Erschöpfte, müde Mutter sitzt am Gitterbett, Baby ist wach
Baby | Schlafen

Der Traum vom ungestörten Durchschlafen

Acht Stunden am Stück schlafen wie ein Stein, ohne auch nur ein einziges Mal aufzuwachen – was wir uns unter Durchschlafen vorstellen, gibt es auf diese Weise gar nicht. Der Schlaf verläuft in verschiedenen Phasen, dazwischen wachen wir immer wieder kurz auf. An dieses Aufwachen erinnern wir uns aber nur, wenn die Wachphase etwas länger gedauert hat und wir nicht in der Lage waren, problemlos zurück in den Schlaf zu finden.

Grössere Kinder und Erwachsene schlafen meist sofort wieder ein, nachdem sie kurz aufgewacht sind. Ein Baby jedoch muss dies erst lernen und braucht dazu oft die Hilfe seiner Eltern. Daneben gibt es zahlreiche weitere Gründe,  warum es nachts wach wird: Mal hat es Hunger, mal möchte es sich vergewissern, dass Mama und Papa noch da sind, mal ist die Windel voll. Dass Eltern in den ersten Monaten alle paar Stunden geweckt werden, ist also ganz normal. Wenn ein drei Monate altes Baby sechs Stunden am Stück schläft, können sich die Eltern schon sehr glücklich schätzen, denn dann hat es das gelernt, was die Experten als Durchschlafen bezeichnen.

Es hilft also nichts, von einem ungestörten Achtstundenschlaf zu träumen, wenn das Baby dazu noch gar nicht in der Lage ist. Wie lange ein Kind braucht, bis es soweit ist, kann ganz unterschiedlich sein. Die Eltern können es nur begleiten und so gut als möglich unterstützen – erzwingen lässt sich das Durchschlafen aber nicht, so sehr man sich das zuweilen auch wünschen würde.  

Dennoch beschäftigt die Frage, wie die Nächte endlich ruhiger werden, viele Mütter und Väter. Das ist vollkommen verständlich, denn Schlafmangel setzt einem ganz schön zu. Und es ist auch wichtig, das Thema ernst zu nehmen, denn zu wenig Schlaf kann eine ganze Reihe von negativen Folgen nach sich ziehen: Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Stress, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindelgefühle, Gedächtnisprobleme, geschwächtes Immunsystem und Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, Heisshunger auf ungesundes Essen, Gewichtszunahme etc. Guter Schlaf ist also äusserst wichtig für unsere körperliche und seelische Gesundheit.

Darum wäre es falsch, einfach monatelang auf die Zähne zu beissen, bis die Nächte endlich ruhiger werden. Im Zentrum sollte aber die Frage stehen, was die Eltern brauchen, damit sie in dieser herausfordernden Zeit besser über die Runden kommen. Wohlmeinende Menschen raten dazu, sich ganz dem Rhythmus des Babys anzupassen, um trotz kurzer Nächte zu genügend Schlaf zu kommen. Doch in vielen Fällen ist das gar nicht möglich, denn vielleicht sind da noch andere Kinder, die versorgt werden wollen, der Haushalt lässt sich nicht auf Dauer vernachlässigen und wenn der Mutterschaftsurlaub vorbei ist, sollten auch im Job wieder gute Leistungen erbracht werden.

Wenn das Baby nicht durchschläft, liegt die Lösung nicht darin, ein fragwürdiges Schlaftraining durchzuziehen. Viel eher sollten Mütter und Väter herausfinden, was ihnen hilft, damit sie in dieser kräftezehrenden Phase nicht auf der Strecke bleiben. Hilfreich könnte zum Beispiel sein:

  • Sich beim Nachtdienst abwechseln, damit beide Partner regelmässig die Möglichkeit haben, ein paar Stunden am Stück zu schlafen.
  • Nach Wegen suchen, wie man sich selbst mitten im hektischen Alltag etwas Gutes tun kann.
  • Das Tagesprogramm nicht überfrachten, damit es einfacher ist, Ruhepausen einzulegen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.
  • Sich mit anderen Eltern vernetzen, um einander gegenseitig zu entlasten.
  • Lernen, Ja zu sagen, wenn jemand Hilfe anbietet.
  • Nicht erst Hilfe organisieren, wenn man mit den Kräften am Ende ist, sondern frühzeitig nach Unterstützungsmöglichkeiten suchen.

Häufige Frage zum Thema

Wie schafft man es, dass ein Baby nachts durchschläft?


Letzte Aktualisierung : 29-03-18, JL / TV

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