Darf ein Baby/Kleinkind mit in die Alpen?

Mit Kindern unter drei Jahren sollte man nicht in Gegenden reisen, die höher als 1500 Meter über dem Wohnort liegen. Ihr Körper ist kaum in der Lage, sich auf die anderen klimatischen Bedingungen einzustellen und reagiert mit Schlafstörungen, Weinen und Atembeschwerden. Auch mit etwas grösseren Kindern sollte man lieber nicht ins Hochgebirge reisen, denn ab etwa 2500-3000 Meter über Meer nimmt wegen des sinkenden Luftdrucks die Sauerstoffverfügbarkeit ab. Das kann bei Erwachsenen bereits zu Beschwerden führen, bei Kindern noch viel mehr.

Wenn Eltern mit ihren Kindern einen Bergausflug machen, sollten sie viele Pausen mit reichlich Trinken und Brotzeiten einlegen. Kinder verbrauchen ihre körperlichen Reserven viel rascher als Erwachsene. Bei einem zu schnellen Aufstieg können Kinder eine Höhenkrankheit entwickeln. Ab einer Höhe von etwa 2000 bis 2500 Metern kann sich der Körper nicht mehr richtig den Druckverhältnissen und dem Sauerstoffmangel anpassen. Dann werden das Gehirn und andere Gewebe weniger gut versorgt. Lebensbedrohlich wird es, wenn ein Lungen- oder Hirnödem hinzukommt. Dann hilft nur noch eine rasche Versorgung mit Sauerstoff und Medikamenten - vor allem aber der Abtransport aus der Höhe.

Mögliche Anzeichen einer Höhenkrankheit sind Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Schwindel und Schwächegefühl. Auch ein verändertes Essens- oder Spielverhalten und eine auffälligen Atmung sind mögliche Warnzeichen. Auf derartige Beschwerden zu achten, ist besonders bei jüngeren Kindern wichtig, da sie sich selbst nicht so gut äussern können. Leiden Kinder gerade an einem Atemwegsinfekt, einem Herzfehler oder einer chronischen Lungenerkrankung, sind sie besonders gefährdet.

Ist eine Übernachtung auf einer Berghütte vorgesehen, dürfen Kinder unter zwei Jahren nur unter einer Höhe von 2000 Metern bleiben, bei Kindern zwischen zwei und zehn Jahren unter 3000 Metern. Anstrengende Höhenwanderungen eignen sich erst für Jugendliche ab etwa 14 Jahren.

Können Kinder stabil sitzen, dürfen sie mit etwa ein bis drei Jahren in einer Rückentrage (Kinderkraxe) auf kleine Bergausflüge mit, so der Rat des Deutschen Alpenvereins. Kinder zwischen drei und sechs Jahren sollten maximal etwa drei Stunden wandern. Bei Schulkindern von sechs bis etwa zehn Jahren sollten die Touren maximal fünf Stunden dauern.

Letzte Aktualisierung : 11-08-20, BH