Newsletter
Kinderwunsch

Aktuelles Wissen, Tipps und Updates rund ums
Thema „Kinder kriegen“. Jetzt anmelden!
Frauenfüsse auf Waage
Kinderwunsch | Ernährung | Gewicht

Gewicht und Ernährung vor der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft wird Ihr Körper Heim und Ernährer für Ihr Kind sein. Aber alles, was Ihrem Allgemeinbefinden gut tut, wirkt sich auch schon positiv auf Ihre Empfängnisfähigkeit aus. Ein guter Grund, früh genug mit einer bewussten Ernährung zu beginnen. Greifen Sie viel zu Obst und frischem Gemüse, Milch- und Vollkornprodukten.

Untersuchungen ergaben, dass gut die Hälfte der Frauen mit Kinderwunsch nur 50% der empfohlenen Menge an Folsäure, Jod und Eisen zu sich nimmt. Ebenso ist das Kalzium-Angebot häufig zu gering. Frauen, die bisher verhütet haben, sollten auf diese vier kritischen, lebensnotwendigen Mikronährstoffe achten. Das gilt besonders nach Absetzen der Pille, da diese die Aufnahme von Jod und Folsäure mindern kann.

Fleisch enthält eine Menge wichtiges Eisen. Es verhindert Blutarmut, die sich durch Müdigkeit, Infektanfälligkeit und Appetitlosigkeit zeigt, und mobilisiert die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrocyten), den Sauerstofftransporteuren für Mutter und Kind. Täglich sollten 15 mg Eisen zur Verfügung stehen.

Achten Sie auch auf die ausreichende Versorgung mit Jod, die wichtig für die geistige Entwicklung des Kindes ist. Dabei helfen regelmässige Portionen Meeresfisch. Zusätzlich kann die Einnahme von Jodidtabletten (100-150 Mikrogramm pro Tag) sinnvoll sein.

Besonders wichtig ist in den Monaten vor Eintritt einer Schwangerschaft die Versorgung mit Folsäure. Dieses Vitamin aus der Familie der B-Vitamine erhöht die Fruchtbarkeit bei Mann und Frau und reduziert deutlich das Risiko für Neuralrohrdefekte, also angeborene Fehlbildungen von Wirbelsäule und Rückenmark. Folsäure findet sich vor allem in grünem Blattgemüse, Hefe- und Vollkornprodukten. Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt kann Ihnen aber auch zur Ergänzung der Nahrung die Einnahme eines entsprechenden Präparates (400 - 800 Mikrogramm pro Tag) empfehlen. So gehen Sie auf Nummer Sicher, denn allein durch die Ernährung kann die empfohlene Menge kaum aufgenommen werden.

Versuchen Sie, noch vor Eintritt der Schwangerschaft Ihr Idealgewicht zu erreichen, denn während der nächsten neun Monate sind Schlankheitsdiäten nicht empfehlenswert. Diese Empfehlung hat aber auch noch einen anderen Hintergrund: Im Fettgewebe übergewichtiger Frauen werden Geschlechtshormone produziert. Je mehr Pölsterli Sie haben, umso grösser ist der Hormonüberschuss, der Ihren Zyklus durcheinanderbringt und die Fruchtbarkeit herabsetzt. Ab etwa 20% Übergewicht ist deshalb eine Abmagerungsdiät die erste wichtige Massnahme zur Behandlung von ungewollter Kinderlosigkeit. Selbst wenn das Normalgewicht nicht erreicht wird, erhöhen 10% Gewichtsabnahme bereits die Chance, schwanger zu werden. Beim Partner sind die Forschungsergebnisse nicht so eindeutig: Der Testosteronspiegel ist bei übergewichtigen Männern durch den Verdünnungseffekt im Blut zwar niedriger, er scheint sich jedoch nur in Extremfällen auf die Fertilität auszuwirken (s.u.).

Aber auch Untergewicht (BMI von weniger als 18) ist bei Kinderwunsch möglicherweise ein Hindernis. Der Körper besitzt bei niedrigem Gewicht kaum mehr genügend Energie, um eine mögliche Schwangerschaft durchzustehen. Vielfach bleiben Menstruation und Eisprung aus und der niedrige Fettanteil beeinflusst die Bildung des Hormons Leptin negativ. Hierdurch wird die Produktion der Fortpflanzungshormone gebremst.

So berechnen Sie Ihren Body-Mass-Index (BMI) und Ihr Idealgewicht.

Polnische Forscher konnten einen messbaren Zusammenhang zwischen weiblicher Figur und dem Hormonhaushalt feststellen: Frauen mit der typischen Barbie-Figur (schmale Taille und grosse Brüste) haben einen um 30% erhöhten Östradiol-Spiegel. Da dieses Hormon das Wachstum und die Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane fördert, ist auch die Fruchtbarkeit dieser Frauen um ein Vielfaches gesteigert.


