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Mutter und Kind sind zufrieden

Kin­der­lü­gen: Wie kön­nen El­tern ein gu­tes Vor­bild sein?


Die mo­ra­li­sche Hal­tung, wie in ei­ner Fa­mi­lie mit der Wahr­heit um­ge­gan­gen wird, wird den Kin­dern durch die Er­wach­se­nen ver­mit­telt. Er­wach­se­ne ge­ra­ten im­mer wie­der in den ver­schwom­me­nen Grenz­be­reich von Wahr­heit und Lüge. Er­wach­se­ne lü­gen aus ge­recht­fer­tig­ter Not­wehr, aus Höf­lich­keit, aus Ver­le­gen­heit, oder ein­fach zum Spass. Es ist für Kin­der also gar nicht so ein­fach, sich auf die er­wach­se­nen Vor­bil­der zu ver­las­sen. Neh­men Sie es des­halb mit der Wahr­heit so ge­nau wie mög­lich.

Die fol­gen­den An­re­gun­gen kön­nen Sie da­bei un­ter­stüt­zen, Ih­rem Kind die­sen schwie­ri­gen Grenz­be­reich zwi­schen Wahr­heit und Lüge nä­her zu brin­gen und ein mo­ra­lisch gu­tes Vor­bild zu sein.

  • Sei­en sie selbst Ih­rem Kind ge­gen­über of­fen und ehr­lich. Wen­den Sie kei­ne Not­lü­gen an, wenn Sie dem Kind et­was ab­schla­gen oder ver­wei­gern müs­sen. Be­grün­den Sie Ih­rem Kind ge­gen­über Ihre Ent­schei­de und Ihr Ver­hal­ten.

  • Stif­ten Sie Ihr Kind nicht zu Un­ehr­lich­keit in klei­nen Din­gen an (in­dem Sie sich z.B. am Te­le­fon oder an der Haus­tür durch Ihr Kind ver­leug­nen las­sen). Be­den­ken Sie, dass Ihr Kind zwi­schen der­ar­ti­gen Un­wahr­haf­tig­kei­ten der El­tern und sei­nen ei­ge­nen Lü­gen kei­nen Un­ter­schied macht.

  • Ver­spre­chen Sie Ih­rem Kind nichts, was Sie nicht er­fül­len wol­len oder er­fül­len kön­nen.

  • Be­ant­wor­ten Sie Fra­gen Ih­res Kin­des wahr­heits­ge­recht, sei­nem Al­ter und Ver­ständ­nis an­ge­passt. Das gilt auch für ver­meint­lich „heik­le“ Fra­gen (z.B. Se­xua­li­tät, Ad­op­tiv­ver­hält­nis etc.).

  • Täu­schen Sie Ihr Kind nicht mit fal­schen An­ga­ben. Wenn Sie z.B. abends aus­ge­hen, sa­gen Sie ihm, wo­hin Sie ge­hen, wann Sie wie­der­kom­men und wo Sie al­len­falls zu er­rei­chen sind.

  • Ver­zich­ten Sie auf Ge­heim­nis­krä­me­rei am Fa­mi­li­en­tisch: spre­chen Sie of­fen über das, was Sie be­wegt. So lernt Ihr Kind, sich eben­falls frei­mü­tig zu äus­sern. Wenn Sie mit Ih­rem Part­ner et­was zu klä­ren ha­ben, das wirk­lich nur Sie bei­de be­trifft, wäh­len Sie ei­nen an­de­ren Zeit­punkt oder Ort, an dem Ihr Kind nicht an­we­send ist.

  • Spie­len Sie ihre ei­ge­nen Un­ehr­lich­kei­ten nicht her­un­ter und  ent­schul­di­gen kei­ne Not­lü­gen. Kin­der müs­sen er­le­ben, wie an­ge­nehm es ist, sich auf das, was ein an­de­rer sagt, un­be­dingt ver­las­sen zu kön­nen, noch be­vor es selbst in der Lage ist, ver­läss­li­che Aus­sa­gen zu ma­chen. Des­halb dür­fen wir Kin­der nicht ver­trös­ten, ab­spei­sen oder be­lü­gen.

Letzte Aktualisierung: 03.02.2020, JL
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