Schwangere und Mädchen beim Händewaschen
Familie | Infektionen | Vorsicht! (Risiko)

Corona - Vorbeugung, Ansteckung und Erkrankung

Das Coronavirus breitet sich aus. Mit sinkenden Aussentemperaturen und weniger Möglichkeit, das Leben im Freien stattfinden zu lassen sogar schneller und stärker als zu Beginn der Pandemie in den Monaten März und April. Wir alle können durch einfache Massnahmen dazu beitragen, dass unser Gesundheitssystem bei der zweiten Welle nicht zusammenbricht. Worauf man jetzt achten muss, lesen Sie hier.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

Das neue Corona-Virus gehört zur selben Virusfamilie wie das SARS-Virus, das 2002 und 2003 grassierte und ebenfalls Lungenentzündungen auslöste. Zur Corona-Familie gehören aber auch harmlose Schnupfenviren und Erreger, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Das Virus vermehrt sich im Rachen, ähnlich wie die Influenzaviren ("echte" Grippe). Daher kann eine Infektion (COVID-19) schon bei Patienten in frühen Stadien im Labor aus Nasen- oder Rachenabstrichen nachgewiesen werden. Einer Studie der US-Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) zufolge können Virus-Infizierte schon bis zu drei Tage vor dem Erscheinen erster Symptome ansteckend sein.

Inzwischen weiss man, dass das Virus auch über Aerosole (minimal kleinste Feuchtigkeitströpfchen), also quasi „über die Luft“ übertragen wird, und dass es sich nicht nur um Tröpfchen- und/oder Schmierinfektionen handelt. Die indirekte Ansteckungsgefahr (also wenn man mindestens eine Armlänge Abstand hält oder jemand nur die Türklinke anfasst, die vorher eine infizierte Person berührt hat) scheint aber nach den bisherigen Erfahrungen gering zu sein. Sie kann noch weiter reduziert werden durch Tragen von Gesichtsmasken (Mund-Nasen-Schutz).

Wichtige Hygieneregeln

  • Waschen Sie sich stündlich 20 Sekunden lang die Hände, am besten mit Flüssigseife.
  • Benutzen Sie ein eigenes Handtuch (gewaschen bei 60 Grad oder mehr).
  • Niesen oder husten Sie in die Armbeuge. Papertaschentücher sind sofort zu entsorgen.
  • Reduzieren Sie unnötige soziale Kontakte, v.a. in geschlossenen Räumen.
  • Halten Sie Abstand zu anderen Menschen, v.a. zu Personen mit Erkältungs- oder Grippesymptomen. Vermeiden Sie Händeschütteln, Umarmungen, Wangenküsschen.
  • Kommen Sie Gesichtern nicht näher als zwei Meter. Die Viruströpfchen fliegen nicht weiter und können nur über Schleimhäute eindringen, also Nase und Mund. Die Augenschleimhaut ist als Eintrittspforte weniger relevant.
  • Sprechen Sie nicht zu laut, weil es dabei zum verstärkten Ausstoss von Tröpfchen kommt.
  • Fassen Sie sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht. Das reduziert Schmierinfektionen von kontaminierten Oberflächen.

Wie wäscht man sich die Hände richtig?

Maskenpflicht - wo?

In der Schweiz besteht eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Flugzeugen, die in der Schweiz starten oder landen, ausserdem in öffentlich zugänglichen Räumen, Restaurants (innen und aussen), Bars, Clubs und Geschäften und belebten Fussgängerzonen, Schulen ab Sekundarstufe II. Kinder unter zwölf Jahren müssen keine Maske tragen. Ebenso von der Maskenpflicht ausgenommen sind Personen, die aus besonderen Gründen, hauptsächlich medizinischen, keine Masken tragen können.

Das BAG empfiehlt grundsätzlich, immer eine Maske zu tragen, wenn Sie den Abstand von 1,5 Metern nicht einhalten können und keine Abschrankungen wie Trennwände angebracht sind.

Das Tragen einer Maske - egal welcher Art - in der Öffentlichkeit dient in erster Linie zum Schutz von anderen Personen. Eine infizierte Person kann bereits zwei Tage vor Auftreten der Symptome ansteckend sein, ohne es zu wissen. Wenn also auf engem Raum alle Personen eine Maske tragen, wird jede Person von den anderen geschützt. Durch das Maskentragen ist kein hundertprozentiger Schutz gewährleistet, jedoch verlangsamt sich so die Ausbreitung des neuen Coronavirus.

SwissCovid App und Contact Tracing

Beim Contact Tracing werden enge Kontakte von mit dem Coronavirus infizierten Personen ausfindig gemacht. Die SwissCovid App unterstützt dies: Sie stellt fest, ob wir Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Dadurch können wir Übertragungsketten stoppen. Die SwissCovid App ist im Apple Store und Google Play Store verfügbar. Die Nutzung der SwissCovid App ist freiwillig und kostenlos. Je mehr Personen die App installieren und verwenden, umso wirksamer unterstützt sie die Eindämmung des neuen Coronavirus.

Die Inkubationszeit des Coronavirus

Die Inkubationszeit, d.h. der Zeitraum von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen, beträgt etwa zwei Tage bis zwei Wochen, im Extremfall bis 26 Tage. Man kann davon ausgehen, dass eine Übertragung schon einige Tage vor Beginn der Krankheitssymptome möglich ist.

Wer wird getestet, wer muss in Quarantäne?

Das BAG hat am 24.6.20 neue Testkriterien herausgegeben und übernimmt in bestimmten Fällen die Kosten für einen Test. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests (molekularbiologische Tests) und Antigen-Schnelltests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird.

Getestet werden soll, wenn Sie Symptome haben, die zu Covid-19 passen (s.u.) und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Test auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus anordnet.

