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                              auf dem Bauch liegendes Baby, mit Hämangiom an der Stirne/Kopf, Storchenbiss

                              Blut­schwämm­chen (Hä­man­gio­me)


                              Sor­gen be­rei­ten frisch­ge­ba­cke­nen El­tern oft röt­li­che Haut­ma­le, die Blut­schwämm­chen. Sie be­stehen aus schwamm­ar­tig ge­wu­cher­ten und er­wei­ter­ten Blut­ge­fäs­sen, sind häu­fig an­ge­bo­ren (ka­ver­nö­se Hä­man­gio­me) oder ent­wi­ckeln sich in den ers­ten Le­bens­wo­chen (in­fan­ti­le Hä­man­gio­me), sind aber we­der erb­lich noch an­ste­ckend. Sie zäh­len zu den häu­figs­ten, gut­ar­ti­gen Ge­schwüls­ten oder Wu­che­run­gen (Tu­mo­ren) bei Kin­dern. Im ers­ten Le­bens­jahr ha­ben schät­zungs­wei­se 5-10% der Kin­der ein oder meh­re­re Hä­man­gio­me auf der Haut, meist an Kopf und Hals oder Un­ter­leib. Mäd­chen, Neu­ge­bo­re­ne mit ge­rin­gem Ge­burts­ge­wicht und Früh­ge­bo­re­ne sind deut­lich häu­fi­ger da­von be­trof­fen.

                              An­fangs sind die­se Ge­fäss­neu­bil­dun­gen oft sehr klein und im Haut­ni­veau, kön­nen aber stark wach­sen und dann wie eine Erd­bee­re aus­se­hen. Die Kon­sis­tenz ist üb­li­cher­wei­se gum­mi­ar­tig. Die Far­be va­ri­iert je nach Ab­stand von der Haut­ober­flä­che von hell­rot bis tief­rot bis hin zu ro­sa­far­ben, blau oder haut­far­ben bei tie­fen Hä­man­gio­men. Bei er­höh­tem Druck, z. B. wenn das Kind schreit, kön­nen sie dunk­ler wer­den und an Grös­se zu­neh­men.

                              War­um es zu die­sem über­schies­sen­den Wachs­tum kleins­ter Blut­ge­fäs­se kommt, ist eben­so­we­nig ge­klärt wie die Fra­ge, war­um dies nur im Ba­by­al­ter ge­schieht. In der Re­gel wächst der Blut­schwamm nur etwa sechs Mo­na­te lang (mit der stärks­ten Wachs­tums­ge­schwin­dig­keit in der 5.-8. Le­bens­wo­che) und bleibt dann für ei­ni­ge Zeit in der Grös­se kon­stant.

                              In den meis­ten Fäl­len bil­den sie sich in der frü­hen Kind­heit (in­ner­halb von zwei bis sechs Jah­ren) von al­lein kom­plett und fol­gen­los zu­rück, vor al­lem die klei­ne­ren Blut­schwämm­chen. Nur ge­le­gent­lich blei­ben dann noch bräun­li­che Fle­cken auf der Haut.

                              Manch­mal ra­ten Kin­der­ärz­te je­doch zu ei­ner Be­hand­lung der Blut­schwämm­chen. Ob sie be­han­delt wer­den soll­ten, ent­schei­det sich nach der Grös­se, dem Sitz und der Ge­schwin­dig­keit des Wachs­tums. Gros­se Ex­em­pla­re kön­nen näm­lich nicht nur ein Herz-Kreis­lauf­pro­blem bis hin zur Herz­schwä­che son­dern auch Schä­den an der Haut ver­ur­sa­chen, die spä­ter ein kos­me­ti­sches Pro­blem wer­den. Auch wenn die Ge­sund­heit des Kin­des di­rekt nicht be­ein­träch­tigt wird, kann es den­noch zu Stö­run­gen kom­men, wenn ein Or­gan (z.B. Auge, Nase, Mund oder Ohr) in sei­ner Funk­ti­on be­ein­flusst wird. Das könn­te bei­spiels­wei­se ein schnell wach­sen­der Blut­schwamm am Au­gen­lid sein, der dann die Seh­fä­hig­keit des Kin­des be­droht. Je­der Blut­schwamm soll­te des­halb von ei­nem Spe­zia­lis­ten in kurz­fris­ti­gen Ab­stän­den an­ge­schaut wer­den. Denn es könn­te in sehr sel­te­nen Fäl­len auch im Kör­per­in­ne­ren zu Wu­che­run­gen kom­men. Weil sich der Ver­lauf nicht vor­aus­sa­gen lässt, ra­ten Ex­per­ten heu­te eher zu ei­ner früh­zei­ti­gen Be­hand­lung, zu­mal sie von den Ba­bys meist gut ver­tra­gen wird. 

