Schwangere und Mädchen beim Händewaschen
Familie | Infektionen | Vorsicht! (Risiko)

Corona - Vorbeugung, Ansteckung und Erkrankung

Das Coronavirus breitet sich aus. Glücklicherweise nicht mehr so chnell und so stark wie noch in den Monaten März und April. Wir alle können durch einfache Massnahmen dazu beitragen, dass unser Gesundheitssystem bei einer zweiten Welle nicht zusammenbricht. Worauf man jetzt achten muss, lesen Sie hier.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

Das neue Corona-Virus gehört zur selben Virusfamilie wie das SARS-Virus, das 2002 und 2003 grassierte und ebenfalls Lungenentzündungen auslöste. Zur Corona-Familie gehören aber auch harmlose Schnupfenviren und Erreger, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Das Virus vermehrt sich im Rachen, ähnlich wie die Influenzaviren ("echte" Grippe). Daher kann eine Infektion (COVID-19) schon bei Patienten in frühen Stadien im Labor aus Nasen- oder Rachenabstrichen nachgewiesen werden. Einer Studie der US-Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) zufolge können Virus-Infizierte schon bis zu drei Tage vor dem Erscheinen erster Symptome ansteckend sein.

Inzwischen weiss man, dass das Virus auch über Aerosole (minimal kleinste Feuchtigkeitströpfchen), also quasi „über die Luft“ übertragen wird, und dass es sich nicht nur um Tröpfchen- und/oder Schmierinfektionen handelt. Die indirekte Ansteckungsgefahr (also wenn man mindestens eine Armlänge Abstand hält oder jemand nur die Türklinke anfasst, die vorher eine infizierte Person berührt hat) scheint aber nach den bisherigen Erfahrungen gering zu sein. Sie kann noch weiter reduziert werden durch Tragen von Gesichtsmasken. In der Schweiz herrscht aber keine Maskenpflicht, nur eine Empfehlung für den ÖV.

Wichtige Hygieneregeln

  • Waschen Sie sich stündlich 20 Sekunden lang die Hände, am besten mit Flüssigseife.
  • Benutzen Sie ein eigenes Handtuch (gewaschen bei 60 Grad oder mehr).
  • Niesen oder husten Sie in die Armbeuge. Papertaschentücher sind sofort zu entsorgen.
  • Reduzieren Sie unnötige soziale Kontakte, v.a. in geschlossenen Räumen.
  • Halten Sie Abstand zu anderen Menschen, v.a. zu Personen mit Erkältungs- oder Grippesymptomen. Vermeiden Sie Händeschütteln, Umarmungen, Wangenküsschen.
  • Kommen Sie Gesichtern nicht näher als zwei Meter. Die Viruströpfchen fliegen nicht weiter und können nur über Schleimhäute eindringen, also Augen, Nase, Mund.
  • Sprechen Sie nicht zu laut, weil es dabei zum verstärkten Ausstoss von Tröpfchen kommt.
  • Fassen Sie sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht. Das reduziert Schmierinfektionen von kontaminierten Oberflächen.

Wie wäscht man sich die Hände richtig?

Helfen Schutzmasken?

Das BAG sieht bei uns zur Zeit keine Notwendigkeit für Atemmasken. Gesunde Menschen müssen in der Öffentlichkeit keine Hygienemaske (chirurgische Masken, OP-Masken, MNS-Masken) tragen. Sofern es nicht spezielle Masken sind, wehren sie Feinpartikel nicht ab und schützen dementsprechend auch nicht vor einer Tröpfcheninfektion. Das Tragen einer Maske kann laut BAG sogar ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen.

Sinnvoll sei es aber laut WHO, dass Menschen, die sich bereits angesteckt haben, Schutzmasken tragen, um die die Verbreitung des Virus zu verhindern.

