Zeugungsfähigkeit steigern
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Zeugungsfähigkeit kann man steigern

Der erste und wichtigste Tipp: Warten Sie nicht zu lange mit dem Elternwerden. Mit zunehmendem Alter werden Frauen seltener schwanger, bedingt durch Eileiterverschlüsse, Endometriose und Myome. Auch die Eizellqualität wird schlechter, denn der Eizellvorrat einer jeden Frau ist bei der Geburt schon angelegt und altert sozusagen mit ihr.

Daraus ergibt sich die Tatsache, dass es bei älteren Frauen auch sehr viel häufiger zu Fehlgeburten und kindlichen Chromosomenstörungen kommt. Spermien werden zwar nach einem Entstehungszyklus von ca. 70 Tagen immer wieder neu gebildet, dennoch hat bei Frauen ab 30 Jahren auch das Alter des Partners einen geringen Einfluss auf die Fruchtbarkeit, weil der Anteil der weniger beweglichen Spermien mit höherem Alter zunimmt.

Hören Sie möglichst rasch auf zu rauchen, wenn Sie sich ein Kind wünschen. Es ist bewiesen, dass Rauchen die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Qualmende Männer produzieren im Vergleich zu Nichtrauchern nicht nur zahlenmässig weniger Spermien, sondern dazu auch noch weniger bewegliche. Noch wichtiger ist der Verzicht auf die Zigarette dann während der Schwangerschaft, denn Rauchen – auch Passivrauchen - schadet dem Ungeborenen: Passivrauchen schadet der Gesundheit und der Fertilität in einem bisher weit unterschätzten Ausmass. Das Ungeborene gedeiht schlechter, sein Wachstum verzögert sich. Rauchen erhöht ausserdem das Risiko einer Frühgeburt. Die gute Nachricht: Etwa ein Jahr nach der letzten Zigarette ist die normale Fruchtbarkeit wieder hergestellt.

Zusätzlich können wir aber auch durch unsere ganz persönliche Lebensweise die Fruchtbarkeit schwächen oder stärken. Der Stoffwechsel unseres Körpers hat einen wichtigen Einfluss auf den Hormonhaushalt. Und er wird sehr stark von unserer Ernährung geprägt. Eine eiweiss- und vitaminreiche Kost ist empfehlenswerter als Fette und Kohlehydrate. Eiweissreich ist beispielsweise mageres Fleisch, Fisch, Ei, Käse und andere Milchprodukte. Vitaminreich ist Obst und Gemüse. Kohlenhydrate (wie Brot, Teigwaren, Zucker und Kartoffeln) sollten ebenso wie Fette (Öl, Butter) nur in mässigen Mengen gegessen werden. Dies gilt vor allem bei Übergewicht. Übergewicht scheint sich allerdings bei Männern nicht so stark auf die Fruchtbarkeit auszuwirken wie bei Frauen: Der Testosteronspiegel ist bei übergewichtigen Männern durch den Verdünnungseffekt im Blut zwar niedriger, er scheint sich jedoch nur in Extremfällen auf die Fertilität auszuwirken.

Alkohol (gleichgültig, ob Bier, Wein oder Spirituosen) ist Gift für die Leber, und da die Leber eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielt, ist er bei Mann und Frau nur in kleinen Mengen vertretbar, wenn Sie eine Schwangerschaft planen. Sofern eine Lebererkrankung besteht oder früher bestand, ist Alkohol ganz verboten.

Sport sollte nicht regelmässig bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit ausgeübt werden.  Wissenschaftler warnen vor niedrigen Hormonspiegeln und schlechterer Spermienqualität. Weil die Fruchtbarkeit von Interaktionen zwischen dem Gehirn, der Hirnanhangdrüse und den Hoden gesteuert wird, könne zu intensives Training dieses System stören, vermuten die Forscher. Daneben könnten auch entzündliche Prozesse als Folge der Belastung für die rasch reversiblen Veränderungen verantwortlich sein.

Das Tragen von enger Beinkleidung, insbesondere eng anliegender Unterwäsche, welche den Hoden unnötig an die Innenseite des Oberschenkels drückt, bzw. an die Dammgegend hebt, ist ungünstig. Der Hoden wird im Laufe der Entwicklung extra aus dem Bauchraum nach aussen in den Hodensack verlagert, obwohl dadurch die Gefahr einer evtl. Verletzung erhöht wird. Dadurch wird dem Hoden eine etwas niedrigere Umgebungstemperatur ermöglicht, was für die Reifung der Samenfäden ganz wichtig ist. Dieser mit zusätzlichen Risiken erkaufte Vorteil würde durch eng anliegende Beinkleidung zunichte gemacht, und es könnte zu einer Störung der Spermienproduktion kommen. Von dieser Anweisung selbstverständlich ausgenommen ist die Wäsche, die bei tiefer Aussentemperatur, beim Fahren mit offenen Fahrzeugen usw. zeitweilig getragen wird.

