Roteln

Röteln

Röteln sind zwar sehr ansteckend, im allgemeinen handelt es sich aber um eine harmlose Infektionskrankheit. Hat man einmal die Erkrankung durchgemacht oder ist erfolgreich dagegen geimpft worden, besteht eine lebenslange Immunität. Neugeborene und Säuglinge haben noch einen Nestschutz von der Mutter und erkranken daher höchst selten an Röteln.

Die Inkubationszeit beträgt 14 bis 23 Tage. Die Ansteckung beginnt aber schon einige Tage vor dem Auftreten des Ausschlags. Infizierte können also schon bevor sie Symptome haben andere Menschen anstecken.

Röteln verlaufen in der Regel harmlos. Das Allgemeinbefinden der Kinder ist kaum beeinträchtigt. Es besteht lediglich leichtes Fieber, oft begleitet von Schnupfen und Bindehautentzündung. Typisch ist eine Schwellung der Lymphdrüsen im Nacken und hinter den Ohren, Schmerzen in den Gelenken und ein blasser Hautausschlag mit kleinen hellroten Flecken, der einige Tage nach den übrigen Symptomen auftritt. Der Ausschlag ist blasser als bei Masern, die Flecken sind etwas kleiner und fliessen nicht zusammen.

Diese typischen Symptome bestehen aber nicht immer. Die Hälfte der Infizierten bemerkt von der Erkrankung nichts (stille Feiung). Manche meinen auch fälschlicherweise, sie hätten Röteln gehabt, aber waren an Ringelröteln, Masern oder sogar Windpocken erkrankt. Deshalb kann ohne Blutuntersuchung (Antikörpertiter) praktisch nicht festgestellt werden, ob jemand schon einmal Röteln gehabt hat.

Wichtig ist, dass ein an Röteln erkranktes Kind von Schwangeren ferngehalten wird. Wenn sich nämlich eine Schwangere ansteckt, die weder geimpft ist noch früher Röteln durchgemacht hat, kann es bei ihrem Kind zu schweren angeborenen Fehlbildungen kommen (Röteln-Embryopathie). Vor Einführung der MMR-Impfung gab es in der Schweiz schätzungsweise 25 bis 35 Fälle von angeborenen Röteln und etwa 100 Schwangerschaftsabbrüche wegen Rötelnkontakt – heute wird nur noch jedes zweite Jahr ein einziger Fall registriert. Leider kommen Röteln in grösserem Ausmass nur alle 6 bis 9 Jahre vor und deshalb sind viele ungeimpfte Frauen ohne Schutz, wenn sie schwanger werden. Es ist deshalb wichtig, dass alle Kinder, d.h. nicht nur Mädchen sondern auch Knaben, geimpft werden, damit sie die Infektion nicht weitertragen. Die MMR-Impfung soll bis zum 2. Geburtstag abgeschlossen sein und es werden 2 Impfdosen benötigt. Bei Säuglingen mit erhöhtem Risiko (Frühgeborene, Krippe, Epidemie) ist die Masern-/MMR-Impfung ab 9 respektive 6 Monaten empfohlen.


Wissen

Röteln-Zunahme gefährdet Schwangere


Letzte Aktualisierung : 05.2016, BH

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