Die Inkubationszeit des Coronavirus

Die Inkubationszeit, d.h. der Zeitraum von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen, beträgt etwa zwei Tage bis zwei Wochen, im Extremfall bis 26 Tage. Man kann davon ausgehen, dass eine Übertragung schon einige Tage vor Beginn der Krankheitssymptome möglich ist.

Wer wird getestet, wer muss in Quarantäne?

Das BAG hat am 22.4.20 neue Verhaltens- und Quarantäne-Regeln herausgegeben:

  • Tests an Personen mit Symptomen: Getestet werden alle Personen, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird.
  • Tests an Personen ohne Symptome: Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern.
  • Quarantäne: Bei positivem, aber auch bei negativem Test sollen Personen mit verdächtigen Symptomen  eine Isolierung von mindestens 10 Tagen einhalten. Die Quarantäne kann verlassen werden, wenn der Infizierte 48 Stunden lang symptomfrei gewesen ist.
  • Kontaktpersonen: Von dieser Selbstisolation für 10 Tage sind auch alle Personen betroffen, die im selben Haushalt leben oder mit denen man intimen Umgang hatte.

Stimmt es, dass Kinder nicht so schwer erkranken?

Ja. Mehr noch als für gesunde Erwachsene ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf und Todesgefahr für Säuglinge und Kleinkinder nach den bisherigen Erfahrungen extrem gering. Kinder werden in der Regel von Erwachsenen infiziert und nicht von anderen Kindern. Sie können die Infektion weitergeben, wenn auch wahrscheinlich in geringerem Umfang.

Was ist zu tun, wenn man Symptome verspürt?

Wenn Sie engen Kontakt (auf weniger als Armlänge) mit Menschen hatten, die erkrankt sind, und/oder die folgenden Symptome verspüren, gehen Sie nicht mehr in die Öffentlichkeit und kontaktieren Sie – zuerst telefonisch! – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung (zum Beispiel ein Spital):

  • häufig Fieber und trockener Husten
  • manchmal Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Atemnot, Geruchs- und Geschmacksverlust, Durchfall
  • sehr selten Schnupfen und Niesen,Übelkeit

Bei Verdacht auf COVID-19 - auch wenn kein Fieber besteht - werden Abstriche aus Nase und/oder Hals in Diagnose-Labors untersucht und eine Meldung innerhalb von zwei Stunden gemacht. Ein positives Ergebnis wird im Referenzlabor Genf endgültig bestätigt. Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern.

Der Diagnostiktest muss ab 4.3.20 von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) mit 180 Fr. vergütet werden.

Worin liegt der Unterschied zu einer Grippe?

Die Hauptsymptome einer Coronavirus-Infektion sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit – wie bei einer echten Grippe (Influenza). Hier besteht neben Husten und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber aber auch Schnupfen und ein starkes Krankheitsgefühl sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Sowohl die Grippe als auch COVID-19 können zu einer Lungenentzündung führen, die tödlich sein kann. Nach den bisher bekannten Zahlen ist das Coronavirus gefährlicher als die Grippeviren.

Ein weiterer Unterschied ist die Inkubationszeit, die bei der Influenza nur ein bis zwei Tage beträgt, beim Coronavirus 2 – 14 Tage. Dazu kommt, dass das Coronavirus wahrscheinlich deutlich ansteckender ist als Grippeviren, vielleicht weil die Virendichte im oberen Rachenraum von Infizierten deutlich höher liegen kann als bei Grippepatienten. Dass es gegen COVID-19 bisher keine Impfung gibt und auch nicht allzu bald geben wird, ist ein weiterer bedeutsamer Unterschied. Die Grippeimpfung schützt nicht gegen das Coronavirus. Ausserdem gibt es noch keine Herdenimmunität gegen das Coronavirus, weil es eben "neu" ist.

Newsticker

Corona-Symptome ändern sich | 20.05.2020

Je länger die Coronavirus-Pandemie andauert, desto mehr Symptome werden der Krankheit zugeschrieben. Schien eine Infektion mit dem neuartigen Erreger sich zunächst ähnlich wie eine gewöhnliche Grippe auszuwirken, wird der Katalog der Krankheitszeichen nun immer länger.

