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War­um Kin­der jam­mern und quen­geln

Ein jam­mern­des Kind reizt sei­ne El­tern nicht grund­los. Doch was steckt da­hin­ter und wie kön­nen Sie dar­auf re­agie­ren?

Mädchen in ihrem Zimmer
©
GettyImages

«Mir ist lang­wei­lig» oder «Das ist so un­ge­recht» sind Sät­ze, die wohl die meis­ten El­tern re­gel­mäs­sig zu hö­ren be­kom­men. Die­se kind­li­chen Emp­fin­dun­gen sind auch ab­so­lut nor­mal. Aber was, wenn al­les zum Pro­blem wird und das Kind ge­fühlt den gan­zen Tag et­was zum Jam­mern fin­det?

Jam­mern ist ein Hin­weis


Für Kin­der, die noch nicht spre­chen kön­nen, ist das eher wei­nen­de Jam­mern ein Aus­druck da­für, dass sie sich nicht wohl füh­len. Bei ih­nen hat das Jam­mern meist eine kör­per­li­che Ur­sa­che, zum Bei­spiel wenn sie krank oder müde sind, Hun­ger oder Durst ha­ben oder ein­fach die Nähe der El­tern brau­chen.

Bei Klein­kin­dern ist das Jam­mern – so­fern es kei­ne kör­per­li­chen Ur­sa­chen hat – eher als Quen­geln und Nör­geln wahr­zu­neh­men. Sie kön­nen ihre Un­zu­frie­den­heit häu­fig noch nicht in Wor­te fas­sen, er­ken­nen aber, dass die El­tern re­agie­ren, wenn sie ih­ren Un­mut quen­gelnd äus­sern.

Auch bei äl­te­ren Kin­dern kann Jam­mern na­tür­lich ein Aus­druck von Schmer­zen sein, sie kön­nen die­se dann aber klar be­nen­nen. Kin­der, die sich be­reits mit­tei­len kön­nen, jam­mern häu­fig auch aus ei­nem an­de­ren Grund.

Un­zu­frie­den­heit löst jam­mern aus


Kin­der drü­cken mit Jam­mern ihre Un­zu­frie­den­heit aus. Man­che jam­mern sehr häu­fig, wit­tern über­all Un­ge­rech­tig­keit, füh­len sich stän­dig un­fair be­han­delt oder be­nach­tei­ligt und se­hen über­all Pro­ble­me. Für die El­tern kann die­ses Jam­mern, ge­paart mit dem ty­pi­schen wei­ner­li­chen Ton­fall, mit­un­ter ziem­lich an den Ner­ven zer­ren. Trotz­dem kön­nen sie nicht weg­hö­ren, denn es macht die Not des Kin­des spür­bar und sie füh­len sich da­für ver­ant­wort­lich. Das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und der Wunsch, dass das Kind zu­frie­den und glück­lich ist, ma­chen es un­mög­lich, das Jam­mern zu igno­rie­ren.

Ver­ständ­nis und Auf­merk­sam­keit hilft ge­gen Quen­geln


Das Kind jam­mert, weil ihm et­was auf dem Ma­gen liegt. Da es sei­nen El­tern be­din­gungs­los ver­traut, ist es sich si­cher, dass die­se ihm bei der Be­wäl­ti­gung des Pro­blems hel­fen kön­nen

Sich in die Lage des Kin­des ver­setz­ten und zu ver­ste­hen ver­su­chen, war­um ge­ra­de die­ses The­ma für das Kind so pro­ble­ma­tisch ist, braucht von den El­tern Zeit, Auf­merk­sam­keit und Em­pa­thie – was sich aber auf je­den Fall be­zahlt macht.

Hör end­lich auf zu jam­mern!


Auch wenn Sie als El­tern den Ver­dacht ha­ben, Ihr Kind be­nut­ze das Jam­mern als Vor­wand für feh­len­de Auf­merk­sam­keit, lohnt es sich, ihm da­für Ver­ständ­nis ent­ge­gen­zu­brin­gen. Denn es nützt we­nig, wenn Sie es zu über­zeu­gen ver­su­chen, dass al­les nicht so schlimm ist oder ihm be­feh­len, mit dem Jam­mern auf­zu­hö­ren. Wer­den die Ge­füh­le des Kin­des nicht ernst ge­nom­men, kann ein Teu­fels­kreis ent­ste­hen, in­dem es im­mer dra­ma­ti­scher jam­mert.

Was Sie für Ihr jam­mern­des Kind tun kön­nen


  • Neh­men Sie Ihr Kind ernst, auch wenn es Ih­nen nicht im­mer leicht­fällt.

  • Tei­len Sie ei­ge­ne Er­fah­rung mit dem Kind und er­zäh­len Sie ihm, wie Sie sich in ei­ner ähn­li­chen Si­tua­ti­on ge­fühlt ha­ben. Wenn es er­kennt, dass Sie wis­sen, wo­von Sie re­den, wird es Ih­nen auch zu­hö­ren.

  • Neh­men Sie das Jam­mern nicht per­sön­lich, Sie sind nicht schuld an der Un­zu­frie­den­heit Ih­res Kin­des.

  • Hö­ren Sie ge­nau­so gut zu, wenn Ihr Kind von schö­nen Er­leb­nis­sen be­rich­tet und fra­gen Sie ge­zielt da­nach.

  • Falls es ei­nen ma­te­ri­el­len Grund für das Jam­mern gibt und Sie die­sen Wunsch nicht er­fül­len kön­nen, su­chen Sie nach Al­ter­na­ti­ven und lo­ben Sie Ihr Kind, wenn es da­bei mit­hilft.

Letzte Aktualisierung: 19.04.2022, KM

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