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                              Baby mit Latz auf einer rosa Decke

                              Das Hö­ren


                              Vor der Ge­burt:


                              Von al­len Sin­nes­or­ga­nen ist das Ohr das ers­te, das beim mensch­li­chen Em­bryo aus­ge­bil­det wird. Schon eine Wo­che nach der Be­fruch­tung, also noch vor der Ein­nis­tung in die Ge­bär­mut­ter, sind die ers­ten An­sät­ze der Oh­ren un­ter dem Mi­kro­skop er­kenn­bar. Der Em­bryo ist zu die­sem Zeit­punkt noch nicht ein­mal ei­nen Zen­ti­me­ter gross. Das Ohr ist so­mit das ers­te funk­tio­nie­ren­de Or­gan des wer­den­den Men­schen, noch be­vor Herz und Ge­hirn mit der Ak­ti­vi­tät be­gin­nen.

                              Be­reits zwi­schen der 20. und 24. Wo­che löst ein Hör­reiz mo­to­ri­sche Re­ak­tio­nen beim un­ge­bo­re­nen Baby aus. Bei lau­ten Ge­räu­schen er­schrickt es, bei lei­sen Tö­nen scheint es in­ter­es­siert zu lau­schen. Ab der 28. Wo­che kann man das Hör­ver­mö­gen si­cher vor­aus­set­zen.

                              Un­ge­bo­re­ne neh­men Si­gna­le und Ge­räu­sche über die Haut, über die Luft und über die Kno­chen wahr; sie hö­ren die rhyth­mi­schen Herz­tö­ne der Mut­ter so­wie ih­ren Atem und ihre Stim­me, aber auch ihre Ver­dau­ungs­ge­räu­sche und ihr Ma­gen­knur­ren und dazu noch an­de­re Ge­räu­sche, die von aus­sen kom­men. Da­bei hört es eher hohe als tie­fe Töne, da die ho­hen Töne am Ein­gang des Oh­res auf­ge­nom­men wer­den - die Stim­me der Mut­ter nimmt das Un­ge­bo­re­ne da­her eher wahr als die meist tie­fe­re Stim­me des Va­ters.

                              For­scher ha­ben her­aus­ge­fun­den, dass schon vier bis fünf Mo­na­te alte Fe­ten kla­re Hör­vor­lie­ben ha­ben: Sie lie­ben har­mo­ni­sche, ru­hi­ge, klas­si­sche Mu­sik und schät­zen be­son­ders Vi­val­di und Mo­zart, wäh­rend sie bei Beet­ho­ven, Brahms oder Hard Rock eher un­ru­hig wer­den. Und: Sie er­ken­nen Mu­sik wie­der, die sie im Mut­ter­leib ge­hört ha­ben. Psy­cho­lo­gen plä­die­ren des­halb da­für, dem Baby schon wäh­rend der Schwan­ger­schaft Schlaf­lie­der vor­zu­sin­gen oder eine Spiel­do­se auf den Bauch zu le­gen, weil die­sel­be Me­lo­die nach der Ge­burt eine star­ke be­ru­hi­gen­de Wir­kung auf das Baby ha­ben wird.

                              Un­ge­bo­re­ne Ba­bys ler­nen auch Stim­men und Per­so­nen un­ter­schei­den, kön­nen sich schon Ge­schich­ten mer­ken und die ei­ge­ne künf­ti­ge Mut­ter­spra­che ein­prä­gen. Fühlt sich die Mut­ter wohl, schlägt ihr Herz ru­hig und gleich­mäs­sig, ent­spannt sich auch ihr Kind.

                              Üb­ri­gens: In der Ge­bär­mut­ter herrscht kei­nes­falls Stil­le, denn sie ist ein gu­ter Re­so­nanz­kör­per. Die lau­tes­ten Klän­ge, die ans Ohr des Un­ge­bo­re­nen drin­gen, sind wohl die der müt­ter­li­chen Ma­gens und Darms mit Spit­zen­wer­ten von 85 De­zi­bel. Das in den Ar­te­ri­en rau­schen­de Blut er­zeugt im Ute­rus eine Laut­stär­ke von 55 De­zi­bel.

                              Nach der Ge­burt:


                              So­bald Ihr Baby ge­bo­ren ist, kann es nor­mal hö­ren. Nur in den ers­ten Ta­gen wird sich das Ge­räusch für Ihr Baby et­was ge­dämpft an­hö­ren, weil sich noch et­was Frucht­was­ser im Mit­tel­ohr be­fin­det. Die­ses Frucht­was­ser wird nach ein paar Ta­gen ver­schwin­den und da­nach wer­den die Ge­räu­sche für Ihr Kind deut­li­cher, ganz so wie Er­wach­se­ne sie hö­ren.