  • Tests an Personen mit Symptomen: Getestet werden alle Personen, die unter Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung (Halsschmerzen, Husten (meist trocken), Kurzatmigkeit, Brustschmerzen) leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Kopfschmerzen, allgemeiner Schwäche, Unwohlsein, Muskelschmerzen, Schnupfen, Magen-Darm-Symptomen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen), Hautausschlägen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen.
  • Tests an Personen ohne Symptome: Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern.
  • Quarantäne: Bei positivem, aber auch bei negativem Test sollen Personen mit verdächtigen Symptomen  eine Isolierung von mindestens 10 Tagen einhalten. Die Quarantäne kann verlassen werden, wenn der Infizierte 48 Stunden lang symptomfrei gewesen ist.
  • Kontaktpersonen: Von dieser Selbstisolation für 10 Tage sind auch alle Personen betroffen, die im selben Haushalt leben oder mit denen man intimen Umgang hatte.

Eine Meldung durch die SwissCovid App von einem Kontakt mit einer infizierten Person gilt ebenfalls als Kriterium.

Wenn die Testkriterien des BAG nicht erfüllt sind, übernimmt der Bund die Testkosten nicht. Dies kann der Fall sein, wenn Sie beispielsweise ein Testresultat für eine Reise benötigen oder der Test nur auf Wunsch Ihres Arbeitgebers erfolgt.

Stimmt es, dass Kinder nicht so schwer erkranken?

Ja. Mehr noch als für gesunde Erwachsene ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf und Todesgefahr für Säuglinge und Kleinkinder nach den bisherigen Erfahrungen extrem gering. Kinder werden in der Regel von Erwachsenen infiziert und nicht von anderen Kindern. Sie können die Infektion weitergeben, wenn auch wahrscheinlich in geringerem Umfang.

Was ist zu tun, wenn man Symptome verspürt?

Wenn Sie engen Kontakt (auf weniger als Armlänge) mit Menschen hatten, die erkrankt sind, und/oder die folgenden Symptome verspüren, gehen Sie nicht mehr in die Öffentlichkeit und kontaktieren Sie – zuerst telefonisch! – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung (zum Beispiel ein Spital):

  • häufig Fieber und trockener Husten
  • manchmal Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Atemnot, Geruchs- und Geschmacksverlust, Durchfall
  • sehr selten Schnupfen und Niesen,Übelkeit

Bei Verdacht auf COVID-19 - auch wenn kein Fieber besteht - werden Abstriche aus Nase und/oder Hals in Diagnose-Labors untersucht und eine Meldung innerhalb von zwei Stunden gemacht. Ein positives Ergebnis wird im Referenzlabor Genf endgültig bestätigt. Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern.

Worin liegt der Unterschied zu einer Grippe?

Die Hauptsymptome einer Coronavirus-Infektion sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit – wie bei einer echten Grippe (Influenza). Hier besteht neben Husten und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber aber auch Schnupfen und ein starkes Krankheitsgefühl sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Sowohl die Grippe als auch COVID-19 können zu einer Lungenentzündung führen, die tödlich sein kann. Nach den bisher bekannten Zahlen ist das Coronavirus gefährlicher als die Grippeviren.

Ein weiterer Unterschied ist die Inkubationszeit, die bei der Influenza nur ein bis zwei Tage beträgt, beim Coronavirus 2 – 14 Tage. Dazu kommt, dass das Coronavirus wahrscheinlich deutlich ansteckender ist als Grippeviren, vielleicht weil die Virendichte im oberen Rachenraum von Infizierten deutlich höher liegen kann als bei Grippepatienten. Dass es gegen COVID-19 bisher keine Impfung gibt und auch nicht allzu bald geben wird, ist ein weiterer bedeutsamer Unterschied. Die Grippeimpfung schützt nicht gegen das Coronavirus. Ausserdem gibt es noch keine Herdenimmunität gegen das Coronavirus, weil es eben "neu" ist.

Die typischen Symptome bei Covid-19, Erkältung und Grippe

Symptom Corona Erkältung Grippe
Fieber **** * ****
(trockener) Husten **** *** ****
Gliederschmerzen ** **** ****
Halsschmerzen ** **** ***
Kopfweh ** * ****
Müdigkeit ** ** ****
Geruchs- und Geschmacksverlust *** o **
(schleimiger) Husten * **** *
Schnupfen * **** **
Niesen o **** o

Newsticker

Corona trifft Geschlechter unterschiedlich | 09.06.2021

Bei der Covid-19-Erkrankung zeigen sich klare Geschlechter-Unterschiede: Männer erkranken oft schwerer und müssen intensivmedizinisch versorgt werden, Frauen leiden länger (Long-Covid). Das ist eigentlich erstaunlich, denn bei der Anzahl der nachgewiesenen Infektionen sind beide Geschlechter etwa gleich betroffen. Aber schon in der ersten Welle der Sars-CoV-2-Infektionen fiel auf, dass deutlich mehr schwerkranke Männer auf den Intensivstationen waren als Frauen - und zwar weltweit. Die Wahrscheinlichkeit für Männer, an Covid-19 zu sterben, ist ca. 1,4-mal so hoch wie für Frauen. Andererseits haben es Frauen möglicherweise schwerer, sich von einer Infektion zu erholen, sogar dann, wenn die Symptome gar nicht heftig waren. 80 Prozent der Menschen, die auch acht Wochen nach der Infektion noch Symptome zeigten, sind weiblich. Das sogenannte „Long Covid“ ist durch anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung und Kurzatmigkeit gekennzeichnet. Auch Kopfschmerzen und neurologische Ausfälle, Herzprobleme, oder anhaltender Verlust oder Einschränkung der Geschmacks- und Riechsinne können auftreten.

