Farbige Kondome
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Kondom

Ein Kondom (Präservativ, Pariser oder einfach Gummi) ist in der Regel eine aus hauchdünnem Latex (Naturgummi) oder latexfreiem Kunststoff hergestellte Hülle, die kurz vor dem Eindringen in die Scheide oder beim Analverkehr über den erigierten, steifen Penis gestreift wird.

Das handelsübliche Kondom ist in verschiedenen Grössen, Formen und Farben und sogar Geschmäckern erhältlich. Für Personen mit Latexallergie sind mittlerweile Kondome aus Polyethylen (PE) und Polyurethan (PUR) auf dem Markt. Kondome werden meist als 12-er- oder 24-er Packung verkauft und sind rezeptfrei in Apotheken, Drogerien, den meisten Supermärkten und Tankstellen erhältlich. Beim Kauf sollte man auf das CE-Prüfzeichen und das angegebene Ablaufdatum achten. Kondome aus Automaten leiden öfter unter Kälte- oder Wärmeeinwirkung und werden dann brüchig. Kondome sind ausser vor Hitze aber auch vor andauernder Druckbelastung (Geldbeutel, Hosentasche) zu schützen.

Geeignet und zu empfehlen sind Präservative für alle Personen, die nur gelegentlich Sex oder häufig wechselnde Sexualpartner haben, sowie für Paare, die ihre natürliche Verhütung sicher ergänzen möchten. Oft werden Kondome zu Beginn einer neuen Partnerschaft eingesetzt, um sich und den Partner/die Partnerin vor der Übertragung von möglicherweise bestehenden Geschlechtskrankheiten zu schützen, denn sie bieten den einzig sicheren Schutz vor dem HI-Virus (AIDS) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis (Lues), Gonorrhö (Tripper), Hepatitis B, Human-Papilloma-Virus oder Chlamydien.

Richtig angewendet ist das Kondom neben der Sterilisation (Vasektomie, Unterbindung) das einzige zuverlässige Verhütungsmittel, das vom Mann angewendet werden kann. Der Pearl-Index liegt zwischen 2–12 und hängt stark von der richtigen und konsequenten Anwendung ab.

Die Anwendung braucht allerdings etwas Übung: Kondomverpackung vorsichtig aufreissen und mit Zeigefinger und Daumen das Reservoir (Zipfel oben an der Kondomspitze) fassen, wenn nötig die Luft herausdrücken und so auf den erigierten Penis aufsetzen, dass das Röllchen aussen ist. Vorsicht: Die Innen- und Aussenseite des Präservativs wird bei der Anwendung häufig verwechselt! Das zusammengerollte Kondom muss sich leicht über den Penis abrollen lassen. Sollte die Eichel versehentlich mit der Aussenseite des Kondoms in Berührung gekommen sein, muss ein neues Kondom verwendet werden, da zu diesem Zeitpunkt bereits Samen ausgetreten sein könnte. Es versteht sich von selbst, dass Kondome nur einmal benutzt werden dürfen.

Bei Vaginalverkehr ist darauf zu achten, dass das Kondom schon übergestreift ist, bevor Penis und Scheide miteinander in Kontakt kommen. Nach dem Samenerguss darf man nicht warten, bis der Penis erschlafft, sondern muss das Kondom am Penisschaft (länglicher Hauptteil des Penis) mit der Hand umfassen, damit es nicht abrutscht, und zusammen mit dem noch steifen Penis aus der Scheide herausziehen, abstreifen, zuknoten und entsorgen. Werfen Sie gebrauchte Kondome in den Abfall – nicht in die Toilette. Nach dem Abstreifen des Kondoms befindet sich an den Fingern und am Penis noch Samenflüssigkeit, deshalb ist Händewaschen wichtig!

Kondome aus Latex dürfen nicht zusammen mit Öl, fetthaltigen Cremes wie Vaseline oder Gleitmitteln verwendet werden, sie werden sonst brüchig und undicht. Dadurch können beispielsweise mikroskopisch kleine Risse in einem Latex-Kondom entstehen, durch die Spermien und Krankheitserreger (HI-Viren, Chlamydien) schlüpfen können. Verwenden Sie deshalb spezielle Gleitmittel auf Wasserbasis.

Ist das Kondom beim Vaginalverkehr abgerutscht oder gerissen, sollten Sie so schnell wie möglich (innerhalb von 12, maximal 48 Stunden) einen Frauenarzt aufsuchen, um abzuklären, ob eine Befruchtung zu diesem Zeitpunkt prinzipiell möglich ist und eine allfällige Einnahme der „Pille danach" sinnvoll ist. Die "Pille danach" können sie direkt in der Apotheke kaufen. Handelte es sich nicht um den festen Sexualpartner, ist ein HIV- und Hepatitis-B-Test nach sechs Wochen zu überdenken.

Kondome haben allerdings einen weiteren Nachteil: Sie werden häufig als Störfaktor empfunden, da z. B. das Vorspiel unterbrochen, die Kondompackung erst mühsam hervorgekramt und das Präservativ übergestreift werden muss. Viele Männer, aber auch Frauen beklagen beim Geschlechtsakt eine verminderte Empfindungs- und erschwerte Orgasmusfähigkeit. Hier hilft es manchmal, das Überziehen des Kondoms ins Liebesspiel einzubinden und verschiedene Kondomsorten (Hersteller, Grösse und Beschaffenheit des Materials) auszuprobieren.


Wissen

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Newsticker

Kondome gratis | 02.01.2019

Alle Franzosen können sich jetzt Kondome des französischen Herstellers Majorelle vom Arzt oder von einer Hebamme verschreiben lassen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Das französische Gesundheitsministerium will damit vor allem die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie AIDS eindämmen. In Frankreich werden nach offiziellen Angaben jedes Jahr rund 6.000 neue HIV-Infektionen gezählt. Frankreichs Gesundheitsministerin Agnès Buzyn sagte dem Sender France Inter, alle Franzosen könnten sich künftig „Schachteln mit sechs, zwölf oder 24 Präservativen bei einer Apotheke abholen“. Damit werde deutlich, dass es sich „nicht nur um ein Sex-Spielzeug“ handele, sondern um ein „unerlässliches Mittel zur Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten“ – gerade für junge Männer, die wenig Geld hätten.

Newsticker

Verhütungsgel für Männer: Eine neue Verhütungsmethode für den Mann könnte bald Kondom und Pille konkurrenzieren. Dabei verschliesst ein Kunststoffgel die Samenleiter, so dass Spermien nicht mehr passieren können. Befruchtung und eine Schwangerschaft werden auf diese Weise zuverlässig verhindert. Die Wirkung tritt bereits nach wenigen Tagen ein und soll etwa ein Jahrzehnt anhalten. Danach steht einem Kinderwunsch nichts mehr im Weg, denn der Verschluss kann rückgängig gemacht werden. Eine weitere Injektion mit einem speziellen Lösungsmittel kann die Blockade entfernen. Das Vasalgel könnte deshalb im Gegensatz zur endgültigen Sterilisation (Vasektomie) auch für jüngere Männer sinnvoll sein. Sind weitere Studien erfolgreich, könnte das Mittel schon 2017 auf den Markt kommen (swissmom Newsticker, 1.10.15).

Letzte Aktualisierung : 11-09-18, BH

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