Anzeige
  • Kinderwunsch
    • Schwangerschaft
      • Geburt
        • Wochenbett
          • Baby
            • Kind

              • Stillen
                • Krankheiten
                  • Familie
                    • Frau
                      • Erziehung
                        • Vater werden
                          • Gesund Leben
                            • Arbeit, Recht und Finanzen

                              Baby bekommt Medkament als Tropfen auf Löffel

                              Ra­chi­tis


                              Eine Kno­chen­er­wei­chung durch Vit­amin-D-Man­gel (Ra­chi­tis bei Kin­dern oder Os­teo­ma­la­zie bei Er­wach­se­nen) ist heut­zu­ta­ge sehr sel­ten. Zur Si­cher­heit wird heu­te trotz­dem al­len Säug­lin­gen im ers­ten Le­bens­jahr die zu­sätz­li­che Ein­nah­me von Vit­amin D emp­foh­len.

                              Wie ent­steht die Vit­amin-D-Man­gel-Ra­chi­tis?


                              Vit­amin D re­gu­liert den Blut­spie­gel von Kal­zi­um und Phos­phat und den Ein­bau die­ser Mi­ne­ral­stof­fe in die Kno­chen, die da­durch hart und sta­bil wer­den.

                              Nur ein klei­ner Teil da­von wird über die Nah­rung auf­ge­nom­men. Der gröss­te Teil wird in der Haut mit­hil­fe von Son­nen­licht ge­bil­det. Vor 150 Jah­ren ha­ben Kin­der da­von oft zu we­nig be­kom­men, v.a. durch die Luft­ver­schmut­zung in den Zei­ten der In­dus­tria­li­sie­rung („eng­li­sche Krank­heit“) – ein Vit­amin-D-Man­gel und Ra­chi­tis war bei vie­len Kin­dern die Fol­ge.

                              Sel­ten kann eine Ra­chi­tis auch durch eine ge­stör­te Vit­amin-D-Auf­nah­me we­gen ei­ner Nie­ren­er­kran­kung oder chro­ni­schen Darm­er­kran­kung be­dingt sein. Ein Phos­phat-Man­gel mit über­mas­si­ger Aus­schei­dung durch die Nie­ren kann eben­falls zu Ra­chi­tis und Os­teo­ma­la­zie füh­ren.

                              Wel­che Sym­pto­me fin­det man bei ei­ner Ra­chi­tis?


                              Bei ei­nem Säug­ling fal­len nicht nur die wei­chen Schä­del­kno­chen am Hin­ter­kopf und ein ver­spä­te­ter Schluss der Fon­ta­nel­len auf, son­dern auch Un­ru­he, Schreck­haf­tig­keit und ver­mehr­tes Schwit­zen mit Haut­aus­schlag. Die Mus­ku­la­tur ist schwach und schlaff, v.a. an den Bauch­de­cken. Häu­fig lei­det das Baby un­ter Ver­stop­fung. Krampf­an­fäl­le kön­nen auf­tre­ten.

                              Bei äl­te­ren Kin­dern sieht man Kno­chen­er­wei­chun­gen und da­durch blei­ben­de Kno­chen­ver­for­mun­gen (Bei­ne, Kopf, Wir­bel­säu­le), ei­nen ver­spä­te­ten Zahn­durch­bruch und star­ke Ka­ri­es.

                              Was ver­steht man un­ter Ra­chi­tis-Pro­phy­la­xe?


                              Ra­chi­tis ist heu­te sehr sel­ten ge­wor­den – vor al­lem, weil alle Ba­bys, egal ob ge­stillt oder nicht ge­stillt, si­cher­heits­hal­ber im ers­ten Le­bens­jahr zu­sätz­lich Vit­amin D3 (Chole­cal­ci­fe­rol) er­hal­ten soll­ten.

