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Selfie nach der Geburt
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Das Han­dy im Ge­bär­saal und im Wo­chen­bett


Das Smart­pho­ne ist aus un­se­rem All­tag nicht mehr weg­zu­den­ken und für vie­le El­tern ist es eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, dass es auch im Ge­bär­saal und auf der Wo­chen­bett­sta­ti­on mit da­bei ist. Die Grün­de da­für kön­nen ganz un­ter­schied­lich sein. Den ei­nen mag es dar­um ge­hen, auch wäh­rend der Ge­burt er­reich­bar zu blei­ben, an­de­re wol­len eine Mög­lich­keit ha­ben, sich ab­zu­len­ken und wie­der an­de­re möch­ten das denk­wür­di­ge Er­eig­nis fo­to­gra­fie­ren oder fil­men. Was auch im­mer die Be­weg­grün­de sein mö­gen, ei­ni­ge Ge­dan­ken zum Smart­pho­ne im Ge­bär­saal und im Wo­chen­bett soll­ten sich alle El­tern ma­chen.

Ge­bä­ren er­for­dert Prä­senz, nicht Ab­len­kung


Eine Ge­burt kann lan­ge dau­ern und es mag ver­lo­ckend er­schei­nen, sich ab und zu ein we­nig Ab­len­kung zu ver­schaf­fen. Doch viel wich­ti­ger, als sich ab­zu­len­ken, ist es jetzt, be­wusst die im Ge­burts­vor­be­rei­tungs­kurs ein­ge­üb­ten Atem- und Ent­span­nungs­tech­ni­ken an­zu­wen­den. Wer ganz prä­sent ist, nimmt auch die Si­gna­le des Kör­pers bes­ser wahr und spürt, was im Mo­ment gut­tun wür­de, zum Bei­spiel ein Po­si­ti­ons­wech­sel oder eine Mas­sa­ge.   

Auch Pa­pas Auf­merk­sam­keit ist ge­for­dert


Für den wer­den­den Va­ter kann die Zeit im Ge­bär­saal erst recht lang wer­den. Doch als auf­merk­sa­mer Be­glei­ter dient er sei­ner Part­ne­rin mehr, als wenn er ge­lang­weilt auf dem Stuhl sitzt und die neu­es­ten Nach­rich­ten checkt. Wirk­lich an­we­send zu sein und zu spü­ren, was die Part­ne­rin braucht, ist schwie­rig, wenn man an­dau­ernd von der nächs­ten Push-Nach­richt ab­ge­lenkt wird.

Die Ge­burt im Bild


Ob der Part­ner wäh­rend der Ge­burt fil­men oder fo­to­gra­fie­ren darf, muss je­des Paar mit sich sel­ber aus­ma­chen. In die­ser Fra­ge hat aber ein­deu­tig die Frau das Sa­gen, denn sie ist es, die den Ge­scheh­nis­sen aus­ge­lie­fert ist, also ist es ihre Ent­schei­dung, ob sie die­se Mo­men­te bild­lich fest­ge­hal­ten ha­ben will oder nicht. Auch wenn der wer­den­de Va­ter viel­leicht froh ist, dass er wäh­rend der Ge­burt auch et­was tun kann – am liebs­ten et­was Tech­ni­sches – ent­ste­hen die schöns­ten Bil­der ei­gent­lich erst, wenn das Baby da ist. Bis zu die­sem gros­sen Mo­ment ist der Part­ner nicht so sehr als Fo­to­graf oder Fil­mer ge­fragt, son­dern als die ver­trau­te Per­son, die der ge­bä­ren­den Frau bei­steht. Schliess­lich stellt sich auch die Fra­ge, ob man nicht ein­fach die in­ten­si­ven Mo­men­te ganz be­wusst er­le­ben möch­te, an­statt nach dem per­fek­ten Bild­win­kel zu su­chen und da­bei das Wich­tigs­te zu ver­pas­sen.

Wenn Sie doch wäh­rend der Ge­burt das eine oder an­de­re Bild ma­chen möch­ten, ist es wich­tig, dass die Ar­beit von Heb­am­men und Ärz­ten nicht be­hin­dert wird. Nicht das schöns­te Bild steht an ers­ter Stel­le, son­dern die Si­cher­heit von Mut­ter und Kind. Nach der Ge­burt wird kaum eine Heb­am­me oder ein Arzt, eine Ärz­tin, et­was da­ge­gen ha­ben, wenn die ers­ten Mo­men­te als Fa­mi­lie fest­ge­hal­ten wer­den.

Be­ach­ten Sie!

Ba­bys und Di­gi­ta­le Me­di­en

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema bietet die Broschüre "Digitale Medien als Spielverderber für Babys". Diese ist beim Verein "Spielraum - Lebensraum" zum Preis von Fr. 8.- (zzgl. Versandkosten) erhältlich. 

Das Baby steht im Zen­trum


Wenn das Baby da ist, soll nichts und nie­mand das ers­te Ken­nen­ler­nen stö­ren. Jetzt zäh­len ech­te Er­fah­run­gen, nicht Bil­der. Be­rüh­run­gen, Blick­kon­takt, den Ge­ruch des Neu­ge­bo­re­nen wahr­neh­men, ganz be­wusst er­le­ben, wie es zum ers­ten Mal die Brust sucht und fin­det – in den ers­ten Stun­den nach der Ge­burt fin­den Be­geg­nun­gen statt, die nie wie­der so in­ten­siv sein wer­den wie ge­ra­de jetzt. Das win­zi­ge Händ­chen zu hal­ten ist da ein­deu­tig wert­vol­ler, als spä­ter das Foto zu be­trach­ten und zu stau­nen, wie zart die Fin­ger­chen wa­ren. Die­se wer­den auch ein paar Stun­den spä­ter noch gleich zart und klein sein, also kön­nen Sie das Fo­to­gra­fie­ren ge­trost auf spä­ter ver­schie­ben und die ers­te Be­geg­nung mit Ih­rem Kind ganz be­wusst und in al­ler Ruhe ge­nies­sen.

