Stillen verbessert Darmflora von Säuglingen

Der Darm wird in den ersten Lebenswochen mit Bakterien besiedelt. Eine Studie in Genome Biology zeigt, dass Muttermilch einen äusserst positiven Effekt auf die Darmflora hat. Das wiederum wirkt sich auf die Stärkung des Immunsystems aus.

Das Team um Robert Chapkin von der Texas A&M University hat Stuhlproben von zwölf drei Monate alten Säuglingen untersucht. Sechs wurden ausschliesslich von ihren Müttern gestillt, die anderen erhielten künstliche Säuglingsnahrung.

Die Gesundheit des Menschen wird davon mitbestimmt, welche Bakterien den Darm besiedeln. Die Forscher untersuchten dieses sogenannte Mikrobiom. Zum anderen wurden die Gene der abgeschilferten Schleimhautzellen analysiert, die einen Grossteil des Stuhlgangs ausmachen, schliesslich werden täglich ein Sechstel aller Schleimhautzellen ausgeschieden und ersetzt. Eine molekulargenetische Untersuchung zeigte den Forschern, welche Gene in den Darmzellen der Kinder aktiv waren.

Ergebnis: Der Darm der gestillten Kinder beherbergt eine grössere Vielfalt von Bakterien. Diese Besiedlung findet bei Schoppenkindern nicht statt. Die Darmregulierung während der Verdauung ist somit bei Kindern besser ausgebildet ist, die gestillt wurden.

Es werden bei Stillkindern aber auch mehr menschliche Gene aktiviert, die an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt sind. Das Immunsystem und die Abwehr gegen Krankheitserreger funktionieren dann besser. Chapkin: "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Muttermilch die positive Verknüpfung zwischen dem Immunsystem und der Mikroben-Population im Darm fördert. Damit erhält Muttermilch die Darm-Stabilität." Er schliesst ausserdem daraus, dass Stillen ein wichtiges Stimulans für die Entwicklung des Immunsystems ist, das zu einem grossen Anteil im Darm lokalisiert ist.

Durch grosse epidemiologische Studie, die gestillte und mit Säuglingsmilch ernährte Kinder vergleichen, sollen weitere Erfahrungen gewonnen werden.

Quelle: Schwartz, S. et al.: Genome Biology (2012, in press)

Stand: 6/12, BH