Mutter deckt das Baby zu, streichelt über den Kopf
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12 Anregungen für ruhigere Nächte

Die Nacht ist zum Schlafen da – so sehen Erwachsene das. Ein Baby aber erkennt erst mal keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Seine Bedürfnisse wollen gestillt werden, ganz egal, ob draussen die Sonne oder der Mond scheint. Bei manchen Babys pendelt sich bereits nach wenigen Monaten ein ziemlich regelmässiger Schlafrhythmus ein, viele brauchen jedoch länger, bis sie durchschlafen können. Weil Schlafmangel auf Dauer aber ziemlich kräftezehrend ist, stellen sich viele Eltern die Frage, was sie tun können, damit die Nächte bald einmal ruhiger werden. Erzwingen lässt sich guter Schlaf natürlich nicht. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, das Baby darin zu unterstützen, besser zur Ruhe zu kommen.

1. Struktur in den Tag bringen

Ein regelmässiger Tagesrhythmus mit festen Essens- und Schlafenszeiten sowie gut dosierten Aktivitiäts- und Ruhephasen bringen Struktur in den Tag. Dies hilft dem Baby, sich im Tagesablauf zu orientieren und Tag und Nacht besser voneinander zu unterscheiden.

2. Abendrituale einführen

Kinder können nicht „auf Knopfdruck“ abschalten und einschlafen. Vor allem die Zeit zwischen 18 und 20 Uhr wird für viele Eltern sehr anstrengend. Es ist deshalb für viele Kinder hilfreich, wenn Eltern das Zubettgehen „ritualisieren“, um das Ende des Tages klar einzuläuten. So verbindet das Kind das Zubettgehen mit einem liebevollen und ruhigen Abendritual. Dies hilft, sich am Abend zu entspannen, runter zu fahren, sich vom Tag zu verabschieden und sich auf die Nacht einzustimmen.

3. An Geräusche gewöhnen

Babys haben am Allgemeinen einen sehr tiefen Schlaf und lassen sich nicht so schnell durch gewohnte Geräusche wecken. Gewöhnen Sie deshalb Ihr Kind daran, nicht nur bei absoluter Stille zu schlafen. Geräusche können sogar beim Einschlafen helfen. So kann es zum Beispiel hilfreich sein, wenn das Babybett im Elternschlafzimmer steht, damit das Baby nachts die Atemgeräusche der Eltern hören kann. Viele Babys schlafen besonders gut ein, wenn ein konstantes leises Geräusch zu hören ist. Sogenanntes beruhigendes weisses Rauschen kann im Internet unter "white noise“ gefunden werden, aber auch ein Staubsauber oder der Dunstabzug kann diesen Zweck erfüllen. Wichtig ist dabei, dass das weisse Rauschen einen Lärmpegel von 50 Dezibel nicht überschreitet.

4. In den Schlaf schaukeln

Wiegen und Schaukeln haben eine beruhigende Wirkung. Dies bedeutet natürlich nicht, dass Sie Ihr Baby nachts stundenlang herumtragen oder gar im Auto spazieren fahren müssen. Die rhythmischen Bewegungen einer Hängematte hingegen haben schon so manchem Baby geholfen, zur Ruhe zu kommen. Auch wiederholte Streichelbewegungen machen Babys schläfrig: Der Einschlaftrick mit dem Taschentuch.

5. Mittagsschlaf

Für Eltern ist der Mittagsschlaf zweifelsfrei ein Segen. Und für Kinder bis zu einem gewissen Alter ist das Schläfchen wichtig für die gesunde Entwicklung. Lassen Sie Ihr Kind aber tagsüber nicht in einem abgedunkelten Raum schlafen, sodass es sich an den Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen kann. Schläft ihr Kind am Abend schwer ein oder scheint nicht müde zu sein, schläft es möglicherweise tagsüber zu lange. Verkürzen Sie dann den Mittagsschlaf oder verschieben Sie ihn zeitlich etwas nach vorne.

6. Alleine einschlafen

Es ist ratsam, Ihr Baby regelmässig im schläfrigen, jedoch wachen Zustand in sein Bettchen zu legen. So lernt es, auch alleine einzuschlafen. Erwacht es nachts, versuchen Sie es zu beruhigen, indem Sie es streicheln, ihm die flache Hand sanft auf die Brust legen oder einfach nur anwesend sind.

7. Die Nacht ist langweilig

Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass die Nacht zum Schlafen da ist. Spielen, Schmusen und Singen machen ein Baby zwar glücklich, aber nicht wieder schläfrig. Erwacht Ihr Baby nachts, machen Sie möglichst wenig Licht (Nachtlampe). Vermeiden Sie Herumtragen und sprechen Sie nur das Wichtigste. Wickeln Sie es nachts nur, wenn das wirklich nötig ist. Beruhigen Sie es, indem Sie es streicheln, ihm die flache Hand sanft auf die Brust legen oder einfach nur anwesend sind.

8. Verbindung von Essen und Schlafen

Lassen Sie Ihr Baby nach Möglichkeit nicht an der Brust oder am Schoppen einschlafen, auch tagsüber nicht.  Es verbindet sonst Trinken mit Einschlafen und braucht diese Hilfe dann natürlich auch nachts. Aus lauter Gewohnheit entwickelt es ein Hungergefühl ohne ein echtes Bedürfnis nach Nahrung. Dieser angelernte Hunger bewirkt, dass das Kind immer wieder aufwacht.

9. Sanfte Aktivitäten am Abend

Damit der Übergang vom Tag zur Nacht deutlich wird, sollten alle Aktivitäten und auch die Lautstärke gedämpft werden. Nicht empfehlenswert sind Spiele wie „Riite riite Rössli“ und Herumtoben, denn das dreht die Kinder nur noch mehr auf, statt sie zu beruhigen.

10. Konsequent sein

Haben Sie sich für gewisse Erziehungs- und Handlungsstrategien entschieden (z.B. das Kind nicht im Elternbett schlafen zu lassen), führen sie diese über längere Zeit konsequent durch. Somit sind die Reaktionen der Eltern für das Kind verlässlich, was ihm Halt und Orientierung gibt.

11. Den Schlafplatz unter die Lupe nehmen

Wenn nachts trotz aller Bemühungen keine Ruhe einkehren will, könnte dies an der Umgebung liegen. Manche Babys schlafen nicht gern in ihrem eigenen Zimmer und brauchen nachts die Nähe ihrer Eltern. Vielleicht leuchtet auch eine Strassenlampe ungünstig ins Zimmer oder das Kind fühlt sich im gänzlich verdunkelten Zimmer unwohl. Natürlich lässt sich nicht immer ein Grund finden, zuweilen können aber schon kleine Veränderungen des Schlafplatzes eine Verbesserung bringen.

12. Wechseln Sie sich ab

Es ist niemandem geholfen, wenn beide Elternteile auf Dauer zu wenig Schlaf bekommen. Wechseln Sie sich ab mit der Nachtschicht, so dass beide die Möglichkeit haben, ein paar Stunden ungestört zu schlafen. Dies geht auch, wenn Sie noch stillen, denn mit ein wenig Erfahrung klappt Stillen auch im Halbschlaf und Ihr Partner kann Ihnen das Baby bringen, wenn es hungrig ist.


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Letzte Aktualisierung : 21-11-19, TV, JL

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