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Grippe, Erkältung oder schon Corona?

Jetzt ist Schnupfensaison. Zu den bekannten Viren kommen in diesem Jahr auch noch die neuartigen Coronaviren (SARS-CoV-2) hinzu. Kann also hinter einer Erkältung vielleicht eine Grippe oder sogar Covid-19 stecken? Die Beschwerden überschneiden und gleichen sich. Mit Hilfe der untenstehenden Tabelle ordnen Sie die Symptome richtig ein...

Erkältung (Schnupfen, banale Grippe, grippaler Infekt)

Der Beginn ist schleichend, die Symptome werden langsam schlimmer. Aber normalerweise ist eine Erkältung nach spätestens einer Woche ausgestanden.

Typische Symptome: Halsschmerzen, verstopfte Nase, Niesen, Gliederschmerzen, Husten.

Krankheitserreger können verschiedene Viren sein: Meist Rhinoviren, häufig herkömmliche, schon länger bekannte  Coronaviren und seltener RSV-Viren

Influenza (echte Grippe, saisonale Grippe)

Eine echte Grippe kommt plötzlich und heftig. Die Beschwerden dauern mindestens eine, meist zwei Wochen an.

Das Fieber ist hoch, oft mit Schüttelfrost und Schweissausbrüchen. Bohrende Kopfschmerzen, Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden sowie Gliederschmerzen und allgemeine Müdigkeit sind typisch.

Auslöser sind Influenza-Viren.

Coronavirus-Infektion (Covid-19)

Die grosse Mehrheit der Infizierten hat einen milden Verlauf und ist nach wenigen Tagen beschwerdefrei. Bei einem schweren Verlauf verschlimmern sich die Symptome nach fünf bis zehn Tagen. Die Erkrankung kann dann mehrere Wochen dauern.

Die Beschwerden sind vielfältiger als bei Schnupfen und Grippe. Häufig hat ein Infizierter aber nur wenige einzelne Symptome. Das BAG nennt bei den Spitalpatienten in absteigender Häufigkeit Fieber (64 %), (trockener) Husten (63 %) und Atembeschwerden (41 %). Gliederschmerzen, Müdigkeit, Enge im Brustkorb oder Kopfschmerzen treten bei 20% der Erkrankten auf. Magen-Darm-Symptome bei Covid-19 wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen zeigen 18 % aller Infizierten - ein grosser Teil davon sogar ausschliesslich ohne andere Beschwerden. Erst ein Corona-Test kann hier Sicherheit bringen.

Auslöser ist das "neuartige" Corona-Virus SARS-CoV-2.

Die typischen Symptome bei Covid-19, Erkältung und Grippe

Symptom Corona Erkältung Grippe
Fieber **** * ****
(trockener) Husten **** *** ****
Gliederschmerzen ** **** ****
Halsschmerzen ** **** ***
Kopfweh ** * ****
Müdigkeit ** ** ****
Geruchs- und Geschmacksverlust *** o **
(schleimiger) Husten * **** *
Schnupfen * **** **
Niesen o **** o

Newsticker

Corona oder Grippe? | 02.11.2020

Viele Symptome, die mit einer Corona-Infektion einhergehen, können auch auf eine Grippe oder Erkältung hinweisen. Fieber, Husten, Schnupfen oder Kopf- und Gliederschmerzen sind keine wirklich typischen Symptome. Jetzt haben Forschende aus London jedoch zwei „sehr zuverlässige Indikatoren“ für eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 entdeckt. Dem akuten Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns folgte in einer Studie bei 78 % der Personen ein positives Testergebnis, auch wenn sie weder unter Fieber noch Husten oder einer verstopften Nase litten. Dabei hatten Personen, die ihren Geruchssinn verloren hatten, eine drei Mal höhere Wahrscheinlichkeit auf Corona-Antikörper als Personen, die ihren Geschmackssinn verloren hatten. Die Forscher empfehlen deshalb: „Menschen, die feststellen, dass sie alltägliche Haushaltsgerüche wie Knoblauch, Zwiebeln, Kaffee oder Parfüm nicht mehr riechen können, sollten sich selbst isolieren und einen Corona-Test machen lassen.“ So unterscheiden sich Schnupfen, Grippe und Covid-19...

Corona-Symptome bei Kindern | 08.09.2020

Mithilfe einer Corona-Symptom-Tracking-App hat ein Forschungsteam des King's College in London die bisher grösste Studie mit Kindern durchgeführt. Rund 200 infizierte Kinder wurden überwacht. Ein Drittel der Angesteckten hatte, wie bisher angenommen, keine Symptome gezeigt. Bei den restlichen Kindern bestand Müdigkeit (55 %), Kopfschmerzen (53 %), Fieber (49 Prozent), Halsschmerzen (38 %) und neu auch Appetitlosigkeit (35 %). Das bedeutet, dass Mahlzeiten ausgelassen werden. Bei einem von sechs Kindern traten ausserdem juckende Hautausschläge auf. Forscher der Queen's University in Belfast fanden noch weitere Anzeichen für das Coronavirus bei Kindern. Gemäss ihrer Studie mit 68 Infizierten seien Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall ebenso ein Zeichen für eine Ansteckung.

