Mutter und Baby schlafen im Bett
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Voraussetzungen für die Sicherheit im Familienbett

Das Thema, ob Kinder im Bett der Eltern schlafen sollen, wird schon seit längerem kontrovers diskutiert. Jedenfalls bestehen zu den Auswirkungen dieser Gewohnheit die unterschiedlichsten Ansichten.

Um sicher und entspannt zusammen mit ihrem Baby oder Kleinkind in einem Bett zu schlafen, sollten sich Eltern gewisser Risiken bewusst sein und deshalb optimale Bedingungen schaffen. Welche Gefahren bestehen beim gemeinsamen Schlafen im Familienbett und was kann man dagegen tun?

Besteht die Gefahr, dass die Erwachsenen das Kind im Bett erdrücken?

Mütter wissen eigentlich immer instinktiv, wo ihr Kind liegt. Deshalb kann es unter normalen Bedingungen nicht passieren, dass es „aus Versehen“ erdrückt wird, wie oft befürchtet wird. Sie sollten allerdings unbedingt auf eine feste Matratze achten und das Baby nicht auf ein Kissen oder unter ein grosses Federbett legen. Auch sollten Sie Nichtraucher sein und weder Alkohol noch Drogen (dazu gehören auch Medikamente, wie z.B. Schlaftabletten) genommen haben. 

Besteht ein Zusammenhang zwischen dem plötzlichen Kindstod (SIDS) und dem Schlafen im Familienbett?

Die Ursachen des plötzlichen Kindstods sind trotz weltweiter Forschung immer noch nicht abschliessend geklärt. Es gibt aber gewisse Vorsichtsmassnahmen  gegen den plötzlichen Kindstod, unter anderem das Schlafen in Rückenlage, der Verzicht aufs Rauchen, eine sichere Schlafumgebung und der Überhitzungsschutz. Die gefährlichste Phase ist zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat eines Kindes.

Schläft das Baby bei Ihnen im Bett, sollten Sie deshalb unbedingt darauf achten, dass die Schlafumgebung des Babys keine Überwärmung zulässt. Zu empfehlen ist das Anbringen eines sogenannten Babybalkons. Dabei montiert man eine Gitterseite eines Babybettes ab und bringt die Matratze auf die gleiche Höhe des Elternbettes. Das Kind hat somit seine eigene Bettumgebung.

Stellungnahme

Zur Frage des Bed-Sharings aus kinderärztlicher Sicht, April 2016: Die Richtlinien de Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie von 2013 sind weiterhin in vollem Umfang gültig, auch wenn wissenschaftliche Studien aus den letzten Jahren nahelegen, Bed Sharing oder Co-Sleeping differenzierter zu betrachten. Tatsächlich ist es statistisch sehr schwierig, aus Umfragen harte allgemeingültige Daten zu generieren. Die Schweizerischen Richtlinien lehnen sich an die sehr ausführlichen Richtlinien der „Task Force on Sudden Infant Death Syndrome“ der American Academy of Pediatrics an (Pediatrics 2011; 128:1030). Dort weisen die Autoren in der Einleitung darauf hin, dass nach der Empfehlung zur Rückenlage die Häufigkeit des SIDS deutlich zurückgegangen ist, jedoch in den letzten Jahren wieder zugenommen hat. Deshalb haben die neuen Richtlinien den Fokus neben den bekannten Risikofaktoren auf eine sichere Schlafumgebung gelegt. Es wird dort ausdrücklich auf das „ roomsharing without bed-sharing“ hingewiesen. Die Autoren hoffen, dass damit die Häufigkeit des SIDS weiter verringert werden kann. Es gibt heute viele einfache und praktische Möglichkeiten (wie das Beistellbett), um den Grundsatz „Stay close . Sleep apart“ zur Sicherheit der Neugeborenen einzuhalten.

Letzte Aktualisierung : 06-05-16, AG / JL

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