Welche Symptome können auf COVID-19 hindeuten?

  • Fieber
  • (trockener) Husten
  • Atemnot/Kurzatmigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schnupfen 
  • Halskratzen
  • Verdauungsprobleme, Magenschmerzen und Durchfall
  • und inzwischen auch Wunden in der Haut, neurologische Probleme, blaue Zehen, Brustschmerzen, der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn.

Bei Erwachsenen kann Covid-19 laut mehrerer Studien diese schweren Folgen haben:

  • Schlaganfälle
  • Gehirnschwellungen / Hirnödem
  • Herzschädigungen
  • schwere urologische Komplikationen und Nierenschäden
  • Auswirkungen auf die männlichen Sexualhormone

Bei Kindern kann ein ungewöhnliche Entzündungssyndrom in Zusammenhang mit COVID-19 stehen. Die Fälle ähneln dem Kawasaki-Syndrom, einer Gefässerkrankung bei Kindern, die in selten Fällen bis zum Organversagen führen kann. Mehr dazu...

Seit dem 22. April werden in der Schweiz alle Personen getestet, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird.

Maskentragen schützt | 15.05.2020

Das Coronavirus könnte einer neuen Studie zufolge möglicherweise vor allem beim Sprechen übertragen werden. Die US-Forscher liessen für die Studie eine Testperson in einem umschlossenen Raum 25 Sekunden lang laut den Satz "Stay healthy" (Bleib gesund) wiederholen. Ein in den Raum projizierter Laser beleuchtete die Tröpfchen, wodurch sie sichtbar gemacht und gezählt werden konnten. Die beim Sprechen ausgestossenen Mikrotröpfchen können in einem geschlossenen Raum durchschnittlich zwölf Minuten lang in der Luft bleiben. Die Wissenschaftler gehen davon aus,  dass jede Minute lauten Sprechens mehr als tausend virusbelastete Tröpfchen produzieren kann, die dann in einem geschlossenen Raum in der Luft hängen bleiben. Schon in einer im April veröffentlichten Studie wurde beobachtet, dass leiseres Sprechen weniger Tröpfchen produziert. Diese Erkenntnis könnte die schnelle Ausbreitung des Virus erklären und die Empfehlungen für das Tragen von Gesichtsmasken wissenschaftlich untermauern.

Vergiftungsfälle steigen stark an | 23.04.2020

Verschärfte Hygiene ist gut - aber jetzt melden sich bei Tox Info Suisse vermehrt besorgte Eltern, weil ihre Kinder Desinfektionsmittel bzw. Desinfektionsgels eingenommen haben. Normalerweise sind das im Frühjahr rund 130 Fälle, in diesem Jahr sind es bereits rund 350, typischerweise Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren. „In etwa 99 von 100 Fällen ist das harmlos und das Kind muss nicht hospitalisiert werden“, so Hugo Kupferschmidt, Direktor von Tox Info Suisse (Tel. 145). Oft würden Kinder gar keine Symptome zeigen: „Sie nehmen meist wenig ein, weil Desinfektionsmittel ja ziemlich grusig schmeckt“. Allfällige Symptome können Trunkenheit ähneln, denn Handdesinfektionsmittel enthalten meist Ethanol (Trinkalkohol), Propanol oder Isopropanol. Letztere sind etwas giftiger als Ethanol, verursachen aber vergleichbare Symptome. Die Gangunsicherheit birgt Verletzungsgefahr. Bei grösseren Mengen kann Erbrechen folgen. Die Wirkstoffe können zudem zu einer Unterzuckerung und dadurch Schläfrigkeit führen. Was sollen Eltern tun? Kupferschmidt rät: „Am besten man wäscht den Mund aus und kompensiert die Unterzuckerung mit süssen Getränken.“ Das BAG mahnt in einem Tweet, Desinfektionsgels stets auf höheren Ablageflächen ausser Reichweite von kleinen Kindern aufzubewahren. Erste Hilfe bei Vergiftungen...