                              Die täg­li­che Do­sie­rung ist 400 – 500 E Vit­amin D3, mög­lichst in öli­ger Ba­sis (kein Erd­nuss­öl, kein Al­ko­hol), Früh­ge­bo­re­ne in ei­ner dop­pelt so ho­hen Do­sie­rung. Laut ak­tu­el­ler Emp­feh­lung soll die Pro­phy­la­xe im 2. und 3. Le­bens­jahr, zu­min­dest aber in den Win­ter­mo­na­ten, fort­ge­führt wer­den. Die Do­sie­rung be­trägt dann 600 IE/Tag.

                              In der Schweiz er­hält­li­che Prä­pa­ra­te sind z.B.

                              • Lu­vit Vit­amin D3 Baby Drops: 1 Klick ent­spricht 200 I.E., Do­sie­rung bis 12 Mo­na­te 2 Klicks (=400 I.E.), ab 12 Mo­na­ten 3 Klicks (=600 I.E.), öli­ge For­mu­lie­rung

                              • Vit­amin D3 Wild Öl: 1 Trop­fen / Tag = 500 I.E.

                              • Vit­amin D3 Streu­li Pro­phy­lax: 0,1 ml / Tag = 400 I.E.

                              • Luce D3 Streu­li: 1 Trop­fen ent­hält 200 I.E., Do­sie­rung 2 Trop­fen pro Tag. Die­ses Pro­dukt ent­hält Vit­amin D3 aus Al­gen und ist ve­gan. Eine ech­te Al­ter­na­ti­ve zu Pro­duk­ten, die Vit­amin D3 aus Schaf­woll­fett (La­no­lin) ent­hal­ten. Das ver­wen­de­te Neu­tral­öl (mit­tel­ket­ti­ge Tri­gly­ce­ri­de) wird aus Pflan­zen­ölen ge­won­nen.

                              Die An­wen­dung ist vom Pro­dukt ab­hän­gig. Die Lö­sung ist ent­we­der in klei­nen Fla­schen mit ei­nem Tropf­ein­satz , in ei­ner Tropf­fla­sche oder in Fläsch­chen mit ei­ner Pi­pet­te ent­hal­ten. Das Arz­nei­mit­tel kann di­rekt in den Mund, auf dem Nug­gi oder mit ei­nem Löf­fel ver­ab­reicht wer­den oder Mut­ter­milch, Milch oder Brei bei­gemischt wer­den. Da­bei ist je­doch auf den voll­stän­di­gen Ver­zehr zu ach­ten.

                              Die Zu­fuhr wird für alle Säug­lin­ge emp­foh­len, ob­wohl vie­le Säug­lings­nah­run­gen be­reits Vit­amin D3 (ca. 400 I.E pro Li­ter Schop­pen) ent­hal­ten. Eine Über­do­sie­rung bei schop­pen­er­nähr­ten Säug­lin­gen ist je­doch nicht zu be­fürch­ten.

                              FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

                              Vit­amin D3 wird al­len Säug­lin­gen von der zwei­ten Le­bens­wo­che an bis zum Ende des ers­ten Le­bens­jah­res zur Ra­chi­tis­pro­phy­la­xe ver­ord­net. Dies ist be­son­ders in den Win­ter­mo­na­ten sehr wich­tig. Auch im zwei­ten Le­bens­jahr emp­fiehlt es sich v.a. im Win­ter, mit der Pro­phy­la­xe fort­zu­fah­ren. Die­se­Trop­fen …

                              Kom­bi­na­ti­on von Vit­amin D und Fluo­rid


                              Die deut­schen Fach­ge­sell­schaf­ten (Kin­der­ärz­te, Zahn­ärz­te) emp­feh­len be­reits ab der Ge­burt die Kom­bi­na­ti­on aus Vit­amin D und Fluo­rid in Ta­blet­ten­form. Ab Durch­bruch des ers­ten Zah­nes gibt es dann zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der ge­ben El­tern wei­ter die Ta­blet­te mit Fluo­rid und Vit­amin D und be­gin­nen das ers­te Zäh­ne­put­zen ohne Zahn­pas­ta bzw. mit ei­ner ge­rin­gen Men­ge Zahn­pas­ta ohne Fluo­rid. Oder sie ge­ben ab dem Zahn­durch­bruch nur Vit­amin D als Ta­blet­te und put­zen dem Baby zwei­mal täg­lich die Zäh­ne mit ei­ner bis zu reis­korn­gros­sen Men­ge Zahn­pas­ta mit max. 1.000 ppm Fluo­rid (parts per mil­li­on, ppm).

