Corona Newsticker
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Corona-Newsticker

Neue Erkenntnisse und aktuelle Entwicklungen rund um die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 finden Sie ab jetzt gebündelt auf dieser Seite:

Newsticker

Impfung in der Schwangerschaft? | 25.01.2021

Schwangere gehören bezüglich des Coronavirus zur Risikogruppe. Denn bei einer Infektion sind bei Schwangeren schwere Krankheitsverläufe häufiger als bei gleichaltrigen Frauen. Ausserdem steigt damit das Risiko einer Frühgeburt. Bisher hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Schwangeren jedoch grundsätzlich nicht empfohlen, sich gegen Corona impfen zu lassen. Nun entscheidet es eine Ausnahmeregelung und passt seine Empfehlung für werdende Mütter mit Vorerkrankungen an. Demnach können sich schwangere Frauen mit vorbestehenden chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes neu gegen Covid-19 impfen lassen – allerdings erst im zweiten oder dritten Schwangerschaftstrimenon und nach sorgfältiger Abwägung durch die behandelnden GynäkologInnen. Auf diese Anpassung haben sich das BAG und die Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) geeinigt. Für Schwangere ohne Vorerkrankungen bzw. Schwangere im ersten Trimester empfiehlt das BAG weiterhin, auf die Coronaimpfung zu verzichten, weil bisher weitere Daten zu Nebenwirkungen fehlten.

Ab in den Ofen! | 22.01.2021

FFP2-Masken schützen im Alltag am besten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. In Deutschland sind sie deshalb schon in Geschäften und im ÖV obligatorisch. Allerdings sind sie nicht ganz günstig und so stellt sich die Frage: Darf man sie wiederverwenden? Neue Untersuchungen an der Universität Münster sehen darin für den Privatgebrauch kein Problem. Die Maske sollte nach dem Tragen entweder sieben Tage bei Raumluft getrocknet oder eine Stunde im Ofen 80°C trockener Hitze ausgesetzt werden. Auf diese Weise könne eine mögliche Kontamination mit dem Coronavirus stark reduziert und die Masken bis zu fünfmal getragen werden. Die Masken sollten zum Trocknen nicht auf die Heizung gelegt werden. Bei Temperaturen von 30 °C bis 40 °C wachsen Bakterien und Pilze besonders gut. Besser bei trockener Raumluft mit Klammern an eine Wäscheleine hängen! Im Backofen (Ober-Unterhitze) müssen 80°C eingehalten werden, unter 70°C bleiben die Viren ansteckend, über 90°C können sich die Masken verformen (Backofenthermometer). Die Wissenschaftler raten grundsätzlich davon ab, FFP2-Masken an aufeinanderfolgenden Tagen zu tragen. Zur Studie >>> 

Impfen und Kinderwunsch | 19.01.2021

Bei Kinderwunsch besser nicht gegen Corona impfen? Es gibt keinerlei Hinweise, wonach die neuen CoV-Impfungen einen Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit haben könnten, dennoch taucht dieses Gerücht immer wieder auf. Der Impfstoff könne angeblich eine Abwehrreaktion des Immunsystems auslösen, die sich wegen einer gewissen Ähnlichkeit bei der Abfolge der Aminosäuren nicht nur gegen das Spike-Protein des Sars-CoV-2 wendet, sondern auch gegen ein Protein, das an der Bildung der Plazenta in der Gebärmutter beteiligt ist, das Syncytin-1. Renommierte Virologen weisen diese Theorie einstimmig zurück. Solche Ähnlichkeiten finde man auch bei gewöhnlichen Rhinoviren. Ein Schnupfen oder eine Covid-Erkrankung müsste dann auch schädliche Auswirkungen auf Schwangere haben, weil der Körper bei einer Infektion dieselben Abwehrmechanismen wie nach einer Impfung bildet. Bisher wurde aber keine erhöhte Zahl an Fehlgeburten, Komplikationen oder Unfruchtbarkeit nach der Infektion festgestellt. Im Gegenteil wird gerade Frauen mit Kinderwunsch die Impfung empfohlen: Immer mehr Daten zeigen, dass schwangere Frauen oft schwerer an Covid erkranken als Nichtschwangere. Sich durch die Impfung zu schützen, bevor es zur Schwangerschaft kommt, ist also sehr sinnvoll.

Rooming-In mit Corona | 18.01.2021

Medizinisch spricht nichts dagegen, frisch entbundenen SARS-CoV-2 infizierten Müttern zu erlauben, die Neugeborenen im selben Zimmer zu behalten und sie zu stillen, wenn sie dazu in der Lage sind. Das bestätigt eine prospektive Multicenter-Studie mit 62 Neugeborenen und 61 Müttern aus Norditalien. Diese wurden zwischen März und Mai 2020 in sechs Geburtskliniken in der Lombardei für im Mittel 20 Tage nach der Geburt beobachtet. Im Ergebnis blieben 61 Babys gesund, bei einem Neugeborenen wurde eine Infektion mit leichten Atemproblemen festgestellt, die nach einigen Tagen verschwand. Die italienischen Forscher vermuten, dass die Muttermilch bei den gestillten Neugeborenen eine vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 schützende Wirkung gehabt haben könnte, möglicherweise durch spezifisches Immunglobulin-A oder durch die bekannten immunologischen Eigenschaften der Muttermilch selbst. Im Oktober waren Wissenschaftler aus New York zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen: Das Infektionsrisiko für SARS-CoV-2 erwies sich als sehr gering, obwohl die meisten Neugeborenen den Raum mit den infizierten Müttern teilten und von ihnen gestillt wurden.

Überreaktion des Immunsystems | 31.12.2020

Zurzeit wird in den Medien viel über Fälle des Pädiatrischen multisystemischen inflammatorischen Syndrom (PIMS) berichtet. Diese Entzündungsreaktion kann bei Kindern mehrere Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus auftreten. Betroffene Kinder haben während mehreren Tagen hohes Fieber und leiden häufig auch an Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Ausschlägen. Gemäss einer Medienmitteilung des Universitäts-Kinderspitals Zürich ist dies nur sehr selten der Fall. Landesweit wurden dieses Jahr mehr als 60 Kinder mit PIMS behandelt, die meisten in den letzten Wochen.

Mit einer frühzeitigen entzündungshemmenden Behandlung kann den kleinen Patienten gut geholfen werden, sodass sie sich meist rasch und vollständig erholen. Besteht ein Verdacht auf PIMS, sollten die Eltern mit ihrem Kind unbedingt zum Kinderarzt gehen oder eine Notfallstation aufsuchen. Die Schweizer Kinderspitäler haben am 30.12.2020 nationale Richtlinien publiziert, die dafür sorgen, dass alle betroffenen Kinder dieselbe Therapie erhalten, welche auf dem neuesten Stand des Wissens beruht.

Lüften, ohne zu erfrieren | 30.12.2020

Draussen sinken die Temperaturen und damit auch die Lust, Räume regelmässig zu lüften. Führen offene Fenster und kalte Luft nicht erst recht zu Erkältungen? Darauf gibt es keine Hinweise. Richtig ist: Schlecht gelüftete Räume mit einer grossen Anzahl von Aerosolen steigern das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Durch Husten, Niesen, aber auch schon durch Sprechen oder Atmen können sich die winzigen Erreger des Coronavirus mehrere Meter weit im Raum verteilen und dort noch stundenlang ansteckend sein. Plexiglasscheiben, Mindestabstände und ein Mund-Nasen-Schutz reichen in geschlossenen Räumen nicht aus. Wie funktioniert richtiges Lüften? Wichtig: Regelmässig, d.h. einmal pro Stunde mindestens ein Fenster für 3 Minuten öffnen, Klassenzimmer oder Büroräume sollten je nach Personenanzahl sogar alle 20 Minuten gelüftet werden. Auch wenn es eine Klimaanlage im Raum gibt! Bei Husten oder Niesen einzelner Personen sofort lüften, bei sportlichen Aktivitäten oder tobenden Kindern vermehrt lüften. Am besten ist das sogenannte Querlüften (Durchzug), es reichen schon drei bis fünf Minuten für einen effektiven Luftaustausch. Beim Stosslüften bleibt ein Fenster einige Minuten lang offen. Der Luftaustausch dauert hier etwas länger. Ein gekipptes Fenster allein ist keine gute Alternative, da der Raum nicht genug durchlüftet wird. 

Küssli-Kultur und Corona | 14.12.2020

Dem Geschäftspartner höflich die Hand schütteln, die gute Freundin mit einem Küsschen begrüssen: In der Nach-Corona-Zeit werden diese Rituale viel seltener zu sehen sein. Zwei Forscher der Universität Trier gehen davon aus, dass alte Begrüssungsrituale auch nach dem Ende der Covid-19-Pandemie nicht zurückkehren werden. Zumindest kann man das aus zwei Umfragen folgern, die im April und September 2020 durchgeführt wurden. Die meisten Menschen verzichten in der Corona-Pandemie auf das Händeschütteln, die Umarmung oder ein Küsschen zur Begrüssung. Im April gaben sich nur noch 0,5 % der Menschen die Hand oder ein Küsschen, im September waren es mit 2,4 % nur wenig mehr. In beiden Umfragemonaten wollten knapp 60 Prozent der Befragten dies auch künftig beibehalten, teils aus Gewöhnung, teils, um die Ansteckungsgefahr dauerhaft zu reduzieren. „Diese über Monate hohe Kontinuität lässt darauf schliessen, dass diese Personen ihr Verhalten tatsächlich nachhaltig ändern werden“, folgerten Prof. Dr. Xenia Matschke und Prof. Dr. Marc Oliver Rieger aus den Ergebnissen.