Mehr Corona-Tests | 22.04.2020

Bisher wurden nur Personen getestet, bei denen ein starker Verdacht auf CoViD-19 bestand. Neu sollen alle Personen einen Test erhalten, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird. Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern. Auch bei negativem Test sollen Personen mit verdächtigen Symptomen für mindestens zehn Tage und bis 48 Stunden nach dem Abklingen der letzten Symptome zu Hause in Isolation bleiben. Von dieser Selbstisolation sind auch alle Personen betroffen, die im selben Haushalt leben oder mit denen man intimen Umgang hatte.

Vorgeburtliche Coronavirus-Übertragung? | 10.04.2020

Da es sich beim Coronavirus um einen sehr neuen Erreger handelt, müssen wir noch viel darüber lernen. Beruhigend ist diese - vorläufige - Meinung der Experten: Bislang gibt es auch keine Hinweise darauf, dass Schwangere mit COVID-19 häufiger Fehlgeburten erleiden. Ausserdem ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen, wenn die Mutter sich in der Schwangerschaft ansteckt. Bisher ist noch kein Neugeborenes mit angeborenen Fehlbildungen auf die Welt gekommen. Es sind aber etliche der Babys positiv getestet worden. Sie hatten nur leichte Krankheitssymptome und mussten nicht beatmet werden. Die Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt, sie konnten sich also nicht während einer Vaginalgeburt bei der Mutter angesteckt haben. Sie wurden direkt nach der Geburt von ihren infizierten Müttern getrennt und auch nicht gestillt und die Zeitspannen zwischen Geburt und Infektionsnachweis war sehr kurz, sodass eine Ansteckung unmittelbar nach der Geburt praktisch ausgeschlossen werden konnte. Die Forscher schreiben: „Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das Virus in der Gebärmutter übertragen werden kann.“

Newsticker

Kinder gerade jetzt impfen! | 04.04.2020

Gerade in Zeiten des Coronavirus brauchen Säuglinge und Kleinkinder die regulären Schutzimpfungen. Laut Experten gibt es keine Hinweise darauf, dass ihr Immunsystems durch solche Impfungen und einer zeitgleichen SARS-CoV-2-Infektion überfordert wäre. Im Gegenteil: Durch die Impfungen wird das Kind gegen Infektionen geschützt, die es in der Pandemiezeit zusätzlich gefährden würden. Sowohl bei Masern als auch bei Windpocken kann beispielsweise eine Lungenentzündung als Komplikation vorkommen. Auch die Impfungen gegen Keuchhusten und Pneumokokken sind wichtig. Obwohl sie nicht direkt vor einer Coronavirusinfektion schützen, ist ein geschwächtes Kind mit einer Lungeninfektion sehr viel gefährdeter für einen schweren CoVID-19-Verlauf. Die Grippeimpfung (gegen Influenza) ist dagegen nur für Kinder mit chronischen Erkrankungen (z.B. Asthma oder Diabetes) angebracht. Deshalb sollen alle nach dem aktuellen Impfplan empfohlenen Impfungen bis zum Ende des zweiten Lebensjahres zeitgerecht durchgeführt werden. Ausnahme: Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern mit Symptomen einer Atemwegsinfektion werden wie üblich um 1-2 Wochen verschoben. Bei Kindern über zwei Jahre ist eine kurze Verschiebung des Impftermins sowieso kein Problem. Generell geben die Kinder- und Jugendärzte präzise Termine und trennen infektiöse oder möglicherweise infektiöse Kinder zeitlich und gegebenenfalls auch räumlich von den gesunden Kindern.

