Blutungen nach der Geburt

Als postpartale Hämorrhagien werden Blutungen bezeichnet, die in der Nachgeburtsperiode, also nach der Geburt des Babys auftreten. Unter anderem kann die Stelle, an der die Plazenta (der Mutterkuchen) an der Gebärmutterwand befestigt war, stark bluten. Bei Blutungen in der Nachgeburtszeit ist es wichtig, zwischen zwei Blutungsursachen zu unterscheiden. Kommt die Blutung aus der Gebärmutter oder blutet es aus einem Dammschnitt bzw. Riss im Geburtskanal (Scheidenriss)? Um diesen Unterschied zu erruieren, führt die Hebamme nach jeder Geburt regelmässige Kontrollen der Gebärmutter und der Genitalorgane durch.

Für Blutungen aus der Gebärmutter, gibt es mehrere mögliche Gründe:

  • fehlende oder unvollständige Lösung der Plazenta,
  • Zurückbleiben eines Stücks der Plazenta in der Gebärmutter (Placenta accreta) oder
  • fehlende/ nicht ausreichende Kontraktion der Gebärmutter (Uterusatonie) zur Blutungsstillung. Hier ist es wichtig zu unterscheiden, ob die Plazenta bereits geboren ist, oder sich noch in der Gebärmutter befindet.

Handelt es sich bei der Blutungsursache um einen Riss im Geburtskanal oder einen Dammschnitt, muss die Verletzung durch die Hebamme oder den Arzt/ die Ärztin genäht werden.

Blutungen nach der Geburt werden vor allem nach langer Einleitungsdauer, lang anhaltenden Wehen, einer Wehenschwäche in der Austreibungsphase, einem Kaiserschnitt und bei Mehrlingsschwangerschaften beobachtet.

Ist die Blutung stark oder lässt über längere Zeit nicht nach, werden die Hebamme und Ärzte sofort diverse Massnahmen einleiten - möglicherweise auch ohne langwierige Erklärungen.

Bei fehlender Kontraktion der Gebärmutter, wird eine Massage von Bauchdecke und Uterus erfolgen, um das Zusammenziehen zu fördern. Zudem wird Ihnen ein Medikament verabreicht, das die Kontraktionen der Gebärmutter unterstützen soll. Ausserdem wird man dafür sorgen, dass die Harnblase leer ist und gegebenenfalls einen Ultraschall durchführen, der bei der Suhe nach der Blutungsursache helfen soll.

Wenn die Blutungen stark sind, muss der Blutverlust gegebenenfalls über eine Bluttransfusion ausgeglichen und ein eventueller Schock bei der Mutter behandelt werden. Wenn der Verdacht besteht, dass ein Stück Plazenta zurückgeblieben ist, werden Sie unter Narkose eine Nachtastung oder Curretage (Ausschabung) erhalten.

Letzte Aktualisierung: 03.2018, BH / swissmom-Hebammenteam