Feuchte Maske | 02.12.2020

Wenn es in diesen Monaten draussen häufiger nass ist, kann die Alltagsmaske schnell ihre Schutzwirkung verlieren. Die Feuchtigkeit schränkt den Luftstrom ein und macht den Stoff durchlässig. Keime wie Bakterien und Viren können durch den nassen Stoff leichter nach aussen dringen. Eine gründliche Masken-Hygiene ist jetzt besonders wichtig. Sobald sich die Maske feucht anfühlt, sollte sie gewechselt werden. Deshalb ist es sinnvoll, immer eine Ersatzmaske dabei zu haben. Abgenommene Masken sollten nicht einfach um den Arm gestreift oder in die Jackentasche gesteckt werden. Besser ist es, sie in einem sauberen, wiederverschliessbaren Beutel zu verstauen. Wird die nasse Maske mit dem Fön getrocknet, ist sie nicht mehr steril. Besser ist es, sie zum Trocknen aufzuhängen oder gleich bei 60 Grad zu waschen. Und auch, wenn es im Winter kalt draussen ist: In Innenräumen ist die Ansteckungsgefahr höher. Menschenmengen in geschlossenen Räumen sollten vermieden werden, so gut es geht. Regelmässiges Lüften ist zusätzlich wichtig, um die Ansteckungsgefahr geringer zu halten.

Symptomcheck | 30.11.2020

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Immunsystem stärken! | 26.11.2020

Indirekte Antikörperwirkung | 21.11.2020

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass der Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (MMR) auch vor dem neuartigen Coronavirus schützt. US-Forscher fanden, dass Personen unter 42 Jahren mit einem hohen Antikörpertiter gegen Mumps weniger schwer an Covid-19 erkrankten als ungeimpfte Menschen – je mehr Antikörper, desto milder die Symptome. Alle Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert worden waren und Sauerstoff benötigten, hatten niedrige Mumps-Titer unter 32 AU/ml. "Dies kann auch erklären, warum Kinder eine viel niedrigere Covid-19-Fallrate und eine niedrigere Sterblichkeitsrate haben", sagt Prof. Jeffrey E. Gold von der Universität Nebraska. Ein Zusammenhang zu Antikörpern gegen Masern und Röteln wurde dagegen nicht gefunden. In der Schweiz wird eine zweiteilige MMR-Impfung Kindern zwischen 9 und 12 Monaten, spätestens bis zum Ende des zweiten Lebensjahres empfohlen. Zwischen erster und zweiter Impfung sollte ein Abstand von mindestens einem Monat eingehalten werden.

Ist Augenschutz notwendig? | 12.11.2020

Sars-CoV-2 ist hochgradig infektiös und wird hauptsächlich durch das Einatmen von Tröpfchen oder Aerosolen übertragen. Aber kommt das Coronavirus auch über die Augen in unseren Körper? Das ist mit heutigem Wissensstand unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Reibt man sich beispielsweise die Augen mit Corona-kontaminierten Händen, wäre eine Übertragung auf die Nasenschleimhaut oder die Atemwege denkbar. Es gibt im Kopf Verbindungen zwischen den Augen und der Nase wie etwa Tränenwege. Es ist jedoch noch nicht eindeutig geklärt, ob die Zellen der Bindehaut genügend Eintrittspforten hätten. Bei Untersuchungen mit mehr als 2.000 Covid-19-Patienten hatten lediglich drei Prozent Zeichen einer leichten Bindehautentzündung. Nach derzeitiger Studienlage weist somit nichts darauf hin, dass die Augen eine bedeutsame Eintritts- oder Austrittspforte des Virus sein könnte. Trotzdem sollten wir vorsichtig sein, denn eine völlige Entwarnung gibt es aktuell nicht. Augenärzte empfehlen weiterhin bei engem Kontakt mit Covid-19-Patienten das Tragen von Schutzbrillen, welche die Augen umschliessen.

Google zeigt Covid-19-Hotspots | 07.11.2020

Durch die Analyse von Google-Suchanfragen mit zehn Stichwörtern, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, konnten Forscher die Ausbreitung der Infektionskrankheit in Teilen der USA vorhersagen – und das bis zu 16 Tage vor den ersten positiven Tests und gemeldeten Fällen. "Unsere Studie zeigt, dass in Google Trends Informationen vorhanden sind, die Ausbrüchen vorausgehen", sagte Dr. Mohamad Bydon, Neurochirurg an der Mayo-Klinik in Rochester. "Jedes dieser Schlüsselwörter hing unterschiedlich stark mit Fallzahlen zusammen. Wenn wir uns 100 spezifische Suchbegriffe angesehen hätten, hätten wir möglicherweise noch stärkere Korrelationen gefunden." Die Vorhersage von Hotspots könnte die Vorbereitung auf Krisenherde während der Pandemie erleichtern: "Wenn Sie darauf warten, dass die Hot Spots in der Berichterstattung der Nachrichtenmedien auftauchen, ist es zu spät, um effektiv zu reagieren", so Dr. Bydon.

Q oder I | 06.11.2020

Wer soll in Quarantäne, wer soll sich isolieren? Beide Begriffe bedeuten, dass man den Kontakt zu anderen Menschen vermeidet. Wie streng die Kontaktvermeidung sein soll, hängt davon ab, ob man krank oder gesund ist. Quarantäne (auch Selbstisolation genannt) trennt eine oder mehrere Personen von der Allgemeinheit nach Kontakt mit Erkrankten - so lange bis man weiss, ob eine Ansteckung stattgefunden hat oder nicht, z.B. bis zum Ergebnis der Testung. Isolierung trennt dagegen Kranke von Gesunden. Erkrankte Personen sind in einem Zimmer oder speziellen Bereich und dürfen keinen Kontakt mit den gesunden Mitgliedern des Haushalts haben, solange sie ansteckend sind. Das Badezimmer sollte z.B. nicht geteilt werden bzw. sorgfältig nach Benutzung desinfiziert werden. Essen und Getränke sollten vor der Tür abgestellt werden. Betreuende müssen spezielle Schutzmassnahmen einhalten.

Corona oder Grippe? | 02.11.2020

Viele Symptome, die mit einer Corona-Infektion einhergehen, können auch auf eine Grippe oder Erkältung hinweisen. Fieber, Husten, Schnupfen oder Kopf- und Gliederschmerzen sind keine wirklich typischen Symptome. Jetzt haben Forschende aus London jedoch zwei „sehr zuverlässige Indikatoren“ für eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 entdeckt. Dem akuten Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns folgte in einer Studie bei 78 % der Personen ein positives Testergebnis, auch wenn sie weder unter Fieber noch Husten oder einer verstopften Nase litten. Dabei hatten Personen, die ihren Geruchssinn verloren hatten, eine drei Mal höhere Wahrscheinlichkeit auf Corona-Antikörper als Personen, die ihren Geschmackssinn verloren hatten. Die Forscher empfehlen deshalb: „Menschen, die feststellen, dass sie alltägliche Haushaltsgerüche wie Knoblauch, Zwiebeln, Kaffee oder Parfüm nicht mehr riechen können, sollten sich selbst isolieren und einen Corona-Test machen lassen.“ So unterscheiden sich Schnupfen, Grippe und Covid-19...

Wirksame Massnahme | 30.10.2020

In Asien gilt es als Selbstverständlichkeit, hierzulande sind selbst Experten skeptisch – doch jetzt gibt es konkrete, wissenschaftlich fundierte Belege: Eine Maskenpflicht für öffentliche Orte verringert die Anzahl der Corona-Infektionen in einer Region um mindestens ein Viertel. Vielleicht sogar um knapp die Hälfte, so das Ergebnis einer aktuellen kanadischen Studie. Dort wurde die Maskenpflicht in den verschiedenen Provinzen über mehrere Monate hinweg nach und nach eingeführt. Da ansonsten überall annähernd dieselben Vorgaben galten, konnten die Forscher die Ausbreitung gut miteinander vergleichen. In den ersten Wochen nach Einführung der Maskenpflicht verringerte sich die durchschnittliche wöchentliche Anzahl neu diagnostizierter Covid-19-Fälle um 25 bis 31 Prozent, in manchen Provinzen sogar um 36 bis 46 Prozent. Europäische Forscher hatten bereits den Sonderfall der deutschen Stadt Jena untersucht und dabei übereinstimmende Ergebnisse erhalten. In Jena war eine Maskenpflicht vergleichsweise früh eingeführt worden, die Corona-Neuinfektionen konnten um 40 Prozent reduziert werden.

Corona-Regeln verschärft | 29.10.2020

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 29.10.20 gleich mehrere, schweizweit gültige Massnahmen gegen den starken Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus ergriffen.

  • Ab 29. Oktober sind im öffentlichen Raum spontane Menschenansammlungen von mehr als 15 Personen verboten, namentlich auf öffentlichen Plätzen, auf Spazierwegen und in Parkanlagen.
  • Private Veranstaltungen: Nicht mehr als 10 Personen im Freundes- und Familienkreis. Familienfeiern sollen auf bessere Zeiten verschoben werden.
  • Keine Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen. Verbot sportlicher und kultureller Aktivitäten mit mehr als 15 Personen. Ausnahmen: Parlament, Gemeindeversammlungen, Kundgebungen, Unterschriftensammlungen.
  • Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie belebten Aussenräumen von Geschäften, Banken, Eingang von Sportanlagen, Arztpraxen und Spitäler, religiösen Einrichtungen, Bibliotheken, Museen, Kinos, Restaurants und Konzertlokalen. Eine Maskenpflicht gilt zudem in allen Bahnhöfen, Flughäfen und an Bus- und Tramhaltestellen. Die Maskenpflicht gilt ab 12 Jahren.
  • In Restaurants und Bars gilt eine Maskenpflicht und es darf nur noch im Sitzen konsumiert werden, höchstens 4 Personen pro Tisch. Kontaktdaten sind zu erheben. Sperrstunde 23 bis 6 Uhr. Clubs und Tanzlokale müssen schliessen.
  • Im Schulbereich verfügen die Kantone über eine sehr starke Autonomie. Die Maskenpflicht gilt in Schulen ab Sekundarstufe II. Hochschulen müssen Ferunterricht anbieten.
  • Das Homeoffice wird wieder empfohlen. Diejenigen, die nicht von daheim aus arbeiten können, müssen von den Arbeitgebern unterstützt werden. Am Arbeitsplatz drinnen gilt eine Maskenpflicht, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.