Weniger ansteckend | 26.05.2021

Kinder verbreiten beim Sprechen und Singen viel weniger der für eine Übertragung von Coronaviren relevanten Aerosole als Erwachsene. Untersucht wurden bei 15 acht- bis zehnjährigen Mädchen und Jungen die Emissionsstärken bei Ruheatmung, Sprechen, Singen und Rufen. Diese wurden mit den Werten von 15 Erwachsenen verglichen. "Kinder im Grundschulalter emittierten beim Sprechen eine Anzahl von Partikeln in der Grössenordnung wie Erwachsene beim Atmen, und beim Singen emittierten sie ähnlich viele Partikel wie Erwachsene beim Sprechen", sagt Prof. Dirk Mürbe, Direktor der Klinik für Audiologie und Phoniatrie an der Charité Berlin. Die Anzahl der Aerosole hänge dabei stark von der Lautstärke ab. Der Befund könne auch für die Arbeit von Kinderchören eine Rolle spielen. Dort sei je nach äusseren Umständen wie Grösse des Raumes, Anzahl und Aufenthaltsdauer der Kinder sowie den Lüftungskonzepten mehr möglich als bisher praktiziert. Singen verliere seit dem Verbot in der Gesellschaft mehr und mehr sein positives und gesundes Image. Dabei sei bekannt, wie wichtig Singen für die sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern ist.

„Ciao Corona“ | 25.05.2021

Die Universität Zürich hat zum dritten Mal 2'500 Zürcher Schulkinder (275 Klassen und 55 Schulen) auf Antikörper gegen das neue Coronavirus getestet, welche der Beleg für eine durchgemachte Infektion sind. Dabei zeigt sich: Knapp 20 % aller Kinder haben bis April 2021 solche Antikörper im Blut. Damit sei die Infektionsrate mit jener der Eltern und des Schulpersonals vergleichbar. Bei 80 % der infizierten Schülerinnen und Schüler bleiben die Antikörper mindestens sechs Monate erhalten, bei rund 20 % waren sie nach dieser Zeit nicht mehr nachweisbar. Es sei aber möglich, dass diese Kinder durch andere Abwehrmechanismen des Körpers, z.B. T-Zellen, vor einer Wiederansteckung geschützt sind, meinen die Forscher. Noch sei aber unklar, wie lange die natürliche Immunität anhalte. Interessant: Nur ein Drittel der infizierten Kinder und Jugendlichen hatte Symptome, keines musste im Spital behandelt werden. 4 % davon berichten jedoch über Langzeitsymptome (möglicherweise Long-COVID). www.ciao-corona.ch

Besser abtrocknen | 30.04.2021

Schon früher haben Untersuchungen gezeigt, dass Beschäftigte im Gesundheitswesen sich nur zu 40 % richtig die Hände wuschen. Forscher haben jetzt getestet, wie sich verschiedene Methoden des Händetrocknens auf die Verbreitung von Keimen schlecht gewaschener Hände auswirken. Dafür haben Freiwillige ihre Hände mit Bakteriophagen (Viren, die ausschliesslich Bakterien befallen und für Menschen ungefährlich sind) kontaminiert. Nach Abschütteln der Flüssigkeit haben sie ihre Hände entweder mit einem Lufttrockner oder mit Papiertüchern getrocknet und sind anschliessend auf einem vorgegebenen Weg durch ein Krankenhaus gegangen. Es zeigte sich, dass die Kontamination von Oberflächen, die die Freiwilligen dabei berührt hatten, nach dem Händetrocknen mit einem Jet-Trockner zehnmal grösser war als mit Papiertüchern. Auch die Kleidung war stärker verunreinigt, wenn ein Lufttrockner benutzt wurde. Die Ergebnisse seien nicht nur für das Gesundheitswesen, sondern auch für öffentliche Toiletten mit hohem Besucherverkehr relevant.

Ab in den Ofen! | 22.01.2021

FFP2-Masken schützen im Alltag am besten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. In Deutschland sind sie deshalb schon in Geschäften und im ÖV obligatorisch. Allerdings sind sie nicht ganz günstig und so stellt sich die Frage: Darf man sie wiederverwenden? Neue Untersuchungen an der Universität Münster sehen darin für den Privatgebrauch kein Problem. Die Maske sollte nach dem Tragen entweder sieben Tage bei Raumluft getrocknet oder eine Stunde im Ofen 80°C trockener Hitze ausgesetzt werden. Auf diese Weise könne eine mögliche Kontamination mit dem Coronavirus stark reduziert und die Masken bis zu fünfmal getragen werden. Die Masken sollten zum Trocknen nicht auf die Heizung gelegt werden. Bei Temperaturen von 30 °C bis 40 °C wachsen Bakterien und Pilze besonders gut. Besser bei trockener Raumluft mit Klammern an eine Wäscheleine hängen! Im Backofen (Ober-Unterhitze) müssen 80°C eingehalten werden, unter 70°C bleiben die Viren ansteckend, über 90°C können sich die Masken verformen (Backofenthermometer). Die Wissenschaftler raten grundsätzlich davon ab, FFP2-Masken an aufeinanderfolgenden Tagen zu tragen. Zur Studie >>> 

Lüften, ohne zu erfrieren | 30.12.2020

Draussen sinken die Temperaturen und damit auch die Lust, Räume regelmässig zu lüften. Führen offene Fenster und kalte Luft nicht erst recht zu Erkältungen? Darauf gibt es keine Hinweise. Richtig ist: Schlecht gelüftete Räume mit einer grossen Anzahl von Aerosolen steigern das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Durch Husten, Niesen, aber auch schon durch Sprechen oder Atmen können sich die winzigen Erreger des Coronavirus mehrere Meter weit im Raum verteilen und dort noch stundenlang ansteckend sein. Plexiglasscheiben, Mindestabstände und ein Mund-Nasen-Schutz reichen in geschlossenen Räumen nicht aus. Wie funktioniert richtiges Lüften? Wichtig: Regelmässig, d.h. einmal pro Stunde mindestens ein Fenster für 3 Minuten öffnen, Klassenzimmer oder Büroräume sollten je nach Personenanzahl sogar alle 20 Minuten gelüftet werden. Auch wenn es eine Klimaanlage im Raum gibt! Bei Husten oder Niesen einzelner Personen sofort lüften, bei sportlichen Aktivitäten oder tobenden Kindern vermehrt lüften. Am besten ist das sogenannte Querlüften (Durchzug), es reichen schon drei bis fünf Minuten für einen effektiven Luftaustausch. Beim Stosslüften bleibt ein Fenster einige Minuten lang offen. Der Luftaustausch dauert hier etwas länger. Ein gekipptes Fenster allein ist keine gute Alternative, da der Raum nicht genug durchlüftet wird. 

