Pflaster auf dem Rücken
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Hormonpflaster (Verhütungspflaster)

Das Verhütungspflaster enthält wie die Antibabypille oder der Vaginalring eine Kombination aus einem Östrogen und einem Gestagen. Diese Hormone werden während sieben Tagen transdermal, also über die Haut, an den Körper abgegeben und bewirken so eine zuverlässige Empfängnisverhütung. Die Sicherheit ist sehr hoch (Pearl-Index von 0,7), und zwar sofort ab dem ersten Aufkleben. Das Hormonpflaster schützt jedoch nicht vor Geschlechtskrankheiten.

In der Schweiz sind derzeit zwei transdermale Pflaster im Handel. Evra® enthält Norelgestromin und Ethinylestradiol und Lisvy® enthält Gestoden und Ethinylestradiol.

Das erste Matrix-Pflaster wird am ersten Tag der Menstruation mit der Handfläche fest auf die Haut von Gesäss, Bauch oder Rücken gedrückt, damit die Ränder gut haften. An der betreffenden Stelle sollte es nicht zu starker Reibung durch enge Kleidungsstücke kommen. Die Haut sollte sauber, trocken, unbehaart und unverletzt sein. Cremes, Öle usw. vermindern die Haftung. Vorteilhaft ist es, den neuen Patch jeweils abends vor dem Schlafengehen aufzukleben oder zu wechseln. Nicht auf die Brüste kleben, für jedes neue Pflaster eine andere Stelle wählen und niemals zwei Pflaster gleichzeitig tragen!

Nach drei Patches, d.h. nach drei Wochen, legt man eine Woche Pause ein, in der die Abbruchblutung eintritt. Ein neues Pflaster wird nach 7 Tagen aufgeklebt, auch wenn keine Blutung eingetreten ist oder sie noch nicht beendet ist, um den Verhütungsschutz zu gewährleisten.

Laut Hersteller kann mit dem Pflaster Sport treiben, baden, duschen und in die Sauna gehen, ohne dass es an Wirkung verliert – vorausgesetzt es klebt noch richtig. Manchmal löst sich ein Pflaster jedoch frühzeitig. Täglich sollte deshalb überprüft werden, ob der Patch noch fest klebt. War das Pflaster für weniger als 24 Stunden abgelöst, bleibt der Empfängnisschutz für diesen Zyklus erhalten, wenn innerhalb von 24 Stunden ein neues Pflaster aufgeklebt wird. Konnte das Pflaster hingegen länger als 24 Stunden keine Hormone abgeben, muss der laufende Zyklus beendet und ein neuer Zyklus begonnen werden. Der Tag, an dem das Pflaster regelmässig zu tauschen ist, verschiebt sich entsprechend. In den ersten sieben Tagen muss zusätzlich ein mechanisches Verhütungsmittel verwendet werden.

Wenn keine Monatsblutung gewünscht wird, kann das Pflaster auch mehrere Monate ohne Pause angewendet werden (sog. Langzyklus). Dann kommt es in dieser Zeit auch nicht zu einer Blutung. Spätestens nach sechs Monaten sollte eine einwöchige Pause gemacht werden.

Das Hormonpflaster eignet sich für Frauen, welche die Pille nicht einnehmen wollen oder sie nicht vertragen - es sei denn, es liegen Risikofaktoren vor wie Rauchen, Bluthochdruck, Thromboseneigung, Lebererkrankung, Diabetes mellitus und Migräne. Für Stillende ist es wegen seines Östrogengehalts nicht geeignet. Auch für übergewichtige Frauen mit mehr als 90 Kilogramm Körpergewicht ist das Verhütungspflaster nicht empfehlenswert. In Untersuchungen trat ein Drittel der ungewollten Schwangerschaften bei Frauen mit Übergewicht auf.

Vorteile: Die hormonellen Wirkstoffe werden durch die Haut aufgenommen und nicht wie bei der Pille durch die Magenschleimhaut. Für Frauen mit Magen-Darm-Problemen (z.B. chronische Darmerkrankungen) oder Essstörungen (Bulimie) stellt das Hormonpflaster eine gute Verhütungs-Alternative dar.

Nachteile: Häufige Nebenwirkungen sind unregelmässige Blutungen, Kopfschmerzen, Brustspannen, lokale Hautreizungen oder Übelkeit.

Newsticker

Pölsterli durch die Pille? Heutzutage ist diese Ausrede nicht mehr gültig. Wissenschaftler der renommierten COCHRANE Library werteten 49 Studien zu möglichen Nebenwirkungen von Anti-Baby-Pille und Hormonpflaster aus. Das Ergebnis: Tatsächlich kann sich während der ersten Wochen Flüssigkeit im Gewebe ansammeln und für Extra-Pfunde sorgen. Diese Nebenwirkung klingt aber nach ca. drei Monaten wieder ab. Für echte Pölsterli ist die Pille jedenfalls nicht mehr verantwortlich. Die hormonelle Empfängnisverhütung in den 60er Jahren bestand noch grösstenteils aus Östrogen, was neben Wassereinlagerung den Appetit steigert. Heute haben die Pillen andere Wirkstoffe und sehr viel niedrigere Hormonmenge (swissmom Newsticker, 19.3.16).

Letzte Aktualisierung : 25-09-18, BH

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