8 Baby -und Kinderbeine auf Parkettboden im Gleichschritt
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Kinderbeine: X oder O?

Vorübergehende X- und O-Beine sind Entwicklungsstadien, die alle Kinder durchlaufen. Die Beine eines Neugeborenen sind zunächst einmal krumm, sogar ausgeprägte O-Beine sind bei Säuglingen noch völlig normal. Im Kindergartenalter werden sie dann oft zu X-Beinen. Solche Beinachsenfehlstellungen sind aus medizinischer Sicht nur selten ein Problem. Bewegung und Wachstum sorgen dafür, dass ein Schulkind schliesslich auf geraden Beinen durchs Leben geht.

Babys haben O-Beine

Die anfängliche O-Stellung der Beine (Genua vara) ist leicht zu erklären: In der Gebärmutter hat es nur wenig Platz. Das Baby muss dort seine Beinchen ständig anziehen und kommt deshalb automatisch mit O-Beinen auf die Welt.

Häufige Frage zum Thema

Die Bein- und Fussstellung bei Neugeborenen ist normalerweise ziemlich krumm - das liegt an den engen Platzverhältnissen vor der Geburt.

Trotzdem kann der Kinderarzt schon sehr früh erkennen, ob eine Fussfehlbildung oder Fehlstellung, also z.B. ein echter Knickfuss vorliegt, der sich nicht von...

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Kleinkinder haben X-Beine

Ungefähr ab dem dritten Lebensjahr ändert sich das. Die Beine müssen nun Körpergewicht tragen. Solange sie O-förmig sind, lastet ein Grossteil des Gewichts auf der Bein-Innenseite. Der Körper reagiert darauf, indem er dort schneller Knochen bildet als an den Aussenseiten. Entsprechend wachsen die Beine innen etwas rascher. Ganz allmählich verwandelt sich das O dadurch in ein X (Genua valga). Nun ruht das Körpergewicht überwiegend auf den Beinaussenseiten.

Wenn das Kind mit geschlossenen Beinen aufrecht steht, darf der Abstand zwischen den Innenknöcheln noch bis zu 5 cm betragen. Bei mehr Abstand sollte das Kind einem Orthopäden vorgestellt werden.

Schulkinder haben (meistens) gerade Beine

Und wieder reagiert der Körper auf die einseitige Belastung. Diesmal wachsen die Knochen auf der Aussenseite der Beine schneller. Ganz allmählich strecken sie sich. Im Grundschulalter, spätestens jedoch mit zwölf Jahren, haben fast alle Kinder gerade Beine - wobei eine leichte X-Stellung und als Ausgleich dazu ein Knickfuss anfangs noch normal ist.

An den Beinen können - in Kombination mit den Beinachsenfehlstellungen - auch Drehfehlstellungen vorliegen. Man erkennt sie an der Stellung der Füsse: Im Normalfall sollten Füsse ganz gerade nach vorne zeigen, bei der Drehfehlstellung zeigen sie nach innen oder aussen.

Sollte eine operative Korrektur notwendig sein, wird sie meist erst gegen Ende der Wachstumsphase durchgeführt, weil bis dahin noch eine spontane Korrektur möglich ist. Allerdings müssen die Wachstumsfugen gerade noch offen sein. Das ist bei Mädchen bis etwa mit 13 Jahren und bei Jungen mit 14 Jahren. Bestimmt wird das Knochenalter mit einer Röntgenaufnahme der linken Hand

Viel Bewegung für gerade Knochen

Für die gesunde Entwicklung der Kinderbeine ist Bewegung unerlässlich: Laufen, Springen, Krabbeln. So können sich Knochen und Muskeln optimal entwickeln.

Vorsorgeuntersuchungen begleiten die Entwicklung

Die regelmässigen Kontrolluntersuchungen beim Kinderarzt stellen sicher, dass allfällige Probleme frühzeitig genug entdeckt werden. Eine falsche Körperhaltung kann oft mit Physiotherapie korrigiert werden. Echte Fehlstellungen der Beine und Füsse, die aber selten und häufig angeboren sind, brauchen allerdings mehr als das. Häufig sind X-Beine mit einem Knick-Senkfuss verbunden, O-Beine mit Hohlfüssen.

Kinder mit mit O-Beinen oder X-Beinen haben meist keine Schmerzen. Instabile Gelenke oder Störungen des Gangbildes treten erst bei starken Abweichungen auf. Weil der Gelenkknorpel im Kniegelenk einseitig belastet wird, kann das aber langfristig zum Gelenkverschleiss führen. Auch Hüfte oder Wirbelsäule können schliesslich in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine genaue Ganganalyse ist angebracht.

Rachitis - gibt es das heute noch?

Krankhafte O-Beine sind heutzutage selten. Sie beruhen dann auf schlecht verheilten Knochenbrüchen (einseitig) oder auf einer Knochenerweichung durch Vitamin-D-Mangel (Rachitis). Die Haut bildet Vitamin D unter Sonnen- bzw. Tageslicht. Vor 150 Jahren haben Kinder davon oft zu wenig bekommen, auch durch die Luftverschmutzung in den Zeiten der Industrialisierung. Das ist heute anders. Zur Sicherheit wird trotzdem allen Kindern im ersten Lebensjahr die zusätzliche Einnahme von Vitamin D empfohlen, Frühgeborenen in einer höheren Dosierung.

Selten kann eine Rachitis auch durch eine Nierenerkrankung bedingt sein. Eine Überprüfung des Mineralhaushalts und des Vitamin-D-Spiegels kann dies ausschliessen.

Häufige Frage zum Thema

Vitamin D3 wird allen Säuglingen von der zweiten Lebenswoche an bis zum Ende des ersten Lebensjahres zur Rachitisprophylaxe verordnet. Dies ist besonders in den Wintermonaten sehr wichtig. Auch im zweiten und dritten Lebensjahr empfiehlt es sich v.a. im Winter, mit der Prophylaxe fortzufahren.

Diese...

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Letzte Aktualisierung : 19-04-21, BH

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