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                              Ärztin schaut in den Kindermund
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                              iStock

                              Man­del­ent­zün­dung


                              Die aku­te Man­del­ent­zün­dung (Ton­sil­li­tis oder An­gi­na ton­sil­la­ris) ist ein Krank­heits­bild, das ge­ra­de in der kal­ten Jah­res­zeit bei Kin­dern häu­fig vor­kommt. Die Ton­sil­len (Ton­sil­lae pa­la­ti­nae oder Gau­men­man­deln) sind im hin­te­ren Ab­schnitt der Mund­höh­le, links und rechts ne­ben dem Zäpf­chen zu fin­den. Sie sind stark ein­ge­furcht, um ihre Funk­ti­on zu ver­grös­sern, denn sie neh­men in den ers­ten Le­bens­jah­ren vor al­lem Ab­wehr­auf­ga­ben wahr. Kommt der Mensch nun in Kon­takt mit Vi­ren oder Bak­te­ri­en, müs­sen die­se zu­erst die Gau­men­man­deln pas­sie­ren. Da­bei funk­tio­niert die Man­del mit ih­ren Ab­wehr­zel­len als Früh­warn­sys­tem für den mensch­li­chen Kör­per.

                              Die Gau­men­man­deln sind nicht das ein­zi­ge Or­gan in der Mund­höh­le, das die­se Auf­ga­be über­nimmt. Es gibt noch vie­le an­de­re wie die Zun­gen­man­del (Ton­sil­la lin­gua­lis), die Sei­ten­strän­ge oder die Ra­chen­man­del (Ton­sil­la pha­ryn­gea oder Po­ly­pen). Al­ler­dings sind die Gaum­en­ton­s­il­len das am häu­figs­ten er­krank­te Or­gan die­ser Grup­pe.

                              In­ter­view

                              Dr. med. Neuner Thomas zum Thema:

                              Mandelentzündung bei Kleinkindern und Kindern

                              Ver­grös­ser­te Gau­men­man­deln - ohne aku­te Ent­zün­dung - sind bei Kin­dern sehr häu­fig. In ei­ni­gen Fäl­len kann dies zu Atem-, Schluck- und Sprach­pro­ble­men füh­ren. Als Fol­ge tre­ten bei den be­trof­fe­nen Kin­dern ver­mehrt Ap­pe­tit­lo­sig­keit, Ent­wick­lungs­stö­run­gen oder Mit­tel­ohr­ent­zün­dun­gen auf.

                              Eine aku­te Ton­sil­li­tis zeich­net sich durch eine stark schmerz­haf­te Schwel­lung und Rö­tung der Ton­sil­len aus. Häu­fig fin­den sich auch eit­ri­ge Be­lä­ge. Das Kind hat Hals­weh, Schluck­be­schwer­den und mit­un­ter Mund­ge­ruch. Häu­fig be­steht Fie­ber. Eine sol­che Man­del­ent­zün­dung ver­heilt in den al­ler­meis­ten Fäl­len fol­gen­los, wenn sie gut be­han­delt wird. Eine ein­fa­che Ton­sil­li­tis ohne Fie­ber kann mit Hals­wi­ckeln und schmerz­stil­len­den Lutsch­ta­blet­ten ge­lin­dert wer­den. Sind al­ler­dings Bak­te­ri­en wie Strep­to­kok­ken im Spiel, ist ein An­ti­bio­ti­kum an­ge­zeigt.

