Rechts- oder Linkshändigkeit steht schon im Mutterleib fest

Schon sehr früh entscheidet sich, ob ein Mensch später einmal mit rechts oder mit links schreibt. Die bisherigen Theorien über Rechts- oder Linkshändigkeit gingen davon aus, dass die Bevorzugung einer Körperseite erst im Alter von drei bis vier Jahren festgelegt ist.

Wissenschaftler um Peter Hepper von der Queen's University in Irland analysierten Ultraschallbilder von mehr als tausend Feten in der 15. Schwangerschaftswoche. Es zeigte sich, dass 90% der Ungeborenen ihren rechten Daumen zum Lutschen bevorzugten. Diese Verteilung entspricht der Verteilung von Rechts- und Linkshändern in der Gesamtbevölkerung. Bei der Nachuntersuchung von 75 Kindern im Schulalter stellten sie fest, dass die „Rechtsnuckler“ später alle zu Rechtshändern geworden waren. Von den Feten, die in den ersten Lebenswochen an ihrem linken Daumen lutschten, hatten sich nur zwei Drittel zu Linkshändern entwickelt; die restlichen sind (zumindest scheinbare) Rechtshänder geworden.

Ausserdem wurde beobachtet, wann die Babys beginnen, eine Körperseite zu bevorzugen. Im Alter von 10 Wochen sind sie zwar noch zu klein, um am Daumen zu lutschen, jedoch fangen sie dann bereits an, die Hände zu bewegen. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Armbewegungen das Ergebnis von lokalen Reflexen sind, die mit dem Rückenmark in Zusammenhang stehen. Eine Seite könnte der anderen vorgezogen werden, da sie sich etwas rascher entwickelt.

Quelle: Hepper, P. et al.: New Scientist, 24.7.2004, S. 13

Stand: 9/04, B.H.