Anzeige

Sind Zu­satz­stof­fe in Le­bens­mit­teln ge­fähr­lich für mein Baby?

Sind Zu­satz­stof­fe in Le­bens­mit­teln ge­fähr­lich für mein Baby?

Es gibt vie­le Er­näh­rungs­mär­chen: Zu­satz­stof­fe sei­en ge­fähr­lich, ist ein ty­pi­sches da­von. Al­lein die E-Num­mer lässt vie­le Ver­brau­cher mit Schau­ern an E 605, ei­ner al­ten Han­dels­be­zeich­nung des In­sek­ten­ver­nich­tungs­mit­tels Pa­ra­thion, den­ken. Für ge­sun­de Schwan­ge­re im Rah­men ei­ner voll­wer­ti­gen, ab­wechs­lungs­rei­chen Er­näh­rung mit vie­len fri­schen Pro­duk­ten wie Obst und Ge­mü­se sind Zu­satz­stof­fe je­doch un­be­denk­lich.

Bei un­se­rer heu­ti­gen Er­näh­rungs­wei­se, die sich zu ei­nem Gross­teil aus in­dus­tri­ell ge­fer­tig­ten Le­bens­mit­teln zu­sam­men­setzt, sind Zu­satz­stof­fe un­ver­meid­bar. Denn wer möch­te schon auf Piz­za, Fleisch­sa­lat, Jo­ghurt oder Süs­sig­kei­ten ver­zich­ten? Über­all sind ver­schie­de­ne Zu­sät­ze mit teil­wei­se kom­pli­ziert klin­gen­den che­mi­schen Be­zeich­nun­gen ent­hal­ten, die den Ver­brau­cher ir­ri­tie­ren. Zu­satz­stof­fe in Le­bens­mit­teln sol­len die Ei­gen­schaf­ten der Pro­duk­te wie Ge­schmack, Aus­se­hen und Halt­bar­keit ver­bes­sern. Auch für die Ver­ar­bei­tung der Le­bens­mit­tel sind Zu­satz­stof­fe oft un­er­läss­lich. Da­bei gilt grund­sätz­lich: Zu­satz­stof­fe wer­den nur zu­ge­setzt, wenn sie die Qua­li­tät des Pro­duk­tes ver­bes­sern. Sie beu­gen bei­spiels­wei­se Le­bens­mit­tel­ver­gif­tun­gen vor und ma­chen die­se sehr sel­ten. Oder sie sind wie Süss­stof­fe im Ge­gen­satz zu Zu­cker ka­lo­ri­en­frei und hel­fen da­durch beim Ab­neh­men. Hin­ter ei­ni­gen E-Num­mern ver­ber­gen sich auch Vit­ami­ne wie bei­spiels­wei­se Vit­amin C.

Der Ver­brau­cher er­kennt die Ver­wen­dung von Zu­satz­stof­fen, im­mer­hin fast 300 zu­ge­las­se­ne Sub­stan­zen, aus dem Zu­ta­ten­ver­zeich­nis. Die Stof­fe sind dort mit ih­rem Klas­sen­na­men wie bei­spiels­wei­se Ver­di­ckungs­mit­tel, Farb­stoff oder Kon­ser­vie­rungs­stoff so­wie dem Na­men des Zu­satz­stof­fes oder der ent­spre­chen­den EU-ein­heit­li­chen E-Num­mer auf­ge­führt.

  • Farb­stof­fe (E102-E180)

  • Kon­ser­vie­rungs­mit­tel (E 200-E285, E925, E926)

  • Emul­ga­to­ren, Ver­di­ckungs­mit­tel, Ge­lier­mit­tel, Sta­bi­li­sa­to­ren (E405-E495)

  • Süss­stof­fe und Zu­cker­aus­tausch­stof­fe (E420, E421, E950-E959)

  • Säu­ren, Ba­sen und ver­wand­te Ma­te­ria­li­en (E507-E544)

  • Aro­ma­stof­fe und Ge­schmacks­ver­stär­ker (E620-E637)

Es gibt kei­ne Zu­satz­stof­fe, die eine ge­sund­heit­li­che Ge­fahr dar­stel­len. Zu­satz­stof­fe sind stren­ger ge­prüft und re­gle­men­tiert als Arz­nei­mit­tel. Be­vor ein Zu­satz­stoff in ei­nem Le­bens­mit­tel ein­ge­setzt wer­den darf, muss er zu­nächst ein auf­wen­di­ges Zu­las­sungs­ver­fah­ren durch­lau­fen. In zahl­rei­chen La­bor­ver­su­chen tes­ten Wis­sen­schaft­ler des­sen ge­sund­heit­li­che Un­be­denk­lich­keit. Es wer­den Höchst­men­gen er­mit­telt, die von ei­ner Sub­stanz täg­lich auf­ge­nom­men wer­den kön­nen, der so ge­nann­te ADI (Ac­cep­ta­ble dai­ly in­ta­ke). Eine sol­che Men­ge darf auch über Jah­re hin­weg kei­ne Schä­den ver­ur­sa­chen. Das stellt si­cher, dass kein nach­weis­lich ge­fähr­li­cher oder krebs­er­re­gen­der Zu­satz­stoff zu­ge­las­sen wird.

Trotz­dem kön­nen be­son­ders emp­find­li­che Per­so­nen auf be­stimm­te Zu­satz­stof­fe mit all­er­gie­ähn­li­chen Sym­pto­men wie trä­nen­de Au­gen oder Haut­ir­ri­ta­tio­nen re­agie­ren. Die­se Re­ak­tio­nen be­tref­fen in der Re­gel nicht das Im­mun­sys­tem wie es bei All­er­gi­en der Fall ist. Des­halb wer­den die­se Re­ak­tio­nen als Pseu­do­all­er­gi­en be­zeich­net. Be­trof­fe­ne kön­nen durch auf­merk­sa­mes Le­sen der Zu­ta­ten­ver­zeich­nis­se - ein Vor­teil der E-Num­mern - die ent­spre­chen­den pro­ble­ma­ti­schen Zu­satz­stof­fe mei­den.

Quel­le: Ge­sell­schaft für Er­näh­rungs­me­di­zin und Diä­te­tik e.V.

Letzte Aktualisierung: 25.10.2019, BH

Mehr zum The­ma

Ak­tu­el­les

kurz&bündigkurz&bündig
7/19/2022
Rohe Eier

All­er­gie ge­gen Ei und Erd­nuss

Eine Hüh­ner­ei­all­er­gie in der Säug­lings­zeit ver­schwin­det meist (in 90%) in­ner­halb von fünf Jah­ren – eine …

Auch in­ter­es­sant

Neu­es­te Ar­ti­kel

Unsere Partner

Anzeige
Anzeige