Grippewelle plus zweite Coronawelle? | 25.08.2020

Dieses Jahr könnte die saisonale Grippe (Influenza) ab Oktober mit einer zweiten Corona-Welle zusammenfallen. Um das Gesundheitswesen im Winter zu entlasten, hat das BAG eine neue Impfkampagne lanciert. Der Bund will 1,8 Millionen Impfdosen zur Verfügung stellen – das sind doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor. Auch Säuglinge ab sechs Monaten sollen nun vermehrt gegen die Grippe geimpft werden – vor allem Kinder mit chronischen Krankheiten, ehemalige Frühgeborene (< 32 SSW bzw. < 1500 g) und Kinder, die mit Risikogruppen im Haushalt in Kontakt stehen (Schwangere, gefährdete Haushaltmitglieder). Auf Wunsch der Eltern können auch Kinder geimpft werden, die engen Kontakt mit weiteren Risikopersonen haben (z.B. Grosseltern > 64 Jahre). Kinder sind zwar nicht die wesentlichen Überträger des Coronavirus, spielen aber als Überträger von Influenza-Viren bei der Grippeverbreitung eine wichtige Rolle. Während Kinder in der Regel nur leicht an Covid-19 erkranken, könne sie eine Grippe schwer treffen. Ausserdem spricht für eine Impfung, dass sie besonders bei kleinen Kindern guten Schutz biete. 90 Prozent der Kinder und jungen Erwachsenen sind nach einer Impfung vor einer Infektion geschützt und übertragen sie so auch nicht an Erwachsene. Pro Jahr sterben schweizweit bis zu 2500 Menschen an der Grippe. Letzten Winter mussten die Ärzte des Kinderspitals Zürich 1400 Kinder mit Grippesymptomen behandeln, 97 davon stationär. Einige Eltern und Impfgegner fürchten bleibende Schäden und einen Schritt Richtung Impfzwang. Führende Kinderärzte halten dagegen, dass zwar keine Impfung ohne Risiko sei, die Gefahren aber viel geringer als bei einer natürlichen Erkrankung. Schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen wie kurzzeitiges Fieber treten bei weniger als einer von 100’000 Anwendungen auf und sind nur eine Reaktion des Immunsystems. www.impfengegengrippe.ch

Corona-Symptome ändern sich | 20.05.2020

Je länger die Coronavirus-Pandemie andauert, desto mehr Symptome werden der Krankheit zugeschrieben. Schien eine Infektion mit dem neuartigen Erreger sich zunächst ähnlich wie eine gewöhnliche Grippe auszuwirken, wird der Katalog der Krankheitszeichen nun immer länger.

Welche Symptome können auf COVID-19 hindeuten?

  • Fieber
  • (trockener) Husten
  • Atemnot/Kurzatmigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schnupfen 
  • Halskratzen
  • Verdauungsprobleme, Magenschmerzen und Durchfall
  • und inzwischen auch Wunden in der Haut, neurologische Probleme, blaue Zehen, Brustschmerzen, der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn.

Bei Erwachsenen kann Covid-19 laut mehrerer Studien diese schweren Folgen haben:

  • Schlaganfälle
  • Gehirnschwellungen / Hirnödem
  • Herzschädigungen
  • schwere urologische Komplikationen und Nierenschäden
  • Auswirkungen auf die männlichen Sexualhormone

Bei Kindern kann ein ungewöhnliche Entzündungssyndrom in Zusammenhang mit COVID-19 stehen. Die Fälle ähneln dem Kawasaki-Syndrom, einer Gefässerkrankung bei Kindern, die in selten Fällen bis zum Organversagen führen kann. Mehr dazu...

Seit dem 22. April werden in der Schweiz alle Personen getestet, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird.

Mehr Corona-Tests | 22.04.2020

Bisher wurden nur Personen getestet, bei denen ein starker Verdacht auf CoViD-19 bestand. Neu sollen alle Personen einen Test erhalten, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird. Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern. Auch bei negativem Test sollen Personen mit verdächtigen Symptomen für mindestens zehn Tage und bis 48 Stunden nach dem Abklingen der letzten Symptome zu Hause in Isolation bleiben. Von dieser Selbstisolation sind auch alle Personen betroffen, die im selben Haushalt leben oder mit denen man intimen Umgang hatte.

Letzte Aktualisierung : 04-11-20, BH

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