Seifenfehler! | 24.03.2020

Doppelt ist nicht immer besser. Das gilt in Corona-Zeiten vor allem für die oberste Hygieneregel, das Händewaschen. Wenn Sie sich die Hände gründlich mit Seife gewaschen haben, sollten Sie keinesfalls sofort zum Desinfektionsmittel greifen. Denn Seifenreste (= anionische Tenside) an den Händen neutralisieren die Wirkung der gängigen Desinfektionsmittel (= kationische Tenside). Das führt zu einem deutlich geringeren oder sogar einem kompletten Verlust der Reinigungswirkung und wird in der Medizin auch als „Seifenfehler“ bezeichnet. Also: Reinigungs- und Desinfektionsmittel nicht mischen. Und das Desinfektionsmittel besser im Intervall zwischen dem Händewaschen anwenden. Abgesehen vom Wirkungsverlust trocknet es die Haut auch sehr stark aus, wenn Sie kurz nacheinander schäumende Seife und alkoholhaltiges Desinfektionsmittel benutzen.

Wann gibt es eine Impfung? | 22.03.2020

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) ist gerade erst vom Tier auf den Menschen übergesprungen. Unser Immunsystem muss sich gegen diesen neuen Feind erst wappnen. Eine Impfung würde uns schneller immun machen. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff, und aus mehreren Ländern gibt es vielversprechende Ansätze. Wie zum Beispiel ein harmloses Virus mit Bruchstücken des Corona-Virus zu vermischen. Nach solch einer Impfung würde man nicht erkranken, aber Antikörper gegen die Corona-Teile bilden. Vielleicht könnte man aber auch Teile des Corona-Gens übertragen, gegen die der Körper direkt Antikörper und so seinen eigenen Impfstoff bilden würde. Nach der Entwicklung eines Impfstoffs braucht es jedoch noch einmal Monate, um ihn zu testen. Er muss schliesslich nicht nur wirksam sondern auch sicher und nebenwirkungsarm sein. In China und den USA sollen erste Testreihen an Freiwilligen schon begonnen haben. Experten rechnen jedoch frühestens im kommenden Jahr mit einem Impfstoff für die Allgemeinheit.

Kampf gegen das Coronavirus | 20.03.2020

Aktuell existiert noch kein Mittel, das die Ausbreitung des Coronavirus im Körper stoppt. Die Forschung läuft jedoch international auf Hochtouren. Um Zeit zu gewinnen, werden auch bereits auf dem Markt erhältliche Arzneimittel getestet. Grosse Hoffnung wird auf den Wirkstoff Hydroxychloroquin gesetzt, verwandt mit dem Malariamedikament Chloroquin. Er hemmt ein Enzym, das die Viren zum Leben brauchen. Chinesische Forscher konnten nachweisen, dass das Mittel in Zellkulturen tatsächlich die Vermehrung der neuartigen Coronaviren zu hemmen vermag; eine französische Studie an 26 COVID-19-Patienten verlief vielversprechend, vielleicht weil die Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin die Wirkung beschleunigt hat. Die Tests deuten darauf hin, dass Sars-CoV2 in nur sechs Tagen deutlich weniger  ansteckend war. - Getestet werden auch die AIDS-Mittel Darunavir und Kaletra sowie das Grippemedikament Tamiflu. Andere Wirkstoffe wie Kortison oder das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sollen wirksam sein, weil sie dämpfend auf das Immunsystem wirken. Grosse Aufmerksamkeit bekommt derzeit das Mittel Remdesivir. Es wurde gegen Ebola-Infektionen entwickelt und im Tierversuch erfolgreich getestet, ist aber noch nicht am Markt zugelassen. Mittlerweile laufen dazu mehrere internationale Studien.