Schweizer Pilotprojekt | 27.10.2020

Im Kanton Schaffhausen bieten drei Apotheken bereits seit August Corona-Tests an. Im Kanton Zürich dürfen nun auch vier Apotheken Corona-Tests mittels Nasen-Rachen-Abstrich (PCR-Tests) durchführen: Die Apotheken Paradeplatz, Europaallee, Morgental Wollishofen und Zentrum Regensdorf. Weitere 53 sollen folgen. Die Apothekerinnen und Apotheker, die den Abstrich vornehmen, haben zusätzlich zu ihrer Ausbildung eine spezifische Weiterbildung mit Zertifikat abgeschlossen, welche es ihnen erlaubt, einen Covid-Test durchzuführen. Sie sollen künftig eine zusätzliche Anlaufstelle für Personen ohne Symptome (z.B. Reisende) oder mit leichten Symptomen bieten. Ziel sei es, die Testkapazitäten im Hinblick auf den bevorstehenden Winter zu erhöhen, teilte die Gesundheitsdirektion am Montag mit. Es sei absehbar, dass sich in der kalten Jahreszeit wegen häufiger auftretender Grippe- oder Erkältungssymptome noch mehr Menschen testen lassen werden als zurzeit. Der Test erfolgt nach Voranmeldung, die Auswertung in einem externen Labor. Mit 50 Franken muss nur einen kleinen Teil der Kosten selber bezahlt werden. Sind die Testkriterien des Bundes erfüllt, übernimmt dieser den Rest der Kosten. Das Testresultat soll spätestens innert 24 Stunden vorliegen.

„Hoden-Covid“ | 18.10.2020

In den sozialen Medien verbreitet sich die Befürchtung, das Coronavirus SARS-CoV-2 könne Männer unfruchtbar machen (z.B. #hodencovid). Immerhin ist auch von anderen Virusinfektionen wie Mumps bekannt, dass sie die Hoden befallen können. Fakt ist: Das neuartige Coronavirus nutzt vor allem den ACE2-Rezeptor, um ins Innere der Wirtszelle zu gelangen. Dieser Rezeptor ist an vielen Stellen im Körper zu finden, unter anderem in den Hoden. Theoretisch ist es also möglich, dass SARS-CoV-2 auch die Hoden befallen kann. Ob das praktisch so ist, weiss man noch nicht. Eine sexuelle Übertragung von Covid-19 wird nach aktuellem Kenntnisstand ausgeschlossen. Und auch in der Samenflüssigkeit infizierter Männer liess sich das Virus nur in Einzelfällen nachweisen. Israelische Forscher berichteten jedoch, dass Männer nach einer moderaten SARS-CoV-2-Infektion eine deutlich schlechtere Spermienqualität und -anzahl aufwiesen als Männer mit mildem Infektionsverlauf oder negativem Test. Im Fachblatt »Urology« wird Männern mit Kinderwunsch geraten, nach der Genesung die Hodenfunktion und Fertilität untersuchen zu lassen.

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Corona bremst Bildung | 14.10.2020

Mädchen sind einer Studie zufolge stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen als Jungen. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage, für die die Kinderrechtsorganisation Save the Children insgesamt 25.000 Kinder und Erwachsene in 37 Ländern der Welt befragt hat, viele davon in Asien und Afrika. In den meisten Staaten waren die Schulen etliche Wochen lang komplett geschlossen, der Unterricht fand, wenn überhaupt, online statt. Demnach lernten Mädchen in dieser Zeit weniger und mussten sich stärker im Haushalt und bei der Betreuung von Geschwistern engagieren als Jungen. Jedes fünfte befragte Mädchen gab an, in dieser Zeit nichts gelernt zu haben. Bei den Jungen war es nur jeder Zehnte. Kinder aus ärmeren Familien sind zudem stärker betroffen als solche aus wohlhabenderen Familien, vor allem wegen des fehlenden Zugangs zum Internet. Auch die Beschaffung von Lernmaterialien war bei den ärmeren Haushalten vielfach ein Problem. „Um eine ganze Generation vor dem Verlust ihrer Zukunft zu schützen, müssen einkommensschwache Länder und fragile Staaten dabei unterstützt werden, in ihre Kinder zu investieren“, forderte die Kinderrechtlerin und Chefin von Save the Children in Deutschland, Susanne Krüger

Kinder mit Erkältung | 28.09.2020

Alle Personen mit COVID-19-verdächtigen Symptomen sollten sich grundsätzlich selbst isolieren und testen lassen - bei Kindern unter 12 Jahren sieht das aber anders aus: Sie dürfen mit Schnupfen, leichtem Husten oder Halsweh die Schule und familienergänzende Betreuungseinrichtungen besuchen. Voraussetzung ist, dass ihr Allgemeinzustand gut ist und sie kein Fieber und/oder starken Husten haben. Die Begründung: Kinder dieser Altersgruppe steckten sich in diesen Einrichtungen seltener mit Covid-19 an als in der Familie. Zuhause bleiben sollten Kinder mit Krankheitssymptomen aber zunächst, wenn sie zuvor zu einer Person mit Covid-19-Symptomen engen Kontakt gehabt haben. Wird diese Kontaktperson positiv getestet, soll auch das Kind getestet werden; die Eltern sollen sich beim Kinderarzt melden. Ist der Test der Kontaktperson negativ, muss das Kind ebenfalls daheim bleiben, solange es Symptome hat. Erst 24 Stunden nach dem Abklingen des Fiebers oder wenn ein starker Husten besser geworden ist, darf es wieder in die Schule gehen. Bei Fieber oder starkem Husten für länger als drei Tage, sollte ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin kontaktiert werden. Kommen Symptome wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopf- oder Gliederschmerzen oder Verlust von Geruchs- und/oder Geschmackssinn dazu, sollte ebenfalls ein Arzt kontaktiert werden.

Asthma und Corona | 24.09.2020

Bronchialasthma scheint kein Risikofaktor für schwere COVID-19-Verläufe zu sein, wie Studiendaten  des Anschutz Medical Campus an der University of Colorado zeigen. In einer Analyse von 15 Studien waren die Asthma-Patienten unter stationär behandelten COVID-19-Patienten mit 6,8 Prozent ähnlich gross wie die Asthma-Häufigkeit in der Bevölkerung. Asthmatiker sind dagegen unter den stationär behandelten Patienten mit der saisonalen Grippe (Influenza) deutlich häufiger vertreten: Rund 20 Prozent sind hier Asthmatiker. COVID-19-Patienten mit Asthma mussten im Vergleich zu Patienten ohne Asthma auch nicht überproportional häufig mechanisch beatmet werden, so eine Auswertung von 436 COVID-19-Patienten des University of Colorado Hospitals.

Corona-Symptome bei Kindern | 08.09.2020

Mithilfe einer Corona-Symptom-Tracking-App hat ein Forschungsteam des King's College in London die bisher grösste Studie mit Kindern durchgeführt. Rund 200 infizierte Kinder wurden überwacht. Ein Drittel der Angesteckten hatte, wie bisher angenommen, keine Symptome gezeigt. Bei den restlichen Kindern bestand Müdigkeit (55 %), Kopfschmerzen (53 %), Fieber (49 Prozent), Halsschmerzen (38 %) und neu auch Appetitlosigkeit (35 %). Das bedeutet, dass Mahlzeiten ausgelassen werden. Bei einem von sechs Kindern traten ausserdem juckende Hautausschläge auf. Forscher der Queen's University in Belfast fanden noch weitere Anzeichen für das Coronavirus bei Kindern. Gemäss ihrer Studie mit 68 Infizierten seien Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall ebenso ein Zeichen für eine Ansteckung.

Grippewelle plus zweite Coronawelle? | 25.08.2020

Dieses Jahr könnte die saisonale Grippe (Influenza) ab Oktober mit einer zweiten Corona-Welle zusammenfallen. Um das Gesundheitswesen im Winter zu entlasten, hat das BAG eine neue Impfkampagne lanciert. Der Bund will 1,8 Millionen Impfdosen zur Verfügung stellen – das sind doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor. Auch Säuglinge ab sechs Monaten sollen nun vermehrt gegen die Grippe geimpft werden – vor allem Kinder mit chronischen Krankheiten, ehemalige Frühgeborene (< 32 SSW bzw. < 1500 g) und Kinder, die mit Risikogruppen im Haushalt in Kontakt stehen (Schwangere, gefährdete Haushaltmitglieder). Auf Wunsch der Eltern können auch Kinder geimpft werden, die engen Kontakt mit weiteren Risikopersonen haben (z.B. Grosseltern > 64 Jahre). Kinder sind zwar nicht die wesentlichen Überträger des Coronavirus, spielen aber als Überträger von Influenza-Viren bei der Grippeverbreitung eine wichtige Rolle. Während Kinder in der Regel nur leicht an Covid-19 erkranken, könne sie eine Grippe schwer treffen. Ausserdem spricht für eine Impfung, dass sie besonders bei kleinen Kindern guten Schutz biete. 90 Prozent der Kinder und jungen Erwachsenen sind nach einer Impfung vor einer Infektion geschützt und übertragen sie so auch nicht an Erwachsene. Pro Jahr sterben schweizweit bis zu 2500 Menschen an der Grippe. Letzten Winter mussten die Ärzte des Kinderspitals Zürich 1400 Kinder mit Grippesymptomen behandeln, 97 davon stationär. Einige Eltern und Impfgegner fürchten bleibende Schäden und einen Schritt Richtung Impfzwang. Führende Kinderärzte halten dagegen, dass zwar keine Impfung ohne Risiko sei, die Gefahren aber viel geringer als bei einer natürlichen Erkrankung. Schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen wie kurzzeitiges Fieber treten bei weniger als einer von 100’000 Anwendungen auf und sind nur eine Reaktion des Immunsystems. www.impfengegengrippe.ch

Mund-Nasen-Schutz selbstgenäht | 23.08.2020

Bunte, selbstgenähte Mund-Nasen-Bedeckungen aus alten T-Shirts oder Bettlaken. Wie sicher ist eine solche „Alltagsmaske“? Australische Wissenschaftler haben dazu Experimente durchgeführt. Mit einer Highspeed-Kamera vor einem LED-beleuchtetem dunklen Hintergrund verfolgten sie den Weg der Aerosole bei Anwendung von zwei Do-it-yourself-Masken und einer handelsüblichen dreilagigen chirurgischen Maske. Die beiden selbstgenähten Masken bestanden aus einer oder zwei Lagen Stoff (Dichte von 175 g/m2). Die Maskenträger wurden aufgefordert, laut bis zehn zu zählen, zu husten und zu niesen. Schon beim Sprechen wurden Aerosole sichtbar, die sich beim Husten verstärkten. Am ausgeprägtesten waren die Aerosolwolken beim Niesen. Das Ergebnis: Auch eine nur einlagige selbstgemachte Maske ist besser als gar kein Gesichtsschutz. Durch die zweite Stoffschicht wird zusätzlich eine Verringerung der Aerosolwolke beim Husten und Niesen erreicht. Aber erst bei der dreilagigen chirurgischen Masken wird die Aerosolwolke beim Niesen fast vollständig aufgehalten.

