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Familie mit drei Kindern auf dem Wanderweg,Familie mit drei Kindern rennt eine schmale Landstrasse entlang

Wis­sens­wer­tes zum The­ma ADHS


Was ist ADHS?

Die Ab­kür­zung ADHS steht für „Auf­merk­sam­keits­de­fi­zit- / Hy­per­ak­ti­vi­täts­stö­rung“. Da­mit wird eine psych­ia­tri­sche Stö­rung be­zeich­net, die durch eine neu­ro­bio­lo­gi­sche Funk­ti­ons­stö­rung ver­ur­sacht wird. Die neu­ro­bio­lo­gi­schen Ur­sa­chen sind noch nicht im De­tail er­forscht, man geht aber da­von aus, dass die Wei­ter­lei­tung von In­for­ma­tio­nen und Rei­zen durch die Bo­ten­stof­fe Do­pa­min, Nor­ad­re­na­lin und Se­ro­to­nin be­ein­träch­tigt ist. Die­se Stö­rung führt dazu, dass eine be­trof­fe­ne Per­son Schwie­rig­kei­ten hat, die auf sie ein­strö­men­den Rei­ze zu fil­tern, Pro­ble­me zu lö­sen, Ab­läu­fe zu pla­nen und ihre Im­pul­se un­ter Kon­trol­le zu hal­ten. So­ge­nann­te psy­cho­so­zia­le Um­stän­de, also das Um­feld, in dem eine Per­son lebt, kön­nen die Stö­rung ver­stär­ken. ADHS wird des­halb oft als „bio-psy­cho­so­zia­les Phä­no­men“ be­zeich­net. 

ADHS hat ver­schie­de­ne Ge­sich­ter

Beim Stich­wort ADHS den­ken vie­le zu­erst un­will­kür­lich an den Jun­gen, der im Schul­un­ter­richt kei­ne Mi­nu­te still­sit­zen mag und der im­mer laut äus­sert, was ihm ge­ra­de durch den Kopf geht. Tat­säch­lich sind mehr­heit­lich Jun­gen dem hy­per­ak­tiv-im­pul­si­ven Typ zu­zu­ord­nen. Leich­ter zu über­se­hen ist der un­auf­merk­sa­me Typ, zu­wei­len auch hy­po­ak­ti­ver Typ ge­nannt. In die­sem Fall äus­sert sich die Stö­rung in aus­ge­präg­ter Ver­träumtheit, Schus­se­lig­keit und Ver­gess­lich­keit. Da die Hy­per­ak­ti­vi­tät weg­fällt, spricht man hier von ADS. Be­trof­fen da­von sind mehr­heit­lich Mäd­chen. Der „kom­bi­nier­te Typ“ ist so­wohl hy­per­ak­tiv-im­pul­siv als auch un­auf­merk­sam. 

ADHS gibt es nicht nur bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen

Lan­ge Zeit ging man da­von aus, dass sich ADHS nach der Pu­ber­tät aus­wächst. Erst seit ei­ni­gen Jah­ren ist auch im deutsch­spra­chi­gen Raum be­kannt, dass sich bei min­des­tens 50 % der Be­trof­fe­nen auch im Er­wach­se­nen­al­ter noch kli­nisch re­le­van­te Sym­pto­me zei­gen. Da sich die­se beim Er­wach­se­nen je­doch an­ders äus­sern als bei Kin­dern, ist es schwie­ri­ger, eine kor­rek­te Dia­gno­se zu stel­len. So ist zum Bei­spiel bei ei­nem Kind die Hy­per­ak­ti­vi­tät sehr gut von aus­sen wahr­nehm­bar, die in­ne­re Un­ru­he, die eine er­wach­se­ne Per­son emp­fin­det, ist aber für an­de­re nicht sicht­bar. Die Dia­gno­se ADHS darf bei ei­nem Er­wach­se­nen nur ge­stellt wer­den, wenn sich nach­wei­sen lässt, dass sich die Stö­rung be­reits in der Kind­heit be­merk­bar ge­macht hat, zum Bei­spiel in Form von schu­li­schen Schwie­rig­kei­ten oder Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten. 

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In­ter­view

Isolde Schaffter-Wieland zum Thema "ADHS und Familie"

Zu­wei­len kommt ADHS erst zum Vor­schein, wenn Frau Mut­ter wird

Man­chen Men­schen ge­lingt es, durch das Ent­wi­ckeln von Stra­te­gi­en und den Auf­bau von Struk­tu­ren, die Sym­pto­me in den Griff zu be­kom­men, so dass nie eine ADHS-Dia­gno­se ge­stellt wird. Be­kommt eine Frau, die auf die­se Wei­se ihr Le­ben mit ADHS meis­tern konn­te, ein Kind, ge­rät die­ses sorg­sam auf­ge­bau­te Sys­tem ins Wan­ken. Die Frau ge­rät un­ter Druck, denn was sie vor­her be­wäl­ti­gen konn­te, schafft sie nun nicht mehr, ob­schon sie sich nach al­len Kräf­ten dar­um be­müht. Er­schöp­fung und De­pres­si­on kön­nen die Fol­ge da­von sein.

