Braucht mein Kind eine Brille?
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Vier Anzeichen verraten, ob Ihr Kind eine Brille braucht

Spätestens wenn Ihr Kind in die Schule kommt, ist gutes Sehen eine Grundvoraussetzung für einen problemlosen Schulalltag und erfolgreiches Lernen. Allerdings ist für Eltern nicht immer leicht zu erkennen, ob ein Kind eine Brille benötigt oder nicht.

Welche Anzeichen können auf eine Sehschwäche hindeuten?

  • Schiefhalten des Kopfes: Kinder, die eine Sehschwäche haben, drehen manchmal ihren Kopf zur Seite oder neigen das Kinn nach unten, um besser sehen zu können.
  • Zusammenkneifen der Augen oder Blinzeln bei entfernten Objekten: Können Menschen Dinge in der Nähe gut, weiter entfernte Gegenstände jedoch nur unscharf erkennen, spricht man von einer Kurzsichtigkeit oder Myopie. Dies geschieht zum Beispiel dann, wenn der Augapfel zu lang gestreckt oder die Hornhaut zu stark gekrümmt ist. Eine Kurzsichtigkeit tritt meist erst bei Kindern im Schulalter auf. Häufig kneifen Kinder die Augen zusammen, um besser in die Ferne zu sehen. Haben Kinder Probleme, etwas zu lesen, das an der Tafel steht und sagen, dass sie Dinge nur verschwommen sehen, sollten Eltern hellhörig werden.
  • Lesestoff dicht vor das Gesicht halten: Im Idealfall sollten Kinder in der Lage sein, Texte zu lesen, die etwa 35 Zentimeter oder eine Armlänge von ihrem Gesicht entfernt sind. Dass Kinder Bücher, Hefte oder ein Display dichter ans Gesicht halten, ist noch nicht ungewöhnlich, weil sie ihre Augen sehr gut fokussieren können, so dass sie Dinge näher und weiter weg sehen. Wenn ein Kind jedoch Problemen damit habe, Texte in einer Entfernung von 35 Zentimeter zu lesen, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass es eine Brille benötigt.
  • Häufige Kopfschmerzen: Überlastete Augen, die durch einen nicht korrigierten Brechungsfehler verursacht werden, führen zu Kopfschmerzen.

Newsticker

Tollkirsche statt Brille | 02.11.2019

Kurzsichtigkeit beginnt gewöhnlich im Grundschulalter und sollte möglichst früh aufgehalten werden, begünstigt sie doch schwere Augenerkrankungen wie Netzhautablösung, grünen Star (Glaukom) oder grauen Star (Katarakt). Jetzt haben Forscher eine niedrig dosierte Therapie mit Atropin-Augentropfen (0,01 % Tollkirsche) gefunden, die das Fortschreiten der Fehlsichtigkeit bei Kindern um bis zu 50 % mindern kann. Und das weitgehend nebenwirkungsfrei. Leichte Blendungsempfindlichkeit und Nahsichtstörung bilden sich bei Absetzen vollständig zurück. In Frage kommen Kinder im Alter von 6 - 14 Jahren, bei denen die Kurzsichtigkeit pro Jahr um mindestens eine halbe Dioptrie zunimmt. Die Eltern geben abends jeweils einen Tropfen in jedes Auge. Nach zwei Jahren Therapiedauer entscheidet der Augenarzt, ob die Behandlung fortgesetzt werden sollte. Darüber hinaus gibt es spezielle Kontaktlinsen, die das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit um bis zu 40 % mindern können. Mehr über Sehschwächen...

Geburtstag und Brille | 08.01.2019

Ein Geburtstag im Sommer erhöht offenbar das Risiko, kurzsichtig zu werden. Das hat eine britische Langzeitstudie jetzt ergeben. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass diese Kinder jünger mit der Schule beginnen. Arbeiten im Nahbereich und stundenlanges Computerspielen sind ein Risikofaktor für Kurzsichtigkeit. Zusätzlich halten sich Kinder durch die am PC verbrachte Zeit weniger im Freien auf, was ebenfalls Kurzsichtigkeit fördert. Dabei sind nahe Objekte gut zu erkennen, entfernte nur unscharf. Im Erwachsenenalter verschlechtert sie sich oft. Weltweit wird Kurzsichtigkeit – auch durch die zunehmende Verwendung digitaler Medien - immer häufiger: 2010 waren 1.950 Milliarden Menschen betroffen, 2050 sollen es Schätzungen zufolge 4.775 Milliarden sein.

Sehschwäche bei Kindern | 04.11.2017

Mehr als 5% aller Kinder leiden unter Schwachsichtigkeit (Amblyopie), einer häufigen Form der Sehstörung. Wird sie zu spät erkannt, kann sich eine schwere Sehbehinderung entwickeln. Zur Behandlung bekommt der kleine Patient eine Brille gegen die Fehlsichtigkeit. Anschliessend wird das sehstarke Auge mit einem Augenpflaster abgedeckt, um die Sehstärke des schwachen Auges zu trainieren. Im Rahmen eines EU-Projekts sollen jetzt neue Test- und Therapieansätze entwickelt werden, unter anderem mit Computerspielen, die das schwachsichtige Auge und auch die beidäugige Zusammenarbeit stimulieren – und den Kindern auch noch Spass machen! Lange galt das Einschulungsalter von sechs bis sieben Jahren als Grenze der Therapierbarkeit für Kinder mit Amblyopie. In Zukunft könnte eine erfolgreiche Korrektur auch noch im Schulalter möglich sein.

Letzte Aktualisierung : 14-01-20, BH

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