Vaterschaftsurlaub
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Vaterschaftsurlaub

Von Gesetztes wegen gibt es heute keinen Anspruch auf bezahlten Vaterschaftsurlaub. Er basiert ausschliesslich auf Freiwilligkeit der Arbeitgeber. Im Juni 2017 wurde eine Volksinitiative eingereicht, die 20 Tage bezahlte Ferientage nach der Geburt für den gesetzlich durchgesetzen will. Die Schweizer Stimmbevölkerung wird bald über dieses Anliegen abstimmen können.

Im Schnitt gewähren die Unternehmen den Vätern heute bei der Geburt ihres Kindes zwischen ein und drei Tagen Urlaub. Immer mehr Firmen gehen aber ein wenig weiter, um den Vätern das Erlebnis der ersten Tage des Neugeborenen zu erlauben. Die Fronten sind sich jedoch am bewegen:

  • Als einer der Vorreiter hatte Swisscom in 2006 einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von 2 Wochen eingeführt
  • Post, SBB, UBS kennen ebenfalls einen Vaterschaftsurlaub von 2 Wochen
  • Bei Migros, Zurich und Raiffeisen erhalten die Väter einen Vaterschaftsurlaub von 3 Wochen
  • Johnson & Johnson bieten den Vätern sogar 8 Wochen Vaterschaftsurlaub an.

Im internationalen Vergleich hinkt die Schweiz aber immer noch hinter anderen Ländern her. Besonders grosszügig sind die skandinavischen Staaten. Zum Vergleich: Dänemark kennt einen bezahlten Mutterschaftsurlaub von 28 Wochen, wovon 10 Wochen auf Väter übertragen werden können. In Finnland dauert die bezahlte Auszeit 1 Jahr, die ersetn 21 Wochehn für die Mutter, die übrigen 31 Wochen dürfen sich die Eltern teilen. Schweden kennt einen bezahlten Elternurlaub von 15 Monaten, davon mindestens 1 Monat für den Vater.

Beim Bund gibt es seit 2013 zehn statt fünf Tage Vaterschaftsurlaub. Wenn es die betriebliche und individuelle Situation zulässt, kann der Vaterschaftsurlaub mit bereits bestehenden Arbeitszeitmodellen ergänzt und ausgedehnt werden, beispielsweise mit unbezahltem Urlaub, Telearbeit, Teilzeitarbeit oder einem Sabbatical.

Newsticker

Vaterschaftsurlaub | 24.09.2018

Am 20. September 2018 hat die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates den indirekten Gegenvorschlag zur Vaterschaftsurlaubs-Initiative angenommen und folgt damit der Ständeratskommission, die 2 Wochen Vaterschaftsurlaub vorgeschlagen hatte. Als nächstes soll von der Sozialkommission des Ständerats (SGK-S) ein konkretes Projekt ausgearbeitet werden, das anschliessend in Vernehmlassung geht. Damit erkennt das Parlament die Notwendigkeit eines Vaterschaftsurlaubs an. Kritik kommt von Seiten der Volksinitiative "Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie", welche die geforderten 4 Wochen bereits für einen Kompromiss hält.

Bund verlängert Vaterschaftsurlaub:

Der Bundesrat verdoppelt das Ferienguthaben seiner Angestellten, die gerade Vater geworden sind, von derzeit fünf auf zehn Tage. Zudem erhalten sie das Anrecht, nach der Geburt eines Kindes ihr Arbeitspensum um 20 Prozent zu reduzieren. Im April soll ein Datum für das Inkrafttreten festgelegt werden. Die Massnahmen sind Teil der bereits vom Bundesrat gutgeheissenen neuen Bundespersonalverordnung. Zudem will Sozialminister Alain Berset die Möglichkeiten für ähnliche Massnahmen in der freien Wirtschaft untersuchen lassen. (swissmom Newsticker vom 31.3.2013)

Letzte Aktualisierung : 06-04-20, PvE / CF / AS / NK

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