                              Vit­amin D ist auch für äl­te­re Kin­der und Er­wach­se­ne wich­tig!


                              Bei äl­te­ren Kin­dern und Er­wach­se­nen spielt Vit­amin D nicht nur eine wich­ti­ge Rol­le an Kno­chen und Zäh­nen, son­dern auch bei der Stär­kung des Im­mun­sys­tems, dem Schutz vor  Krebs, Dia­be­tes Typ 1, Mul­ti­ple Skle­ro­se, Herz-Kreis­lauf- und Ge­fäss­erkran­kun­gen.

                              Ein zu sel­te­ner Auf­ent­halt im Frei­en und da­mit we­nig Son­nen­strah­lung auf der Haut ist heu­te der Haupt­grund für ei­nen Vit­amin-D-Man­gel. Dies gilt ins­be­son­de­re für die Win­ter­mo­na­te. An­de­rer­seits stei­gen die Haut­krebs­ra­ten, wes­halb vie­le Men­schen ihre Haut im­mer mehr un­ter Klei­dung und Son­nen­creme ver­ste­cken. Prä­pa­ra­te mit ei­nem Son­nen­schutz­fak­tor 15 blo­ckie­ren je­doch die Vit­amin-D-Pro­duk­ti­on be­reits zu 99%. Ein Di­lem­ma!

                              Ver­nünf­tig ist des­halb ein Kom­pro­miss: Ver­mei­den Sie kurz­zei­ti­ge in­ten­si­ve Son­nen­be­strah­lung mit Son­nen­brand oder ex­tre­me Son­nen­ex­po­si­ti­on wäh­rend der Fe­ri­en. Da­mit för­dern Sie zwar die Vit­amin-D-Bil­dung, stei­gern aber Ihr Haut­krebs­ri­si­ko. Bes­ser ist eine län­ge­re, we­nig in­ten­si­ve Son­nen­be­strah­lung. In den Som­mer­mo­na­ten rei­chen drei- bis vier­mal pro Wo­che 15 bis 30 Mi­nu­ten oder bes­ser täg­lich 10 bis 15 Mi­nu­ten Son­nen­licht an Ge­sicht, Ar­men und Hän­den (ohne Son­nen­schutz­creme), um die not­wen­di­ge Vit­amin-D-Men­ge her­zu­stel­len.

                              Im Win­ter kann vom Kör­per auf die Vit­amin-D-De­pots im Fett­ge­we­be zu­rück­ge­grif­fen wer­den, zu­sam­men mit Vit­amin-D-hal­ti­ger Kost und even­tu­ell ei­nem zu­sätz­li­chen Vit­amin-D-Prä­pa­rat. Die wich­tigs­ten Vit­amin-D-Lie­fe­ran­ten sind Le­ber­tran und fett­rei­cher See­fisch wie He­ring, Aal, Ma­kre­le oder Thun­fisch, in ge­rin­ge­rem Mas­se Milch, But­ter, Ei­gelb, Hefe, Avo­ca­dos oder Rin­der­le­ber, Brok­ko­li, Früh­lings­zwie­beln, Pe­ter­si­lie. Milch ist im Som­mer, wenn die Kühe auf der Wei­de sind, bis zu zehn­mal Vit­amin-D-rei­cher als im Win­ter.

                              Üb­ri­gens ver­rin­gert dunk­le Haut­pig­men­tie­rung die Bil­dung von kör­per­ei­ge­nem Vit­amin D, wes­halb dun­kel­häu­ti­ge Kin­der ein er­höh­tes Ra­chi­tis­ri­si­ko ha­ben. Ihre Haut be­nö­tigt die 10- bis 50-fa­che Men­ge an UV-B-Strah­lung im Ver­gleich zu ih­ren hell­häu­ti­gen Al­ters­ge­nos­sen.

                              Letzte Aktualisierung: 20.05.2021, BH
                              Anzeige
                              Anzeige