Geburtsbegleitung

Wer kommt mit zur Geburt?

Die miterlebte Geburt ist das grösste Ereignis, das ein Paar bzw. eine Familie erleben kann. Heute wollen über 95% der Väter bei der Geburt ihres Sprösslings dabei sein.

Die gebärende Frau ist meist sehr dankbar, auch wenn er einfach nur präsent ist. Er kann sie während der Wehen stützen und halten, ihr den Rücken streicheln, sie zwischendurch massieren oder ihr einfach durch seine Nähe helfen. Als ihr Coach ist er sehr wertvoll und kann miterleben, was mit ihr in diesen besonderen Momenten passiert. Das erfordert jedoch ein hohes Mass an Verständnis und Einfühlungsvermögen.

Extra

Ein interessanter Artikel zum Thema, ob der Vater bei der Geburt anwesend sein soll, ist von Julia Hofer in "annabelle" 06/04 erschienen. Hier können Sie ihn im neuen Fenster herunterladen.

Trotzdem sollte der werdende Vater vorher genau wissen, dass er den Rückzug antreten darf, wenn es ihm doch zu viel wird. Die Erfahrung zeigt zwar, dass fast kein Partner den Raum verlässt, wenn es zur Geburt kommt. Aber er sollte die Möglichkeit haben und ohne Gewissensbisse nutzen können! Sei es, dass es ihm schwer fällt, mit den Schmerzen seiner Partnerin umzugehen und sie ganz anders als sonst zu erleben. Sei es, dass Ängste bestehen, die erotische Anziehung könnte später durch die hochemotionale Erfahrung der Geburt überlagert werden und leiden.

Einige angehende Mütter wünschen sich, dass eine gute Freundin, eine Schwester, die eigene Mutter oder Schwiegermutter oder eine Doula bei der Geburt anwesend ist. In der Regel ist es am besten, wenn nur ein bis zwei Personen als Geburtsbegleiter anwesend sind. Sie können sich selbstverständlich abwechseln. Ein zu häufiger Wechsel kann allerdings den Ablauf der Geburt stören, weil zu viel Unruhe verbreitet wird. Egal wer zur Geburt mitkommt - er oder sie muss sich darauf einstellen, dass die Entbindung viele Stunden dauern kann und eine Menge Geduld erfordert.

Manche Frauen möchten auch ohne Begleitpersonen entbinden. Das heisst jedoch nicht, dass sie während der Geburt ganz allein ist, denn die Hebamme wird sie dann intensiver betreuen als eine Schwangere, die in Begleitung kommt.

Wenn sich eine Gebärende wohlfühlt mit der Hebamme und ihrer Begleitperson, ist die Geburt in der Regel einfacher, kürzer und erträglicher.

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Väter und Geburt | 10.11.2018

Sollten Männer bei der Geburt ihres Kindes dabei sein? Eine neue US-Studie sagt ja: Die Anwesenheit bei der Entbindung bestimmt die Hormonlage frisch gebackener Väter und die Stärke der Vater-Kind-Bindung. Bei knapp 300 Männern wurden die Hormone Cortisol und Testosteron in den ersten beiden Tagen nach der Entbindung ihrer Kinder untersucht. Männer, die im Gebärsaal dabei waren und das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt auf den Arm nahmen, wiesen deutlich höhere Cortisolwerte auf als Väter im Wartezimmer und beteiligten sich später mehr an der Pflege ihrer Kinder. Beim Testosteron zeigte der Wert am Tag der Geburt keinen Zusammenhang - aber Männer mit eher niedrigen Werten zwei Tage nach der Entbindung kümmerten sich später deutlich mehr um ihre Kinder. 

Letzte Aktualisierung : 04.2016, BH / swissmom-Hebammenteam

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