Coronavirus
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Wie lange überlebt das Coronavirus auf Oberflächen?

Coronaviren können Stunden bis Tage auf Oberflächen unter Laborbedingungen überleben. Hier eine kurze Zusammenstellung, wie lange Coronaviren - die Familie der Viren, inklusive dem neuen Virus SARS-COV-2, welches die COVID-19-Infektion verursacht - auf welchen Oberflächen überleben. Noch wissen die Forscher nicht alles, besonders wie Sonnenlicht, Kälte und Wärme die Lebensdauer des SARS-COV-2 Virus beeinflussen.

Klar ist, dass das Virus über Tröpfchen verbreitet wird. Wenn jemand hustet oder die Nase schnäuzt, werden virushaltige Tröpfchen in die Luft abgegeben. Somit kann man auch mit dem Virus durch Oberflächen in Kontakt kommen. Berührt man dann den Mund, die Augen oder die Nase, könnte das Virus über die Schleimhäute in den Körper eindringen.

Deshalb gelten auch hier die richtigen Hygienemassnahmen, insbesondere das Händewaschen.

Wie lange überlebt das SARS-COV-2 Virus auf Oberflächen?

Material Überlebensdauer
Metall (Türfallen, Schmuck, Silber) 5 Tage
Holz (Möbel, Abdeckungen) 4 Tage
Plastik (Verpackungen, Flaschen, Liftknöpfe,Tram- und Bussitze) 2 - 3 Tage
Chromstahl (Pfannen, Töpfe, Lavabo, Wasserflaschen) 2 - 3 Tage
Karton (Verpackungen, Umzugskisten) 24 Stunden
Kupfer (Münzen, Kochtöpfe) 4 Stunden
Aluminium (Büchsen, Alufolie, Wasserflaschen) 2 - 8 Stunden
Glas (Trinkgläser, Spiegel, Fenster, Messbecher, Vasen) bis zu 5 Tage
Keramik (Geschirr, Trinkbecher, Töpferware) 5 Tage
Papier (Briefe, Banknoten, Zeitungen, Zeitschriften) Minuten bis 5 Tage (je nach Virenstamm)
Esswaren (Früchte, Gemüse auch mit Schale) Gut abspülen empfohlen
Wasser (Trinkwasser) Bis jetzt nicht nachgewiesen

Quellen:

  • CDC, "How it spreads", "Water Transmission and COV-19".
  • Harvard Medical School, "Coronavirus Resource Center"
  • Journal of Hospital Infection, "Persistence of coronavirus on inanimate surfaces and their inactivation with biocidal agents"
  • New England Journal of Medicine, "Aerosol and surface stabiliy of SARS-CoV-2 as cpompared with SARS-CoV-1"
  • FDA, "Food savety and the coronavirus disease 2019 (COVID-19)"
  • UC Davis, "Safe Handling of Fruits and Vegetables"
  • New release, National Institute of Health
  • Purdue University, "Don't fear your fruits and veggies as virus concern grip nation"

Newsticker

Seifenfehler! | 24.03.2020

Doppelt ist nicht immer besser. Das gilt in Corona-Zeiten vor allem für die oberste Hygieneregel, das Händewaschen. Wenn Sie sich die Hände gründlich mit Seife gewaschen haben, sollten Sie keinesfalls sofort zum Desinfektionsmittel greifen. Denn Seifenreste (= anionische Tenside) an den Händen neutralisieren die Wirkung der gängigen Desinfektionsmittel (= kationische Tenside). Das führt zu einem deutlich geringeren oder sogar einem kompletten Verlust der Reinigungswirkung und wird in der Medizin auch als „Seifenfehler“ bezeichnet. Also: Reinigungs- und Desinfektionsmittel nicht mischen. Und das Desinfektionsmittel besser im Intervall zwischen dem Händewaschen anwenden. Abgesehen vom Wirkungsverlust trocknet es die Haut auch sehr stark aus, wenn Sie kurz nacheinander schäumende Seife und alkoholhaltiges Desinfektionsmittel benutzen.

