So funktioniert die hormonelle Verhütung
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So funktioniert die hormonelle Verhütung

Der weibliche Monatszyklus und die Fruchtbarkeit einer Frau werden durch Hormone aus dem Gehirn (GnRH: FSH, LH) und aus den Eierstöcken (Östrogen und Progesteron) reguliert. Sie sorgen dafür, dass in den Eierstöcken eine Eizelle zum Follikel heranreift, der in der Mitte des Zyklus beim Eisprung vom Eileiter aufgenommen wird und sich – falls befruchtet - in der Gebärmutter einnistet.

Östrogene und das Gestagen Progesteron werden hauptsächlich in den Eierstöcken produziert. Sie sind verantwortlich für die sich wiederholenden Abläufe in der Gebärmutter, wie den Aufbau und die Abstossung der Gebärmutterschleimhaut bei der Menstruation, ausserdem für die Konsistenz des Zervixschleims.

Wird eine Eizelle befruchtet, muss eine weitere Befruchtung gleich danach verhindert werden. Die Progesteron-Produktion bleibt dann hoch, wodurch das Heranreifen einer neuen Eizelle verhindert und der Schleim im Gebärmutterhals dickflüssig und damit für weitere Spermien undurchlässig wird. Diese Vorgänge in den ersten Tagen einer Schwangerschaft werden bei der hormonellen Empfängnisverhütung einfach künstlich herbeigeführt, denn sie enthalten in synthetischer Form Hormone, die normalerweise während einer frühen Schwangerschaft im Körper freigesetzt werden. Dabei bewirken sie vor allem:

  • Die Unterdrückung der Eireifung und des Eisprungs (Ovulationshemmung)
  • Die Störung beim Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, damit sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann
  • Die Verhinderung der Schleimverflüssigung im Gebärmutterhals, so werden Spermien zurückgehalten
  • Die Hemmung der Eileiter-Beweglichkeit

Häufige Frage zum Thema

Wir erwarten als drittes Kind einen „Pillenversager“, was an sich nicht ein so grosses Problem ist. Wenn ich bloss nicht noch fast einen Monat lang die Pille weitergenommen hätte...


Wissen

Pille für den Mann

Macht die Pille wirklich dick?

Newsticker

Die Pille kann mehr | 24.04.2017

Hormonelle Verhütungsmittel schützen wirkungsvoll vor ungewollter Schwangerschaft - und langfristig auch vor einigen Krebsarten, wie eine seit 1968 laufende Studie zum Krebsrisiko durch Pilleneinnahme zeigen konnte. Frauen haben noch 30 Jahre nach Einnahme der Pille u.a. ein geringeres Risiko für Eierstock- und Dickdarmkrebs sowie für Tumoren an der Gebärmutterschleimhaut. Während der Einnahme der Pille war das Risiko für die Entstehung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs leicht erhöht. Dieses Risiko sank innerhalb von fünf Jahren nach Absetzen der Pille allerdings wieder auf den Normalwert. Fazit: Pillen-Nutzerinnen müssen langfristig kein erhöhtes Krebsrisiko befürchten.

Anti-Baby-Pillen gratis | 04.04.2017

Auf den Philippinen sollen mehrere Millionen arme Frauen die Antibabypille und anderen Verhütungsmittel künftig gratis erhalten. Präsident Rodrigo Duterte begründete seine Politik damit, dass mit besserer Familienplanung auch die Armut besser bekämpft werden könnte. Nach einer Studie der Vereinten Na­tionen ist der Inselstaat das einzige Land in der Region, in der die Zahl der Teenager-Schwangerschaften noch steigt. Verhütungsmittel werden von der katholischen, zutiefst gläubigen Bevölkerung weitgehend abgelehnt. Nach Schätzungen könnten mindestens sechs Millionen Frauen die Hilfen in Anspruch neh­men.

Newsticker

Thrombose durch Pille? Thrombosen sind eine seltene Komplikation unter Einnahme der Anti-Baby-Pille. Nehmen 10.000 Frauen ein Jahr lang ein Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparat, kommt es statistisch bei etwa 7 bis 10 Frau zu einer Beinvenenthrombose. Nach einer neuen Studie an über 200.000 Frauen besteht dabei kein Unterschied zwischen Präparaten mit dem älteren Gestagen Levonorgestrel und dem moderneren Wirkstoff Drospirenon. Unter Drospirenon und anderen modernen Gestagenen treten aber Nebenwirkungen wie Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, Depression, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, stärkere Körperbehaarung seltener auf. (swissmom Newsticker, 17.11.14)

Antibabypille schützt vor Krebs: Die „Pille“ bzw. die darin enthaltenen Östrogene erhöhen das Risiko für Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt, Zervixkarzinom und Brustkrebs. Die Anti-Baby-Pille kann aber auch starke und schmerzhafte Monats- oder Myomblutungen lindern und wird bei Akne oder dem prämenstruellen Syndrom verschrieben. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist ein gewisser Schutz vor Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom), wie jetzt eine grosse Studie der Universität Oxford zeigte. Pro Einnahmedauer von 5 Jahren sinkt das relative Risiko um 24 %. Frauen, die über zehn Jahre mit oralen Kontrazeptiva verhüten, senken ihr Risiko, bis zum 75. Lebensjahr an einem Endometriumkarzinom zu erkranken, von 2,3 auf 1,3 %. (swissmom Newsticker, 7.9.15)

Pölsterli durch die Pille? Heutzutage ist diese Ausrede nicht mehr gültig. Wissenschaftler der renommierten COCHRANE Library werteten 49 Studien zu möglichen Nebenwirkungen von Anti-Baby-Pille und Hormonpflaster aus. Das Ergebnis: Tatsächlich kann sich während der ersten Wochen Flüssigkeit im Gewebe ansammeln und für Extra-Pfunde sorgen. Diese Nebenwirkung klingt aber nach ca. drei Monaten wieder ab. Für echte Pölsterli ist die Pille jedenfalls nicht mehr verantwortlich. Die hormonelle Empfängnisverhütung in den 60er Jahren bestand noch grösstenteils aus Östrogen, was neben Wassereinlagerung den Appetit steigert. Heute haben die Pillen andere Wirkstoffe und sehr viel niedrigere Hormonmengen. (swissmom Newsticker, 19.3.16)

Letzte Aktualisierung : 18-09-18, BH

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