Müs­sen im­mer alle an­de­ren da­bei sein?


Na­tür­lich möch­ten El­tern das freu­di­ge Er­eig­nis nicht für sich be­hal­ten und es spricht ja auch nichts da­ge­gen, Gross­el­tern, Got­te und Göt­ti so­wie bes­te Freun­de schon bald über die Ge­burt zu in­for­mie­ren. Ob es dazu aber so­fort ein Bild des Neu­ge­bo­re­nen auf Face­book braucht, ist frag­lich. Kaum ist das Bild ge­pos­tet, kom­men die Li­kes und Gra­tu­la­ti­ons­nach­rich­ten von Men­schen, die Sie kaum ken­nen und dann gilt Ihre Auf­merk­sam­keit nicht mehr dem Neu­ge­bo­re­nen, son­dern dem Smart­pho­ne. Kommt hin­zu, dass Ihr Baby sein Ein­ver­ständ­nis zur Ver­öf­fent­li­chung des Bil­des nicht ge­ben kann. Mo­men­tan mag es dazu noch kei­ne Mei­nung ha­ben, aber es kann durch­aus sein, dass es sich in ein paar Jah­ren an den in­ti­men Bil­dern auf dem Pro­fil sei­ner El­tern stört.

Un­ge­stör­tes Wo­chen­bett


Das ers­te Ken­nen­ler­nen ist nicht ab­ge­schlos­sen, wenn Sie den Ge­bär­saal ver­las­sen. Im Ge­gen­teil, es hat ge­ra­de erst be­gon­nen, denn jetzt gilt es, die Si­gna­le des Ba­bys deu­ten zu ler­nen und dies er­for­dert gros­se Auf­merk­sam­keit. So su­chen zum Bei­spiel vie­le Ba­bys beim Stil­len den Blick­kon­takt zur Mut­ter, den sie dann lan­ge hal­ten. Ist der Blick der Mut­ter auf das Smart­pho­ne ge­rich­tet, fehlt dem Baby das Ge­gen­über. Das Wo­chen­bett ist nicht die Zeit, um sich un­ge­stört Se­ri­en rein­zu­zie­hen, son­dern um die wach­sen­de Be­zie­hung zum Baby zu pfle­gen. Ver­su­chen Sie, sich fes­te Te­le­fon­zei­ten ein­zu­rich­ten, wäh­rend de­rer Sie er­reich­bar sind und le­gen Sie für den Rest des Ta­ges das Ge­rät bei­sei­te, um ganz bei sich und Ih­rem Baby zu sein. Wi­ckeln, Ba­den, Stil­len und An­zie­hen sind kei­ne Rou­ti­ne­ar­bei­ten, die sich ne­ben­bei er­le­di­gen, son­dern Ge­le­gen­hei­ten, um mit Ih­rem Kind in Kon­takt zu tre­ten und es bes­ser ken­nen zu ler­nen. 

Rück­sicht auf die Zim­mer­nach­ba­rin


Mit ei­ner Mut­ter, die pau­sen­los te­le­fo­niert oder Nach­rich­ten emp­fängt, das Wo­chen­bett-Zim­mer zu tei­len, kann eine ech­te Her­aus­for­de­rung sein. Wenn Ihr Han­dy mehr­heit­lich aus­ge­schal­tet bleibt, tun Sie auch Ih­rer Zim­mer­nach­ba­rin et­was Gu­tes. 

Der Lu­xus der Un­er­reich­bar­keit


War­um nicht eine di­gi­ta­le Aus­zeit neh­men, um sich ganz dem neu­en Fa­mi­li­en­mit­glied zu wid­men? Die Welt wird sich auch ohne Ihre Auf­merk­sam­keit wei­ter dre­hen und Ver­wand­te und Freun­de wer­den Ver­ständ­nis ha­ben, wenn Sie mal ein paar Tage lang nur ein­ge­schränkt er­reich­bar sind. 

Wie ist das ei­gent­lich mit der Strah­lung?


Die Mo­bil­funk­tech­no­lo­gie ist noch jung, dar­um kön­nen noch kei­ne ab­schlies­sen­den Aus­sa­gen über die Lang­zeit­wir­kung der Han­dy­nut­zung ge­macht wer­den. Ob­schon nach heu­ti­gem Er­kennt­nis­stand kei­ne kurz­fris­ti­gen ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf die Ge­sund­heit zu er­war­ten sind, ist es auf je­den Fall emp­feh­lens­wert, die Strah­len­be­las­tung für das Baby mög­lichst ge­ring zu hal­ten, in­dem Sie nicht zu häu­fig und nur kurz te­le­fo­nie­ren, das Ge­rät nicht in der Nähe des Ba­bys de­po­nie­ren und es aus­schal­ten, wenn es nicht be­nö­tigt wird. Ach­ten Sie zu­dem beim Kauf dar­auf, ein mög­lichst strah­lungs­ar­mes Ge­rät (tie­fer SAR-Wert) zu er­wer­ben.

Letzte Aktualisierung: 05.11.2019, TV

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