Kampf gegen das Coronavirus | 20.03.2020

Aktuell existiert noch kein Mittel, das die Ausbreitung des Coronavirus im Körper stoppt. Die Forschung läuft jedoch international auf Hochtouren. Um Zeit zu gewinnen, werden auch bereits auf dem Markt erhältliche Arzneimittel getestet. Grosse Hoffnung wird auf den Wirkstoff Hydroxychloroquin gesetzt, verwandt mit dem Malariamedikament Chloroquin. Er hemmt ein Enzym, das die Viren zum Leben brauchen. Chinesische Forscher konnten nachweisen, dass das Mittel in Zellkulturen tatsächlich die Vermehrung der neuartigen Coronaviren zu hemmen vermag; eine französische Studie an 26 COVID-19-Patienten verlief vielversprechend, vielleicht weil die Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin die Wirkung beschleunigt hat. Die Tests deuten darauf hin, dass Sars-CoV2 in nur sechs Tagen deutlich weniger  ansteckend war. - Getestet werden auch die AIDS-Mittel Darunavir und Kaletra sowie das Grippemedikament Tamiflu. Andere Wirkstoffe wie Kortison oder das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sollen wirksam sein, weil sie dämpfend auf das Immunsystem wirken. Grosse Aufmerksamkeit bekommt derzeit das Mittel Remdesivir. Es wurde gegen Ebola-Infektionen entwickelt und im Tierversuch erfolgreich getestet, ist aber noch nicht am Markt zugelassen. Mittlerweile laufen dazu mehrere internationale Studien.

Coronaviren lieben Plastik | 19.03.2020

Manche Oberflächen sind "gefährlicher" als andere, denn auf einigen Oberflächen überlebt das Coronavirus deutlich länger als auf anderen. Auf Edelstahl, Kunststoff und Plastik kann es am längsten überleben - mindestens 3 Tage. Dageben ist Papier (Geldscheine) und Karton offenbar keine gute Grundlage: Hier überlebt das Virus gerade mal 24 Stunden. Noch schlechter ist Kupfer mit max. 4 Stunden Überlebenszeit. Insgesamt ist die Ansteckungsgefahr über Oberflächen aber eher gering. Die bei weitem wichtigste Ansteckungsweg ist die sogenannte Tröpfcheninfektion, bei der die Coronaviren von infizierten Menschen z.B. beim Niesen oder Husten über Tröpfchen in die Luft abgegeben und anschliessend von einer anderen Person eingeatmet werden. In diesen Tröpfchen überleben sie nur bis zu 3 Stunden. Weil sie nur ca. einen Meter weit fliegen, ist Abstand die wichtigste und beste Schutzmassnahme. Hinzu kommen allgemeinen Regeln der Hygiene, wie regelmässiges Händewaschen mit Seife und nicht mit den Händen in Auge und Nase fassen. Nach Meinung der Hygiene-Experten ist es in der aktuellen Situation für gesunde Menschen nicht erforderlich, im Alltag Desinfektionsmittel anzuwenden, weil der neuartige Coronavirus schon sehr empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohol oder Tenside reagiert, z.B. in Seifen oder Geschirrspülmittel. Die Virusoberfläche wird beschädigt und das Virus so inaktiviert.

WHO räumt mit Corona-Mythen auf | 18.03.2020

Zur Zeit kursieren einige kuriose Mythen über das neuartige Coronavirus, mit denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer neuesten Publikation aufräumen will. Hier die Fakten:

  • Kaltes Wetter schränkt NICHT die Verbreitung des Coronavirus ein.
  • Weder ein heisses Bad, Ganzkörperdesinfektion mit Alkohol oder Chlor, Händetrockner, Spülen der Nase mit Kochsalzlösung, viel Knoblauch im Essen noch Antibiotika können die Viren abtöten.
  • Das neuartige Coronavirus kann NICHT durch Mückenstiche übertragen werden. Es handelt sich um ein Atemwegsvirus, das sich hauptsächlich durch Tröpfchen verbreitet, z. B. beim Husten oder Niesen einer infizierten Person.
  • Thermoscanner können Personen mit Fieber erkennen. Da es zwei bis zehn Tage dauert, bis mit dem Coronavirus infizierte Menschen krank werden und Fieber bekommen, können Infizierte, die noch kein Fieber haben, nicht durch einen Thermoscanner identifiziert werden.
  • Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie der Pneumokokken-Impfstoff und der Impfstoff gegen Haemophilus influenza Typ B bieten keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Trotzdem werden diese Impfungen gegen Atemwegserkrankungen zum Schutz der Gesundheit empfohlen.
  • Menschen jeden Alters (auch Kinder) können an COVID-19 erkranken. Ältere Menschen und Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen scheinen nur anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.

Letzte Aktualisierung : 14-04-20, AS

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