Speien (Reflux)

Speien

Reflux bedeutet "Rückfluss". Gemeint ist das Speien oder Spucken - also ein Zurückfliessen von Mageninhalt in die Speiseröhre. Medizinisch spricht man auch von einer "Kardiainsuffizienz", einer Schwäche des Verschlussrings am Mageneingang.

In den ersten Lebensmonaten ist das Herauslaufen von Nahrung, ein "schlaffes Erbrechen", durchaus noch normal. Vor allem nicht ganz reif geborene Säuglinge zeigen das oft. Solchen Reflux-Kindern kann man schon durch leichte Hochlagerung des Oberkörpers, also z.B. Hochstellen des Kopfendes ihres Bettchens, helfen. Häufige kleine Mahlzeiten mit angedickter Nahrung sind ebenfalls sinnvoll. Nach den Mahlzeiten sollte das Kind noch möglichst lange (eine viertel bis halbe Stunde) senkrecht auf dem Arm gehalten und nicht gleich hingelegt werden. Das Görpsli ist für Speikinder besonders wichtig.

Nur wenn der Reflux sehr ausgeprägt ist, also praktisch nach jeder Mahlzeit auftritt, länger als 12 Monate andauert und dazu führt, dass das Kind nicht richtig gedeiht, sollte nach einem ernsthaften Grund geforscht werden und eine Behandlung begonnen werden. Denn fliesst regelmässig saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurück, führt das zu einer Reizung der Schleimhaut, also Sodbrennen oder Magenbrennen, wie wir das auch bei Erwachsenen kennen. Das Baby trinkt schlecht, ist unruhig, schreit immer wieder schmerzhaft auf, überstreckt den Oberkörper nach hinten und zieht die Beine an. Auch eine Verdickung der Muskulatur am Magenausgang (Pylorusstenose) muss als Ursache ausgeschlossen werden, allerdings ist dies durch schwallartiges Erbrechen gekennzeichnet.

Mütter von Reflux-Babys verzichten in der Stillzeit besser auf Nikotin, Kaffee, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke, Zitrusfrüchte, Tomaten und fette Speisen, damit beim Kind die Magensaftproduktion weniger stark angeregt wird. 

Newsticker

Speikinder = Gedeihkinder? Bei Säuglingen ist „kötzeln“ ein normaler Vorgang. Fast immer bessert sich der sogenannte Reflux während des ersten Lebensjahres, wenn die Speiseröhre wächst und der Magenverschluss kräftiger wird. Bei ansonsten gut gedeihenden Säuglingen ist es nach Expertenmeinung ausreichend, Überfütterung zu vermeiden. Eingedickte Nahrung sei nur mässig effektiv. Bauchlage kann das Speien verhindern, erhöht jedoch das Risikos für plötzlichen Kindstod. Besser: Lagerung in Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper und bei älteren Kindern auf der linken Seite. Auf rauchfreie Umgebung achten! (swissmom-Newsticker, 20.5.2013)

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH