Geburtsplan

Geburtsplan - ja oder nein?

Heutzutage möchten Frauen mitbestimmen, wenn es um die Geburt geht. Es ist ihnen wichtig, wo und wie ihr Baby geboren wird. Die meisten Frauen bringen ihr Kind in einem Spital auf die Welt, weil sie dann immer einen Arzt in der Nähe haben und die beste medizinische Versorgung für sich und ihr Kind bekommen können.

Ein Geburtsplan ist ein Dokument, in dem Sie ihre Wünsche für die Geburt festhalten können. Es gibt vorgefertigte Geburtspläne in Schwangerschaftsbüchern oder im Internet, die Sie nur noch auszufüllen brauchen. Sie können aber auch einen freien Text verfassen. In einem Geburtsplan können Sie beispielsweise Ihre Wünsche bezüglich möglicher Schmerzmittel, bevorzugter Geburtspositionen oder dem gewünschten Zeitpunkt für die Abnabelung des Babys festhalten.

Extra

Broschüre der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: "Wie bringen Sie Ihr Kind zur Welt?"

Geburtsplan zum Herunterladen, Ausfüllen und Ausdrucken

Einen Geburtsplan zu verfassen hat den positiven Effekt, dass Sie sich ganz bewusst mit der bevorstehenden Geburt Ihres Kindes auseinandersetzen. Wichtig zu wissen ist aber, dass, wenn Sie sich für ein Spital als Geburtsort entschieden haben, viele Dinge gar nicht in Ihrer Entscheidungsmacht liegen. Hebammen wie Ärzte sind an die Spitalrichtlinien gebunden. Diese Richtlinien erlauben wenig Spielraum. Beispielsweise wie intensiv die CTG-Überwachung gehandhabt wird, ob ein venöser Zugang gelegt wird oder welche Medikamente wann gegeben werden, sind in unseren Spitälern aus rechtlichen Gründen strikt geregelt. Natürlich können Sie Wünsche äussern, allerdings muss Ihnen bewusst sein, dass am Ende der Arzt - innerhalb seiner Richtlinien - entscheidet.

Bezüglich der Geburtsposition und der Schmerzmittel haben Sie mehr Entscheidungsmöglichkeiten. Letztlich hängt es vom Geburtsort ab, wieviel Sie mitbestimmen dürfen. In einem Geburtshaus beispielsweise gibt es zwar auch Richtlinien, diese werden aber indvidueller angepasst. Das heisst, hier kann je nach Geburtsverlauf entschieden werden. Es gibt somit mehr Spielraum für individuelle Wünsche.

Ein frei geschriebener Geburtsplan ist eine gute Vorbereitung und Entscheidungshilfe für Sie, vor allem was den Geburtsort betrifft. Hierbei lassen Sie ihren Gedanken, Sorgen und Wünsche in einem Text freien Lauf. Dieser Text ist in erster Linie mal ganz für Sie alleine. Überlegen Sie sich was Ihnen wirklich wichtig ist. Was steht auf der Prioritätenliste ganz oben?

Wenn Sie sich für ein Spital als Geburtsort für Ihr Kind entscheiden, können Sie selbtverständlich trotzdem einen Geburtsplan mitbringen. Schreiben Sie auf, welche Betreuung Sie sich wünschen, wie Sie zu Schmerzmitteln stehen und welche Geburtspositionen Sie sich vorstellen können. Vereinbaren Sie einen Termin für die Hebammensprechstunde und sprechen Sie mit der Hebamme über Ihre Wünsche. Eine im Voraus gut informierte Hebamme kann auch im Rahmen der Spitalrichtlinien die Betreuung besser auf Sie und Ihre Bedürfnisse abstimmen.

Seien Sie sich aber immer bewusst, dass die Geburt ein weitestgehend unplanbares Ereignis ist. Lassen Sie sich von Ihrem Körper leiten, übergeben Sie die Kontrolle... nicht an die Hebamme oder den Arzt, sondern an Ihren Körper und die Natur.


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Letzte Aktualisierung : 10.2017, JM

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