                              Tritt die aku­te Ent­zün­dung mehr­mals im Jahr auf, so spricht man von ei­ner chro­ni­schen Ton­sil­li­tis. Sie kann meist nicht mehr al­lein mit Me­di­ka­men­ten, son­dern nur noch durch die chir­ur­gi­sche Ent­fer­nung der Man­deln (Ton­sil­lek­to­mie) be­han­delt wer­den. Die­se ope­ra­ti­ve Ent­fer­nung ist vor al­lem dann zwin­gend er­for­der­lich, wenn die Man­deln stän­dig ver­grös­sert sind und so­mit zu Atem oder Schluck­be­schwer­den füh­ren, wenn eine chro­ni­sche Ent­zün­dung vor­liegt oder mehr als drei Er­kran­kun­gen pro Jahr auf­tre­ten, oder wenn es durch die Streu­ung der Bak­te­ri­en im Kör­per be­reits zu ei­ner Be­tei­li­gung von Herz, Nie­ren oder Ge­len­ken ge­kom­men ist.

                              Die Ton­sil­lek­to­mie ist für den HNO-Arzt eher ein klei­ne­rer Ein­griff, und Man­del­ope­ra­tio­nen ge­hö­ren bei uns zu den häu­figs­ten chir­ur­gi­schen Mass­nah­men. So kurz die Ope­ra­ti­on aber auch dau­ern mag, in der Fol­ge­zeit ist sie bis zu meh­re­re Wo­chen sehr schmerz­haft. Aus­ser­dem kommt es in bis zu 5% der Fäl­le zu ei­ner Kom­pli­ka­ti­on, meist Nach­blu­tun­gen. Ge­ra­de bei klei­nen Kin­dern kann schon ein ge­rin­ger Blut­ver­lust ge­fähr­lich wer­den. Zu­dem sind es nicht im­mer Mas­sen­blu­tun­gen, die zu be­fürch­ten sind. Bei so ge­nann­ten Si­cker­blu­tun­gen kön­nen gros­se Blut­men­gen un­be­merkt ver­schluckt wer­den und dann zum schwall­ar­ti­gen Blu­terbre­chen und/oder Kol­laps des Herz-Kreis­lauf­sys­tems füh­ren.

                              Aus die­sen Grün­den soll­te die Ent­schei­dung für eine Man­del­ope­ra­ti­on gut über­legt sein und mit dem Hals-Na­sen-Oh­ren-Arzt aus­führ­lich dis­ku­tiert wer­den. Ins­ge­samt sind die Ärz­te heu­te zu­rück­hal­ten­der ge­wor­den. Wer­den die Man­deln zu früh ent­fernt, kann das eine ge­schwäch­te Im­mun­ab­wehr zur Fol­ge ha­ben. Die Ope­ra­ti­on wird vor dem vier­ten Le­bens­jahr meist nur vor­ge­nom­men, wenn ein me­di­zi­ni­scher Grund (s.o.) vor­liegt. Frü­her wur­de auch zur Vor­beu­gung vor Fol­ge­er­kran­kun­gen ope­riert.

                              Seit Ende der 1990er wer­den Jah­re zu­neh­mend Teil­ent­fer­nun­gen, so­ge­nann­te Ton­sil­lo­to­mi­en, mit­tels La­ser vor­ge­nom­men. Bei die­ser Tech­nik er­hält der Ope­ra­teur die Ton­sil­len­kap­sel und schont die grös­se­ren zu­füh­ren­den Ge­fäs­se. Da­durch ist das Blu­tungs­ri­si­ko deut­lich ge­rin­ger und der Pa­ti­ent hat we­ni­ger und kurz­fris­ti­ger Schmer­zen. Ein Kran­ken­haus­auf­ent­halt ist in der Re­gel nicht not­wen­dig.

                              Wis­sen


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                              6/7/2019
                              Kind wird vom Arzt untersucht

                              Man­del­ent­fer­nung kann auch krank ma­chen

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                              kurz&bündigkurz&bündig
                              7/25/2018
                              Ärztin untersucht Hals und Mund

                              Nut­zen frag­lich

                              Die Ent­fer­nung von Gau­men­man­deln oder Po­ly­pen wird häu­fig bei Kin­dern durch­ge­führt, um chro­ni­sche Man­del­ent­zün­dun­gen , M…
                              Letzte Aktualisierung: 23.01.2020, BH
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