Beachten Sie aber auch ganz allgemeine Dinge in Ihrem täglichen Leben. Versuchen Sie, beruflichen Stress zu umgehen. Insbesondere ist geistige Arbeit unter Zeitdruck ungünstig. Schaffen Sie sich Ausgleichsphasen, in denen Sie sich wirklich erholen können. Nutzen Sie den bestehenden Urlaubsanspruch möglichst ungeteilt und schalten Sie einmal so richtig ab. Der günstige Einfluss von Urlaub, Klima- und Milieuveränderung ist durch zahlreiche Einzelfälle erwiesen. Wenn Sie auf den Ihnen zustehenden Urlaub verzichten, ist das im Zusammenhang mit einem Kinderwunsch oder Potenzschwierigkeiten unvernünftig. In den meisten Fällen ist ein Urlaub in einem Reizklima (Meer und Gebirge) einem Aufenthalt in mittleren Höhenlagen vorzuziehen.

Eine Nachtruhe von mindestens acht Stunden ist empfehlenswert. Menschen, die nachts berufstätig sind, müssen versuchen, den Schlaf tagsüber nachzuholen. Bei rein körperlichen Tätigkeiten sollte nicht auch noch ein körperlich anstrengender Sport in der Freizeit betrieben werden. Bei rein geistigen Tätigkeiten dagegen empfiehlt sich als Ausgleich in der Freizeit Sport oder eine körperliche Arbeit im Freien. Denn körperliche Arbeit ist im allgemeinen gesünder als eine rein geistige Beschäftigung.


Weitere Infos:

Passivrauchen erschwert Schwangerwerden

Übergewicht macht Männer nicht unfruchtbar

Dicke Männer haben weniger Spermien

Folsäure hält Spermien gesund

Zuviel Training schadet Spermien


Newsticker

Dicke mit schlechten Spermien | 21.05.2018

Eine indische Studie mit Spermiogrammen von 1285 stark übergewichtigen Männern ergab, dass Männer mit einem BMI (Body-Mass-Index) über 30 (Fettleibigkeit) ein geringeres Ejakulatsvolumen, weniger Spermien mit geringerer Beweglichkeit und eine geringere Spermienkonzentration hatten. Bei der Beurteilung des Grades der Beweglichkeit fiel auf, dass die Männer auch weniger progressiv bewegliche Spermien hatten (Spermien mit Vorwärtsbewegung). Die Spermien hatten ausserdem dünnere und häufiger fehlgeformte Köpfe. Insgesamt war die Wahrscheinlichkeit für Oligozoospermie (zu wenige Spermien) und Asthenozoospermie (zu langsame Spermien) bei fettleibigen Männern erhöht. Eine Reduktion des Gewichts könnte demnach einen positiven Einfluss auf Gesundheit und Fruchtbarkeit haben.

Joggen macht Spermien Spass | 25.03.2017

Sportliche Höchstleistungen sind nicht nötig, um die Spermien in Schwung zu bringen. Eine Studie der Universität Giessen teilte gesunde junge Männer in vier Gruppen (drei unterschiedliche Trainingsstärken und eine Nicht-Sport-Gruppe) und untersuchte nach 24 Wochen unter anderem auch das Sperma. Das Ergebnis: Ein kontinuierliches Training mässiger Intensität (MICT) bringt für die männliche Fortpflanzungsfähigkeit möglicherweise am meisten. Die Spermien der Teilnehmer, die moderat trainiert hatten, waren hinsichtlich Beweglichkeit, Aussehen und Anzahl im Spermiogramm denen anderer Trainingsgruppen beziehungsweise der Nichtsportgruppe eindeutig überlegen.

Newsticker

Männer und Schlaf | 08.11.2016

Die Schlafdauer hat Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit, wie eine neue Studie von Forschern der Universität Boston zeigt. Am besten ist eine Schlafzeit von sieben bis acht Stunden. Wenn Männer weniger als sechs Stunden und mehr als neun Stunden Schlaf erhielten, sinkt die Wahrscheinlichkeit für die Befruchtung einer Eizelle um 42 Prozent. Das hat den Experten nach hormonelle Ursachen. Der entscheidende Faktor für die Fruchtbarkeit ist das Sexualhormon Testosteron, welches während des Schlafes freigesetzt wird. Die Verbindung zwischen Schlaf und Fruchtbarkeit bleibt auch bestehen, wenn Faktoren wie Alter, BMI, die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs sowie andere Faktoren miteinbezogen würden.