Coronaviren lieben Plastik | 19.03.2020

Manche Oberflächen sind "gefährlicher" als andere, denn auf einigen Oberflächen überlebt das Coronavirus deutlich länger als auf anderen. Auf Edelstahl, Kunststoff und Plastik kann es am längsten überleben - mindestens 3 Tage. Dageben ist Papier (Geldscheine) und Karton offenbar keine gute Grundlage: Hier überlebt das Virus gerade mal 24 Stunden. Noch schlechter ist Kupfer mit max. 4 Stunden Überlebenszeit. Insgesamt ist die Ansteckungsgefahr über Oberflächen aber eher gering. Die bei weitem wichtigste Ansteckungsweg ist die sogenannte Tröpfcheninfektion, bei der die Coronaviren von infizierten Menschen z.B. beim Niesen oder Husten über Tröpfchen in die Luft abgegeben und anschliessend von einer anderen Person eingeatmet werden. In diesen Tröpfchen überleben sie nur bis zu 3 Stunden. Weil sie nur ca. einen Meter weit fliegen, ist Abstand die wichtigste und beste Schutzmassnahme. Hinzu kommen allgemeinen Regeln der Hygiene, wie regelmässiges Händewaschen mit Seife und nicht mit den Händen in Auge und Nase fassen. Nach Meinung der Hygiene-Experten ist es in der aktuellen Situation für gesunde Menschen nicht erforderlich, im Alltag Desinfektionsmittel anzuwenden, weil der neuartige Coronavirus schon sehr empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohol oder Tenside reagiert, z.B. in Seifen oder Geschirrspülmittel. Die Virusoberfläche wird beschädigt und das Virus so inaktiviert.

WHO räumt mit Corona-Mythen auf | 18.03.2020

Zur Zeit kursieren einige kuriose Mythen über das neuartige Coronavirus, mit denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer neuesten Publikation aufräumen will. Hier die Fakten:

  • Kaltes Wetter schränkt NICHT die Verbreitung des Coronavirus ein.
  • Weder ein heisses Bad, Ganzkörperdesinfektion mit Alkohol oder Chlor, Händetrockner, Spülen der Nase mit Kochsalzlösung, viel Knoblauch im Essen noch Antibiotika können die Viren abtöten.
  • Das neuartige Coronavirus kann NICHT durch Mückenstiche übertragen werden. Es handelt sich um ein Atemwegsvirus, das sich hauptsächlich durch Tröpfchen verbreitet, z. B. beim Husten oder Niesen einer infizierten Person.
  • Thermoscanner können Personen mit Fieber erkennen. Da es zwei bis zehn Tage dauert, bis mit dem Coronavirus infizierte Menschen krank werden und Fieber bekommen, können Infizierte, die noch kein Fieber haben, nicht durch einen Thermoscanner identifiziert werden.
  • Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie der Pneumokokken-Impfstoff und der Impfstoff gegen Haemophilus influenza Typ B bieten keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Trotzdem werden diese Impfungen gegen Atemwegserkrankungen zum Schutz der Gesundheit empfohlen.
  • Menschen jeden Alters (auch Kinder) können an COVID-19 erkranken. Ältere Menschen und Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen scheinen nur anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.

Welche Symptome sind typisch? | 10.03.2020

Die Coronavirus macht derzeit vielen Menschen Angst. Welche Symptome können auf eine Infektion hindeuten und welche nicht?

  • Erkältung: Halsschmerzen, danach Schnupfen, Niesen und schleimiger Husten, leicht erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit und leichte bis mässige Kopfschmerzen – das sind die klassischen Symptome einer banalen Erkältung (grippaler Infekt). Und sie sind nicht typisch für eine Infektion mit dem neuen Coronavirus!
  • Coronavirus-Infektion: Das Coronavirus (COVID-19) scheint vor allem die unteren Atemwege zu befallen. Hauptsymptome sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit. Erkältungssymptome wie Niesen und eine laufende Nase treten nach bisherigen Berichten in der Fachliteratur eher selten auf. 
  • Grippe: Bei einer echten Grippe (Influenza) kommen zu diesen noch mehr Symptome hinzu: Es besteht neben Husten, evtl. Schnupfen und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber auch ein starkes Krankheitsgefühl mit Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit.

