Harnröhre, Blase, Niere und Geschlechtsorgane

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Harnwege

In den ersten Lebensjahren sind die Erkrankungen der ableitenden Harnwege und der Geschlechtsorgane in der Regel durch angeborene Fehlbildungen bedingt. Sie äussern sich durch Harnverhalt bzw. Rückfluss von Urin (Reflux) in häufigen Harnwegsentzündungen (Blasenentzündungen) oder sogar Nierenbeckenentzündungen, im schlimmsten Fall in einer Schädigung des Nierengewebes.

Bei den Geschlechtsorganen sind dies:

Bei den Harnwegen sind dies:

  • Verengung der Harnröhre (Urethralstenose)
  • Verengung der Harnleiter (Ureterstenose)
  • Nierenfehlbildungen
  • Harnverhalt

Bei der Embryonalentwicklung können sich zahlreiche Fehlbildungen der Nieren und des Nierenbeckens entwickeln. Bei einer Nierenagenesie hat sich nur eine Niere gebildet. Umgekehrt bildet sich – extrem selten – eine zusätzliche Niere, die unter Umständen entfernt werden muss. Während der Entwicklung im Mutterleib verschmelzen manchmal die ursprünglich getrennten Nieren am unteren Pol; diese Nierenanlage bezeichnen wir aufgrund ihrer Form als Hufeisenniere. Über die Hälfte aller Fehlbildungen dieser Form bleiben beschwerdefrei. Unter einer Malrotation der Nieren verstehen wir die Drehung der Nieren während der Embryonalentwicklung in eine andere als die normale Lage. Auch diese so genannte Lageanomalie entwickelt sich sehr oft ohne Symptome.

Alle genannten Fehlbildungen können heute durch den Einsatz bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder Computertomografie diagnostiziert werden. Die Therapie hängt dann aber von verschiedenen Faktoren wie dem Schweregrad der Symptome, der Einschränkung der Lebensqualität sowie der Prognose ab.

Letzte Aktualisierung: 12.2017, BH