Feuchte Maske | 02.12.2020

Wenn es in diesen Monaten draussen häufiger nass ist, kann die Alltagsmaske schnell ihre Schutzwirkung verlieren. Die Feuchtigkeit schränkt den Luftstrom ein und macht den Stoff durchlässig. Keime wie Bakterien und Viren können durch den nassen Stoff leichter nach aussen dringen. Eine gründliche Masken-Hygiene ist jetzt besonders wichtig. Sobald sich die Maske feucht anfühlt, sollte sie gewechselt werden. Deshalb ist es sinnvoll, immer eine Ersatzmaske dabei zu haben. Abgenommene Masken sollten nicht einfach um den Arm gestreift oder in die Jackentasche gesteckt werden. Besser ist es, sie in einem sauberen, wiederverschliessbaren Beutel zu verstauen. Wird die nasse Maske mit dem Fön getrocknet, ist sie nicht mehr steril. Besser ist es, sie zum Trocknen aufzuhängen oder gleich bei 60 Grad zu waschen. Und auch, wenn es im Winter kalt draussen ist: In Innenräumen ist die Ansteckungsgefahr höher. Menschenmengen in geschlossenen Räumen sollten vermieden werden, so gut es geht. Regelmässiges Lüften ist zusätzlich wichtig, um die Ansteckungsgefahr geringer zu halten.

Ist Augenschutz notwendig? | 12.11.2020

Sars-CoV-2 ist hochgradig infektiös und wird hauptsächlich durch das Einatmen von Tröpfchen oder Aerosolen übertragen. Aber kommt das Coronavirus auch über die Augen in unseren Körper? Das ist mit heutigem Wissensstand unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Reibt man sich beispielsweise die Augen mit Corona-kontaminierten Händen, wäre eine Übertragung auf die Nasenschleimhaut oder die Atemwege denkbar. Es gibt im Kopf Verbindungen zwischen den Augen und der Nase wie etwa Tränenwege. Es ist jedoch noch nicht eindeutig geklärt, ob die Zellen der Bindehaut genügend Eintrittspforten hätten. Bei Untersuchungen mit mehr als 2.000 Covid-19-Patienten hatten lediglich drei Prozent Zeichen einer leichten Bindehautentzündung. Nach derzeitiger Studienlage weist somit nichts darauf hin, dass die Augen eine bedeutsame Eintritts- oder Austrittspforte des Virus sein könnte. Trotzdem sollten wir vorsichtig sein, denn eine völlige Entwarnung gibt es aktuell nicht. Augenärzte empfehlen weiterhin bei engem Kontakt mit Covid-19-Patienten das Tragen von Schutzbrillen, welche die Augen umschliessen.

Newsticker

Q oder I | 06.11.2020

Wer soll in Quarantäne, wer soll sich isolieren? Beide Begriffe bedeuten, dass man den Kontakt zu anderen Menschen vermeidet. Wie streng die Kontaktvermeidung sein soll, hängt davon ab, ob man krank oder gesund ist. Quarantäne (auch Selbstisolation genannt) trennt eine oder mehrere Personen von der Allgemeinheit nach Kontakt mit Erkrankten - so lange bis man weiss, ob eine Ansteckung stattgefunden hat oder nicht, z.B. bis zum Ergebnis der Testung. Isolierung trennt dagegen Kranke von Gesunden. Erkrankte Personen sind in einem Zimmer oder speziellen Bereich und dürfen keinen Kontakt mit den gesunden Mitgliedern des Haushalts haben, solange sie ansteckend sind. Das Badezimmer sollte z.B. nicht geteilt werden bzw. sorgfältig nach Benutzung desinfiziert werden. Essen und Getränke sollten vor der Tür abgestellt werden. Betreuende müssen spezielle Schutzmassnahmen einhalten.

Wirksame Massnahme | 30.10.2020

In Asien gilt es als Selbstverständlichkeit, hierzulande sind selbst Experten skeptisch – doch jetzt gibt es konkrete, wissenschaftlich fundierte Belege: Eine Maskenpflicht für öffentliche Orte verringert die Anzahl der Corona-Infektionen in einer Region um mindestens ein Viertel. Vielleicht sogar um knapp die Hälfte, so das Ergebnis einer aktuellen kanadischen Studie. Dort wurde die Maskenpflicht in den verschiedenen Provinzen über mehrere Monate hinweg nach und nach eingeführt. Da ansonsten überall annähernd dieselben Vorgaben galten, konnten die Forscher die Ausbreitung gut miteinander vergleichen. In den ersten Wochen nach Einführung der Maskenpflicht verringerte sich die durchschnittliche wöchentliche Anzahl neu diagnostizierter Covid-19-Fälle um 25 bis 31 Prozent, in manchen Provinzen sogar um 36 bis 46 Prozent. Europäische Forscher hatten bereits den Sonderfall der deutschen Stadt Jena untersucht und dabei übereinstimmende Ergebnisse erhalten. In Jena war eine Maskenpflicht vergleichsweise früh eingeführt worden, die Corona-Neuinfektionen konnten um 40 Prozent reduziert werden.

Corona-Regeln verschärft | 29.10.2020

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 29.10.20 gleich mehrere, schweizweit gültige Massnahmen gegen den starken Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus ergriffen.

