Baby trinkt an der Brust und hält Augenkontakt
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Weiter stillen - auch in Coronazeiten!

Selten haben Menschen einen so innigen Kontakt miteinander wie beim Anlegen eines Babys an die Mutterbrust. Doch viele stillende Mütter sind verunsichert: Könnte ich mein Kind ausgerechnet in diesem intimen und wunderbaren Moment mit dem Coronavirus anstecken? Experten geben Entwarnung und betonen: Die Muttermilch bleibt auch in Coronazeiten die optimale Nahrung für das Wachstum und die gesunde Entwicklung eines Kindes. Durch Stillen kann sogar die Immunfähigkeit des Kindes gestärkt werden.

Keine Viren in der Muttermilch

Muttermilch bietet Schutz vor vielen Krankheiten. Nur in seltenen Fällen können beim Stillen auch Infektionen übertragen werden. Coronaviren scheinen nach bisherigen Erkenntnissen nicht über die Muttermilch übertragen zu werden: In Studien mit stillenden Frauen, die mit einem Coronavirus, infiziert waren, konnte das Virus in der Muttermilch nicht nachgewiesen werden. Allerdings bezogen sich die Untersuchungen nur auf wenige Beobachtungen.

Auch in Fruchtwasserproben wurde noch kein Virus nachgewiesen. In London wurde aber jetzt ein Neugeborenes, dessen Mutter einige Tage vor der Geburt mit Verdacht auf Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht wurde, positiv getestet. Ob sich das Baby bereits im Mutterleib oder erst bei der Geburt angesteckt hat, ist noch unklar.

Übertragung durch Tröpfcheninfektion

Das Sars-CoV-2 wird vor allem über winzige Tröpfchen aus Mund und Rachen beim Niesen, Husten und Sprechen übertragen, ganz ähnlich wie das bei manchen ansteckenden Kinderkrankheiten oder bei der Virusgrippe Influenza der Fall ist. Eine Ansteckung über verunreinigte Oberflächen wie Türklinken oder Haltegriffe ist weniger wahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Das Coronavirus überlebt bis zu drei Stunden in Partikeln in der Luft, bis zu vier Stunden auf Kupfer, bis zu 24 Stunden auf Karton und drei Tage auf Plastik und rostfreiem Stahl.

Enger Hautkontakt ist beim Stillen unvermeidbar

Über engen Hautkontakt beim Umgang mit dem Baby ist eine Ansteckung leicht möglich. Sollte bei einer Mutter ein Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion (Covid-19) bestehen, weil sie typische Krankheitssymptome hat, oder ist die Infektion bei ihr bereits bestätigt worden, müssen eine Reihe von Hygiene-Vorkehrungen getroffen werden, um das Risiko der Übertragung auf das Baby zu vermindern.

Hygiene während des Stillens

Die „Stiftung Kindergesundheit“ empfiehlt in Übereinstimmung mit der internationalen „Academy of Breastfeeding Medicine“ und der deutschen „Nationalen Stillkommission“ folgendes Vorgehen:

  • Händewaschen: Vor und auch nach dem körperlichen Kontakt mit dem Kind sollte die Mutter gründlich die Hände waschen. Gründlich heisst: etwa zwanzig Sekunden lang. Das ist etwa so lange wie zweimal hintereinander „Happy birthday“ zu singen. 
  • Händedesinfektion: Zur häuslichen Handhygiene gehört die Verwendung eines alkoholhaltigen Handdesinfektionsmittels.
  • Mundschutz: Es empfiehlt sich das Anlegen eines Mundschutzes vor dem Aufnehmen des Kindes und auch während des Stillens, um die Übertragung von Tröpfchen zu verhindern.
  • Hygiene beim Abpumpen: Kann die Mutter ihr Kind nicht stillen, kann die Muttermilch auch abgepumpt und dem Baby durch den Vater oder eine andere Person gefüttert werden. Vor dem Abpumpen sollte die Mutter die Hände gründlich waschen, bevor sie Teile der Pumpe oder des Fläschchens berührt. Pumpe und Fläschchen sollten nach jedem Gebrauch sterilisiert werden.
  • Regelmässiges Lüften der Wohnräume: Auch das schützt vor der Ansteckung mit dem Coronavirus. 
  • Social Distancing: Menschenansammlungen mit dem Neugeborenen meiden.

Quelle: Stiftung Kindergesundheit

Newsticker

WHO räumt mit Corona-Mythen auf | 18.03.2020

Zur Zeit kursieren einige kuriose Mythen über das neuartige Coronavirus, mit denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer neuesten Publikation aufräumen will. Hier die Fakten:

  • Kaltes Wetter schränkt NICHT die Verbreitung des Coronavirus ein.
  • Weder ein heisses Bad, Ganzkörperdesinfektion mit Alkohol oder Chlor, Händetrockner, Spülen der Nase mit Kochsalzlösung, viel Knoblauch im Essen noch Antibiotika können die Viren abtöten.
  • Das neuartige Coronavirus kann NICHT durch Mückenstiche übertragen werden. Es handelt sich um ein Atemwegsvirus, das sich hauptsächlich durch Tröpfchen verbreitet, z. B. beim Husten oder Niesen einer infizierten Person.
  • Thermoscanner können Personen mit Fieber erkennen. Da es zwei bis zehn Tage dauert, bis mit dem Coronavirus infizierte Menschen krank werden und Fieber bekommen, können Infizierte, die noch kein Fieber haben, nicht durch einen Thermoscanner identifiziert werden.
  • Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie der Pneumokokken-Impfstoff und der Impfstoff gegen Haemophilus influenza Typ B bieten keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Trotzdem werden diese Impfungen gegen Atemwegserkrankungen zum Schutz der Gesundheit empfohlen.
  • Menschen jeden Alters (auch Kinder) können an COVID-19 erkranken. Ältere Menschen und Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen scheinen nur anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.

