den Mit­tags­schlaf ma­chen las­sen oder mit ihm ei­nen Spa­zier­gang …
                              Letzte Aktualisierung: 06.12.2020, BH
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