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Hund und Baby

Wel­che Krank­hei­ten kön­nen Haus­tie­re über­tra­gen?


Zahl­rei­che Un­ter­su­chun­gen be­stä­ti­gen die po­si­ti­ven Aus­wir­kun­gen von Haus­tie­ren auf Ge­sund­heit und Wohl­be­fin­den ih­rer Be­sit­zer, ins­be­son­de­re auf de­ren Kin­der. Haus­tie­re ma­chen aber nicht nur ge­sund, son­dern manch­mal auch krank: Es gibt ei­ni­ge Er­re­ger, die vom Tier auf den Men­schen über­tra­gen wer­den kön­nen. In­fek­tio­nen mit Bak­te­ri­en, Vi­ren, Pil­zen oder Pa­ra­si­ten, die von ei­nem Tier auf den Men­schen über­tra­gen wer­den kön­nen, nennt man Zoo­no­sen.

Da Kat­zen und Hun­de die be­lieb­tes­ten Haus­tie­re sind, geht von ih­nen auch am häu­figs­ten die Ge­fahr ei­ner Zoo­no­se aus. Be­son­ders häu­fig wer­den Durch­fall­erkran­kun­gen vom Tier auf den Men­schen über­tra­gen. Die an­ste­cken­den Kei­me sind in ers­ter Li­nie Sal­mo­nel­len. Die Tie­re schnap­pen die­se Er­re­ger meist durch Schlacht­ab­fäl­le und un­ge­koch­te In­ne­rei­en auf. Num­mer zwei der Durch­fal­lerre­ger ist der so ge­nann­te Cam­py­lo­bac­ter. Vor al­lem jun­ge Hun­de­wel­pen schei­den sol­che Kei­me bis zu ei­nem hal­ben Jahr aus, ohne selbst krank zu sein.

Jun­ge Kat­zen da­ge­gen sind an ei­ner wei­te­ren Zoo­no­se schuld, an der so ge­nann­ten Kat­zen­kratz­krank­heit. Die ver­spiel­ten und ver­schmus­ten Tie­re über­tra­gen die stäb­chen­för­mi­gen Bak­te­ri­en der Gat­tung Bar­to­nel­len durch Krat­zen oder Beis­sen. Auch die auf Kat­zen le­ben­den Flö­he kön­nen die Bak­te­ri­en wei­ter­tra­gen. In Deutsch­land sind bis zu 70 Pro­zent der Haus­kat­zen mit Bar­to­nel­len in­fi­ziert. Die Sym­pto­me der Kat­zen­kratz­krank­heit: Drei bis zehn Tage nach der Ver­let­zung ent­steht an der Kratz- oder Biss­stel­le ein klei­nes ro­tes Haut­knöt­chen von zwei bis sechs Mil­li­me­ter Durch­mes­ser, das manch­mal – ähn­lich wie der Aus­schlag bei Wind­po­cken – in ein Bläs­chen­sta­di­um über­geht, um an­schlies­send zu ver­krus­ten. Ein bis zwei Wo­chen spä­ter schwel­len die be­nach­bar­ten Lymph­kno­ten an und schmer­zen bei Be­rüh­rung. Manch­mal ei­tern sie auch und ent­lee­ren ih­ren In­halt durch die Haut. Die Hei­lung er­folgt nur lang­sam: Ohne Be­hand­lung bil­den sich die Lymph­kno­ten­schwel­lun­gen erst nach zwei bis vier Mo­na­ten zu­rück.

Die Er­re­ger der Pa­pa­gei­en­krank­heit Psit­ta­ko­se kön­nen nicht nur von Pa­pa­gei­en, son­dern auch von Wel­len­sit­ti­chen und Nym­phen­sit­ti­chen über­tra­gen wer­den. Be­son­ders ris­kant ist das „Küss­chen­ge­ben“, weil da­bei die Kei­me di­rekt auf die Schleim­häu­te ge­lan­gen. Die Bak­te­ri­en fin­den sich auch im Kot und Fe­der­staub von Tau­ben, En­ten und Hüh­nern.

Ge­fürch­tet sind auch Pilz­in­fek­tio­nen, die oft gan­ze Kin­der­gär­ten oder Schul­klas­sen heim­su­chen. Die so ge­nann­ten Mi­kro­spo­ren kön­nen von ei­nem Hund oder von ei­ner Kat­ze stam­men und be­fal­len vor al­lem den be­haar­ten Kopf, manch­mal auch Hän­de,Un­ter­ar­me, Hals und Ge­sicht.

