Kind sitzt auf dem Töpfchen
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Was sagt die Farbe des Stuhlgangs aus?

Meist sind Nahrungsmittel die Ursache für Stuhlverfärbungen bei Kindern. Das ist besonders deutlich in der Zeit, wenn Beikost eingeführt wird: Der Baby-Darm erst an die für ihn neue Nahrung gewöhnen und nach und nach die passenden Enzyme für die Verdauung der Nährstoffe bereitstellen. Deshalb ist es gerade in der ersten Zeit mit Beikost nicht ungewöhnlich, Reste unverdauter Nahrung in der Windel zu finden, die dem verspeisten Gemüse farblich entsprechen.

Scheidet das Kind zweimal oder mehrmals über 24 Stunden hellgrauen oder weissen, fast entfärbten Stuhl aus, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Kinderarzt gehen. Auch wenn zusätzliche Krankheitszeichen wie Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall oder Abgeschlagenheit auftreten, suchen Eltern mit ihrem Kind am besten schon am ersten Tag den Arzt auf.

  • Grün-schwarz und recht flüssig ist das Kindspech (Mekonium), der erste Stuhlgang kurz nach der Geburt. Das Mekonium besteht aus allem, was das Kind im Mutterleib aufgenommen hat. Die Vormilch (Kolostrum) regt die Verdauung an und sorgt so dafür, dass das Kindspech ausgeschieden wird.
  • Hellbraun-gelblich ist der Kot eines Stillbabys. Er riecht nur wenig, die Konsistenz ist cremig bis flüssig. Die Aufnahme von Muttermilch regt beim Baby die Verdauung und damit den Stuhlgang an. Es ist also ganz normal, dass ein Baby während des Stillens die Windel füllt.
  • Hellgelb oder gelb-braun ist der Stuhlgang eines Schoppenbabys. Die künstliche Babynahrung verändert  Aussehen, Geruch und Menge des Stuhls. Er ist meist breiig, manchmal aber auch bereits geformt. Der Geruch ist säuerlich, aber aromatisch, nicht streng. Flaschenkinder haben üblicherweise einmal am Tag Stuhlgang. Je länger die Nahrung im Darm bleibt, desto fester wird der Stuhlgang. Verstopfung ist bei Babys in den ersten Monaten selten. Auch bei nicht gestillten Babys ist es möglich, dass sie mal eine Woche keinen Stuhlgang haben.
  • Heller, lehmfarbener Stuhl bildet sich bei einem Mangel von Gallenflüssigkeit, zum Beispiel aufgrund einer Verstopfung der Gallengänge. Arzneien gegen Durchfall können manchmal ebenso helle Ausscheidungen zur Folge haben. Zusammen mit dunklem Urin ist heller Stuhl ein Warnzeichen für eine Gelbsucht (Hepatitis). Tritt schon im ersten Lebensmonat eine Stuhlentfärbung auf, kann dies auf eine angeborene Gallengangatresie hindeuten, die schnellstmöglich behandelt werden muss.
  • Grüner und/oder schleimiger Stuhl wird bei starkem Durchfall gesehen, durch unverdaute Gallenflüssigkeit.
  • Grünes Gemüse wie Spinat führt in der Regel zu einem grünen Stuhl, der aber unter entsprechendem Licht schwarz gefärbt aussehen kann. Eisenpräparate können ebenso schuld an dieser Verfärbung sein.
  • Roter Stuhl basiert selten auf Blut aus den Verdauungsorganen. Meist sind Früchte wie Preiselbeeren oder Gemüse wie Rote Beete (Randen) dafür verantwortlich.
  • Schwarzer Stuhl kann auf Blut aus dem oberen Darmtrakt hinweisen, aber ebenso von bestimmten Medikamenten (Eisenpräparate) oder von Lakritze herrühren.

Empfiehlt der Arzt, eine Stuhlprobe mitzubringen, sollten Eltern Einmalhandschuhe anziehen und mit Hilfe einer Plastikfolie etwas Kot aufnehmen und in eine verschliessbare Plastiktüte oder in ein Plastikgefäss geben. Bis zum Arzttermin kann der Beutel im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Infografik zur Stuhlfarbe

Quelle der Infografik: Clicdoc - Mobile Ärzteplattform

Letzte Aktualisierung : 04-02-19, BH

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