                              Neu­ge­bo­re­ne ha­ben hohe Stimm­la­gen be­son­ders ger­ne, wes­halb Er­wach­se­ne in­tui­tiv ihre Stimm­la­ge ver­än­dern, wenn sie zu ei­nem Baby spre­chen. Auch sind Säug­lin­ge sehr schnell in der Lage, die Stim­men ih­rer El­tern von de­nen an­de­rer Men­schen zu un­ter­schei­den und be­vor­zu­gen die Stim­me der Mut­ter ge­gen­über al­len an­de­ren Ge­räu­schen - all­ge­mein zie­hen Säug­lin­ge Frau­en­stim­men Män­ner­stim­men vor.

                              Die Re­ak­ti­on auf akus­ti­sche Rei­ze stellt in je­dem Fall den ers­ten Bau­stein zur Ent­wick­lung von Spra­che dar. Auf Ge­räu­sche re­agie­ren Neu­ge­bo­re­ne durch ei­nen ver­än­der­ten Atem­rhyth­mus und ei­nen er­staun­ten Ge­sichts­aus­druck.

                              Mu­sik, bei der sich die Mut­ter wäh­rend der Schwan­ger­schaft ent­spannt hat, hat auf das schrei­en­de Neu­ge­bo­re­ne eine be­ru­hi­gen­de Wir­kung. Auch der auf Ton­band auf­ge­nom­me­ne Herz­schlag von ge­mäch­li­chen 72 Schlä­gen pro Mi­nu­te be­ru­higt. Bei ei­nem zu schnel­len Rhyth­mus von 128 Schlä­gen in der Mi­nu­te neh­men Wei­nen und Un­ru­he hin­ge­gen zu.

                              Ab der 4. - 6. Le­bens­wo­che wird der Schlä­fen­lap­pen, der beim Rie­chen, beim Hö­ren und so auch beim Spre­chen hilft, ak­ti­ver und emp­fäng­li­cher für Rei­ze. Wenn das Baby jetzt die Stim­me der Mut­ter hört, schaut es Sie di­rekt an und gluckst oder brab­belt. 

                              Im Al­ter von fünf Mo­na­ten kann das Baby un­ter­schei­den, aus wel­cher Rich­tung die Ge­räu­sche stam­men, und es wird sich schnell neu­en Ge­räu­schen zu­wen­den. Ab fünf Mo­na­ten er­ken­nen Ba­bys ih­ren ei­ge­nen Na­men.

                              Seit 1999 wird in der Schweiz das Hör­s­cree­ning bei Neu­ge­bo­re­nen an­ge­bo­ten. Eine Vor­aus­set­zung für die flä­chen­de­cken­de Durch­füh­rung ist lei­der noch die Über­nah­me der Un­ter­su­chungs­kos­ten (etwa 30 CHF) als Pflicht­leis­tung der  Kran­ken­kas­sen (Grund­ver­si­che­rung). Die Un­ter­su­chung fin­det in­ner­halb der ers­ten Le­bens­wo­che in der Ge­burts­kli­nik statt. Das Scree­ning gilt als be­stan­den, wenn an BEI­DEN Oh­ren oto­akus­ti­sche Emis­sio­nen nach­weis­bar sind.

                              Wei­te­re Sin­ne: Se­hen, Rie­chen, Schme­cken, Füh­len.

                              FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

                              Der Hör­sinn ei­nes Un­ge­bo­re­nen im Bauch der Mut­ter ist schon 20 Wo­chen nach der Be­fruch­tung re­la­tiv gut ent­wi­ckelt. Aber durch das Frucht­was­ser hört Ihr Baby die Aus­sen­ge­räu­sche nur ge­dämpft, weil die Ge­räu­sche im Kör­per der Mut­ter recht laut sind. Vor al­lem die müt­ter­li­che Stim­me, die …
                              Kin­der un­ter acht Mo­na­ten ge­hö­ren na­tür­lich nicht ne­ben die Gug­ge­mu­sik, da ihr Sta­pe­di­us­re­flex noch nicht aus­lös­bar ist. Die­ser Re­flex schützt un­se­re Oh­ren na­tür­li­cher­wei­se vor zu lau­tem Krach. Durch Kon­trak­ti­on ei­nes Mus­kels im Ohr wird die Schall­lei­tungs­ket­te und da­mit der na­tür­li­che Ver­stär­ker …

                              Wis­sen


                              kurz&bündigkurz&bündig
                              8/19/2020
                              Fruehgeborenes auf der Intensivstation

                              Was hö­ren Früh­ge­bo­re­ne?

                              Nach An­ga­ben der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) wer­den je­des Jahr etwa 15 Mio. Ba­bys zu früh ge­bo­ren. Trotz al­ler …
                              kurz&bündigkurz&bündig
                              11/6/2016
                              Neonatologie Musiktherapie Bern MutterKind

                              Früh­ge­bo­re­ne Oh­ren ohne Stress

                              Rau­schen, Glu­ckern, die Stim­me der Mut­ter – das sind die Ge­räu­sche, die Un­ge­bo­re­ne ab der 16. Schwan­ger­schafts­wo­che …
                              Letzte Aktualisierung: 22.03.2021, BH
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