Vie­le Sal­mo­nel­len­in­fek­tio­nen ge­hen mitt­ler­wei­le auf den di­rek­ten oder in­di­rek­ten Kon­takt mit Rep­ti­li­en zu­rück. Die Lis­te der als An­ste­ckungs­ur­sa­che er­mit­tel­ten Rep­ti­li­en liest sich wie ein Ka­ta­log des Zoo­han­dels und reicht von Bar­taga­men und Cha­mä­le­ons über Le­gua­ne und Schild­krö­ten bis zu Wa­ra­nen und Wür­ge­schlan­gen. Über 90 Pro­zent al­ler im Zoo­han­del an­ge­bo­te­nen Ech­sen, Schlan­gen und Krö­ten sind Sal­mo­nel­len­trä­ger, schät­zen Ex­per­ten. Am häu­figs­ten wer­den Kin­der und Er­wach­se­ne nach wie vor nicht durch Tie­re selbst, son­dern über an­de­re Men­schen an­ge­steckt. Die Über­tra­gung der Sal­mo­nel­len er­folgt meis­tens über die Haut der Tie­re. Die Exo­ten selbst wer­den durch die ge­fähr­li­chen Darm­bak­te­ri­en nicht krank, weil die Sal­mo­nel­len Be­stand­teil ih­rer na­tür­li­chen Keim­flo­ra sind. Eine An­ste­ckung mit den von den Tie­ren aus­ge­schie­de­nen Kei­men ist nicht nur durch Strei­cheln, Be­rüh­ren und Füt­tern, son­dern auch durch in­di­rek­ten Kon­takt mög­lich. So ist der Fall ei­nes Ba­bys mit Sal­mo­nel­len­in­fek­ti­on be­kannt ge­wor­den, des­sen Va­ter in ei­ner Zoo­hand­lung ar­bei­te­te.

Rep­ti­li­en und Ech­sen sind kei­ne „Spiel­tie­re“ son­dern per­ma­nen­te In­fek­ti­ons­quel­len. Sie sind zwar pfle­ge­leicht und er­schei­nen des­halb als für Kin­der be­son­ders ge­eig­net – sie sind es je­doch kei­nes­wegs und ha­ben in ei­nem Haus­halt mit Kin­dern nichts zu su­chen, be­tont die Stif­tung Kin­der­ge­sund­heit. Sie ge­hö­ren auch nicht in Kin­der­gär­ten, auf Ge­burts­tags­par­tys und schon gar nicht auf Kin­der­sta­tio­nen von Kli­ni­ken, was durch­aus schon mal vor­ge­kom­men ist.

Zur Ver­mei­dung von Sal­mo­nel­len­in­fek­tio­nen durch exo­ti­sche Kriech­tie­re hat das Ro­bert-Koch-In­sti­tut Ber­lin eine Rei­he von Emp­feh­lun­gen zu­sam­men­ge­stellt. Sie lau­ten:

  • Be­trei­ber von Zoo­hand­lun­gen, me­di­zi­ni­sches Per­so­nal und Tier­ärz­te soll­ten Be­sit­zer und Käu­fer von Rep­ti­li­en und Am­phi­bi­en über das Ri­si­ko ei­ner Sal­mo­nel­len­über­tra­gung durch die­se Tie­re in­for­mie­ren.

  • Nach dem Um­gang mit Rep­ti­li­en oder Am­phi­bi­en soll­ten die Hän­de im­mer gründ­lich mit Was­ser und Sei­fe ge­wa­schen wer­den.

  • Per­so­nen, die ein ho­hes Ri­si­ko für eine kom­pli­zier­te Sal­mo­nel­len­in­fek­ti­on auf­wei­sen, wie Kin­der un­ter fünf Jah­ren, Schwan­ge­re, Se­nio­ren so­wie Men­schen, die mit im­mu­ni­täts­un­ter­drü­cken­den Me­di­ka­men­ten be­han­delt wer­den, soll­ten den Kon­takt zu Rep­ti­li­en und Am­phi­bi­en ver­mei­den.

  • Rep­ti­li­en und Am­phi­bi­en soll­ten im Haus­halt mit Kin­dern un­ter fünf Jah­ren und Im­mun­sup­pri­mier­ten so­wie in Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen für Klein­kin­der nicht ge­hal­ten wer­den.

