Eltern mit ihrem Neugeborenen
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12 Ängste neugeborener Eltern

Auf vieles haben die schlauen Seiten von www.swissmom.ch, der Geburtsvorbereitungskurs, die Hebamme, Schwangerschaftsbücher und erfahrene Freundinnen Sie schon vorbereitet… aber nun ist Ihr Baby endlich da und es gibt trotzdem so einiges, was Ihnen im Alltag mit Ihrem perfekten Neugeborenen Angst macht. Völlig unnötigerweise, wie Sie in unserer Bildergalerie der 12 häufigsten Sorgen lesen können.

Unser Baby verliert an Gewicht

Das ist ganz normal. Statt weiter Gewicht zuzulegen wie vor der Geburt, nehmen Neugeborene in den ersten Lebenstagen ab. Die Umstellung vom Leben in der Gebärmutter zum Leben in der Welt fordert viel Kraft – und Kalorien. Ihr Baby scheidet über Urin und Stuhlgang Flüssigkeit aus, nimmt aber in den ersten Tagen noch wenig Nahrung auf. Bis zu 10% seines Geburtsgewichts kann ein Baby in den ersten fünf Tagen verlieren. Danach nimmt es wieder zu, bis zu 30 Gramm pro Tag. Nach drei Monaten hat Ihr Baby sein Geburtsgewicht wahrscheinlich schon verdoppelt. Auch interessant: Bei Neugeborenen macht das Körperfett nur etwa 10 % ihres Gewichts aus, bei vier Monate alten Säuglingen sind es bereits gut 40 %. Diese Fettreserven braucht Ihr Baby unter anderem, um gut durch die ersten Krankheitsphasen zu kommen.

Unser Baby ist ganz gelb

Die meisten Babys haben am zweiten oder dritten Lebenstag eine etwas gelblich verfärbte Haut, die sogenannte Neugeborenengelbsucht. Besonders deutlich sieht man das am Augenweiss (Bindehaut). Grund dafür ist die erhöhte Konzentration des Gallenfarbstoffs Bilirubin, der beim Abbau roter Blutkörperchen nach der Geburt entsteht – vor allem, wenn die Geburt schwer war und beim Baby zu Blutergüssen führte. Während der Schwangerschaft wurde das Bilirubin vom kindlichen Blutkreislauf an die Plazenta und darüber in das Blut der Mutter geleitet. Nun muss die noch unreife kindliche Leber den Abbau von Bilirubin eigenständig leisten, was eine oder zwei Wochen dauern kann, bei Frühgeborenen auch länger. Bis dahin wird der Bilirubinspiegel im Blut des Neugeborenen sorgfältig überwacht. Viel frische Luft und Sonnenlicht sowie häufiges Stillen helfen Ihrem Baby. Nur in seltenen Fällen wird eine Lichttherapie (meist Blaulicht) oder manchmal sogar eine Bluttransfusion notwendig.

Unser Baby hat geschwollene Geschlechtsorgane

Der Hodensack bei neugeborenen Knaben und die Schamlippen bei neugeborenen Mädchen können in den ersten paar Tagen nach der Geburt auffallend geschwollen sein, bei Mädchen zeigt sich manchmal weisslicher Ausfluss oder sogar minime vaginale Blutungen. Ursache sind meistens Flüssigkeitseinlagerungen durch die mütterlichen Hormone (vor allem Östrogene). Sie bilden sich in der Regel innerhalb von maximal zehn Tagen nach der Geburt zurück. Falls nicht, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt/Ihrer Kinderärztin darüber.

Unser Baby hat eitrig verklebte Augen

Neugeborene haben in den ersten Tagen nach der Entbindung häufig verklebte Augen, vor allem, wenn während der Geburt Blut oder Fruchtwasser in die Augen gekommen ist und sich dann ein gelbliches Sekret in den Augenwinkeln ansammelt. Normalerweise wird Flüssigkeit aus dem Auge von einem kleinen Kanal, dem Tränennasengang, aufgenommen. Ist er noch nicht völlig geöffnet, staut sich Flüssigkeit im Auge. Manchmal öffnet sich der Kanal erst nach der Geburt. Bis dahin kann man nur versuchen, die Augen sauber zu halten. In hartnäckigen Fällen sollte nachgeprüft werden, ob bei Ihrem Kind ein angeborener Verschluss oder eine Verengung des Tränennasengangs vorliegt

Unser Baby hat Blut in der Windel

Keine Panik – bei hellroten bis orangeroten Flecken in der Windel handelt es sich in den meisten Fällen um das sogenannte Ziegelmehlsediment. Dies sind Salzkristalle, die sich in der Harnsäure der Niere bilden und mit dem Urin ausgeschieden werden. An der Oberfläche dieser Kristalle wird der Farbstoff Uroerythrin gebildet, der die rötliche Farbe gibt. Das tut Ihrem Baby nicht weh, ist völlig unbedenklich und verschwindet in der Regel nach wenigen Tagen von ganz allein. Bei neugeborenen Mädchen kann auch eine menstruationsartige Abbruchblutung dahinter stecken, verursacht durch die Hormonumstellung nach der Geburt.

Unser Baby hat geschwollene Brustwarzen, aus denen Milch tropft

Stimuliert durch die hohen Hormonkonzentrationen im Körper der Mutter, die auf das Stillen vorbereiten, schwellen nicht selten die Brustdrüsen auch der Neugeborenen an, und zwar sowohl von Mädchen als auch von Knaben. Bei einigen Babys treten aus den Brustwarzen sogar Milchtropfen aus. Dies bezeichnet man als „Hexenmilch“. Lassen Sie sich davon nicht beunruhigen, es ist völlig normal. Wenn der Hormonspiegel im Körper des Babys absinkt, bilden sich innerhalb der ersten Lebenswochen auch die Brüste des Kindes wieder auf ihre normale Grösse zurück. Versuchen Sie nicht, die Milch herauszudrücken – Sie könnten sonst eine Infektion hervorrufen.