Schwitzen unter der Maske | 07.08.2020

Ein Mund-Nasen-Schutz ist eine einfache und doch wirksame Vorsorgemassnahme gegen das Coronavirus. Im Hochsommer ist Schwitzen unter der Maske aber nicht zu vermeiden, was die Maske feucht und durchlässiger für Viren und Bakterien macht - ein optimaler Nährboden. Was tun? Achten Sie auf den Stoff: So dünn wie möglich, so dick wie nötig. Dünne Einwegmasken sind bei heissen Temperaturen angenehm. Stoffmasken sind oft dicker, am atmungsaktivsten soll die Kombination aus Jersey und Biberstoff sein. Regelmässig waschen und vor allem trocknen! Sonst behalten die Stoffe eine Restfeuchtigkeit, was wiederum das Schwitzen begünstigt. Weil unter der Maske jede Menge Keime sitzen, sollte die Haut nicht mit zusätzlichen Produkten (z.B. Make-up) belastet werden. Eine leichte Pflegecreme beruhigt die Haut. Tragen Sie diese aber nicht unmittelbar vor dem Aufsetzen der Maske auf, weil die Haut durch die Feuchtigkeit noch mehr schwitzt. Und schliesslich: Versuchen Sie, Situationen mit Mundschutz zu vermeiden. Statt ÖV kann vielleicht das Velo genutzt werden, Einkäufe lassen sich in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verschieben.

Schwangere sind Risikogruppe | 05.08.2020

Das BAG, unterstützt von mehreren Fachgesellschaften, hat sich am 5.8.20 entschieden, Schwangere auf die Liste der besonders gefährdeten Personen zu setzen, weil neuere Studienergebnisse darauf hindeuten, dass ein schwerer Krankheitsverlauf wahrscheinlicher ist gegenüber nicht Schwangeren. Dies gilt v.a. für das letzte Drittel der Schwangerschaft. Schwangere mit einer COVID-19-Infektion müssen häufiger auf einer Intensivstation behandelt werden - besonders, wenn weitere Risikofaktoren (Übergewicht, andere Begleiterkrankungen, Alter > 35 Jahre) vorliegen. Die Gefahr einer Frühgeburt ist zudem erhöht. Es müssen nun besondere Schutzmassnahmen ergriffen werden, um eine Infektion einer schwangeren Frau zu vermeiden. Behandelnde Ärzte und Ärztinnen und Pflegefachpersonen sollten in Anwesenheit der Patientin eine chirurgische Schutzmaske tragen. Für berufstätige Schwangere gilt, wo es möglich ist, das Arbeiten im Homeoffice. Liegen bei einer Schwangeren Krankheitssymptome vor, muss ein Test durchgeführt werden. Weitere Infos unter "Coronavirus - Gefahr für Schwangere?"

Corona sei Dank | 03.08.2020

Die strikten Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie haben an vielen Stellen des Gesundheitswesens Spuren hinterlassen – auch an unerwarteten. Deutlich weniger Frühgeburten als sonst um diese Zeit sollen laut "New York Times" in mehreren Ländern registriert worden sein. Im Einzugsgebiet des Geburtsspitals von Limerick/Irland kam es in der Zeit der strikten Kontaktbeschränkungen zu einem Rückgang der Frühgeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht um 73%. Das dänische "Statens Serum Institut" in Kopenhagen meldet, dass die Rate von extremen Frühgeborenen (vor der 28. SSW geboren) von 2,19 auf 1000 Geburten im März und im April um 90% gesunken sei. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass schwangere Frauen während des Lockdowns weniger Arbeitsstress und mehr Schlaf und Unterstützung durch ihre Familien erfuhren. Infektionen mit anderen Erregern als dem Coronavirus wurden vermieden. Auch die verbesserte Luftqualität durch die Einschränkungen des Straßenverkehrs kommt in Betracht. Die Analyse der Daten kann vielleicht aufzeigen, wie sich Frühgeburten künftig besser verhindern lassen.

Coronavirus-Übertragung in der Schwangerschaft | 15.07.2020

Ärzte in Frankreich haben erstmals die Übertragung des neuartigen Coronavirus von einer schwangeren Frau auf ihr ungeborenes Kind nachgewiesen. Ein im März geborener Junge habe nach der Geburt unter Hirnschwellungen und neurologischen Symptomen gelitten, wie sie bei Erwachsenen mit Covid-19 auftreten, erklären die Ärzte in einer Studie, die im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht wurde. Laut Daniele De Luca, dem Leiter der Studie, zeigt dies, dass die Übertragung von der Mutter auf den Fötus über die Plazenta in den letzten Wochen der Schwangerschaft möglich ist. Frühere Forschungen hatten bereits auf die wahrscheinliche Übertragung des Virus von der Mutter auf das ungeborene Kind hingewiesen, konkrete Nachweise gab es jedoch nicht.

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Badespass in Corona-Zeiten | 20.06.2020

Fragen Sie sich auch, wie gross das Ansteckungsrisiko mit dem neuartigen Coronavirus im Wasser ist? Experten sagen: Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Übertragungsrisiko beim Schwimmen und Baden äusserst gering – aufgrund der starken Verdünnung bzw. der Chlorierung. In einem sehr flachen Uferbereich eines Sees ist das Risiko, sich im Wasser anzustecken, etwas höher, in fliessendem Gewässer und in chloriertem Poolwasser am geringsten. Steigende Wassertemperaturen und erhöhte UV-Strahlung im Sommer werden das Risiko noch weiter senken. Zentrale Bedeutung hat aber das Einhalten der Abstandsregeln am Strand und auch beim Schwimmen. Denn der Hauptübertragungsweg der Infektion ist die direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung über virushaltige Tröpfchen. Deshalb ist es auch weniger riskant, im Freien zu schwimmen als in Hallen, da Aerosole als Übertragungswege im Freien praktisch keine Rolle spielen. Das grösste Ansteckungsrisiko lauert wegen der Feuchte und den Aerosolen in engen Umkleideräumen und Duschen.

Ferienreisen mit Corona | 15.06.2020

Ab Montag, 15. Juni, werden zahlreiche Pandemie-Reisewarnungen innerhalb Europas, d.h. für die EU-Länder sowie Grossbritannien, Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein, zurückgenommen. Was müssen Urlauber jetzt wissen? Das Centrum für Reisemedizin (CRM) rät Reisenden, unbedingt die geltenden Hygieneregeln einzuhalten. Dazu zählt neben sorgfältigem und häufigem Händewaschen auch die Abstandsregelung, und zwar 1,5 Meter zu Menschen, die nicht im gleichen Haushalt leben. Wo dies nicht möglich ist – z.B. in Geschäften oder an belebteren Orten - empfiehlt sich das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Ins Reisegepäck gehören Mundschutz in ausreichender Menge und Händedesinfektionsmittel. Der Reiseweg ist umso sicherer, je mehr Isolation dabei möglich ist. So ist das Auto einer Busreise vorzuziehen. Flüge gelten als sicher, da die Luft im Flugzeug mit virussicheren HEPA-Filtern gereinigt werde. Informieren Sie sich, welche Regeln im jeweiligen Land und der Region gelten. Je nach aktuellem Infektionsgeschehen kann dies regional sehr unterschiedlich sein, und auch die Regeln zur Einreise können sich kurzfristig ändern.

Risikogruppen | 13.06.2020

Bei den meisten Menschen verläuft eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 glimpflich. Sie bekommen Husten und Fieber. Sogenannte Risikogruppen dagegen erkranken mit grösserer Wahrscheinlichkeit schwer an Covid-19. Nach den aktuellen Daten (RKI Berlin) müssen 18 Prozent der Infizierten in ein Spital eingeliefert werden. Einen schweren Covid-19-Verlauf findet man häufiger ab einem Alter von etwa 50 bis 60 Jahren: Wegen des schwächer reagierenden Immunsystems sind ältere Menschen besonders gefährdet. Auch viele Lungenkranke, v.a. mit der chronischen Lungenkrankheit COPD, Patienten mit Vorerkrankungen am Herzen und übergewichtige Menschen werden eindeutig zur Risikogruppe für einen schweren Covid-19-Verlauf gerechnet. Zigarettenrauchen wird als Risikofaktor diskutiert, die Datenlage ist dazu aber noch nicht eindeutig. Gut therapierte Asthma-Patienten haben dagegen kein erhöhtes Risiko für schwere Covid-19-Verläufe. Bei Diabetes kommt es auch auf die Begleitumstände an.