  • Ab 29. Oktober sind im öffentlichen Raum spontane Menschenansammlungen von mehr als 15 Personen verboten, namentlich auf öffentlichen Plätzen, auf Spazierwegen und in Parkanlagen.
  • Private Veranstaltungen: Nicht mehr als 10 Personen im Freundes- und Familienkreis. Familienfeiern sollen auf bessere Zeiten verschoben werden.
  • Keine Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen. Verbot sportlicher und kultureller Aktivitäten mit mehr als 15 Personen. Ausnahmen: Parlament, Gemeindeversammlungen, Kundgebungen, Unterschriftensammlungen.
  • Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie belebten Aussenräumen von Geschäften, Banken, Eingang von Sportanlagen, Arztpraxen und Spitäler, religiösen Einrichtungen, Bibliotheken, Museen, Kinos, Restaurants und Konzertlokalen. Eine Maskenpflicht gilt zudem in allen Bahnhöfen, Flughäfen und an Bus- und Tramhaltestellen. Die Maskenpflicht gilt ab 12 Jahren.
  • In Restaurants und Bars gilt eine Maskenpflicht und es darf nur noch im Sitzen konsumiert werden, höchstens 4 Personen pro Tisch. Kontaktdaten sind zu erheben. Sperrstunde 23 bis 6 Uhr. Clubs und Tanzlokale müssen schliessen.
  • Im Schulbereich verfügen die Kantone über eine sehr starke Autonomie. Die Maskenpflicht gilt in Schulen ab Sekundarstufe II. Hochschulen müssen Ferunterricht anbieten.
  • Das Homeoffice wird wieder empfohlen. Diejenigen, die nicht von daheim aus arbeiten können, müssen von den Arbeitgebern unterstützt werden. Am Arbeitsplatz drinnen gilt eine Maskenpflicht, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.

Asthma und Corona | 24.09.2020

Bronchialasthma scheint kein Risikofaktor für schwere COVID-19-Verläufe zu sein, wie Studiendaten  des Anschutz Medical Campus an der University of Colorado zeigen. In einer Analyse von 15 Studien waren die Asthma-Patienten unter stationär behandelten COVID-19-Patienten mit 6,8 Prozent ähnlich gross wie die Asthma-Häufigkeit in der Bevölkerung. Asthmatiker sind dagegen unter den stationär behandelten Patienten mit der saisonalen Grippe (Influenza) deutlich häufiger vertreten: Rund 20 Prozent sind hier Asthmatiker. COVID-19-Patienten mit Asthma mussten im Vergleich zu Patienten ohne Asthma auch nicht überproportional häufig mechanisch beatmet werden, so eine Auswertung von 436 COVID-19-Patienten des University of Colorado Hospitals.

Grippewelle plus zweite Coronawelle? | 25.08.2020

Dieses Jahr könnte die saisonale Grippe (Influenza) ab Oktober mit einer zweiten Corona-Welle zusammenfallen. Um das Gesundheitswesen im Winter zu entlasten, hat das BAG eine neue Impfkampagne lanciert. Der Bund will 1,8 Millionen Impfdosen zur Verfügung stellen – das sind doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor. Auch Säuglinge ab sechs Monaten sollen nun vermehrt gegen die Grippe geimpft werden – vor allem Kinder mit chronischen Krankheiten, ehemalige Frühgeborene (< 32 SSW bzw. < 1500 g) und Kinder, die mit Risikogruppen im Haushalt in Kontakt stehen (Schwangere, gefährdete Haushaltmitglieder). Auf Wunsch der Eltern können auch Kinder geimpft werden, die engen Kontakt mit weiteren Risikopersonen haben (z.B. Grosseltern > 64 Jahre). Kinder sind zwar nicht die wesentlichen Überträger des Coronavirus, spielen aber als Überträger von Influenza-Viren bei der Grippeverbreitung eine wichtige Rolle. Während Kinder in der Regel nur leicht an Covid-19 erkranken, könne sie eine Grippe schwer treffen. Ausserdem spricht für eine Impfung, dass sie besonders bei kleinen Kindern guten Schutz biete. 90 Prozent der Kinder und jungen Erwachsenen sind nach einer Impfung vor einer Infektion geschützt und übertragen sie so auch nicht an Erwachsene. Pro Jahr sterben schweizweit bis zu 2500 Menschen an der Grippe. Letzten Winter mussten die Ärzte des Kinderspitals Zürich 1400 Kinder mit Grippesymptomen behandeln, 97 davon stationär. Einige Eltern und Impfgegner fürchten bleibende Schäden und einen Schritt Richtung Impfzwang. Führende Kinderärzte halten dagegen, dass zwar keine Impfung ohne Risiko sei, die Gefahren aber viel geringer als bei einer natürlichen Erkrankung. Schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen wie kurzzeitiges Fieber treten bei weniger als einer von 100’000 Anwendungen auf und sind nur eine Reaktion des Immunsystems. www.impfengegengrippe.ch

Corona-Symptome ändern sich | 20.05.2020

Je länger die Coronavirus-Pandemie andauert, desto mehr Symptome werden der Krankheit zugeschrieben. Schien eine Infektion mit dem neuartigen Erreger sich zunächst ähnlich wie eine gewöhnliche Grippe auszuwirken, wird der Katalog der Krankheitszeichen nun immer länger.

Welche Symptome können auf COVID-19 hindeuten?

  • Fieber
  • (trockener) Husten
  • Atemnot/Kurzatmigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schnupfen 
  • Halskratzen
  • Verdauungsprobleme, Magenschmerzen und Durchfall
  • und inzwischen auch Wunden in der Haut, neurologische Probleme, blaue Zehen, Brustschmerzen, der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn.

Bei Erwachsenen kann Covid-19 laut mehrerer Studien diese schweren Folgen haben:

  • Schlaganfälle
  • Gehirnschwellungen / Hirnödem
  • Herzschädigungen
  • schwere urologische Komplikationen und Nierenschäden
  • Auswirkungen auf die männlichen Sexualhormone

Bei Kindern kann ein ungewöhnliche Entzündungssyndrom in Zusammenhang mit COVID-19 stehen. Die Fälle ähneln dem Kawasaki-Syndrom, einer Gefässerkrankung bei Kindern, die in selten Fällen bis zum Organversagen führen kann. Mehr dazu...

Seit dem 22. April werden in der Schweiz alle Personen getestet, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird.

