Presswehen

Die Presswehen

Die Pressphase folgt auf die Austreibungsphase und dauert bei Erstgebärenden in der Regel 30 bis 40 Minuten, bei Zweitgebärenden etwa 20 Minuten. Damit der Kopf des Kindes leichter durchtreten kann, ziehen viele Schwangere die Knie an die Brust und öffnen so den Geburtsweg. Unter Anleitung der Hebamme dürfen Sie nun endlich aktiv mitpressen. Das Kind dreht sich im Geburtskanal zur Seite und wird mit dem Kopf voran geboren. Bei der nächsten Wehe erfolgt der Durchtritt der Schultern, der nicht immer ganz ohne Schwierigkeiten gelingt, während der restliche Kindskörper häufig mühelos nachfolgt.

Halten Sie den Atmen an und pressen Sie jeweils 10 bis 20 Sekunden lang in Richtung Ihres Enddarms, bevor Sie wieder eine Atempause einlegen. Mit jeder Wehe bewegt sich der Kopf Ihres Kindes weiter den Geburtskanal hinunter. Nach jeder Kontraktion zieht er sich jedoch wieder ein kleines bisschen zurück, ganz im Sinne von „zwei Schritte vorwärts, einen zurück“.

Wenn der Kopf Ihres Kindes sichtbar bleibt und zwischen den Wehen nicht wieder verschwindet, wissen Sie, dass Ihr Kind sehr bald geboren wird.

Beim Pressen ist es übrigens ganz normal, dass etwas Urin abgeht oder der Darm entleert wird, da die Beckengegend und der Enddarm so entspannt sind. Wenn Ihnen diese Vorstellung unangenehm ist und Sie befürchten, sich deshalb nicht richtig entspannen zu können, sollten Sie dies mit Ihrer Hebamme besprechen. Ein kleiner Einlauf vor der Geburt kann Ihnen dann sehr helfen.

Die Geburt ist aber nun noch nicht beendet! Hat Ihr Kind das Licht der Welt erblickt und liegt vielleicht schon gleich auf Ihrem Bauch, folgt die Nachgeburtsphase.

Newsticker

Pressen trotz PDA | 15.12.2017

Die aktive Mitarbeit der Gebärenden ist in der Austreibungsphase besonders wichtig, denn die Presswehen beschleunigen die Geburt. Bisherige Befürchtungen, dass die Periduralanästhesie (PDA) den Pressdrang abschwächt, konnten in einer jetzt veröffentlichten Studie (Kooperation einer US-amerikanischen und chinesischen Forschergruppe) widerlegt werden. Die Austreibungsphase sei unter der PDA nicht verlängert, und ein Abbruch der vaginalen Entbindung wegen Geburtsstillstands sei mit und ohne PDA etwa gleich häufig vorgekommen. Es gab auch keine Unterschiede in der Häufigkeit eines Dammschnitts. Und für das Kind hatte die PDA offenbar keine Nachteile: Apgar-Score und pH-Wert im Nabelschnurblut waren in beiden Gruppen gleich.

Besser kein Schnitt | 01.09.2016

Obwohl es bei den meisten vaginalen Entbindungen zu Verletzungen des Geburtskanals kommt, rät die US-Fachgesellschaft der Geburtshelfer und Gynäkologen (ACOG)) in einer aktuellen Leitlinie grundsätzlich von einem Dammschnitt (Episiotomie) ab. Die Frauenärzte sollten andere Massnahmen ergreifen, um Verletzungen im Dammbereich, z.B. einen Dammriss, zu vermeiden. Die US-Geburtshelfer empfehlen eine Dammmassage, die entweder schon in den letzten Schwangerschaftswochen oder während des zweiten Stadiums der Geburt (der Eröffnungsphase) durchgeführt werden soll. Eine weitere Massnahme sei die Verwendung von warmen Kompressen auf den Damm während der Austreibungsphase der Geburt.

Letzte Aktualisierung: 04.2016, BH