Mutter und Kind packen Geschenk aus

Kann man ein Kind zu sehr verwöhnen?

Bei dieser Frage muss man eine grundlegende Unterscheidung machen zwischen den Bedürfnissen eines Kindes und seinen Wünschen. Das ist nicht immer ganz einfach zu erkennen. Bedürfnisse sind „Dinge“, die fürs Überleben notwendig sind, so wie Schlaf, Nahrung, Sicherheit, Schutz, Gesundheit und Respekt. Wünsche unterscheiden sich von Bedürfnissen dadurch, dass sie konkreter sind. „Ich habe Hunger“ ist ein Grundbedürfnis. Aber mit „Ich möchte jetzt Kuchen essen“ wird dieses Bedürfnis nur konkretisiert.

Das  Verwöhnen fängt dort an, wo ein Übermass an Wünschen erfüllt wird, statt Grundbedürfnisse zu befriedigen. Einem Wunsch liegt nämlich meistens ein Bedürfnis zugrunde, das es zu erkennen und befriedigen gilt.  Mit unnötig viel Spielzeug befriedigt man nicht das Bedürfnis nach ungeteilter Aufmerksamkeit. Versuchen Sie zu erkennen, was hinter dem Wunsch des Kindes steckt.

Selbstverständlich darf man einem Kind auch Wünsche erfüllen. Achten Sie aber neben einem gesunden Mass darauf, dass Sie mit der Erfüllung des kindlichen Wunsches nicht einem Konflikt oder einer Diskussion aus dem Weg gehen wollen. Scheuen Sie den Konflikt nicht, den ein „Nein“ mit sich bringt. Nehmen Sie Ihrem Kind auch nicht Aufgaben und Arbeiten ab, die es schon selber erledigen kann. Wenn ein Kind sich seine Schuhe schon selber anziehen kann, dann sollte es das auch selber tun dürfen, auch wenn es manchmal etwas länger dauert. Das stärkt sein Selbstbewusststein und es wird lernen, Sie nur dann um Hilfe zu bitten, wenn es nötig ist.

Mit zu viel liebevoller Zuwendung, ungeteilter Aufmerksamkeit und Liebe kann man ein Kind nicht zu sehr verwöhnen, aber mit zu vielen „Dingen“, die es eigentlich nicht zum Leben braucht.

Newsticker

Falsche Nascherei | 19.10.2017

Um ihr Kind zu trösten, geben manche Eltern ihren Kindern gern Süssigkeiten. Aber eine norwegische Studie zeigt: Kinder, die von ihren Eltern oft mit Süssigkeiten getröstet wurden, neigen auch später zu „emotionalem Essen“. Damit stillen Menschen nicht ihren Hunger, sondern sie bekämpfen schlechte Gefühle. Erhalten Kinder oft etwas Süsses gegen unschöne Erfahrungen, sehen sie dies als Bewältigungsstrategie, um Unangenehmes zu vermeiden. Nahrungsmittel, die Kinder gegen Furcht, körperliche oder seelische Verletzungen verzehren, sind in der Regel auch besonders kalorien- und kohlenhydratreich und regen die Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin an, auch bekannt als „Glückshormon“. Die bessere Alternative: Umarmen Sie Ihr Kind und sprechen Sie liebevoll mit ihm, wenn es traurig ist oder ihm etwa wehtut. Finden Sie heraus, was Ihrem Kind helfen kann – aber ohne "leere" Kalorien.

Letzte Aktualisierung : 11.2018, JL

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