Coronaviren in der Muttermilch | 23.05.2020

Virologen der Universität Ulm haben das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt. Das Ergebnis in den Proben war vier Mal positiv. Die erkrankte Mutter hatte beim Umgang mit ihrem Kind einen Mund-Nasen Schutz getragen, Hände und Brüste desinfiziert und regelmässig die Stillutensilien sterilisiert. Nach 14 Tagen sei kein Virus mehr in der Muttermilch nachweisbar gewesen; Mutter und Kind erholten sich von Covid-19. Das Fazit der Forscher: "Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nicht, wie oft dies der Fall ist, ob die Viren in der Milch auch infektiös sind und durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können." Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bisher keinen Nachweis des neuen Coronavirus in Muttermilch verzeichnet. "Es gibt keinen Grund, das Stillen zu vermeiden oder zu beenden", heisst es dazu in den Empfehlungen der Organisation. Mehr zum Thema Coronavirus und Stillen...

Corona-Symptome ändern sich | 20.05.2020

Je länger die Coronavirus-Pandemie andauert, desto mehr Symptome werden der Krankheit zugeschrieben. Schien eine Infektion mit dem neuartigen Erreger sich zunächst ähnlich wie eine gewöhnliche Grippe auszuwirken, wird der Katalog der Krankheitszeichen nun immer länger.

Welche Symptome können auf COVID-19 hindeuten?

  • Fieber
  • (trockener) Husten
  • Atemnot/Kurzatmigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schnupfen 
  • Halskratzen
  • Verdauungsprobleme, Magenschmerzen und Durchfall
  • und inzwischen auch Wunden in der Haut, neurologische Probleme, blaue Zehen, Brustschmerzen, der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn.

Bei Erwachsenen kann Covid-19 laut mehrerer Studien diese schweren Folgen haben:

  • Schlaganfälle
  • Gehirnschwellungen / Hirnödem
  • Herzschädigungen
  • schwere urologische Komplikationen und Nierenschäden
  • Auswirkungen auf die männlichen Sexualhormone

Bei Kindern kann ein ungewöhnliche Entzündungssyndrom in Zusammenhang mit COVID-19 stehen. Die Fälle ähneln dem Kawasaki-Syndrom, einer Gefässerkrankung bei Kindern, die in selten Fällen bis zum Organversagen führen kann. Mehr dazu...

Seit dem 22. April werden in der Schweiz alle Personen getestet, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird.

Babyboom mit Corona? | 16.05.2020

Wird es durch die Corona-Pandemie einen Babyboom geben oder eher nicht? Eine italienische Forschergruppe hat einen Online-Fragebogen in der dritten Woche des Lockdowns an insgesamt 1482 (nicht repräsentative) Personen verschickt, die seit mindestens zwölf Monaten in einer festen Beziehung waren. Eindeutiges Ergebnis: Vor allem junge Paare haben häufiger Sex – allerdings sind Babys eine davon unabhängige Entscheidung. Mehr als ein Drittel der Befragten mit Kinderwunsch gaben an, es sich wegen Corona erst einmal anders überlegt zu haben. Umgekehrt entwickelte sich bei elf Prozent plötzlich während der Krise das Bedürfnis nach Nachwuchs. Ein Teil der Befragten schob den Kinderwunsch aus wirtschaftlichen Gründen auf, ein anderer Teil wünschte sich nun gerade deswegen ein Kind, um ein positives Zeichen zu setzen. Angst vor Unfruchtbarkeit durch CoVID-19 war ein Grund für ein Baby – die Angst vor Komplikationen bei einer Infektion in der Schwangerschaft ein Grund dagegen. Das Forscherteam konnte am Ende keinen Effekt auf die Geburtenrate im nächsten Winter voraussagen. Was allerdings nicht untersucht wurde: Die strenge Ausgangssperre könnte den Zugang zu Verhütungsmitteln eingeschränkt haben.

Maskentragen schützt | 15.05.2020

Das Coronavirus könnte einer neuen Studie zufolge möglicherweise vor allem beim Sprechen übertragen werden. Die US-Forscher liessen für die Studie eine Testperson in einem umschlossenen Raum 25 Sekunden lang laut den Satz "Stay healthy" (Bleib gesund) wiederholen. Ein in den Raum projizierter Laser beleuchtete die Tröpfchen, wodurch sie sichtbar gemacht und gezählt werden konnten. Die beim Sprechen ausgestossenen Mikrotröpfchen können in einem geschlossenen Raum durchschnittlich zwölf Minuten lang in der Luft bleiben. Die Wissenschaftler gehen davon aus,  dass jede Minute lauten Sprechens mehr als tausend virusbelastete Tröpfchen produzieren kann, die dann in einem geschlossenen Raum in der Luft hängen bleiben. Schon in einer im April veröffentlichten Studie wurde beobachtet, dass leiseres Sprechen weniger Tröpfchen produziert. Diese Erkenntnis könnte die schnelle Ausbreitung des Virus erklären und die Empfehlungen für das Tragen von Gesichtsmasken wissenschaftlich untermauern.

WAS IST WAS | 12.05.2020

Die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie wirft viele Fragen auf und sorgt häufig für Verunsicherung – auch und vor allem bei Kindern. Verlässliche Informationen helfen, das Thema Viruserkrankungen, insbesondere Covid-19, besser zu verstehen. Der Tessloff Verlag, Herausgeber der bekannten Buchreihe "WAS IST WAS", hat aus diesem Grund ein kostenloses PDF zum Corona-Virus veröffentlicht: "Viren. Den Krankheitserregern auf der Spur". Die wichtigsten Fragen rund um das Coronavirus werden auf 18 Seiten kindergerecht beantwortet und illustriert: Was ist ein Virus eigentlich und wie kann man es bekommen? Welche verschiedenen Erreger gibt es und wie kann man sich vor ihnen schützen? Wie kann die eigene Körperabwehr gegen sie vorgehen? Wie funktioniert richtiges Händewaschen? Wie stärkt man sein Immunsystem? Auch schwierige Begriffe werden auf leichte Art anschaulich erklärt. Denn wer versteht, hat weniger Ängste. Zum Download

Sonnenbrand-Gefahr | 04.05.2020

Reise- und Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Pandemie haben nicht nur den Verkehr reduziert, sondern auch die dadurch verursachte Luftverschmutzung. Das macht die UV-Strahlen derzeit aussergewöhnlich stark: Schon nach wenigen Minuten Sonnenbad stellen sich die ersten Anzeichen eines Sonnenbrandes ein. Experten empfehlen deshalb, die besonders aggressive Mittagssonne zu meiden. Steht die Sonne im Zenit, wirkt besonders viel der schädlichen UVB-Strahlung auf uns ein. Diese ist bekanntermassen sehr aggressiv, verändert das Erbgut und erhöht das Hautkrebs-Risiko. Meiden Sie daher die pralle Mittagssonne bzw. gehen Sie nicht ohne Sonnencreme und anderen Sonnenschutz aus dem Haus. Unbestritten ist Bewegung an der frischen Luft gesund, immerhin ist Sonnenlicht wichtig für die körpereigene Vitamin-D-Produktion. Gewarnt wird jedoch vor US-Präsident Trumps Idee, mit Sonnenbädern Covid-19 zu therapieren oder der Infektion vorbeugen zu wollen. UV-Strahlung unterdrückt im Gegenteil die körpereigene Immunabwehr. Bei den Meldungen über einen möglichen Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und der Eindämmung des Coronavirus gehe es allein um die Keimfreiheit von Oberflächen und nicht um eine Abtötung des Virus auf oder in Lebewesen, warnte das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Kinder mit CoVID-19 | 01.05.2020

Kinder stecken sich seltener mit dem Coronavirus an. Und von den Infizierten hat der allergrösste Teil einen sehr milden Verlauf. In der Schweiz und in anderen europäischen Ländern sind jedoch in Einzelfällen auch bei Kindern ungewöhnlich schwere Erkrankungen festgestellt worden. In der Schweiz sind bislang drei Fälle aus Genf bekannt, wobei in einem Fall das Virus nachgewiesen worden ist. Die betroffenen Kinder zeigen Symptome, die dem toxischen Schocksyndrom bzw. dem Kawasaki-Syndrom ähneln. Dazu zählen entzündete Blutgefässe, Bauchschmerzen, Herzmuskelentzündung, Krampfanfälle, Fieber, Bindehautentzündung, Rötung des Rachens und des Mundes, geschwollene Hände und Füsse, vergrösserte Lymphknoten am Hals und oftmals Hautausschlag. Was das Kawasaki-Syndrom auslöst, wissen Ärzte bis heute nicht. Es betrifft vor allem kleine Kinder. Eines der Kinder ist inzwischen genesen entlassen worden, je eines befinde sich noch auf der Normal- und eines auf der Intensivstation. In Deutschland sind bisher zwei Fälle bekannt. Auch aus Italien und Spanien wurden Fälle der mysteriösen Erkrankung gemeldet. In Grossbritannien hat der nationale Gesundheitsdienst Krankenhäuser auf etwa zwei Dutzend schwer kranke Kinder aufmerksam gemacht, aus New York wurden drei Fälle bekannt. Laut Daniel Koch, dem Corona-Delegierten des Bundes, handelt es sich wahrscheinlich um eine Immunreaktion auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Mehr über "Kinder und Coronavirus"...

Newsticker

Und die Fingernägel? | 30.04.2020

Häufiges Händewaschen ist in Corona-Zeiten selbstverständlich, denn Krankheitserreger verbreiten sich hauptsächlich, wenn man sich mit verkeimten Händen ins Gesicht fasst. Die meisten Keime auf der Hand befinden sich im Bereich der Fingernägel, darunter sammeln sich die Keime leicht an. Wer seine Fingernägel besonders lang trägt, kann den Raum zwischen Nagel und Fingerkuppe nicht gründlich genug säubern. Auch Nagellack (v. a. wenn er schön älter ist und winzige Risse hat) und künstliche Nägel (Shellac oder Gelnägel) erschweren eine erfolgreiche Händehygiene. Im beruflichen Umgang mit Lebensmitteln oder bei Tätigkeiten im medizinischen Bereich mit direktem Patientenkontakt ist das ein Problem. Zudem bekommen Einmalhandschuhe durch lange Fingernägel schneller Risse. Doch auch für Menschen in anderen Jobs empfiehlt es sich, angesichts der aktuellen Corona-Pandemie, auf Nagelkosmetik zu verzichten. Nur wenn wir die Ausbreitung verlangsamen, können wir unser Gesundheitssystem vor einem Kollaps bewahren und das Leben von alten, vorerkrankten oder schwachen Menschen schützen.

