Vater mit Baby in Tragesack auf dem Weg ins Büro
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Teilzeitjobs tun Vätern gut

In der heutigen Zeit wollen immer mehr Männer ihr Arbeitspensum zugunsten der Familie verringern oder sogar auf eine Karriere verzichten. Was tun, wenn sich der Arbeitgeber dagegen sträubt? Auf der Homepage des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Mann und Frau (EBG) können Sie die Broschüre "Fairplay at work für Väter" als pdf herunterladen. Dort finden Väter nicht nur Informationen zu den verschiedenen Modellen der Teilzeitarbeit, sondern auch Vorschläge, wie sie ihren Wunsch nach einer besseren Balance zwischen Arbeit und Familie beim Arbeitgeber durchsetzen können.

Wenn sich der Nachwuchs ankündigt, stellt sich für das Elternpaar die Frage, wie sich Familie und Beruf am besten vereinbaren lassen. Eine Möglichkeit bietet die Teilzeitarbeit - auch für den Mann. Die Vereinbarkeit muss frühzeitig geplant werden und auch die zur Verfügung stehenden Betreuungsmöglichkeiten sollten miteinbezogen werden. Die Schweizerinnen sind europaweite Spitzenreiterinnen in der Teilzeitarbeit. 58 Prozent der berufstätigen Frauen arbeiten hierzulande Teilzeit. Bei den Männern sieht es ein wenig anders aus, da arbeiten 83 % Vollzeit. Das heisst nur gerade 17 % der berufstätigen Männer arbeitet in einem Teilzeitpensum. 

Auch wenn sich zumeist Mütter dafür entscheiden, in Teilzeitarbeit erwerbstätig zu sein, fühlen sich auch Väter mit einem kleineren Arbeitspensum wohl. Während vor einigen Jahren fast ausschliesslich Frauen den Job zugunsten der Familie aufgaben, kümmern sich heute beide Elternteile um den Nachwuchs. Gefragt sind also flexible Arbeitszeitmodelle. Viele Unternehmen haben erkannt, dass Teilzeitstellen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. In den meisten Fällen hilft ein Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten weiter, bei dem man ihm seine Vorschläge unterbreitet. Wichtig ist, dass Sie Ihren Wunsch rechtzeitig mitteilen.

Eine besondere Form der Teilzeitbeschäftigung ist das Job-Sharing. In diesem Modell teilen zwei oder mehrere Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz unter sich auf. Dabei entsteht für beide Seiten eine Win-win-Situation, denn der Arbeitgeber hat eine sichere Urlaubsvertretung und Sie die wertvolle Zeit für die Familie.

Neben der eigentlichen Reduzierung des Pensums kann auch eine Verlagerung des Arbeitsplatzes nach zu Hause eine attraktive Möglichkeit sein, wie z.B. Heimarbeit oder Telearbeit. Gerade Schreibarbeiten, das Erfassen von Daten oder das Erstellen von Konzepten eignen sich für die Heimarbeit oder Telearbeit. Ein reger Kontakt zwischen Heim und Büro ist dabei sehr wichtig und bildet die solide Basis für den Informationsfluss. 


Weitergehende Informationen:

www.teilzeitkarriere.ch
Hier erfahren interessierte Männer einerseits mehr über die Gesprächsführung bei Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, finden Tipps und Tricks zum Thema Teilzeit und Checklisten für den Start ins Teilzeitleben. Anderseits listet die Website täglich über 7000 qualifizierte Teilzeitstellen auf.


Newsticker

Wann kommt Papi heim? Wenn Väter extrem lange Arbeitszeiten haben, wirkt sich das negativ auf die gesundheitliche und soziale Entwicklung ihrer Söhne aus. Das zeigt eine Studie mit mehr als 1.400 Kindern im australischen Bundesstaat Western Australia. Arbeiten Väter während der Phase, in der ihre Söhne fünf Jahre alt sind, 55 und mehr Stunden pro Woche, werden diese später sehr viel häufiger verhaltensauffällig oder aggressiv als bei kürzeren Arbeitszeiten. Auf Töchter haben sehr lange Arbeitszeiten der Väter kaum Einfluss. Da es selten Mütter gibt mit extrem langen Arbeitszeiten, beziehen sich die Schlussfolgerungen nur auf Väter. (swissmom Newsticker, 7.10.2014)

Letzte Aktualisierung : 05-05-20, PvE / NK

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