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Maskenpflicht im ÖV - 10 Fragen und Antworten

Im Bus, im Tram, im Zug, in der Seilbahn, auf dem Schiff und auf dem Skilift gilt in der ganzen Schweiz eine Maskenpflicht. Dies unabhängig davon, ob das Verkehrsmittel voll besetzt oder fast leer ist. Damit keine Unklarheiten aufkommen, hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Maskentragen im ÖV.

Müssen auch Kinder eine Maske tragen?

Bis zu ihrem 12. Geburtstag sind Kinder von der Maskenpflicht befreit. Dies gilt auch für Jugendliche und Erwachsene, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können. Zu den medizinischen Gründen zählt das Bundesamt für Gesundheit (BAG): Gesichtsverletzungen, hohe Atemnot, Angstzustände beim Tragen einer Maske sowie Beeinträchtigungen, die das Tragen einer Maske nicht zumutbar oder umsetzbar machen. Für alle anderen Reisenden ist die Maske obligatorisch.

Welche Masken sind geeignet?

Die Maske muss Nase und Mund bedecken, damit sie wirksam ist. Personen, die an einer akuten Atemwegserkrankung leiden, empfiehlt das BAG das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken (Hygienemasken, chirurgische Masken, OP-Masken). Textilmasken sollten industriell gefertigt sein und dem Standard entsprechen, den die Swiss National COVID-19 Science Task Force erarbeitet hat. Atemschutzmasken (FFP-Masken) dienen dem medizinischen Personal zum Schutz und sind für Privatpersonen nicht empfohlen. Abgeraten wird auch von selbstgenähten Schutzmasken, da diese laut BAG nicht zuverlässig schützen. Ein Schal oder ein Tuch, das Sie sich vors Gesicht halten, gilt nicht als ausreichender Schutz und ist daher nicht erlaubt als Maskenersatz. Das Gleiche gilt für Visiere, da diese lediglich die Augen zuverlässig schützen.

Wie zieht man die Maske korrekt an?

1. Vor dem Anziehen der Maske sollten Sie sich die Hände gründlich mit Seife waschen oder desinfizieren.

2. Fassen Sie die Maske beim An- und Ausziehen nur an den Schlaufen an. Achten Sie darauf, dass sie Mund, Nase und Kinn gut bedeckt und am Gesicht anliegt.

3. Berühren Sie die Maske nach dem Aufsetzen nicht mehr. Falls dies doch einmal geschieht, waschen oder desinfizieren Sie sich die Hände. Dies sollten Sie auch tun, nachdem Sie die gebrauchte Maske ausgezogen haben.

4. Falls die Maske bei längerem Tragen durch die Atemluft feucht wird, ist ein Maskenwechsel angesagt.

Einwegmasken mehrmals verwenden - geht das?

Wie es der Name sagt, können Einwegmasken nur einmal getragen werden. Entsorgen Sie die Hygienemaske möglichst bald nach Gebrauch in einem Abfalleimer und verwenden Sie bei der nächsten Zug- oder Busfahrt eine neue. Waschen oder desinfizieren Sie sich die Hände, nachdem Sie die gebrauchte Maske entsorgt haben.

Wie werden Textilmasken richtig verwendet?

Stoffmasken können Sie am gleichen Tag mehrmals verwenden und bis zu vier Stunden tragen. In der Zeit, in der die Maske nicht gebraucht wird, sollten Sie diese an einem Haken aufhängen oder in einem Papierbeutel aufbewahren. Sie sollte dabei nicht mit anderen Gegenständen in Berührung kommen. Achten Sie beim Zusammenfalten darauf, dass sich die Innen- und Aussenseite der Maske nicht berühren. Plastikbeutel eignen sich nicht für die Aufbewahrung, da die Masken darin nicht trocknen. Zudem überleben Viren auf Plastik länger als auf Papier. 

Wie werden Textilmasken richtig gewaschen?

Waschen Sie Textilmasken mit Vollwaschmittel bei mindestens 60 Grad und lassen Sie sie danach gut trocknen. Falls Sie mal keine andere Wäsche zu waschen haben, können Sie die Maske auch in der Pfanne auskochen. Dazu die Maske mit heissem Wasser in einen sauberen Kochtopf geben, 5 bis 10 Minuten lang auskochen und danach gut trocknen lassen. Dabei ist allerdings wichtig, dass alle Bestandteile der Textilmaske kochfest sind. Textilmasken können auch auf hoher Stufe mit dem Dampfbügeleisen gebügelt werden, und zwar so lange, bis der Stoff richtig heiss ist. Achten Sie dabei unbedingt darauf, auch zwischen den Falten und entlang der Säume sehr gründlich zu bügeln. Diese Methode ersetzt jedoch keinen Waschgang, sondern eignet sich nur für zwischendurch, wenn keine Möglichkeit zum Waschen besteht.

Was passiert, wenn ich im ÖV keine Maske trage?

Wer sich weigert, in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske zu tragen, muss bei der nächsten Station aussteigen. Tun Sie dies nicht, können Sie gebüsst werden.

Darf man in öffentlichen Verkehrsmitteln noch essen und trinken?

Essen und Trinken im ÖV ist weiterhin erlaubt, die Maske darf für diesen Zweck entfernt werden - dem Familienpicknick im Zug steht also in dieser Hinsicht nichts im Wege. Wichtig ist dabei natürlich, dass Sie weiterhin gut auf die Hygiene achten und die Maske nicht mit anderen Gegenständen in Berührung bringen. Im Speisewagen und im Schiffsrestaurant besteht keine Maskenpflicht.

Muss die Maske bereits auf dem Perron getragen werden?

Ja, die Maskenpflicht gilt an allen Haltestellen und Bahnhöfen, also auch auf dem Perron und in Unterführungen. Auch beim Anstehen am Skilift oder an der Schiffsstation muss eine Maske getragen werden. 