Masken - ja oder nein? | 27.04.2020

In vielen Teilen Asiens ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit ohnehin weit verbreitet. Im Rahmen der Corona-Pandemie haben viele andere Länder eine Maskenpflicht zumindest beim Einkaufen und im ÖV eingeführt. Dabei reichen in der Regel einfach chirurgische Masken, selbstgenähte Atemmasken (diverse Anleitungen im Netz) und sogar Tücher oder Schals, die sowohl Mund als auch Nase abdecken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht eine Mundschutzpflicht skeptisch, wenn man nicht selbst krank ist. Vielmehr werde eine trügerische Sicherheit vermittelt, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren. Das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) hält das Tragen einer Maske für sinnvoll, um andere vor dem Coronavirus zu schützen. Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern. Auch ein selbst hergestellter einfacher Mundschutz halte virushaltige Tröpfchen beim Husten und Niesen zurück, und je mehr Menschen einen Schutz tragen, umso weniger könne sich das Virus verbreiten. Höherwertige Masken (FFP2 und FFP3), die auch die Träger selbst vor Infektionen schützen, werden aufgrund ihrer Knappheit derzeit dringend für medizinisches Personal gebraucht. Das BAG (Daniel Koch) betont: Eine allgemeine Maskenpflicht werde es in der Schweiz nicht geben. Es mache aber Sinn, eine Maske zu Hause zu tragen, wenn ein Familienmitglied angesteckt wurde. Zudem seien Masken in bestimmten Situationen, in denen der Sicherheitssabstand nicht eingehalten werden kann, wie z.B. beim Coiffeur, Teil der Hygienerichtlinien.

 

 

Umarmen ja – Hüten (noch) nicht | 27.04.2020

Es sei legitim, wenn Grosseltern mit Kleinkindern gelegentlich Körperkontakt haben. Laut BAG (Daniel Koch in der Medienkonferenz vom 27.4.20) gäbe es praktisch keine Daten, dass Kinder vor dem Schulalter infiziert werden oder das Virus übertragen und die Krankheit weitergeben. Deshalb geht von den Kindern keine Gefahr aus. Bei älteren Kindern ab etwa 10 Jahren sei die Infektionsgefahr etwas höher als bei jüngeren, und ab der 8. oder 9. Klasse werden die Jugendlichen zu ernstzunehmenden Vektoren für das Virus. An Schulen könnte dies darum problematisch sein, weil dort viele Altersgruppen aufeinander treffen, wodurch die Schulschliessungen gerechtfertigt waren. Vom Hüten durch die Grosseltern wird allerdings abgeraten: „Nicht die Kinder bringen die Gefahr, sondern die Eltern, die die Kinder zur Hüte bringen. Damit würde es zu einer Vermischung der mittleren Generation mit der Grosselterngeneration kommen, und das wollen wir nicht. Auch haben nicht alle Grosseltern einen Garten. Und es gelingt nicht in jedem Fall, dass die Kinder die letzten Meter alleine zurücklegen."

Vergiftungsfälle steigen stark an | 23.04.2020

Verschärfte Hygiene ist gut - aber jetzt melden sich bei Tox Info Suisse vermehrt besorgte Eltern, weil ihre Kinder Desinfektionsmittel bzw. Desinfektionsgels eingenommen haben. Normalerweise sind das im Frühjahr rund 130 Fälle, in diesem Jahr sind es bereits rund 350, typischerweise Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren. „In etwa 99 von 100 Fällen ist das harmlos und das Kind muss nicht hospitalisiert werden“, so Hugo Kupferschmidt, Direktor von Tox Info Suisse (Tel. 145). Oft würden Kinder gar keine Symptome zeigen: „Sie nehmen meist wenig ein, weil Desinfektionsmittel ja ziemlich grusig schmeckt“. Allfällige Symptome können Trunkenheit ähneln, denn Handdesinfektionsmittel enthalten meist Ethanol (Trinkalkohol), Propanol oder Isopropanol. Letztere sind etwas giftiger als Ethanol, verursachen aber vergleichbare Symptome. Die Gangunsicherheit birgt Verletzungsgefahr. Bei grösseren Mengen kann Erbrechen folgen. Die Wirkstoffe können zudem zu einer Unterzuckerung und dadurch Schläfrigkeit führen. Was sollen Eltern tun? Kupferschmidt rät: „Am besten man wäscht den Mund aus und kompensiert die Unterzuckerung mit süssen Getränken.“ Das BAG mahnt in einem Tweet, Desinfektionsgels stets auf höheren Ablageflächen ausser Reichweite von kleinen Kindern aufzubewahren. Erste Hilfe bei Vergiftungen...

Mehr Corona-Tests | 22.04.2020

Bisher wurden nur Personen getestet, bei denen ein starker Verdacht auf CoViD-19 bestand. Neu sollen alle Personen einen Test erhalten, die unter Husten, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Muskelschmerzen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird. Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern. Auch bei negativem Test sollen Personen mit verdächtigen Symptomen für mindestens zehn Tage und bis 48 Stunden nach dem Abklingen der letzten Symptome zu Hause in Isolation bleiben. Von dieser Selbstisolation sind auch alle Personen betroffen, die im selben Haushalt leben oder mit denen man intimen Umgang hatte.

Kita und Kindsgi | 18.04.2020

Erste Datenanalysen weisen darauf hin, dass Kinder weniger vom Coronavirus Sars-CoV-2 betroffen sind als Erwachsene. Isländische Forscher haben bei rund 13.000 Personen aus der Allgemeinbevölkerung 0,6 % der Frauen und 0,9 % der Männer infiziert gefunden. Bei Kindern unter 10 Jahren gab es keinen einzigen positiven Befund. In Island sind Schulen und Kindergärten weitgehend geöffnet. Auch unter den in Europa erfassten Covid-19-Fällen hätten Kinder nur einen sehr kleinen Anteil von 1 %, heisst es von der EU-Gesundheitsbehörde ECDC. Die Theorie der Fachleute: Kinder scheinen weniger oft infiziert zu werden als Erwachsene und haben ein wesentlich geringeres Risiko, Symptome zu entwickeln oder ernsthaft zu erkranken. Aber in welchem Ausmass können infizierte Kinder (mit oder ohne Symptome) andere Menschen anstecken? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Covid-19 und Influenza verglichen und festgestellt, dass Kinder bei der Corona-Pandemie wohl keine bedeutsamen Überträger seien. Sie stecken sich vor allem bei Erwachsenen an, Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.

Wellness für die Hände | 14.04.2020

Ständiges, gründliches Händewaschen schützt uns (nicht nur in Coronazeiten) vor einer Ansteckung. Aber die Haut der Hände wird leicht rau, rissig und faltig, wenn sie nicht genug Feuchtigkeit bekommt. Auf dem Handrücken gibt es kaum Haare und Drüsen, deshalb trocknet die Oberfläche schnell aus. An den Handinnenflächen fehlen die Drüsen ganz. Deshalb ist die regelmässige Pflege mit einer rückfettenden Creme - ohne Duft- und allergene Konservierungsstoffe - ganz wichtig. Vaseline ist besonders bei trockenen, rissigen Händen und empfindlicher Haut gut geeignet, denn sie pflegt die Haut ohne Reizung oder allergische Reaktion. Ebenfalls empfehlenswert ist Urea (Harnstoff), das auch natürlicherweise auf der menschlichen Haut vorkommt. Harnstoff zieht Feuchtigkeit aus der Luft an und hält sie fest, so dass die Haut befeuchtet wird. Ab und zu gönnen Sie Ihren Händen ein sanftes Handbad (300 ml Buttermilch mit 2 EL Olivenöl mischen und erwärmen, Hände mindestens 5 Min. darin baden, dabei Nägel, Nagelbett, Finger und Hände massieren) oder Peeling (3 EL grobes Salz mit 1 EL Olivenöl mischen, in die Hände einmassieren und abwaschen). Danach die Hände vorsichtig abtupfen und eincremen.

Wieviel Abstand draussen? | 11.04.2020

Bewegung an der frischen Luft ist auch in Zeiten der Pandemie wichtig und - solange die nötige Distanz eingehalten wird - sogar erwünscht. Doch wie viel Abstand muss man dabei einhalten? Eine neue Studie der Universitäten Eindhoven und Leuven weist darauf hin, dass zwei Meter Abstand zu wenig sein könnten. Die angestrengte Atmung in Kombination mit der schnellen Fortbewegung bildet eine Tröpfchenwolke, die andere gefährden könnte. Keucht, niest oder hustet die vordere Person, bildet sich hinter ihr eine Wolke aus Mikrotröpfchen. Hält die nächste Person zu wenig Abstand, kommt sie mit dieser Tröpfchenwolke in Berührung und könnte sich gegebenenfalls anstecken. Je schneller die Bewegung, desto länger die Wolke. Damit das Risiko einer Infektion minimiert wird, empfehlen die Forscher Spaziergängern 5 m Abstand, Joggern 10 m Abstand und Velofahrern 20 m Abstand zu halten. Ist man nicht allein unterwegs, sollte man sich nicht direkt im Windschatten des anderen aufhalten und lieber nebeneinander joggen als hintereinander. Auf gleicher Höhe gilt dann die Zwei-Meter-Regel.