Wissen

Übergewicht macht Männer nicht unfruchtbar

Dicke Männer haben weniger Spermien

Vitamine machen sexy

Folsäure hält Spermien gesund


Newsticker

Übergewicht und Kinderwunsch | 24.01.2019

An der Universität von Boston (USA) untersuchte eine Forschergruppe 1686 fruchtbare Frauen und 282 Frauen, die über mehr als ein Jahr erfolglos versucht hätten, schwanger zu werden. Gemessen und verglichen wurden der Ruhe-Blutdruck, Nüchtern-Blutfettwerte, der Taillenumfang (als Indikator für das Fett im Bauchraum) und der Körpermassenindex (BMI, kurz für Body Mass Index). Bei den unfruchtbaren Frauen zeigten sich viel häufiger ein zu hohes Körpergewicht bzw. ein erhöhter BMI (≥30) und vor allem ein Zuviel an Fett im Bauchraum (grösserer Taillenumfang). Auch die Blutfettwerte (Triglyceride) waren häufiger erhöht, mit einer geringeren Konzentration des „guten“ Cholesterins (HDL-Cholesterin). Die Ergebnisse wurden für Faktoren wie Alter, Rauchen, familiäre Verhältnisse und körperliche Aktivität korrigiert. Die Empfehlung: Bei Kinderwunsch kann abspecken nicht schaden.

Dicke mit schlechten Spermien | 21.05.2018

Eine indische Studie mit Spermiogrammen von 1285 stark übergewichtigen Männern ergab, dass Männer mit einem BMI (Body-Mass-Index) über 30 (Fettleibigkeit) ein geringeres Ejakulatsvolumen, weniger Spermien mit geringerer Beweglichkeit und eine geringere Spermienkonzentration hatten. Bei der Beurteilung des Grades der Beweglichkeit fiel auf, dass die Männer auch weniger progressiv bewegliche Spermien hatten (Spermien mit Vorwärtsbewegung). Die Spermien hatten ausserdem dünnere und häufiger fehlgeformte Köpfe. Insgesamt war die Wahrscheinlichkeit für Oligozoospermie (zu wenige Spermien) und Asthenozoospermie (zu langsame Spermien) bei fettleibigen Männern erhöht. Eine Reduktion des Gewichts könnte demnach einen positiven Einfluss auf Gesundheit und Fruchtbarkeit haben.

Abspecken vor der Zeugung! | 13.07.2016

Spermien geben so einiges an Informationen weiter – nicht nur die Erbsubstanz DNA, sondern auch die sogenannten epigenetischen Faktoren. Das sind molekulare „Schalter“, die Gene an- oder ausstellen. Beeinflusst werden sie von Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Stress oder die Ernährung. Für Übergewicht konnte das von dänischen Forschern nachgewiesen werden. Bei den Samenzellen dicker Männer waren andere epigenetische Marker zu finden als bei den schlanken. Unterzogen sie sich einer Magenverkleinerung und nahmen deutlich Gewicht ab, führte das zu Veränderungen in der Spermien-DNA. Möglicherweise mit Folgen für den Appetit und damit die Entwicklung des Kindes. Die Forscher betonen, wie wichtig die Lebensführung zum Zeitpunkt der Empfängnis sei.

Newsticker

Jodtabletten schon bei Kinderwunsch | 18.05.2016

Die Schilddrüse benötigt für die Hormonproduktion Jod. Viele Frauen haben zu Beginn ihrer Schwangerschaft einen Mangel an Schilddrüsenhormonen, weil sie zu wenig Jod mit der Nahrung aufnehmen. Während der Schwangerschaft benötigen sie jedoch etwa die doppelte Menge (ca. 250 Mikrogramm pro Tag), denn die Mutter muss in den ersten Wochen die Hormone für das Kind mit produzieren. Später ist auch die Schilddrüse des Kindes auf die Jodzufuhr durch die Mutter angewiesen, v.a. für die Entwicklung des Gehirns. Ein Mangel kann IQ-Punkte beim Baby kosten, warnen Experten und raten allen Frauen, schon bei der Planung der Schwangerschaft Jodtabletten einzunehmen. Dies fördere nicht nur die Intelligenzentwicklung des Kindes, sondern kann bei Kinderwunsch auch erst einmal den erfolgreichen Beginn einer Schwangerschaft ermöglichen.