Maskentragen schützt | 15.05.2020

Das Coronavirus könnte einer neuen Studie zufolge möglicherweise vor allem beim Sprechen übertragen werden. Die US-Forscher liessen für die Studie eine Testperson in einem umschlossenen Raum 25 Sekunden lang laut den Satz "Stay healthy" (Bleib gesund) wiederholen. Ein in den Raum projizierter Laser beleuchtete die Tröpfchen, wodurch sie sichtbar gemacht und gezählt werden konnten. Die beim Sprechen ausgestossenen Mikrotröpfchen können in einem geschlossenen Raum durchschnittlich zwölf Minuten lang in der Luft bleiben. Die Wissenschaftler gehen davon aus,  dass jede Minute lauten Sprechens mehr als tausend virusbelastete Tröpfchen produzieren kann, die dann in einem geschlossenen Raum in der Luft hängen bleiben. Schon in einer im April veröffentlichten Studie wurde beobachtet, dass leiseres Sprechen weniger Tröpfchen produziert. Diese Erkenntnis könnte die schnelle Ausbreitung des Virus erklären und die Empfehlungen für das Tragen von Gesichtsmasken wissenschaftlich untermauern.

Vergiftungsfälle steigen stark an | 23.04.2020

Verschärfte Hygiene ist gut - aber jetzt melden sich bei Tox Info Suisse vermehrt besorgte Eltern, weil ihre Kinder Desinfektionsmittel bzw. Desinfektionsgels eingenommen haben. Normalerweise sind das im Frühjahr rund 130 Fälle, in diesem Jahr sind es bereits rund 350, typischerweise Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren. „In etwa 99 von 100 Fällen ist das harmlos und das Kind muss nicht hospitalisiert werden“, so Hugo Kupferschmidt, Direktor von Tox Info Suisse (Tel. 145). Oft würden Kinder gar keine Symptome zeigen: „Sie nehmen meist wenig ein, weil Desinfektionsmittel ja ziemlich grusig schmeckt“. Allfällige Symptome können Trunkenheit ähneln, denn Handdesinfektionsmittel enthalten meist Ethanol (Trinkalkohol), Propanol oder Isopropanol. Letztere sind etwas giftiger als Ethanol, verursachen aber vergleichbare Symptome. Die Gangunsicherheit birgt Verletzungsgefahr. Bei grösseren Mengen kann Erbrechen folgen. Die Wirkstoffe können zudem zu einer Unterzuckerung und dadurch Schläfrigkeit führen. Was sollen Eltern tun? Kupferschmidt rät: „Am besten man wäscht den Mund aus und kompensiert die Unterzuckerung mit süssen Getränken.“ Das BAG mahnt in einem Tweet, Desinfektionsgels stets auf höheren Ablageflächen ausser Reichweite von kleinen Kindern aufzubewahren. Erste Hilfe bei Vergiftungen...

Mehr Corona-Tests | 22.04.2020

Bisher wurden nur Personen getestet, bei denen ein starker Verdacht auf CoViD-19 bestand. Neu sollen alle Personen einen Test erhalten, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird. Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern. Auch bei negativem Test sollen Personen mit verdächtigen Symptomen für mindestens zehn Tage und bis 48 Stunden nach dem Abklingen der letzten Symptome zu Hause in Isolation bleiben. Von dieser Selbstisolation sind auch alle Personen betroffen, die im selben Haushalt leben oder mit denen man intimen Umgang hatte.

Vorgeburtliche Coronavirus-Übertragung? | 10.04.2020

Da es sich beim Coronavirus um einen sehr neuen Erreger handelt, müssen wir noch viel darüber lernen. Beruhigend ist diese - vorläufige - Meinung der Experten: Bislang gibt es auch keine Hinweise darauf, dass Schwangere mit COVID-19 häufiger Fehlgeburten erleiden. Ausserdem ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen, wenn die Mutter sich in der Schwangerschaft ansteckt. Bisher ist noch kein Neugeborenes mit angeborenen Fehlbildungen auf die Welt gekommen. Es sind aber etliche der Babys positiv getestet worden. Sie hatten nur leichte Krankheitssymptome und mussten nicht beatmet werden. Die Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt, sie konnten sich also nicht während einer Vaginalgeburt bei der Mutter angesteckt haben. Sie wurden direkt nach der Geburt von ihren infizierten Müttern getrennt und auch nicht gestillt und die Zeitspannen zwischen Geburt und Infektionsnachweis war sehr kurz, sodass eine Ansteckung unmittelbar nach der Geburt praktisch ausgeschlossen werden konnte. Die Forscher schreiben: „Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das Virus in der Gebärmutter übertragen werden kann.“

Newsticker

Kinder gerade jetzt impfen! | 04.04.2020

Gerade in Zeiten des Coronavirus brauchen Säuglinge und Kleinkinder die regulären Schutzimpfungen. Laut Experten gibt es keine Hinweise darauf, dass ihr Immunsystems durch solche Impfungen und einer zeitgleichen SARS-CoV-2-Infektion überfordert wäre. Im Gegenteil: Durch die Impfungen wird das Kind gegen Infektionen geschützt, die es in der Pandemiezeit zusätzlich gefährden würden. Sowohl bei Masern als auch bei Windpocken kann beispielsweise eine Lungenentzündung als Komplikation vorkommen. Auch die Impfungen gegen Keuchhusten und Pneumokokken sind wichtig. Obwohl sie nicht direkt vor einer Coronavirusinfektion schützen, ist ein geschwächtes Kind mit einer Lungeninfektion sehr viel gefährdeter für einen schweren CoVID-19-Verlauf. Die Grippeimpfung (gegen Influenza) ist dagegen nur für Kinder mit chronischen Erkrankungen (z.B. Asthma oder Diabetes) angebracht. Deshalb sollen alle nach dem aktuellen Impfplan empfohlenen Impfungen bis zum Ende des zweiten Lebensjahres zeitgerecht durchgeführt werden. Ausnahme: Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern mit Symptomen einer Atemwegsinfektion werden wie üblich um 1-2 Wochen verschoben. Bei Kindern über zwei Jahre ist eine kurze Verschiebung des Impftermins sowieso kein Problem. Generell geben die Kinder- und Jugendärzte präzise Termine und trennen infektiöse oder möglicherweise infektiöse Kinder zeitlich und gegebenenfalls auch räumlich von den gesunden Kindern.