Vorgeburtliche Coronavirus-Übertragung? | 10.04.2020

Da es sich beim Coronavirus um einen sehr neuen Erreger handelt, müssen wir noch viel darüber lernen. Beruhigend ist diese - vorläufige - Meinung der Experten: Bislang gibt es auch keine Hinweise darauf, dass Schwangere mit COVID-19 häufiger Fehlgeburten erleiden. Ausserdem ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen, wenn die Mutter sich in der Schwangerschaft ansteckt. Bisher ist noch kein Neugeborenes mit angeborenen Fehlbildungen auf die Welt gekommen. Es sind aber etliche der Babys positiv getestet worden. Sie hatten nur leichte Krankheitssymptome und mussten nicht beatmet werden. Die Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt, sie konnten sich also nicht während einer Vaginalgeburt bei der Mutter angesteckt haben. Sie wurden direkt nach der Geburt von ihren infizierten Müttern getrennt und auch nicht gestillt und die Zeitspannen zwischen Geburt und Infektionsnachweis war sehr kurz, sodass eine Ansteckung unmittelbar nach der Geburt praktisch ausgeschlossen werden konnte. Die Forscher schreiben: „Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das Virus in der Gebärmutter übertragen werden kann.“

Kinder gerade jetzt impfen! | 04.04.2020

Gerade in Zeiten des Coronavirus brauchen Säuglinge und Kleinkinder die regulären Schutzimpfungen. Laut Experten gibt es keine Hinweise darauf, dass ihr Immunsystems durch solche Impfungen und einer zeitgleichen SARS-CoV-2-Infektion überfordert wäre. Im Gegenteil: Durch die Impfungen wird das Kind gegen Infektionen geschützt, die es in der Pandemiezeit zusätzlich gefährden würden. Sowohl bei Masern als auch bei Windpocken kann beispielsweise eine Lungenentzündung als Komplikation vorkommen. Auch die Impfungen gegen Keuchhusten und Pneumokokken sind wichtig. Obwohl sie nicht direkt vor einer Coronavirusinfektion schützen, ist ein geschwächtes Kind mit einer Lungeninfektion sehr viel gefährdeter für einen schweren CoVID-19-Verlauf. Die Grippeimpfung (gegen Influenza) ist dagegen nur für Kinder mit chronischen Erkrankungen (z.B. Asthma oder Diabetes) angebracht. Deshalb sollen alle nach dem aktuellen Impfplan empfohlenen Impfungen bis zum Ende des zweiten Lebensjahres zeitgerecht durchgeführt werden. Ausnahme: Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern mit Symptomen einer Atemwegsinfektion werden wie üblich um 1-2 Wochen verschoben. Bei Kindern über zwei Jahre ist eine kurze Verschiebung des Impftermins sowieso kein Problem. Generell geben die Kinder- und Jugendärzte präzise Termine und trennen infektiöse oder möglicherweise infektiöse Kinder zeitlich und gegebenenfalls auch räumlich von den gesunden Kindern.

Newsticker

Masken - ja oder nein? | 27.04.2020

In vielen Teilen Asiens ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit ohnehin weit verbreitet. Im Rahmen der Corona-Pandemie haben viele andere Länder eine Maskenpflicht zumindest beim Einkaufen und im ÖV eingeführt. Dabei reichen in der Regel einfach chirurgische Masken, selbstgenähte Atemmasken (diverse Anleitungen im Netz) und sogar Tücher oder Schals, die sowohl Mund als auch Nase abdecken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht eine Mundschutzpflicht skeptisch, wenn man nicht selbst krank ist. Vielmehr werde eine trügerische Sicherheit vermittelt, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren. Das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) hält das Tragen einer Maske für sinnvoll, um andere vor dem Coronavirus zu schützen. Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern. Auch ein selbst hergestellter einfacher Mundschutz halte virushaltige Tröpfchen beim Husten und Niesen zurück, und je mehr Menschen einen Schutz tragen, umso weniger könne sich das Virus verbreiten. Höherwertige Masken (FFP2 und FFP3), die auch die Träger selbst vor Infektionen schützen, werden aufgrund ihrer Knappheit derzeit dringend für medizinisches Personal gebraucht. Das BAG (Daniel Koch) betont: Eine allgemeine Maskenpflicht werde es in der Schweiz nicht geben. Es mache aber Sinn, eine Maske zu Hause zu tragen, wenn ein Familienmitglied angesteckt wurde. Zudem seien Masken in bestimmten Situationen, in denen der Sicherheitssabstand nicht eingehalten werden kann, wie z.B. beim Coiffeur, Teil der Hygienerichtlinien.

 

 

Hängebusen durch Homeoffice | 01.04.2020

Viele Arbeitnehmer arbeiten während der aktuellen Corona-Pandemie im Homeoffice. Das bedeutet oft Jogginghose, Kuschelpulli und vor allem: kein einengender, kneifender BH! Laut Experten aus Grossbritannien ist das aber gar keine gute Idee, es drohe auf Dauer ein Hängebusen. Werden unsere Brüste tagsüber nicht gestützt - und das über längere Zeit - können die sogenannten Cooper-Bänder durch das Gewicht geschädigt werden, wie Bekleidungstechnologin Victoria Shelton in der "Daily Mail" erklärt. Diese sind für die Stabilität des Bindegewebes in der Brust zuständig. Werden sie zur sehr beansprucht, springt die Schwerkraft vor allem bei einem grösseren Busen ein. Die unschöne Folge: Hängebrüste! Um das zu verhindern, sollten wir auch im Homeoffice weiter BHs tragen, raten Shelton sowie der plastische Chirurg Dr. Riccardo Frat. Auch Rückenschmerzen oder Haltungsschäden werden durch einen gut stützenden BH verhindert. Wer sich im Homeoffice trotzdem nicht in Push-up, Bügel-BH & Co. hüllen möchte, kann zu einer bequemeren Baumwoll-Variante ohne Bügel greifen. So wird der Busen trotzdem gestützt, aber es bleibt gemütlich.

Beziehung im Corona-Stress | 26.03.2020

Den ganzen Tag zu Hause auf engem Raum zu verbringen, trägt zu vermehrten Spannungen in der Paarbeziehung bei. Die Uni Zürich stellt Paaren deshalb im Rahmen der wissenschaftlichen Studie „Paarlife“ ein kostenloses Online-Training zur Verfügung. Es soll dabei helfen, die Zeit zu zweit stressfrei und positiv zu gestalten. Verschiedene Inhalte werden behandelt, z.B. wie Sie als Paar besser mit Stress umgehen können, wie Stress Ihre Partnerschaft beeinflusst, wie Sie auch unter Stress angemessen Konflikte besprechen können und wie Sie gemeinsam Lösungen für Probleme finden. Sie können sich selbst testen und werden angeleitet, die neuen Erkenntnisse in Ihrer Partnerschaft umzusetzen. Vermittelt werden die Inhalte durch Filmszenen, Interviews, Demonstrationen eines Paarcoachings und praktische Übungen. Die Gesamtlaufzeit ist 5 Stunden, die einzelnen Themen können aber unabhängig voneinander angeschaut und bearbeitet werden. Infos und Anmeldung

Seifenfehler! | 24.03.2020

Doppelt ist nicht immer besser. Das gilt in Corona-Zeiten vor allem für die oberste Hygieneregel, das Händewaschen. Wenn Sie sich die Hände gründlich mit Seife gewaschen haben, sollten Sie keinesfalls sofort zum Desinfektionsmittel greifen. Denn Seifenreste (= anionische Tenside) an den Händen neutralisieren die Wirkung der gängigen Desinfektionsmittel (= kationische Tenside). Das führt zu einem deutlich geringeren oder sogar einem kompletten Verlust der Reinigungswirkung und wird in der Medizin auch als „Seifenfehler“ bezeichnet. Also: Reinigungs- und Desinfektionsmittel nicht mischen. Und das Desinfektionsmittel besser im Intervall zwischen dem Händewaschen anwenden. Abgesehen vom Wirkungsverlust trocknet es die Haut auch sehr stark aus, wenn Sie kurz nacheinander schäumende Seife und alkoholhaltiges Desinfektionsmittel benutzen.

Wann gibt es eine Impfung? | 22.03.2020

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) ist gerade erst vom Tier auf den Menschen übergesprungen. Unser Immunsystem muss sich gegen diesen neuen Feind erst wappnen. Eine Impfung würde uns schneller immun machen. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff, und aus mehreren Ländern gibt es vielversprechende Ansätze. Wie zum Beispiel ein harmloses Virus mit Bruchstücken des Corona-Virus zu vermischen. Nach solch einer Impfung würde man nicht erkranken, aber Antikörper gegen die Corona-Teile bilden. Vielleicht könnte man aber auch Teile des Corona-Gens übertragen, gegen die der Körper direkt Antikörper und so seinen eigenen Impfstoff bilden würde. Nach der Entwicklung eines Impfstoffs braucht es jedoch noch einmal Monate, um ihn zu testen. Er muss schliesslich nicht nur wirksam sondern auch sicher und nebenwirkungsarm sein. In China und den USA sollen erste Testreihen an Freiwilligen schon begonnen haben. Experten rechnen jedoch frühestens im kommenden Jahr mit einem Impfstoff für die Allgemeinheit.

Corona und Heuschnupfen | 20.03.2020

Viele Menschen fragen sich, wie hoch ihr persönliches Risiko für eine Coronavirus-Infektion oder einen schweren Verlauf ist, unter anderem Personen mit Heuschnupfen und anderen Allergien. Die Expertenantwort darauf lautet: Nein, es besteht kein erhöhtes Risiko. Personen mit einem Heuschnupfen haben keine verminderte immunologische Abwehr, sie sind nicht "immun-geschwächt" und die Abwehr gegen Bakterien und Viren ist bei ihnen normal. Pollenallergiker haben lediglich eine verstärkte immunologische Reaktion auf die in der Luft fliegenden Pollen und bilden Antikörper gegen Pollenallergene, die in der Haut durch einen Allergietest oder im Blut nachweisbar sind. Allergikern wird geraten, weiter dieselben Medikamente zur Behandlung des Heuschnupfens anzuwenden. Personen, die eine Hyposensibilisierung in Form von Spritzen, Tabletten oder Tropfen erhalten, können diese Therapie weiter ohne Probleme durchführen und sollten sie nicht abbrechen. Personen mit einem (allergischen) Asthma sollten ebenfalls die ärztlich empfohlene Therapie für das Asthma unverändert fortsetzen und bedürfen keiner Änderung ihrer Medikamente. Einige Allergiker fragen sich momentan auch, ob ihr trockener Husten nicht auch auf die Lungenkrankheit Covid-19 hindeuten könnte. Bei Allergikern besteht jedoch kein Fieber, dafür oft juckende Augen- und Nasenschleimhäute sowie tränende Augen, Niesreiz und Schnupfen.

