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Mutter mit Baby auf dem Sozialamt
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So­zi­al­hil­fe und Für­sor­ge


Wenn Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen er­schöpft oder gar nicht ver­füg­bar sind, hat sub­si­di­är die So­zi­al­hil­fe die Auf­ga­be, die­se Lü­cken zu fül­len. Die Für­sor­ge un­ter­schei­det sich von den Ver­si­che­run­gen in­so­fern, als ihre Leis­tun­gen auf die Be­dürf­nis­se je­des in­di­vi­du­el­len Fal­les aus­ge­rich­tet sind. Sie ge­hen auch über die rei­ne Geld- und Sach­leis­tung hin­aus. Ein wich­ti­ger Be­stand­teil der Für­sor­ge ist die Be­ra­tung. Vor­aus­set­zung für die In­an­spruch­nah­me ei­ner Für­sor­ge­leis­tung ist in je­dem Fall der Nach­weis ei­ner in­di­vi­du­el­len Be­dürf­tig­keit.

Die So­zi­al­hil­fe wird stets von der Wohn­ge­mein­de des Emp­fän­gers aus­ge­rich­tet, die ent­spre­chen­den So­zi­al­be­ra­tun­gen, die­nen als An­lauf­stel­le für So­zi­al­hil­fe­ge­su­che und sie ver­su­chen in Ge­sprä­chen mit den Be­trof­fe­nen de­ren Si­tua­ti­on zu ver­bes­sern oder zu lö­sen. Da­bei wer­den die, von der Schwei­ze­ri­schen Kon­fe­renz für So­zi­al­hil­fe (SKOS) er­ar­bei­te­ten Richt­li­ni­en für die Be­mes­sung der So­zi­al­hil­fe, von fast al­len Kan­to­nen an­ge­wen­det (www.skos.ch).

Wei­te­rer Hin­weis

Leis­tun­gen: Je­der Mensch hat An­spruch auf den Grund­be­darf plus Miet­kos­ten ei­ner an­ge­mes­se­nen Woh­nung. Dazu kom­men wei­te­re zwin­gen­de und exis­tenz­si­chern­de Aus­la­gen wie die Prä­mie der Kran­ken­kas­se, Kin­der­be­treu­ung, Be­rufs­aus­la­gen und ähn­li­ches. Wer pro Mo­nat we­ni­ger als die­se Sum­me, näm­lich das so­ge­nann­te Exis­tenz­mi­ni­mum, an Geld zur Ver­fü­gung hat, hat An­spruch auf So­zi­al­hil­fe.

Für­sor­ge­leis­tun­gen sind grund­sätz­lich rück­erstat­tungs­pflich­tig, so­bald die fi­nan­zi­el­len Ver­hält­nis­se der Be­zü­ger sich dau­er­haft und er­heb­lich ver­bes­sert ha­ben.

Das Für­sor­ge­we­sen liegt im Auf­ga­ben­be­reich der Kan­to­ne und der Ge­mein­den. Es be­ruht auf kan­to­na­len Für­sor­ge- und So­zi­al­hil­fe­ge­set­zen, wo­bei be­dürf­ti­ge Per­so­nen ei­nen Rechts­an­spruch auf die Si­che­rung ih­res Exis­tenz­be­darfs ha­ben, wel­cher ge­ge­be­nen­falls auf dem Rechts­weg gel­tend ge­macht wer­den kann.

We­gen der gros­sen Un­ter­schie­de in­ner­halb der Ge­mein­den ist eine Dar­stel­lung hier nicht mög­lich. Jede Ge­mein­de hat je­doch eine be­zeich­ne­te Stel­le (So­zi­al­amt, Für­sor­ge­amt), wel­che ger­ne Aus­künf­te er­teilt.

Die öf­fent­li­che Für­sor­ge hat die Auf­ga­be, den Be­dürf­ti­gen ein men­schen­wür­di­ges Da­sein zu er­mög­li­chen und auch die Ur­sa­che der Be­dürf­tig­keit zu be­he­ben. Der Für­sor­gean­spruch be­steht un­ab­hän­gig von der Ur­sa­che der Not­la­ge. Dem­zu­fol­ge muss in je­dem Fall Für­sor­ge ge­leis­tet wer­den, auch wenn die Not­la­ge selbst­ver­schul­det ist.

Er­gän­zend zur öf­fent­li­chen Für­sor­ge gibt es eine gros­se An­zahl von pri­va­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen. Im Ge­gen­satz zu dem aus Steu­er­gel­dern fi­nan­zier­ten staat­li­chen Netz be­zie­hen die ge­mein­nüt­zi­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen ihre Ein­nah­men haupt­säch­lich aus Spen­den. Ein Bei­spiel: Der Ver­ein "SOS Wer­den­de Müt­ter", der mo­ra­li­schen Bei­stand (auch an­onym), ma­te­ri­el­le Un­ter­stüt­zung durch Sach­leis­tun­gen, ju­ris­ti­sche Be­ra­tung und me­di­zi­ni­sche und psy­cho­lo­gi­sche Hil­fe an­bie­tet. 24-Stun­den-Te­le­fon: 026 322 03 30.

Letzte Aktualisierung: 22.04.2020, PvE / CF
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