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Schwangere Frau bekommt eine Spritze
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Co­vid-19-Imp­fung in der Schwan­ger­schaft


Die Fol­gen ei­ner An­ste­ckung mit dem Co­ro­na­vi­rus für Schwan­ge­re kön­nen be­son­ders schwer­wie­gend sein, wes­halb die Imp­fung mit zwei Do­sen ei­nes mRNA-Impf­stoffs ge­gen CO­VID-19 al­len Schwan­ge­ren ab dem zwei­ten Schwan­ger­schafts­drit­tel of­fi­zi­ell emp­foh­len wird.

Wie sind die ak­tu­el­len Emp­feh­lun­gen?


Auf sei­ner Pres­se­kon­fe­renz am 14. Sep­tem­ber 2021 ha­ben das Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG) und die Eid­ge­nös­si­sche Impf­kom­mis­si­on (Efik) of­fi­zi­ell be­kannt ge­ge­ben, dass die Co­ro­na­imp­fung nun al­len Schwan­ge­ren - auch sol­chen ohne Vor­er­kran­kun­gen oder in spe­zi­el­len Ri­si­ko­si­tua­tio­nen - of­fen ste­hen soll. Die Imp­fung soll­te erst im zwei­ten oder drit­ten Schwan­ger­schaft­s­tri­me­non mit ei­nem mRNA-Impf­stoff (Mo­der­na bzw. Bio­NTech/Pfi­zer) durch­ge­führt wer­den. Die Schwei­ze­ri­sche Gy­nä­ko­lo­gen­ge­sell­schaft (SGGG) for­der­te seit ge­rau­mer Zeit die­se An­pas­sung.

Für Kon­takt­per­so­nen von Schwan­ge­ren ist die Imp­fung eben­falls sehr zu emp­feh­len.

Wie si­cher ist die Co­ro­na-Imp­fung für wer­den­de Müt­ter?


Bis­her sind in den USA Hun­dert­tau­sen­de schwan­ge­rer Frau­en mit den mRNA-Impf­stof­fen ge­gen SARS-CoV-2 ge­impft wor­den, ohne dass es un­er­war­te­te Ne­ben­wir­kun­gen bei Mut­ter und Kind gab. Laut dem „V-safe Pregnan­cy Re­gis­ter“ der USA gebe es kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass die Imp­fung bei Schwan­ge­ren zu mehr Kom­pli­ka­tio­nen als bei Nicht-Schwan­ge­ren führt. Und auch was die Ver­träg­lich­keit und An­ti­kör­per­bil­dung an­geht, gebe es der­zeit kei­ne Be­den­ken.

Eine US-ame­ri­ka­ni­sche Stu­die mit über 100.000 Schwan­ge­ren, die vor der 20. Schwan­ger­schafts­wo­che eine Imp­fung mit den mRNA-Vak­zi­nen von Mo­der­na oder Bio­NTech/Pfi­zer er­hal­ten hat­ten, er­gab kein hö­he­res Ri­si­ko für eine Fehl­ge­burt. Laut CDC kommt es - stark al­ters­ab­hän­gig - in 11 bis 16 Pro­zent al­ler Schwan­ger­schaf­ten zu Fehl­ge­bur­ten. In der Stu­di­en­grup­pe der ge­impf­ten Schwan­ge­ren kam es bei 13 Pro­zent zu ei­ner Fehl­ge­burt – die Rate liegt da­mit in­ner­halb des zu er­war­ten­den Be­reichs.

Was ist, wenn ver­se­hent­lich in den ers­ten Schwan­ger­schafts­wo­chen ge­impft wur­de?


In der Früh­schwan­ger­schaft, der sen­si­bels­ten Pha­se der em­bryo­na­len Ent­wick­lung, wird grund­sätz­lich von Imp­fun­gen je­der Art ab­ge­ra­ten. Wenn eine mRNA-Imp­fung ge­gen CO­VID-19 un­be­ab­sich­tigt in der Früh­schwan­ger­schaft ver­ab­reicht wur­de, z.B. weil die Schwan­ger­schaft noch nicht be­kannt war, be­steht je­doch trotz­dem kein Grund für ei­nen Schwan­ger­schafts­ab­bruch. Es sind we­der in Tier­ver­su­chen noch bei den bis­her be­kann­ten Fäl­len von Imp­fun­gen in der Früh­schwan­ger­schaft Schä­di­gun­gen des Em­bry­os oder ver­mehr­te Fehl­ge­bur­ten be­kannt.

Ist die Imp­fung bei Kin­der­wunsch sinn­voll?


Frau­en mit Kin­der­wunsch kön­nen ge­gen CO­VID-19 ge­impft wer­den. Es gibt kei­ner­lei An­zei­chen da­für, dass die CO­VID-19-Imp­fung ei­nen ne­ga­ti­ven Ein­fluss auf die Frucht­bar­keit ha­ben könn­te. Eine Co­ro­na-Imp­fung ver­min­dert da­ge­gen mög­li­che Ri­si­ken in ei­ner Schwan­ger­schaft.

Die Kin­der­wunsch­be­hand­lung soll­te dann erst ei­ni­ge Tage nach der 2. Imp­fung (egal ob bei Mann oder Frau) be­gin­nen, um Impf­re­ak­tio­nen ab­zu­war­ten. Wird ver­se­hent­lich in der Früh­schwan­ger­schaft ge­impft, wird trotz­dem die zwei­te Do­sis ver­ab­reicht.

Darf in der Still­zeit ge­impft wer­den?


Nach bis­he­ri­gem Kennt­nis­stand ist mit der Co­ro­na-Imp­fung wäh­rend der Still­zeit kein er­höh­tes Ri­si­ko für die Stil­len­de oder den Säug­ling ver­bun­den. Es be­steht kei­ne Not­wen­dig­keit, die Imp­fung we­gen des Still­be­ginns zu ver­zö­gern, das Stil­len we­gen der Imp­fung zu un­ter­bre­chen oder gar den Säug­ling ab­zu­stil­len.

Darf ich nach der Co­ro­na-Imp­fung Schmerz­mit­tel neh­men?


Die Imp­fung ge­gen Co­vid-19 kann Kopf- und Glie­der­schmer­zen, Fie­ber, Schüt­tel­frost und Schmer­zen an der Ein­stich­stel­le ver­ur­sa­chen. Vor al­lem Par­acet­amol dür­fen auch wer­den­de Müt­ter ein­neh­men, um sol­che Ne­ben­wir­kun­gen zu lin­dern.

Es wird zu Zeit noch kon­tro­vers dis­ku­tiert, ob sol­che re­zept­frei er­hält­li­chen Schmerz­mit­tel die Wirk­sam­keit der Imp­fung schmä­lern könn­ten. Durch eine un­ter­drück­te Im­mun­re­ak­ti­on könn­te theo­re­tisch die An­ti­kör­per­bil­dung und so­mit die Wir­kung der Imp­fung ge­min­dert wer­den. Es gibt ei­ni­ge Stu­di­en, die da­von ab­ra­ten, Schmerz­mit­tel im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Imp­fung ein­zu­neh­men. Eben­so gibt es wis­sen­schaft­li­che Ar­bei­ten, die kei­ne ne­ga­ti­ven Ef­fek­te für den Impf­erfolg ge­zeigt ha­ben.

Von ei­ner vor­beu­gen­den Be­hand­lung wird auf je­den Fall ab­ge­ra­ten. Schmerz­mit­tel soll­te man erst dann an­wen­den, wenn tat­säch­lich star­ke Be­schwer­den auf­tre­ten. 

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