Geben die Verkehrsunternehmen Masken an die Passagiere ab?

Nein, Sie sind selbst dafür verantwortlich, genügend Masken dabei zu haben. Bahnhofsapotheken, Supermärkte und Kioske führen jedoch inzwischen sowohl Masken als auch Desinfektionsmittel in ihrem Sortiment, so dass Sie sich unterwegs eindecken können, falls mal etwas vergessen gegangen ist.

Newsticker

Feuchte Maske | 02.12.2020

Wenn es in diesen Monaten draussen häufiger nass ist, kann die Alltagsmaske schnell ihre Schutzwirkung verlieren. Die Feuchtigkeit schränkt den Luftstrom ein und macht den Stoff durchlässig. Keime wie Bakterien und Viren können durch den nassen Stoff leichter nach aussen dringen. Eine gründliche Masken-Hygiene ist jetzt besonders wichtig. Sobald sich die Maske feucht anfühlt, sollte sie gewechselt werden. Deshalb ist es sinnvoll, immer eine Ersatzmaske dabei zu haben. Abgenommene Masken sollten nicht einfach um den Arm gestreift oder in die Jackentasche gesteckt werden. Besser ist es, sie in einem sauberen, wiederverschliessbaren Beutel zu verstauen. Wird die nasse Maske mit dem Fön getrocknet, ist sie nicht mehr steril. Besser ist es, sie zum Trocknen aufzuhängen oder gleich bei 60 Grad zu waschen. Und auch, wenn es im Winter kalt draussen ist: In Innenräumen ist die Ansteckungsgefahr höher. Menschenmengen in geschlossenen Räumen sollten vermieden werden, so gut es geht. Regelmässiges Lüften ist zusätzlich wichtig, um die Ansteckungsgefahr geringer zu halten.

Ist Augenschutz notwendig? | 12.11.2020

Sars-CoV-2 ist hochgradig infektiös und wird hauptsächlich durch das Einatmen von Tröpfchen oder Aerosolen übertragen. Aber kommt das Coronavirus auch über die Augen in unseren Körper? Das ist mit heutigem Wissensstand unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Reibt man sich beispielsweise die Augen mit Corona-kontaminierten Händen, wäre eine Übertragung auf die Nasenschleimhaut oder die Atemwege denkbar. Es gibt im Kopf Verbindungen zwischen den Augen und der Nase wie etwa Tränenwege. Es ist jedoch noch nicht eindeutig geklärt, ob die Zellen der Bindehaut genügend Eintrittspforten hätten. Bei Untersuchungen mit mehr als 2.000 Covid-19-Patienten hatten lediglich drei Prozent Zeichen einer leichten Bindehautentzündung. Nach derzeitiger Studienlage weist somit nichts darauf hin, dass die Augen eine bedeutsame Eintritts- oder Austrittspforte des Virus sein könnte. Trotzdem sollten wir vorsichtig sein, denn eine völlige Entwarnung gibt es aktuell nicht. Augenärzte empfehlen weiterhin bei engem Kontakt mit Covid-19-Patienten das Tragen von Schutzbrillen, welche die Augen umschliessen.

Wirksame Massnahme | 30.10.2020

In Asien gilt es als Selbstverständlichkeit, hierzulande sind selbst Experten skeptisch – doch jetzt gibt es konkrete, wissenschaftlich fundierte Belege: Eine Maskenpflicht für öffentliche Orte verringert die Anzahl der Corona-Infektionen in einer Region um mindestens ein Viertel. Vielleicht sogar um knapp die Hälfte, so das Ergebnis einer aktuellen kanadischen Studie. Dort wurde die Maskenpflicht in den verschiedenen Provinzen über mehrere Monate hinweg nach und nach eingeführt. Da ansonsten überall annähernd dieselben Vorgaben galten, konnten die Forscher die Ausbreitung gut miteinander vergleichen. In den ersten Wochen nach Einführung der Maskenpflicht verringerte sich die durchschnittliche wöchentliche Anzahl neu diagnostizierter Covid-19-Fälle um 25 bis 31 Prozent, in manchen Provinzen sogar um 36 bis 46 Prozent. Europäische Forscher hatten bereits den Sonderfall der deutschen Stadt Jena untersucht und dabei übereinstimmende Ergebnisse erhalten. In Jena war eine Maskenpflicht vergleichsweise früh eingeführt worden, die Corona-Neuinfektionen konnten um 40 Prozent reduziert werden.

Maskentragen schützt | 15.05.2020

Das Coronavirus könnte einer neuen Studie zufolge möglicherweise vor allem beim Sprechen übertragen werden. Die US-Forscher liessen für die Studie eine Testperson in einem umschlossenen Raum 25 Sekunden lang laut den Satz "Stay healthy" (Bleib gesund) wiederholen. Ein in den Raum projizierter Laser beleuchtete die Tröpfchen, wodurch sie sichtbar gemacht und gezählt werden konnten. Die beim Sprechen ausgestossenen Mikrotröpfchen können in einem geschlossenen Raum durchschnittlich zwölf Minuten lang in der Luft bleiben. Die Wissenschaftler gehen davon aus,  dass jede Minute lauten Sprechens mehr als tausend virusbelastete Tröpfchen produzieren kann, die dann in einem geschlossenen Raum in der Luft hängen bleiben. Schon in einer im April veröffentlichten Studie wurde beobachtet, dass leiseres Sprechen weniger Tröpfchen produziert. Diese Erkenntnis könnte die schnelle Ausbreitung des Virus erklären und die Empfehlungen für das Tragen von Gesichtsmasken wissenschaftlich untermauern.

Letzte Aktualisierung : 07-12-20, TV

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