Frau sitzt im Bett
Psychologie | Wochenbett

Weinen oder sich zusammenreissen?

Lassen Sie sich gehen. Sie überwinden die Phase besser und schneller, wenn Sie Ihr Stimmungstief akzeptieren. Schämen Sie sich nicht und lassen Sie Ihren Tränen freien Lauf, wenn Ihnen danach zu Mute ist. Sagen Sie auch Ihrem Partner, dass Sie in den Arm genommen wollen oder mehr Aufmerksamkeit brauchen. Das steht Ihnen zu.

Sind Sie noch in der Klinik, sorgen Sie dafür, dass Sie nicht alleine sind. Lassen Sie sich möglichst häufig von einer Vertrauensperson besuchen, z.B. von einer guten Freundin, Ihrer Mutter oder Ihrem Partner. Es ist jetzt wichtig, dass Sie viel liebevolle und verständnisvolle Zuwendung bekommen. Fordern Sie das deutlich ein, auch wenn Sie nicht genau wissen, was mit Ihnen los ist und Sie sich vielleicht noch dafür schämen. So kann Ihre Umgebung aktiv etwas tun, anstatt Ihrer Traurigkeit hilflos gegenüberzustehen. Das Personal in der Klinik hat leider durch enge Dienstpläne meist wenig Zeit, sich um die seelischen Kümmernisse jeder einzelnen Frau zu kümmern.

Wichtig: Dauern Ihre Verstimmungen mehrere Wochen an und sind sie begleitet von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Kreislaufproblemen, sollten Sie Ihren Arzt, Ihre Ärztin konsultieren oder die Hebamme zu Rate ziehen. Dann handelt es sich wahrscheinlich schon um eine leichte Form einer Wochenbettdepression oder die noch ernstere Wochenbettpsychose.

Newsticker

PandaMom | 29.10.2019

Oft gehen vor allem Müttern vor und nach der Geburt Gedanken des Zweifelns, der Unzufriedenheit, der Angst und Sorgen durch den Kopf. Sie setzen sich selbst unter Druck und fühlen sich grossen Erwartungen ausgesetzt, sind sowohl seelisch als auch körperlich erschöpft. Viele der Frauen schämen sich, über ihre Gefühle zu sprechen. An der TU Dresden wurde deshalb ein anonymes und kostenfreies Online-Selbsthilfeprogramm entwickelt. PandaMom bietet mittels Info-Texten, Audios, Übungen und Fallbeispielen Informationen und Unterstützung mit psychologischem Feedback. Dazu gehört auch, die eigenen Bedürfnisse nicht aus dem Blick zu verlieren, denn nur so können sie die stressige Zeit nach der Geburt ohne anhaltende Erschöpfung und depressive Symptome überstehen. Ausserdem gibt es im PandaMom-Forum die Möglichkeit zum anonymen Austausch. Teilnehmen können volljährige, schwangere Frauen ab der 27. SSW.  Zur Anmeldung...

Mutterschaft bereuen | 16.12.2018

Nach einer Geburt leidet die Psyche vieler Frauen. Und auch später: Annähernd jede Dritte (29,5 Prozent) der befragten Frauen erlebte in den ersten sieben Jahren der Mutterschaft eine "substanzielle Verschlechterung des mentalen Wohlbefindens", so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Nur jede fünfte Mutter (19 Prozent) fühlte sich deutlich besser. Die Verschlechterung trat insbesondere in den Jahren vier bis sieben nach der Geburt auf und liess sich nicht allein durch das Altern erklären: In einer Vergleichsgruppe kinderloser Frauen verschlechterte sich das Wohlbefinden viel weniger ausgeprägt. Die Analysten meinen, dies habe mit dem Leitbild der erwerbstätigen Mutter zu tun. Ein Ausbau der Kinderbetreuung und steuerliche Vorteile könnten die Mütter potenziell entlasten. Anlass zur Studie gab die Debatte über das Tabu-Thema „Mutterschaft bereuen“ ("regretting motherhood").

Letzte Aktualisierung : 03-05-16, swissmom-Team

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