Hundehaare lösen seltener Allergien aus

Bisherige wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass Haustiere in gewissem Ausmass vor Allergien bei Kleinkindern schützen können. Nach der „Dschungelhypothese“ soll der frühe Kontakt des Immunsystems mit den Endotoxinen, welche die Tiere in den Haushalt einführen, zu einer späteren Toleranz gegenüber Allergenen führen. Bewiesen ist diese Hypothese jedoch nicht.

Eine prospektive Beobachtungsstudie, die soeben auf der Jahrestagung der American Thoracic Society vorgestellt wurde, ergab,  dass Kinder, die seit ihrer Geburt mit Katzen als Haustiere leben, ein erhöhtes Allergie-Risiko haben. Hunde hatten dagegen eine eher schützende Wirkung.

Das Team untersuchte Kinder ab ihrer Geburt bis zum ersten Lebensjahr. Von 134 Kindern, die mit Katzen zusammenleben, litten 27 Prozent an Hautausschlag. Von 286 Kindern, die ohne Katzen leben, erkrankten 17,8 Prozent. Im Gegensatz dazu erkrankten von 76 Kindern, die mit zwei oder mehreren Hunden zusammenleben, lediglich 13,2 Prozent und 22 Prozent von denen, die ohne Hunde leben, an Hautausschlag.

Dennoch wäre es sicherlich verfrüht, Familien mit einem erhöhten Allergierisiko zu Hunden und gegen Katzen als Haustieren zu raten. "Besonders Kinder von Allergikern, sollten in den ersten Lebensmonaten nicht mit Tieren zusammenleben", so Gerhard Schultze-Werninghaus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie e.V. (DGAKI). Eine Allergie verursacht durch Katzenhaare ist die meistverbreitete Tierhaarallergie. Ursache ist ein sehr kleines Protein, welches im Speichel von Katzen vorkommt. Leckt sich die Katze sauber, dann legt sich dieses Protein durch den Speichel auf das Fell. Beim Einatmen durch einen Allergiker kann dann eine allergische Reaktion innerhalb von Minuten ausgelöst werden. Die Symptome sind juckende Augen, Niesen, Asthma und Hautausschlag.

Quelle: Morales, E.: Vortrag auf der Jahrestagung der American Thoracic Society, 21.5.06.
 
Stand: 5/06, B.H.