Newsticker

Fettes Essen schadet den Spermien: Männer, die sich sehr fettreich ernähren, schädigen damit unter Umständen ihre Zeugungsfähigkeit. In einer US-amerikanischen Untersuchung an 99 Männern produzierten diejenigen mit einer sehr fettreichen Ernährung aus reichlich gesättigten Fettsäuren eine bis zu 50% geringere Anzahl von Spermien. Andererseits war die Spermienqualität bei Männern, die „gute“, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (wie z.B. Omega-3) zu sich nahmen, deutlich besser als bei denen, die ungesündere Fette bevorzugten. Fazit: Wenn schon Fett, dann ungesättigte Fettsäuren! (swissmom-Newsticker 15.4.12)

Folsäuremangel bei Vätern? Frauen, die schwanger werden wollen, wird empfohlen, Folsäure einzunehmen, um das Risiko für Fehlbildungen wie Spina bifida beim Nachwuchs zu senken. Männern mit Kinderwunsch sollten dasselbe tun, um die Qualität der Spermien zu verbessern. Das legt zumindest der Tierversuch mit Mäusen nahe. Fehlt es an dem Vitamin, verändert sich die Markierung des Erbguts in den Spermien an einigen Stellen und damit die Aktivität von Genen. Der Mäusenachwuchs der Väter, die wenig Folsäure bekommen hatten, kam deutlich häufiger mit Fehlbildungen zur Welt. Folsäure kommt z.B. in Hefe, Weizenkeimen, grünem Blattgemüse, Fleisch und Fisch vor. (swissmom Newsticker, 23.12.13)

Buntes Gemüse für fitte Spermien: Kann die richtige Ernährung den Kinderwunsch erfüllen? Zum Teil wahrscheinlich schon. Nach einer Studie aus Harvard mit 200 Studenten verbessern v.a. Rüebli, grüner Salat, Spinat und Tomaten die Spermienqualität. Die darin enthaltenen Karotinoide Beta-Carotin und Lutein liessen die Samenzellen schneller schwimmen. Viel Lykopin, das in frischen und verarbeiteten Tomaten steckt, erhöhte den Anteil normal geformter Samenzellen. Dabei wirkten die Stoffe direkt aus dem Gemüse besser als solche aus Vitaminpillen. Interessant: Vitamin C in normaler Dosierung erhöht auch Anzahl und Beweglichkeit der Spermien. Hochdosiert hat es jedoch den gegenteiligen Effekt. (swissmom Newsticker, 3.2.2014)

Zöliakie erschwert Kinderkriegen: Hinter unerfülltem Kinderwunsch kann eine Zöliakie (Unverträglichkeit gegen den Getreideklebstoff Gluten) stecken. Unfruchtbarkeit ist bei Frauen mit Zöliakie fünfmal häufiger, wiederholte Fehlgeburten sechsmal und die Gefahr, dass das Kind im Mutterleib nicht richtig wächst, sogar achtmal höher. Zu diesem Schluss kamen italienische Wissenschaftler, als sie die Ergebnisse von 24 Untersuchungen auswerteten. Das trifft sogar auf Frauen ohne Symptome zu, die bisher gar nicht wussten, dass sie unter Zöliakie leiden. Die Wissenschaftler empfehlen jungen Frauen, die aus ungeklärten Gründen nicht schwanger werden, sich auf Zöliakie hin testen zu lassen und sich evtl. glutenfrei zu ernähren. (swissmom Newsticker, 26.8.14).

Vegetarier haben schlechteres Sperma: Säuglinge vor RS-Viren schützen: Vegetarier leben in mancher Hinsicht gesünder. Viel Obst und Gemüse zu essen, schützt vor vielen Krankheiten und erhöht die Lebenserwartung. Allerdings könnte die Zeugungsfähigkeit darunter leiden. Im Ejakulat von Vegetariern und Veganer fanden Wissenschaftler eine signifikant niedrigere Anzahl von Spermien. Zudem bewegten sich die Spermien langsamer. Ein Grund dafür könnte Soja sein, das vielen Vegetariern und Veganern als Eiweißlieferant dient und Phyto-Östrogene enthält, die ähnlich wirken wie das weibliche Sexualhormon. Der Expertenrat bei Kinderwunsch: Mindestens 74 Tage lang auf Soja zu verzichten – dies ist die Zeitspanne, in der beim Mann neue Spermien produziert würden. (swissmom Newsticker, 13.11.14).

Folsäure schon VOR der Geburt:Folsäure senkt bekanntermassen das Risiko für Fehlbildungen verschiedener Organsysteme. Aber nicht nur das: Die Einnahme des B-Vitamins, am besten schon vor der Empfängnis, kann das Risiko einer vorgeburtlichen Mangelentwicklung des Kindes (SGA= small for gestational age) senken. SGA-Kinder sind in ihrem späteren Leben anfälliger für Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder psychische Probleme. Die neue Studie umfasst über 100.000 Schwangerschaften. Rund 85 % der werdenden Mütter haben Folsäure substituiert, davon etwa ein Viertel schon vor der Schwangerschaft. Die Häufigkeit von SGA betrug 9-16 % für Frauen, die die Folsäure erst ab der Schwangerschaft eingenommen hatten. Bei Einnahme bereits vor der Schwangerschaft lag sie nur bei 5-10 %. swissmom Newsticker, 14.12.15)

Letzte Aktualisierung : 04.2016, BH

Newsletter
Kinderwunsch

Aktuelles Wissen, Tipps und Updates rund ums Thema „Kinder kriegen“. Jetzt anmelden!
loading