Seifenfehler! | 24.03.2020

Doppelt ist nicht immer besser. Das gilt in Corona-Zeiten vor allem für die oberste Hygieneregel, das Händewaschen. Wenn Sie sich die Hände gründlich mit Seife gewaschen haben, sollten Sie keinesfalls sofort zum Desinfektionsmittel greifen. Denn Seifenreste (= anionische Tenside) an den Händen neutralisieren die Wirkung der gängigen Desinfektionsmittel (= kationische Tenside). Das führt zu einem deutlich geringeren oder sogar einem kompletten Verlust der Reinigungswirkung und wird in der Medizin auch als „Seifenfehler“ bezeichnet. Also: Reinigungs- und Desinfektionsmittel nicht mischen. Und das Desinfektionsmittel besser im Intervall zwischen dem Händewaschen anwenden. Abgesehen vom Wirkungsverlust trocknet es die Haut auch sehr stark aus, wenn Sie kurz nacheinander schäumende Seife und alkoholhaltiges Desinfektionsmittel benutzen.

Wann gibt es eine Impfung? | 22.03.2020

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) ist gerade erst vom Tier auf den Menschen übergesprungen. Unser Immunsystem muss sich gegen diesen neuen Feind erst wappnen. Eine Impfung würde uns schneller immun machen. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff, und aus mehreren Ländern gibt es vielversprechende Ansätze. Wie zum Beispiel ein harmloses Virus mit Bruchstücken des Corona-Virus zu vermischen. Nach solch einer Impfung würde man nicht erkranken, aber Antikörper gegen die Corona-Teile bilden. Vielleicht könnte man aber auch Teile des Corona-Gens übertragen, gegen die der Körper direkt Antikörper und so seinen eigenen Impfstoff bilden würde. Nach der Entwicklung eines Impfstoffs braucht es jedoch noch einmal Monate, um ihn zu testen. Er muss schliesslich nicht nur wirksam sondern auch sicher und nebenwirkungsarm sein. In China und den USA sollen erste Testreihen an Freiwilligen schon begonnen haben. Experten rechnen jedoch frühestens im kommenden Jahr mit einem Impfstoff für die Allgemeinheit.

Kampf gegen das Coronavirus | 20.03.2020

Aktuell existiert noch kein Mittel, das die Ausbreitung des Coronavirus im Körper stoppt. Die Forschung läuft jedoch international auf Hochtouren. Um Zeit zu gewinnen, werden auch bereits auf dem Markt erhältliche Arzneimittel getestet. Grosse Hoffnung wird auf den Wirkstoff Hydroxychloroquin gesetzt, verwandt mit dem Malariamedikament Chloroquin. Er hemmt ein Enzym, das die Viren zum Leben brauchen. Chinesische Forscher konnten nachweisen, dass das Mittel in Zellkulturen tatsächlich die Vermehrung der neuartigen Coronaviren zu hemmen vermag; eine französische Studie an 26 COVID-19-Patienten verlief vielversprechend, vielleicht weil die Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin die Wirkung beschleunigt hat. Die Tests deuten darauf hin, dass Sars-CoV2 in nur sechs Tagen deutlich weniger  ansteckend war. - Getestet werden auch die AIDS-Mittel Darunavir und Kaletra sowie das Grippemedikament Tamiflu. Andere Wirkstoffe wie Kortison oder das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sollen wirksam sein, weil sie dämpfend auf das Immunsystem wirken. Grosse Aufmerksamkeit bekommt derzeit das Mittel Remdesivir. Es wurde gegen Ebola-Infektionen entwickelt und im Tierversuch erfolgreich getestet, ist aber noch nicht am Markt zugelassen. Mittlerweile laufen dazu mehrere internationale Studien.

Coronaviren lieben Plastik | 19.03.2020

Manche Oberflächen sind "gefährlicher" als andere, denn auf einigen Oberflächen überlebt das Coronavirus deutlich länger als auf anderen. Auf Edelstahl, Kunststoff und Plastik kann es am längsten überleben - mindestens 3 Tage. Dageben ist Papier (Geldscheine) und Karton offenbar keine gute Grundlage: Hier überlebt das Virus gerade mal 24 Stunden. Noch schlechter ist Kupfer mit max. 4 Stunden Überlebenszeit. Insgesamt ist die Ansteckungsgefahr über Oberflächen aber eher gering. Die bei weitem wichtigste Ansteckungsweg ist die sogenannte Tröpfcheninfektion, bei der die Coronaviren von infizierten Menschen z.B. beim Niesen oder Husten über Tröpfchen in die Luft abgegeben und anschliessend von einer anderen Person eingeatmet werden. In diesen Tröpfchen überleben sie nur bis zu 3 Stunden. Weil sie nur ca. einen Meter weit fliegen, ist Abstand die wichtigste und beste Schutzmassnahme. Hinzu kommen allgemeinen Regeln der Hygiene, wie regelmässiges Händewaschen mit Seife und nicht mit den Händen in Auge und Nase fassen. Nach Meinung der Hygiene-Experten ist es in der aktuellen Situation für gesunde Menschen nicht erforderlich, im Alltag Desinfektionsmittel anzuwenden, weil der neuartige Coronavirus schon sehr empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohol oder Tenside reagiert, z.B. in Seifen oder Geschirrspülmittel. Die Virusoberfläche wird beschädigt und das Virus so inaktiviert.