Newsticker

Männer mit vielen Brüdern sind fruchtbarer: Frauen auf Partnersuche sollten in erster Linie auf die Anzahl seiner Brüder achten. Je mehr es gibt, umso fruchtbarer ist der Auserwählte. Das besagt eine aktuelle Studie der Universität Sheffield gekommen, die Stammbäume und Spermabeweglichkeit von 500 Männern untersucht hat. Bei vielen Brüdern waren die Spermien schneller als bei Schwestern. Auch Frauen reichen ihre Fruchtbarkeit in die nächste Generation weiter. Als Einzelkind haben sie eine geringere Chance, schwanger zu werden als mit Schwestern. (Newsticker, 28.12.2012)

Machos riechen attraktiver: Bei „starken“ Männern liegt der Testosteron-Spiegel höher, was sich im Körpergeruch bemerkbar macht. Kalifornische Forscher haben in einer wissenschaftlichen Studie Frauen mit getragenen T-Shirts von Männern konfrontiert. Je näher die Frau ihrem Eisprung ist, umso attraktiver empfindet sie den Duft maskuliner Männer. Auch spricht eine Frau vor und während ihres Eisprungs mit höherer Stimme, stellt sich sexuell attraktiver dar als sonst und ist flirtbereiter. Zu dieser Zeit fühlt sie sich – hormonell gesteuert - zu grossen Männern mit breiten Schultern und schmalem Becken hingezogen. (Newsticker, 17.5.2013)

Zucker schützt Spermien: Eine neue Studie der Justus-Liebig-Universität Giessen zeigt, wie sich Spermien im weiblichen Reproduktionstrakt vor deren Immunzellen schützen. Solche Immunzellen bilden ein Netz, um körperfremde Zellen wie die Spermien einzufangen und bewegungsunfähig zu machen. Im Ejakulat kommt jedoch ein Enzym vor, das dieses Maschenwerk auflöst, damit sich die Spermien wieder fortbewegen können. Das körpereigene Zuckerpolymer aus sauren Sialinsäuren könnte in der Zukunft dazu dienen, die Spermienanzahl bei Männern mit einer geringen Spermiendichte zu erhöhen. (swissmom-Newsticker, 20.10.2013)

Folsäuremangel bei Vätern? Frauen, die schwanger werden wollen, wird empfohlen, Folsäure einzunehmen, um das Risiko für Fehlbildungen wie Spina bifida beim Nachwuchs zu senken. Männern mit Kinderwunsch sollten dasselbe tun, um die Qualität der Spermien zu verbessern. Das legt zumindest der Tierversuch mit Mäusen nahe. Fehlt es an dem Vitamin, verändert sich die Markierung des Erbguts in den Spermien an einigen Stellen und damit die Aktivität von Genen. Der Mäusenachwuchs der Väter, die wenig Folsäure bekommen hatten, kam deutlich häufiger mit Fehlbildungen zur Welt. Folsäure kommt z.B. in Hefe, Weizenkeimen, grünem Blattgemüse, Fleisch und Fisch vor. (swissmom Newsticker, 23.12.13)

Alkoholwirkung auf Spermien? Männer müssen offenbar nicht um ihre Fruchtbarkeit fürchten, wenn ihr wöchentliches Quantum an Alkohol 250 Gramm nicht überschreitet, ergab eine dänische Studie mit über 8000 Teilnehmern. Bei allen wurden ein Spermiogramm und der Sexualhormonstatus angefertigt und der Alkoholkonsum in der Woche vor den Untersuchungen erhoben. Massvolle Trinker hatten eine ebenso gute Spermaqualität und sogar höhere Testosteronspiegel als Männer, die kaum tranken. Moderate Mengen an Alkohol hiess acht bis zwölf Einheiten pro Woche - eine Einheit entspricht etwa 12 g Alkohol, also einem Glas Wein oder Bier. (swissmom Newsticker, 2.7.14)

Vegetarier haben schlechteres Sperma: Vegetarier leben in mancher Hinsicht gesünder. Viel Obst und Gemüse zu essen, schützt vor vielen Krankheiten und erhöht die Lebenserwartung. Allerdings könnte die Zeugungsfähigkeit darunter leiden. Im Ejakulat von Vegetariern und Veganer fanden Wissenschaftler eine signifikant niedrigere Anzahl von Spermien. Zudem bewegten sich die Spermien langsamer. Ein Grund dafür könnte Soja sein, das vielen Vegetariern und Veganern als Eiweißlieferant dient und Phyto-Östrogene enthält, die ähnlich wirken wie das weibliche Sexualhormon. Der Expertenrat bei Kinderwunsch: Mindestens 74 Tage lang auf Soja zu verzichten – dies ist die Zeitspanne, in der beim Mann neue Spermien produziert würden. (swissmom Newsticker, 13.11.14)

Sitzheizung als Spermienkiller? Ist es Mythos oder Realität, dass die Sitzheizung im PKW die Hoden so stark erhitzt, dass es zu einer Verminderung der Fruchtbarkeit kommt? In einer Studie wurden 997 Patienten befragt, ob sie eine Sitzheizung benutzen, und anschliessend ihre Spermien untersucht. Von den Männern, die nie eine Sitzheizung verwendeten, hatten 46 Prozent ein unauffälliges Spermiogramm. Unter den gelegentlichen Sitzheizungsnutzern war bei 53 Prozent der Spermienzustand unauffällig, bei den häufigen Anwendern sogar bei 62 Prozent. Damit wurde belegt, dass die Sitzheizung keinen negativen Effekt auf die Spermienqualität hat. Um einen positiven Effekt zu beweisen, sind aber weitere Studien notwendig. (swissmom-Newsticker, 9.2.2016)

Letzte Aktualisierung : 09.2018, BH

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