  • Rep­ti­li­en und Am­phi­bi­en soll­ten sich nicht frei in der Woh­nung be­we­gen und sind von Kü­che oder an­de­ren Be­rei­chen, in de­nen Le­bens­mit­tel zu­be­rei­tet wer­den, fern­zu­hal­ten.

  • Ter­ra­ri­en und Aqua­ri­en bzw. Ge­gen­stän­de dar­aus soll­ten nicht im Kü­chen­wasch­be­cken ge­rei­nigt wer­den. Falls die Ba­de­wan­ne zu die­sem Zweck ver­wen­det wird, soll­te die­se an­schlies­send gründ­lich ge­rei­nigt und des­in­fi­ziert wer­den.

Für eine über­trie­be­ne Angst vor ei­ner Krank­heits­über­tra­gung durch Hun­de, Kat­zen und an­de­re lan­des­üb­li­che Haus­tie­re gibt es je­doch kei­nen Grund, be­tont die Stif­tung Kin­der­ge­sund­heit. Am häu­figs­ten wer­den Kin­der und Er­wach­se­ne näm­lich nach wie vor nicht durch Tie­re, son­dern durch an­de­re Men­schen an­ge­steckt: von Spiel­ka­me­ra­den und Mit­schü­lern, von Kol­le­gen und Nach­barn oder von den Mit­glie­dern der ei­ge­nen Fa­mi­lie.

Ein biss­chen Vor­sicht soll­te aber schon sein, hier die Re­geln für den Um­gang mit dem Haus­tier: Kin­der und Er­wach­se­ne soll­ten sich nach je­dem Kon­takt mit dem Tier – vor al­lem vor dem Es­sen – die Hän­de wa­schen und all­zu in­ni­ges Schmu­sen mit dem Tier ver­mei­den. Kä­fi­ge, La­ger­plät­ze, Kör­be oder De­cken des Lieb­lings­tiers soll­ten stets sau­ber sein. Mit der re­gel­mäs­si­gen Rei­ni­gung der Un­ter­kunft bzw. des Schlaf­plat­zes und der täg­li­chen Rei­ni­gung von Fut­ter- und Was­ser­schüs­sel sorgt man auch für das Wohl­be­fin­den des Tie­res. Die bes­te Vor­beu­gung vor In­fek­tio­nen ist, mit dem Tier re­gel­mäs­sig zum Tier­arzt zu ge­hen und es ent­wur­men, ent­lau­sen und auch imp­fen las­sen.

Eben­falls wich­tig: Das Tier soll­te dem Kind nicht das Ge­sicht ab­schle­cken und auch nicht mit ihm in ei­nem Bett schla­fen.

Bis vor kur­zem hiess die Emp­feh­lung der Ex­per­ten: Bei All­er­gie­ri­si­ko muss man auf Haus­tie­re ver­zich­ten, am bes­ten schon wäh­rend der Schwan­ger­schaft. Mitt­ler­wei­le hat man her­aus­ge­fun­den, dass ge­ra­de Kin­der, die schon am An­fang ih­res Le­bens mit Heim­tie­ren und ih­ren All­er­ge­nen in Kon­takt kom­men, spä­ter sel­te­ner eine all­er­gi­sche Sen­si­bi­li­sie­rung da­ge­gen ent­wi­ckeln. In Fa­mi­li­en ohne Vor­be­las­tung (die be­steht, wenn min­des­tens ein El­tern­teil oder ein Ge­schwis­ter Asth­ma, Heu­schnup­fen oder Neu­ro­der­mi­tis hat), gibt es ge­gen die Hal­tung ei­nes Hun­des wohl kei­nen trif­ti­gen Grund mehr. Ri­si­ko­fa­mi­li­en soll­ten al­ler­dings auf Fell­tie­re bes­ser ver­zich­ten, rät die Stif­tung Kin­der­ge­sund­heit. Als be­son­ders ris­kant gel­ten Kat­zen.

Quel­le: Stif­tung Kin­der­ge­sund­heit

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Haus­tier und Kind - das kann für bei­de Sei­ten eine wun­der­ba­re Freund­schaft be­deu­ten. Aber ge­wis­se Re­geln müs­sen ein­ge­hal­ten wer­den. Schon wäh­rend der Schwan­ger­schaft kön­nen Sie dem Hund zei­gen, was er nicht mehr darf: Kin­der­spiel­zeug ist kein Hun­de­spiel­zeug, das Kin­der­zim­mer darf nur nach …
Letzte Aktualisierung: 23.03.2020, BH
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