Ein wichtiger Punkt für den gerechtfertigten Verdacht ist nach derzeitigem Stand, ob die Person in stark betroffenen Gebieten war und/oder engen Kontakt mit Personen aus diesen Gebieten oder positiv getesteten Personen hatte. Wenn dies für Sie zutrifft und Sie die oben beschriebenen Symptome an sich bemerken, sollten Sie sich bei einer Gesundheitseinrichtung (Arztpraxis, Notfallambulanz) telefonisch melden. Laufend aktualisierte Informationen zur Situation in der Schweiz

Corona und Schwangerschaft | 08.03.2020

Nach den bisherigen Erfahrungen erkranken Schwangere - wenn überhaupt - dann nur leicht an COVID-19. Insofern reichen die empfohlenen vorbeugenden Massnahmen aus. Beruhigend: Bei der Virusfamilie, zu der das Coronavirus gehört, ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen. Auch eine Virus-Übertragung vor, während oder nach der Entbindung ist bisher nicht beobachtet worden. Bisher ist zudem keines der Neugeborenen von infizierten Müttern positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Proben von Fruchtwasser oder Muttermilch wurde noch kein Virus nachgewiesen. Beim Stillen wird infizierten Müttern jedoch ein Mundschutz empfohlen. Bei den wenigen Schwangeren, die während der Schwangerschaft positiv auf das Coronavirus getestet wurden, kam es etwas häufiger zu Frühgeburten. Ob diese in unmittelbarer Beziehung zu einer mütterlichen Infektion stehen, ist aber aufgrund der geringen Fallzahl unklar. Idealerweise sind Schwangere gegen Grippe geimpft. Die Grippeimpfung schützt zwar nicht vor COVID-19, aber so können Schwangere nicht zeitgleich an beiden Infektionen erkranken. Ungeimpfte Schwangere sollten sich auch jetzt noch impfen lassen. Zu unseren laufend aktualisierten Infos...

Arbeitsrecht | 28.02.2020

Das Coronavirus breitet sich immer mehr aus (Aktuelle Infos). Früher oder später werden auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit dem Virus konfrontiert sein. Doch wer bezahlt Absenzen aufgrund des Coronavirus? Grundsätzlich gilt der Grundsatz, ohne Arbeit kein Lohn. Davon gibt es aber verschiedene Ausnahmen, in denen der Lohn dennoch geschuldet wird - ganz oder zumindest teilweise. Da geht es um die verspätete Rückkehr aus den Ferien, wenn z.B. Flüge gestrichen wurden, Arbeitsverweigerung wegen Angst vor Ansteckung, Behinderung auf dem Arbeitsweg wegen Ausfällen im ÖV, Betreuung erkrankter Kinder oder bei Schliessung einer Kindertagesstätte oder Schule. Antworten auf diese und andere Fragen ...

Coronavirus | 27.02.2020

Eine erste Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden deutet darauf hin, dass das neue Coronavirus (Sars-CoV-2) für Kinder wohl kaum schwere Folgen hat. Die Infektion verläuft weitestgehend ohne schwerwiegende Komplikationen. Für die Studie wurden Daten von rund 44000 Menschen mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion analysiert – darunter 416 Kinder im Alter von 0 bis 9 Jahren, bei denen es den Autoren zufolge keine Todesfälle gab. Auch für Menschen im Alter 10 und 39 Jahren ist die Gefahr für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung mit 0,2 Prozent eher gering. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass es bei Frauen mit 1,7 Prozent eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate als bei Männern (2,8 Prozent) gibt. Ausserdem scheint eine Übertragung des Virus im Mutterleib ersten Erkenntnissen nach nicht stattzufinden. Laufend aktualisierte Infos hier...

Letzte Aktualisierung : 15-05-20, BH

loading