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                              Säugling mit Kopfhörern schläft
                              ©
                              GettyImages

                              Neu­ge­bo­re­ne re­agie­ren schon auf Mu­sik


                              Ba­bys brau­chen Mo­na­te, bis sie spre­chen oder ge­hen kön­nen. Aber schon Neu­ge­bo­re­ne ha­ben ei­nen aus­ge­präg­ten Sinn für Rhyth­mus. Die Fä­hig­keit, Ton­hö­hen zu un­ter­schei­den und Me­lo­di­en und Rhyth­men zu er­ken­nen, ist uns näm­lich an­ge­bo­ren und geht nicht auf Er­fah­rung zu­rück. Zu die­sem Schluss kommt ein von der EU fi­nan­zier­tes Pro­jekt  von bri­ti­schen, spa­ni­schen, un­ga­ri­schen und hol­län­di­schen Neu­ro­lo­gen und Mu­sik­tech­no­lo­gen. Die For­scher­grup­pe be­ob­ach­te­te, wie das Ge­hirn schla­fen­der Neu­ge­bo­re­ner auf Mu­sik re­agiert. "Un­ser Ge­hirn sucht von Ge­burt an stän­dig nach Mus­tern und sagt uns, wenn es et­was Un­er­war­te­tes gibt, das wir ler­nen soll­ten", in­ter­pre­tiert Stu­di­en­lei­te­rin Su­san Den­ham von der Uni­ver­si­tät Ply­mouth die Er­geb­nis­se. Die auf Sci­en­ce­Dai­ly ver­öf­fent­lich­ten For­schun­gen sol­len zur ver­bes­ser­ten Dia­gno­se von Hör­pro­ble­men im frü­hen Klein­kind­al­ter bei­tra­gen.

                              Die For­scher un­ter­such­ten in ei­nem Ex­pe­ri­ment die Ge­hirn­strö­me von über 100 Neu­ge­bo­re­nen. "Bis­her gab es nur Un­ter­su­chun­gen an sechs Mo­na­te al­ten Ba­bys, da Neu­ge­bo­re­ne ei­nen Gross­teil der Ta­ges­zeit schla­fen. Durch die EEG-Mes­sung war das je­doch kein Pro­blem mehr", sagt Stu­di­en­au­tor Ist­van Wink­ler, Psy­cho­lo­ge an der un­ga­ri­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten. Die For­scher spiel­ten ih­ren klei­nen Pro­ban­den ein­fa­che Ton­se­quen­zen von ver­schie­de­nen Mu­sik­in­stru­men­ten vor. Töne glei­cher Ton­hö­he wa­ren re­gel­mäs­sig von de­nen mit an­de­rer Höhe un­ter­bro­chen. Das EEG be­stä­tig­te, dass die Neu­ge­bo­re­nen auch im Schlaf auf Grund­la­ge des Ge­hör­ten vor­aus­sa­hen, wel­che Töne als nächs­tes fol­gen. Eine Än­de­rung der Ton­hö­he, wie zum Bei­spiel beim Wech­sel von weib­li­cher auf männ­li­che Stim­me, führ­ten im­mer zu ei­ner Re­ak­ti­on.

                              Frü­he­re Un­ter­su­chun­gen hat­ten die­se Er­geb­nis­se auch beim Rhyth­mus ge­zeigt. "Dazu spiel­ten wir den Klei­nen nicht nur ein­fa­che Schlä­ge wie den Herz­schlag der Mut­ter vor, son­dern ganz nor­ma­le Rock­mu­sik. Die Kin­der er­kann­ten auch hier die Grund­rhyth­men", be­rich­tet Wink­ler. Wur­de ein wich­ti­ger Schlag aus­ge­las­sen, re­gis­trier­te dies das Neu­ge­bo­re­nen­ge­hirn mit ver­än­der­ter Ak­ti­vi­tät. Die­se Fä­hig­keit er­mög­licht es Ba­bys, schon bei den ers­ten Lau­ten ih­ren Sprach­rhyth­mus dem der Mut­ter oder an­de­rer Per­so­nen an­zu­pas­sen. "Miss­lingt das auf­grund ei­ner Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stö­rung, lei­den dar­an meist alle Be­tei­lig­ten", er­klärt der un­ga­ri­sche Psy­cho­lo­ge. Die­ser As­pekt der Mut­ter-Kind-Kom­mu­ni­ka­ti­on soll in den nächs­ten Un­ter­su­chun­gen be­leuch­tet wer­den.

                              Mu­sik­hö­ren ver­bes­sert die an­ge­bo­re­nen mu­si­ka­li­schen Fä­hig­kei­ten, ist wich­tig für die Sprach­ent­wick­lung und kann für Ba­bys vor und nach der Ge­burt wie auch wäh­rend des ge­sam­ten spä­te­ren Le­bens po­si­ti­ve Ef­fek­te ha­ben, be­stä­tigt Wink­ler. "Je mehr man von An­fang an Mu­sik hört, des­to eher wird man Mu­sik auch im spä­te­ren Le­ben lie­ben. Den­noch ist da­von ab­zu­ra­ten, schon Ba­bys durch Mu­sik er­zie­hen zu wol­len. Da­durch wer­den sie kaum glück­li­che Kin­der."

                              Letzte Aktualisierung: 06.04.2021, BH
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