Kampf gegen das Coronavirus | 20.03.2020

Aktuell existiert noch kein Mittel, das die Ausbreitung des Coronavirus im Körper stoppt. Die Forschung läuft jedoch international auf Hochtouren. Um Zeit zu gewinnen, werden auch bereits auf dem Markt erhältliche Arzneimittel getestet. Grosse Hoffnung wird auf den Wirkstoff Hydroxychloroquin gesetzt, verwandt mit dem Malariamedikament Chloroquin. Er hemmt ein Enzym, das die Viren zum Leben brauchen. Chinesische Forscher konnten nachweisen, dass das Mittel in Zellkulturen tatsächlich die Vermehrung der neuartigen Coronaviren zu hemmen vermag; eine französische Studie an 26 COVID-19-Patienten verlief vielversprechend, vielleicht weil die Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin die Wirkung beschleunigt hat. Die Tests deuten darauf hin, dass Sars-CoV2 in nur sechs Tagen deutlich weniger  ansteckend war. - Getestet werden auch die AIDS-Mittel Darunavir und Kaletra sowie das Grippemedikament Tamiflu. Andere Wirkstoffe wie Kortison oder das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sollen wirksam sein, weil sie dämpfend auf das Immunsystem wirken. Grosse Aufmerksamkeit bekommt derzeit das Mittel Remdesivir. Es wurde gegen Ebola-Infektionen entwickelt und im Tierversuch erfolgreich getestet, ist aber noch nicht am Markt zugelassen. Mittlerweile laufen dazu mehrere internationale Studien.

Coronaviren lieben Plastik | 19.03.2020

Manche Oberflächen sind "gefährlicher" als andere, denn auf einigen Oberflächen überlebt das Coronavirus deutlich länger als auf anderen. Auf Edelstahl, Kunststoff und Plastik kann es am längsten überleben - mindestens 3 Tage. Dageben ist Papier (Geldscheine) und Karton offenbar keine gute Grundlage: Hier überlebt das Virus gerade mal 24 Stunden. Noch schlechter ist Kupfer mit max. 4 Stunden Überlebenszeit. Insgesamt ist die Ansteckungsgefahr über Oberflächen aber eher gering. Die bei weitem wichtigste Ansteckungsweg ist die sogenannte Tröpfcheninfektion, bei der die Coronaviren von infizierten Menschen z.B. beim Niesen oder Husten über Tröpfchen in die Luft abgegeben und anschliessend von einer anderen Person eingeatmet werden. In diesen Tröpfchen überleben sie nur bis zu 3 Stunden. Weil sie nur ca. einen Meter weit fliegen, ist Abstand die wichtigste und beste Schutzmassnahme. Hinzu kommen allgemeinen Regeln der Hygiene, wie regelmässiges Händewaschen mit Seife und nicht mit den Händen in Auge und Nase fassen. Nach Meinung der Hygiene-Experten ist es in der aktuellen Situation für gesunde Menschen nicht erforderlich, im Alltag Desinfektionsmittel anzuwenden, weil der neuartige Coronavirus schon sehr empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohol oder Tenside reagiert, z.B. in Seifen oder Geschirrspülmittel. Die Virusoberfläche wird beschädigt und das Virus so inaktiviert.

WHO räumt mit Corona-Mythen auf | 18.03.2020

Zur Zeit kursieren einige kuriose Mythen über das neuartige Coronavirus, mit denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer neuesten Publikation aufräumen will. Hier die Fakten:

  • Kaltes Wetter schränkt NICHT die Verbreitung des Coronavirus ein.
  • Weder ein heisses Bad, Ganzkörperdesinfektion mit Alkohol oder Chlor, Händetrockner, Spülen der Nase mit Kochsalzlösung, viel Knoblauch im Essen noch Antibiotika können die Viren abtöten.
  • Das neuartige Coronavirus kann NICHT durch Mückenstiche übertragen werden. Es handelt sich um ein Atemwegsvirus, das sich hauptsächlich durch Tröpfchen verbreitet, z. B. beim Husten oder Niesen einer infizierten Person.
  • Thermoscanner können Personen mit Fieber erkennen. Da es zwei bis zehn Tage dauert, bis mit dem Coronavirus infizierte Menschen krank werden und Fieber bekommen, können Infizierte, die noch kein Fieber haben, nicht durch einen Thermoscanner identifiziert werden.
  • Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie der Pneumokokken-Impfstoff und der Impfstoff gegen Haemophilus influenza Typ B bieten keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Trotzdem werden diese Impfungen gegen Atemwegserkrankungen zum Schutz der Gesundheit empfohlen.
  • Menschen jeden Alters (auch Kinder) können an COVID-19 erkranken. Ältere Menschen und Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen scheinen nur anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.

Welche Symptome sind typisch? | 10.03.2020

Die Coronavirus macht derzeit vielen Menschen Angst. Welche Symptome können auf eine Infektion hindeuten und welche nicht?

  • Erkältung: Halsschmerzen, danach Schnupfen, Niesen und schleimiger Husten, leicht erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit und leichte bis mässige Kopfschmerzen – das sind die klassischen Symptome einer banalen Erkältung (grippaler Infekt). Und sie sind nicht typisch für eine Infektion mit dem neuen Coronavirus!
  • Coronavirus-Infektion: Das Coronavirus (COVID-19) scheint vor allem die unteren Atemwege zu befallen. Hauptsymptome sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit. Erkältungssymptome wie Niesen und eine laufende Nase treten nach bisherigen Berichten in der Fachliteratur eher selten auf. 
  • Grippe: Bei einer echten Grippe (Influenza) kommen zu diesen noch mehr Symptome hinzu: Es besteht neben Husten, evtl. Schnupfen und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber auch ein starkes Krankheitsgefühl mit Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit.

Ein wichtiger Punkt für den gerechtfertigten Verdacht ist nach derzeitigem Stand, ob die Person in stark betroffenen Gebieten war und/oder engen Kontakt mit Personen aus diesen Gebieten oder positiv getesteten Personen hatte. Wenn dies für Sie zutrifft und Sie die oben beschriebenen Symptome an sich bemerken, sollten Sie sich bei einer Gesundheitseinrichtung (Arztpraxis, Notfallambulanz) telefonisch melden. Laufend aktualisierte Informationen zur Situation in der Schweiz

Newsticker

Corona und Schwangerschaft | 08.03.2020

Nach den bisherigen Erfahrungen erkranken Schwangere - wenn überhaupt - dann nur leicht an COVID-19. Insofern reichen die empfohlenen vorbeugenden Massnahmen aus. Beruhigend: Bei der Virusfamilie, zu der das Coronavirus gehört, ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen. Auch eine Virus-Übertragung vor, während oder nach der Entbindung ist bisher nicht beobachtet worden. Bisher ist zudem keines der Neugeborenen von infizierten Müttern positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Proben von Fruchtwasser oder Muttermilch wurde noch kein Virus nachgewiesen. Beim Stillen wird infizierten Müttern jedoch ein Mundschutz empfohlen. Bei den wenigen Schwangeren, die während der Schwangerschaft positiv auf das Coronavirus getestet wurden, kam es etwas häufiger zu Frühgeburten. Ob diese in unmittelbarer Beziehung zu einer mütterlichen Infektion stehen, ist aber aufgrund der geringen Fallzahl unklar. Idealerweise sind Schwangere gegen Grippe geimpft. Die Grippeimpfung schützt zwar nicht vor COVID-19, aber so können Schwangere nicht zeitgleich an beiden Infektionen erkranken. Ungeimpfte Schwangere sollten sich auch jetzt noch impfen lassen. Zu unseren laufend aktualisierten Infos...

Arbeitsrecht | 28.02.2020

Das Coronavirus breitet sich immer mehr aus (Aktuelle Infos). Früher oder später werden auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit dem Virus konfrontiert sein. Doch wer bezahlt Absenzen aufgrund des Coronavirus? Grundsätzlich gilt der Grundsatz, ohne Arbeit kein Lohn. Davon gibt es aber verschiedene Ausnahmen, in denen der Lohn dennoch geschuldet wird - ganz oder zumindest teilweise. Da geht es um die verspätete Rückkehr aus den Ferien, wenn z.B. Flüge gestrichen wurden, Arbeitsverweigerung wegen Angst vor Ansteckung, Behinderung auf dem Arbeitsweg wegen Ausfällen im ÖV, Betreuung erkrankter Kinder oder bei Schliessung einer Kindertagesstätte oder Schule. Antworten auf diese und andere Fragen ...

Coronavirus | 27.02.2020

Eine erste Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden deutet darauf hin, dass das neue Coronavirus (Sars-CoV-2) für Kinder wohl kaum schwere Folgen hat. Die Infektion verläuft weitestgehend ohne schwerwiegende Komplikationen. Für die Studie wurden Daten von rund 44000 Menschen mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion analysiert – darunter 416 Kinder im Alter von 0 bis 9 Jahren, bei denen es den Autoren zufolge keine Todesfälle gab. Auch für Menschen im Alter 10 und 39 Jahren ist die Gefahr für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung mit 0,2 Prozent eher gering. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass es bei Frauen mit 1,7 Prozent eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate als bei Männern (2,8 Prozent) gibt. Ausserdem scheint eine Übertragung des Virus im Mutterleib ersten Erkenntnissen nach nicht stattzufinden. Laufend aktualisierte Infos hier...

Letzte Aktualisierung : 04-04-20, BH

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