ADHS liegt in der Fa­mi­lie

Man geht heu­te da­von aus, dass ADHS mehr­heit­lich ge­ne­tisch be­dingt ist. Es ist also gut mög­lich, dass die Kin­der von be­trof­fe­nen El­tern eben­falls eine ADHS-Ver­an­la­gung ha­ben, ins­be­son­de­re na­tür­lich, wenn zwei Be­trof­fe­ne ge­mein­sam eine Fa­mi­lie grün­den. Dies ist ei­ner­seits eine Chan­ce, denn das Ver­ständ­nis ist na­tür­lich grös­ser, wenn die Mut­ter oder der Va­ter weiss, was das Kind durch­macht. An­de­rer­seits kann ein be­trof­fe­nes Kind das sorg­sam auf­ge­bau­te Sys­tem, mit dem sich die El­tern die nö­ti­gen Struk­tu­ren ge­ben, noch stär­ker ins Wan­ken brin­gen, als es Kin­der oh­ne­hin schon tun. Nicht sel­ten kommt es vor, dass El­tern ihre ei­ge­ne ADHS-Be­trof­fen­heit erst er­ken­nen, wenn die Dia­gno­se bei ei­nem ih­rer Kin­der ge­stellt wird und sie sich mit der The­ma­tik aus­ein­an­der­set­zen.

Es gibt auch äus­se­re Ein­flüs­se

Stu­di­en­ergeb­nis­se wei­sen dar­auf hin, dass es auch äus­se­re Ri­si­ko­fak­to­ren gibt, die das Auf­tre­ten von ADHS be­güns­ti­gen. In der Schwan­ger­schaft sind dies der Kon­sum von Ni­ko­tin, Al­ko­hol und Dro­gen, In­fek­tio­nen so­wie Er­kran­kun­gen oder Ver­let­zun­gen des zen­tra­len Ner­ven­sys­tems. Auch Ge­burts­kom­pli­ka­tio­nen und ein nied­ri­ges Ge­burts­ge­wicht zäh­len zu den äus­se­ren Ri­si­ko­fak­to­ren.

Vor­sicht vor Vor­ur­tei­len

ADHS wird in der Öf­fent­lich­keit sehr kon­tro­vers dis­ku­tiert, die Be­haup­tung, es hand­le sich um eine rei­ne Mo­de­dia­gno­se wird oft ge­äus­sert. Ins­be­son­de­re die Be­hand­lung mit Me­di­ka­men­ten ist hef­tig um­strit­ten. Dies macht es für Be­trof­fe­ne nicht leicht, sich eine Mei­nung dar­über zu bil­den, wie sie mit ih­rer ei­ge­nen oder der Dia­gno­se ih­res Kin­des um­ge­hen sol­len. Der El­tern­ver­ein el­pos so­wie die Schwei­ze­ri­sche Info- und Be­ra­tungs­stel­le für Er­wach­se­ne mit ADHS adhs20+ hel­fen Be­trof­fe­nen, sich um­fas­send über ADHS und die The­ra­pie­mög­lich­kei­ten zu in­for­mie­ren. Bei­de Stel­len sind aus­ser­dem gut mit Fach­per­so­nen ver­netzt.

Se­riö­se Ab­klä­rung ist wich­tig

So­wohl bei Kin­dern als auch bei Er­wach­se­nen ist eine um­fas­sen­de Ab­klä­rung durch ge­schul­te Fach­per­so­nen wich­tig. Ei­ner­seits müs­sen in ei­ner sorg­fäl­ti­gen Ana­mne­se In­for­ma­tio­nen über die bis­he­ri­ge Le­bens­ge­schich­te, das Ver­hal­ten im All­tag, das fa­mi­liä­re und so­zia­le Um­feld etc. ein­ge­holt wer­den, an­de­rer­seits müs­sen an­de­re Krank­hei­ten, die sich mit ähn­li­chen Sym­pto­men äus­sern kön­nen, aus­ge­schlos­sen wer­den. Ist die Dia­gno­se ge­stellt, stellt sich die Fra­ge der The­ra­pie. Die­se be­inhal­tet die Auf­klä­rung der be­trof­fe­nen Per­son und ih­rem Um­feld, Ver­hal­tens­trai­ning und Coa­ching. Wenn gros­ser Lei­dens­druck be­steht, kom­men Me­di­ka­men­te zum Ein­satz. Wich­tig ist es, ADHS ernst zu neh­men, sich um­fas­send zu in­for­mie­ren und eine The­ra­pie nicht grund­sätz­lich aus­zu­schlies­sen, denn un­be­han­delt kann die Stö­rung gra­vie­ren­de Fol­gen wie zum Bei­spiel schu­li­sche und be­ruf­li­che Pro­ble­me, De­pres­sio­nen und Such­ter­kran­kun­gen nach sich zie­hen.

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