Kinder spielen im Schnee
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Die Vorbeugung von Ohrentzündungen

Nicht nur, wenn Ihr Kind häufig Ohrentzündungen hat, sollten Sie auch noch die folgenden "ohrfreundlichen" Tipps beachten: 

  • Ein intaktes Immunsystem ist der beste Schutz vor einer Mittelohrentzündung. Denn so werden Infekte der oberen Luftwege wie Husten und Schnupfen seltener eingefangen, und sie verlaufen auch nicht so schwer. Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, regelmässige Bewegung, viel frische Luft und Rauchverzicht stärken die Abwehrkräfte. Mehr Tipps dazu…
  • Die Ohren schützen: Zugluft und Kälte können Gift für empfindliche Kinderohren sein. Lassen Sie Ihr Kind bei niedrigen Temperaturen nie ohne Ohrenschutz und Kopfbedeckung ins Freie. Besonders aufpassen sollten Eltern und Betreuer nach Schwimmbad-Besuchen, wenn zusätzlich die Haare nass sind.
  • Trocknen Sie die äusseren (!) Gehörgänge jedesmal, wenn sie in Kontakt mit Wasser gekommen sind (z.B. beim Schwimmen).
  • Wattestäbchen sind verboten: Die Gehörgänge reinigen sich vom Ohrenschmalz normalerweise selbst. Ist der Gehörgang durch einen Pfropfen verklebt, so sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden.
  • Beim Füttern mit der Schoppenflasche sollten Babys immer im Arm gehalten werden. Lässt man sie die Flasche eigenmächtig im Liegen trinken, ist der Schluckvorgang erschwert und Flüssigkeit kann in das Ohr gelangen.
  • Auch der ständige Gebrauch von Beruhigungssaugern (Nuggis) im Liegen (z.B. beim Schlafen) erhöht das Risiko für eine Mittelohrentzündung.
  • Ein gutes Raumklima ist vorteilhaft: Rauchen und überhitzte Räume sind zu vermeiden.
  • Bewegung an der frischen Luft härtet ab - raus auch bei Kälte!
  • Achten Sie auf gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen (v.a. Vitamin C in Obst und Gemüse)
  • Eine Pneumokokken-Impfung senkt bei Kindern nachweislich das Risiko für eine Mittelohrentzündung.
  • Dasselbe gilt für die Impfung gegen Hämophilus influenzae, mit der schweren Erkrankungen wie der Hämophilus-Hirnhautentzündung ( Meningitis) oder lebensbedrohlichen Kehlkopfdeckel-Entzündungen (Epiglottitis) vorgebeugt wird. 30 bis 50 Prozent der Mittelohrentzündungen werden durch den Hämophilus influenzae-Erreger hervorgerufen. 
  • Wenn es trotzdem zu einer Erkältung kommt, lassen Nasentropfen oder -spray nicht nur die Nasenschleimhaut abschwellen, sondern belüften auch das Mittelohr. Aber bitte nur wenige Tage anwenden.
  • Die eingreifendste Massnahme zur Vorbeugung ist die operative Entfernung der chronisch entzündeten Rachenmandeln (Adenotomie) oder Gaumenmandeln/Polypen (Tonsillotomie) mit Einschneiden des Trommelfells (Parazentese). Nach Einlage von Paukenröhrchen in das offene Trommelfell ist die Belüftung und der Sekretabfluss aus der Paukenhöhle gewährleistet. ABER: Wenn das Trommelfell vorübergehend durch ein Paukenröhrchen offen gehalten wird, können die im Wasser enthaltenen Keime über das Paukenröhrchen ins Mittelohr gelangen. Beim Tauchen fliesst das Wasser sogar unter Druck durch das Röhrchen in die Paukenhöhle, was vermieden werden muss. Baden oder vorsichtiges Haarewaschen sind eher unbedenklich, weil die Wasserspritzer dabei meist nur in den äusseren Gehörgang gelangen.

Letzte Aktualisierung : 26-12-18, BH

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