Unser Baby hat ganz schwarzen Stuhlgang

In den ersten 12–48 Lebensstunden scheidet Ihr Kind seinen Darminhalt aus der Zeit vor seiner Geburt aus, das sogenannte Kindspech (Mekonium) aus. Eigentlich ist es gar kein Verdauungsendprodukt, sondern eine vorgeburtlich ab der 13. Schwangerschaftswoche im noch funktionslosen Darm angesammelte klebrig-zähe, grünschwarze und praktisch geruchsfreie Masse aus Schleim (abgeschilfertes Epithel der Schleimhäute), Enzymen der Bauchspeicheldrüse, freien Fettsäuren, Gallenfarbstoffen, Blut, Käseschmiere sowie mit dem Fruchtwasser verschluckten Haaren und Hautzellen. Die dunkle Farbe verliert sich allmählich (Übergangsstuhl) und geht ins grün-gelbliche bzw. bräunliche über. Je früher das Mekonium nach der Geburt ausgeschieden wird, desto besser. So wird nämlich die Gefahr einer Neugeborenen-Gelbsucht verringert. Durch Stillen kann die Ausscheidung des Mekoniums oft beschleunigt werden. Bis der Darm des Babys komplett vom Mekonium befreit ist, kann es drei bis fünf Tage dauern. Achtung: Sollte Ihr Kind auch am zweiten Tag der Geburt noch kein Kindspech ausgeschieden haben, könnte ein Darmverschluss vorliegen.

Unser Baby hat rote Flecken und Pickel im Gesicht

Pickel, Milien (Grieskörner) und Mitesser sind bei Neugeborenen nichts Ungewöhnliches und meist durch von der Mutter übertragene Hormone (Neugeborenenakne oder Babyakne) bedingt. Glücklicherweise nur ein vorübergehender Schönheitsfehler! Mit der Zeit bilden sich die Bibeli auf den Wangen und der Nase von selbst zurück. Das Gleiche gilt für den oft am ersten Tag auftretenden Neugeborenenausschlag (Erythema toxicum), bei dem sich rote Flecken mit einem leicht erhabenen weiss-gelben Zentrum bilden.

Unser Baby hört im Schlaf plötzlich auf zu atmen

Neugeborene atmen periodisch, also mal schneller, mal langsamer, mal tiefer, mal flacher – auch im Schlaf. Atempausen von mehreren Sekunden sind dabei ganz normal, aber für die Eltern sehr erschreckend. Ganz unwillkürlich denkt man da an den plötzlichen Kindstod. Der ist aber extrem selten geworden! Lesen Sie, mit welchen einfachen Massnahmen Sie das Risiko noch weiter vermindern können.

Unser Baby hat ganz blaue Händchen und Füsschen

Hände und Füsse können hin und wieder bläulich anlaufen. Manchmal sind die Händchen dabei sogar weiß-bläulich verfärbt oder marmoriert. Auch dies hat seine Ursache meist in den Anpassungsschwierigkeiten des Blutkreislaufs. Schon gleich nach der Geburt wurden sie durch den Druck, der auf dem winzigen Körper lastete, zu wenig durchblutet. Der Blutkreislauf versorgt immer zuerst den Kopf und die Organe, er „zentralisiert“, und die Durchblutung der Extremitäten ist nachrangig. Ausserdem haben Neugeborene Probleme, in der Umgebungsluft ausserhalb der Gebärmutter die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Seine im Verhältnis zum Körpergewicht relativ grosse Körperoberfläche und die geringe Kopfbehaarung tragen dazu bei, dass es leichter auskühlt als Erwachsene oder ein älteres Kind. Wichtig ist, dass es sich im Nacken oder am Bauch noch warm anfühlt.

Unser Baby hat am Nabel eine Beule

Wenn der Rest der Nabelschnur abgefallen ist, zeigt sich bei jedem fünften Neugeborenen (häufiger bei Frühgeborenen) eine Vorwölbung in diesem Bereich, ein sogenannter Nabelbruch (Nabelhernie). Dann hat sich die vorgeburtliche Lücke in der Bauchwand, durch welche die Nabelschnur führte, noch nicht richtig geschlossen und Darmschlingen können sich nach aussen drücken. Vor allem bei Anstrengung, wie zum Beispiel beim Pressen oder Schreien, entsteht eine bis zu 5 cm grosse Beule. In den meisten Fällen macht das den Kindern keine Beschwerden und der Nabelbruch heilt im Laufe der Zeit von allein aus. Nur sehr selten ist eine Nabelbruch-OP notwendig.

Unser Baby schielt

Dieses „physiologische Schielen“ ist erst einmal ganz normal. Der Sehsinn ist der am schlechtesten ausgebildete Sinn direkt nach der Geburt und muss sich erst noch entwickeln. Das gilt auch für die Augenmuskulatur. Babys unter drei Monaten können ihre Augen noch nicht gleichzeitig als Paar, also synchron, bewegen. Auch weitere Abstände als 20 cm sind schwierig, da die Augenmuskeln noch nicht stark genug sind, um die Augenbewegungen zu koordinieren. Es dauert ungefähr sechs Wochen, bis die Koordination funktioniert, und normalerweise hört dann auch das natürliche Schielen auf. Falls Ihr Baby nach drei Monaten immer noch schielt, sollten Sie das bei Ihrem nächsten Kinderarzt-Termin erwähnen.

Letzte Aktualisierung : 01-10-20, BH, JL

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