                              Zur Be­hand­lung gibt es ver­schie­de­ne Ver­fah­ren, die Kin­der­chir­ur­gen und Haut­ärz­te an­wen­den. Je nach Be­fund und Lo­ka­li­sa­ti­on des Blut­schwämm­chens wer­den die ver­schie­de­nen The­ra­pie­ver­fah­ren kom­bi­niert ein­ge­setzt:

                              • In den letz­ten zehn Jah­ren hat sich ein neu­er The­ra­pie­an­satz be­währt, der in­zwi­schen die La­ser­be­hand­lung und die ope­ra­ti­ve The­ra­pie fast ganz er­setzt hat: Die Be­hand­lung ge­schieht me­di­ka­men­tös durch die Gabe ei­nes sog. Be­ta­blo­ckers (Pro­pa­no­lol), ein Wirk­stoff, der bei Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen ein­ge­setzt wird. Die Hä­man­gio­me bil­den sich deut­lich zu­rück, al­ler­dings muss das Kind an­fangs für ei­ni­ge Tage im Spi­tal blei­ben, um die rich­ti­ge Do­sie­rung zu fin­den. Da­nach kön­nen die El­tern den Saft da­heim ver­ab­rei­chen. Die Be­hand­lung dau­ert meh­re­re Mo­na­te. Die The­ra­pie muss nur kurz un­ter­bro­chen wer­den, wenn das Kind ei­nen Atem­wegs- oder ei­nen Ma­gen-Darm-In­fekt hat. Sonst könn­te es zu Ne­ben­wir­kun­gen kom­men. Auf die­se Wei­se kön­nen auch gros­se, rasch wach­sen­de oder kom­pli­zier­te Hä­man­gio­me schnell und schmerz­frei be­han­delt wer­den. Mitt­ler­wei­le wird das Herz­me­di­ka­ment nicht nur in­ner­lich, son­dern auch ober­fläch­lich als Gel zur Blut­schwamm-Be­hand­lung ein­ge­setzt – und auch dies er­freu­li­cher­wei­se ohne re­le­van­te Ne­ben­wir­kun­gen. Je­doch tra­ten bei zehn Pro­zent der zu­nächst er­folg­reich be­han­del­ten Kin­der die ro­ten Male spä­ter wie­der auf.

                              • Bei der La­ser­the­ra­pie wird ein Licht­strahl in Wär­me um­ge­wan­delt (ge­puls­ter Farb­stoff­la­ser oder Neo­dym-YAG-La­ser). Die­se Be­hand­lung kann schmerz­haft sein und er­folgt da­her ins­be­son­de­re im Ge­sichts­be­reich un­ter Nar­ko­se. Nach der Be­hand­lung kann es kurz­zei­tig zu Schwel­lun­gen kom­men, be­vor dann nach etwa vier Wo­chen ein Rück­gang er­kenn­bar ist. Die La­ser­be­hand­lung hin­ter­lässt kei­ne Nar­ben, eig­net sich aber nur bei Blut­schwäm­men un­ter zehn Mil­li­me­ter Grös­se.

                              • Tie­fer ge­le­ge­ne, sehr gros­se Hä­man­gio­me müs­sen auch heu­te noch meist durch eine plas­tisch-chir­ur­gi­sche Ope­ra­ti­on be­han­delt wer­den, um die ge­schä­dig­te und über­dehn­te Haut kos­me­tisch be­frie­di­gend zu ent­fer­nen.

                              • Bei der Kryo­the­ra­pie oder Kryo­kon­takthe­ra­pie (ober­fläch­li­che Ver­ei­sung) wird ein in flüs­si­gem Stick­stoff auf Mi­nus 196 Grad Cel­si­us ge­kühl­ter Me­tall­stem­pel für ca. zehn Se­kun­den auf das be­trof­fe­ne Haut­are­al ge­setzt. Dies führt zu ei­ner Ein­frie­rung des Ge­we­bes von ma­xi­mal zwei Mil­li­me­tern Tie­fe, das dann nach ein bis zwei Wo­chen ab­fällt. Wäh­rend ei­ner Sit­zung kön­nen Ver­än­de­run­gen bis zu ei­nem Durch­mes­ser von an­dert­halb Zen­ti­me­tern be­han­delt wer­den. Die Pro­ze­dur ist fast schmerz­frei und er­for­dert kei­ne Nar­ko­se, son­dern nur ört­li­che Be­täu­bung.

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