Welche Symptome sind typisch? | 10.03.2020

Die Coronavirus macht derzeit vielen Menschen Angst. Welche Symptome können auf eine Infektion hindeuten und welche nicht?

  • Erkältung: Halsschmerzen, danach Schnupfen, Niesen und schleimiger Husten, leicht erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit und leichte bis mässige Kopfschmerzen – das sind die klassischen Symptome einer banalen Erkältung (grippaler Infekt). Und sie sind nicht typisch für eine Infektion mit dem neuen Coronavirus!
  • Coronavirus-Infektion: Das Coronavirus (COVID-19) scheint vor allem die unteren Atemwege zu befallen. Hauptsymptome sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit. Erkältungssymptome wie Niesen und eine laufende Nase treten nach bisherigen Berichten in der Fachliteratur eher selten auf. 
  • Grippe: Bei einer echten Grippe (Influenza) kommen zu diesen noch mehr Symptome hinzu: Es besteht neben Husten, evtl. Schnupfen und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber auch ein starkes Krankheitsgefühl mit Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit.

Ein wichtiger Punkt für den gerechtfertigten Verdacht ist nach derzeitigem Stand, ob die Person in stark betroffenen Gebieten war und/oder engen Kontakt mit Personen aus diesen Gebieten oder positiv getesteten Personen hatte. Wenn dies für Sie zutrifft und Sie die oben beschriebenen Symptome an sich bemerken, sollten Sie sich bei einer Gesundheitseinrichtung (Arztpraxis, Notfallambulanz) telefonisch melden. Laufend aktualisierte Informationen zur Situation in der Schweiz

Corona und Schwangerschaft | 08.03.2020

Nach den bisherigen Erfahrungen erkranken Schwangere - wenn überhaupt - dann nur leicht an COVID-19. Insofern reichen die empfohlenen vorbeugenden Massnahmen aus. Beruhigend: Bei der Virusfamilie, zu der das Coronavirus gehört, ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen. Auch eine Virus-Übertragung vor, während oder nach der Entbindung ist bisher nicht beobachtet worden. Bisher ist zudem keines der Neugeborenen von infizierten Müttern positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Proben von Fruchtwasser oder Muttermilch wurde noch kein Virus nachgewiesen. Beim Stillen wird infizierten Müttern jedoch ein Mundschutz empfohlen. Bei den wenigen Schwangeren, die während der Schwangerschaft positiv auf das Coronavirus getestet wurden, kam es etwas häufiger zu Frühgeburten. Ob diese in unmittelbarer Beziehung zu einer mütterlichen Infektion stehen, ist aber aufgrund der geringen Fallzahl unklar. Idealerweise sind Schwangere gegen Grippe geimpft. Die Grippeimpfung schützt zwar nicht vor COVID-19, aber so können Schwangere nicht zeitgleich an beiden Infektionen erkranken. Ungeimpfte Schwangere sollten sich auch jetzt noch impfen lassen. Zu unseren laufend aktualisierten Infos...

Arbeitsrecht | 28.02.2020

Das Coronavirus breitet sich immer mehr aus (Aktuelle Infos). Früher oder später werden auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit dem Virus konfrontiert sein. Doch wer bezahlt Absenzen aufgrund des Coronavirus? Grundsätzlich gilt der Grundsatz, ohne Arbeit kein Lohn. Davon gibt es aber verschiedene Ausnahmen, in denen der Lohn dennoch geschuldet wird - ganz oder zumindest teilweise. Da geht es um die verspätete Rückkehr aus den Ferien, wenn z.B. Flüge gestrichen wurden, Arbeitsverweigerung wegen Angst vor Ansteckung, Behinderung auf dem Arbeitsweg wegen Ausfällen im ÖV, Betreuung erkrankter Kinder oder bei Schliessung einer Kindertagesstätte oder Schule. Antworten auf diese und andere Fragen ...

Coronavirus | 27.02.2020

Eine erste Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden deutet darauf hin, dass das neue Coronavirus (Sars-CoV-2) für Kinder wohl kaum schwere Folgen hat. Die Infektion verläuft weitestgehend ohne schwerwiegende Komplikationen. Für die Studie wurden Daten von rund 44000 Menschen mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion analysiert – darunter 416 Kinder im Alter von 0 bis 9 Jahren, bei denen es den Autoren zufolge keine Todesfälle gab. Auch für Menschen im Alter 10 und 39 Jahren ist die Gefahr für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung mit 0,2 Prozent eher gering. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass es bei Frauen mit 1,7 Prozent eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate als bei Männern (2,8 Prozent) gibt. Ausserdem scheint eine Übertragung des Virus im Mutterleib ersten Erkenntnissen nach nicht stattzufinden. Laufend aktualisierte Infos hier...

Letzte Aktualisierung : 25-03-20, BH

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