WHO räumt mit Corona-Mythen auf | 18.03.2020

Zur Zeit kursieren einige kuriose Mythen über das neuartige Coronavirus, mit denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer neuesten Publikation aufräumen will. Hier die Fakten:

  • Kaltes Wetter schränkt NICHT die Verbreitung des Coronavirus ein.
  • Weder ein heisses Bad, Ganzkörperdesinfektion mit Alkohol oder Chlor, Händetrockner, Spülen der Nase mit Kochsalzlösung, viel Knoblauch im Essen noch Antibiotika können die Viren abtöten.
  • Das neuartige Coronavirus kann NICHT durch Mückenstiche übertragen werden. Es handelt sich um ein Atemwegsvirus, das sich hauptsächlich durch Tröpfchen verbreitet, z. B. beim Husten oder Niesen einer infizierten Person.
  • Thermoscanner können Personen mit Fieber erkennen. Da es zwei bis zehn Tage dauert, bis mit dem Coronavirus infizierte Menschen krank werden und Fieber bekommen, können Infizierte, die noch kein Fieber haben, nicht durch einen Thermoscanner identifiziert werden.
  • Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie der Pneumokokken-Impfstoff und der Impfstoff gegen Haemophilus influenza Typ B bieten keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Trotzdem werden diese Impfungen gegen Atemwegserkrankungen zum Schutz der Gesundheit empfohlen.
  • Menschen jeden Alters (auch Kinder) können an COVID-19 erkranken. Ältere Menschen und Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen scheinen nur anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.

Welche Symptome sind typisch? | 10.03.2020

Die Coronavirus macht derzeit vielen Menschen Angst. Welche Symptome können auf eine Infektion hindeuten und welche nicht?

  • Erkältung: Halsschmerzen, danach Schnupfen, Niesen und schleimiger Husten, leicht erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit und leichte bis mässige Kopfschmerzen – das sind die klassischen Symptome einer banalen Erkältung (grippaler Infekt). Und sie sind nicht typisch für eine Infektion mit dem neuen Coronavirus!
  • Coronavirus-Infektion: Das Coronavirus (COVID-19) scheint vor allem die unteren Atemwege zu befallen. Hauptsymptome sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit. Erkältungssymptome wie Niesen und eine laufende Nase treten nach bisherigen Berichten in der Fachliteratur eher selten auf. 
  • Grippe: Bei einer echten Grippe (Influenza) kommen zu diesen noch mehr Symptome hinzu: Es besteht neben Husten, evtl. Schnupfen und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber auch ein starkes Krankheitsgefühl mit Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit.

Ein wichtiger Punkt für den gerechtfertigten Verdacht ist nach derzeitigem Stand, ob die Person in stark betroffenen Gebieten war und/oder engen Kontakt mit Personen aus diesen Gebieten oder positiv getesteten Personen hatte. Wenn dies für Sie zutrifft und Sie die oben beschriebenen Symptome an sich bemerken, sollten Sie sich bei einer Gesundheitseinrichtung (Arztpraxis, Notfallambulanz) telefonisch melden. Laufend aktualisierte Informationen zur Situation in der Schweiz

Corona und Schwangerschaft | 08.03.2020

Nach den bisherigen Erfahrungen erkranken Schwangere - wenn überhaupt - dann nur leicht an COVID-19. Insofern reichen die empfohlenen vorbeugenden Massnahmen aus. Beruhigend: Bei der Virusfamilie, zu der das Coronavirus gehört, ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen. Auch eine Virus-Übertragung vor, während oder nach der Entbindung ist bisher nicht beobachtet worden. Bisher ist zudem keines der Neugeborenen von infizierten Müttern positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Proben von Fruchtwasser oder Muttermilch wurde noch kein Virus nachgewiesen. Beim Stillen wird infizierten Müttern jedoch ein Mundschutz empfohlen. Bei den wenigen Schwangeren, die während der Schwangerschaft positiv auf das Coronavirus getestet wurden, kam es etwas häufiger zu Frühgeburten. Ob diese in unmittelbarer Beziehung zu einer mütterlichen Infektion stehen, ist aber aufgrund der geringen Fallzahl unklar. Idealerweise sind Schwangere gegen Grippe geimpft. Die Grippeimpfung schützt zwar nicht vor COVID-19, aber so können Schwangere nicht zeitgleich an beiden Infektionen erkranken. Ungeimpfte Schwangere sollten sich auch jetzt noch impfen lassen. Zu unseren laufend aktualisierten Infos...

Arbeitsrecht | 28.02.2020

Das Coronavirus breitet sich immer mehr aus (Aktuelle Infos). Früher oder später werden auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit dem Virus konfrontiert sein. Doch wer bezahlt Absenzen aufgrund des Coronavirus? Grundsätzlich gilt der Grundsatz, ohne Arbeit kein Lohn. Davon gibt es aber verschiedene Ausnahmen, in denen der Lohn dennoch geschuldet wird - ganz oder zumindest teilweise. Da geht es um die verspätete Rückkehr aus den Ferien, wenn z.B. Flüge gestrichen wurden, Arbeitsverweigerung wegen Angst vor Ansteckung, Behinderung auf dem Arbeitsweg wegen Ausfällen im ÖV, Betreuung erkrankter Kinder oder bei Schliessung einer Kindertagesstätte oder Schule. Antworten auf diese und andere Fragen ...

Coronavirus | 27.02.2020

Eine erste Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden deutet darauf hin, dass das neue Coronavirus (Sars-CoV-2) für Kinder wohl kaum schwere Folgen hat. Die Infektion verläuft weitestgehend ohne schwerwiegende Komplikationen. Für die Studie wurden Daten von rund 44000 Menschen mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion analysiert – darunter 416 Kinder im Alter von 0 bis 9 Jahren, bei denen es den Autoren zufolge keine Todesfälle gab. Auch für Menschen im Alter 10 und 39 Jahren ist die Gefahr für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung mit 0,2 Prozent eher gering. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass es bei Frauen mit 1,7 Prozent eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate als bei Männern (2,8 Prozent) gibt. Ausserdem scheint eine Übertragung des Virus im Mutterleib ersten Erkenntnissen nach nicht stattzufinden. Laufend aktualisierte Infos hier...

Letzte Aktualisierung : 15-05-20, BH

loading