Diagnosen beim Mann
Kinderwunsch | Untersuchungen | Komplikationen

Diagnosen beim Mann

Die folgenden Begriffe werden häufig bei der Diagnose von Zeugungsproblemen verwendet:

  • Astenozoospermie: Die Beweglichkeit der Spermien ist gestört. Weniger als die Hälfte der Spermien bewegen sich in der Samenflüssigkeit vorwärts.
  • Oligozoospermie: Die Anzahl der Spermien im Samenerguss ist erniedrigt. In einem Milliliter Samenflüssigkeit befinden sich weniger als 20 Mio. Samenzellen.
  • Teratozoospermie: Weniger als 30% der Samenzellen in der Samenflüssigkeit sind normal geformt. Hierbei kommen sowohl Fehlformen des Spermienschwanzes, des Mittelstückes und des Spermienkopfes vor.
  • Azoospermie: Im Samenerguss können keine Spermien gefunden werden. Um ganz sicher zu gehen, dass im Samenerguss keine Spermien vorhanden sind, wird dieser durch Zentrifugierung (Schleudern) konzentriert. Das Konzentrat wird dann sorgfältig unter dem Mikroskop betrachtet. Eine Azoospermie tritt auf, wenn im Hoden keine Spermien produziert werden oder wenn ein vollständiger Verschluss der ableitenden Samenwege vorliegt.
  • Parvisemie: Das Volumen des Samenergusses umfasst weniger als zwei Milliliter. Eine Parvisemie kann auf eine Stauung in der Prostata oder in den Samenblasen hindeuten. Selbst wenn sehr viele Spermien vorhanden sind, geht eine Parvisemie mit einer verringerten Zeugungsfähigkeit einher, da weniger Spermien in die Gebärmutter oder in den Eileiter gelangen.
  • Varikozele: Hiermit wird eine Krampfader am Hoden bezeichnet, die meist nur links vorkommt. Die Entstehung einer Varikozele erfolgt durch dieselben Mechanismen wie bei anderen Krampfadern, z.B. am Bein (Varizen) oder am After (Hämorrhoiden). Ursache ist oft eine angeborene Störung der Venenklappen, die zur Stauung des Blutflusses in der Vene führen.
  • Hydrozele: Das ist eine Ansammlung von Flüssigkeit im Hodensack. Meist spielt eine Hydrozele für die Zeugungsfähigkeit keine Rolle. Sie kann aber auf eine chronische Infektion im Bereich der männlichen Geschlechtsorgane hindeuten.
  • Spermatozele: So nennt man eine Aussackung der Spermienkanälchen im Nebenhoden. Eine Spermatozele hat meistens einen Durchmesser von einigen Millimetern und rührt von einer früheren Entzündung des Nebenhodens (Epididymitis) oder einer Spermienstauung im Nebenhoden.
  • Immunologische Infertilität: Beim Mann sind signifikante Mengen Antikörper gegen die eigenen Spermien vorhanden.

Wissen

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Newsticker

„Hoden-Covid“ | 18.10.2020

In den sozialen Medien verbreitet sich die Befürchtung, das Coronavirus SARS-CoV-2 könne Männer unfruchtbar machen (z.B. #hodencovid). Immerhin ist auch von anderen Virusinfektionen wie Mumps bekannt, dass sie die Hoden befallen können. Fakt ist: Das neuartige Coronavirus nutzt vor allem den ACE2-Rezeptor, um ins Innere der Wirtszelle zu gelangen. Dieser Rezeptor ist an vielen Stellen im Körper zu finden, unter anderem in den Hoden. Theoretisch ist es also möglich, dass SARS-CoV-2 auch die Hoden befallen kann. Ob das praktisch so ist, weiss man noch nicht. Eine sexuelle Übertragung von Covid-19 wird nach aktuellem Kenntnisstand ausgeschlossen. Und auch in der Samenflüssigkeit infizierter Männer liess sich das Virus nur in Einzelfällen nachweisen. Israelische Forscher berichteten jedoch, dass Männer nach einer moderaten SARS-CoV-2-Infektion eine deutlich schlechtere Spermienqualität und -anzahl aufwiesen als Männer mit mildem Infektionsverlauf oder negativem Test. Im Fachblatt »Urology« wird Männern mit Kinderwunsch geraten, nach der Genesung die Hodenfunktion und Fertilität untersuchen zu lassen.

Chlamydien im Hoden | 06.11.2019

Wenn es mit dem Schwangerwerden nicht klappt, ist das in etwa einem Drittel der Fälle auf eine Unfruchtbarkeit des Mannes zurückzuführen. Jetzt haben Forscher erstmals Bakterien im Hodengewebe nachgewiesen, die unbehandelt bei der Frau zu Unfruchtbarkeit führen können. In 95 Proben von Männern mit Zeugungsproblemen fanden sich in fast der Hälfte Chlamydien. Eine Infektion zeigt sich meist durch Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen beim Sex. Viele Betroffene haben allerdings gar keine Krankheitsanzeichen und können die Chlamydien unwissentlich beim Sex übertragen. Mit dem Chlamydien-Nachweis im Hodengewebe ist zwar noch nicht bewiesen, dass eine Infektion beim Mann unfruchtbar macht, denn der Studie fehlt eine Kontrollgruppe von gesunden Männern zum Vergleich. Untersuchungen von mit Chlamydien infizierten Mäusen haben aber eine verminderte Produktion und Motilität der Spermien zeigen können.

Wie der Vater, so der Sohn | 05.12.2016

Männer, die nach einer intrazytoplasmischen Sperma-Injektion (ICSI) geboren wurden, verfügen im Spermiogramm nur über rund die halbe Sperma-Konzentration und eine um zwei Drittel geringere Spermien-Anzahl sowie gut bewegliche Samenzellen als ihre natürlich empfangenen Altersgenossen, wie belgische Forscher ermittelt haben. Damit sei die Theorie bewiesen, wonach Söhne die Fruchtbarkeitsprobleme ihrer Väter erben. Beim ICSI-Verfahren wird eine Samenzelle direkt in eine Eizelle eingebracht. So kann Männern geholfen werden, die nur über eine geringe Anzahl von Spermien verfügen, deren Sperma abnormal geformt oder nur wenig beweglich ist. Die Methode ICSI gibt es seit Anfang der 90er Jahre. Sie wird heute schon bei mehr als der Hälfte aller Fruchtbarkeitsbehandlungen eingesetzt.

Newsticker

Gesundes Sperma auf dem Rückzug: Gute Beweglichkeit für den Weg durch Gebärmutter und Eileiter, normales Aussehen mit Kopf, Hals und Schwanz und schliesslich eine ausreichende Anzahl: Für eine erfolgreiche Empfängnis werden mindestens 10 Mio. Spermien pro Milliliter benötigt. Nach Expertenmeinung nimmt die Samenqualität stetig ab und soll sich in den vergangenen Jahren in Europa halbiert haben. Es gibt auch zunehmend verformte Samen, mit zwei Köpfen oder abgeknickt. Das liegt wahrscheinlich an Umweltfaktoren wie Chemikalien oder hormonaktiven Stoffen, die die Keimzellen und -drüsen beschädigen. (swissmom-Newsticker 8.5.2013)

Letzte Aktualisierung : 25-04-16, BH

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